Das Wichtigste in Kürze
  • Der Center-Lautsprecher ist eine der wichtigsten Boxen in einem 5.1-Soundsystem. Denn über den Center-Kanal werden die Dialoge wiedergegeben.
  • Ein Center-Lautsprecher verbessert den Raumklang deutlich, gerade für seitlich sitzende Personen.
  • Ein Center-Lautsprecher ist kein Ersatz für den Subwoofer, sondern ergänzt diesen. Beide werden mittig aufgestellt, haben aber unterschiedliche Aufgaben.

Center-Lautsprecher Test

Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach haben mehr als 11 Millionen Deutsche ein Surround-System zuhause. Zentrum einer solchen Heimkino-Anlage und Garant für den Film-Genuss ist der Center-Lautsprecher. Mehr als 50 % des Soundtracks eines Filmes laufen auf dem Center-Kanal, darunter auch die Dialoge. Daher sollten Sie beim Kauf eines Center-Lautsprechers auf die Klangqualität achten, denn es ist der wichtigste 5.1-Lautsprecher.

Zwar ist es meist am sinnvollsten, einen Center-Speaker aus der gleichen Baureihe des restlichen Heimkino-Systems zu verwenden, doch gibt es noch einige andere Punkte, die die Kaufentscheidung beeinflussen können. Lesen Sie in unserem Ratgeber, was es mit D’Apollito-Anordnung, 2-1/2-Wege-Systemen und Kennschalldruck auf sich hat.

1. Kaufberatung: Auf diese Punkte sollten Sie achten

Wenn Sie einen Center-Lautsprecher kaufen, gibt es einiges zu bedenken. Ein Center-Speaker sollte von seiner Klangcharakteristik auf jeden Fall zum Rest Ihres Surround-Systems passen. Der beste Center-Lautsprecher ist meist eine Box aus derselben Baureihe oder zumindest vom gleichen Hersteller wie Ihre übrigen Lautsprecher. Ansonsten sollten Sie am besten einen Test des Center-Lautsprechers in Ihrem eigenen Setup durchführen.

1.1. Bei der Bauart des Centerlautsprechers gibt es keine klaren Gewinner

Alle Center-Lautsprecher im Vergleich sind so konstruiert, dass sie liegend aufgestellt werden. Dabei nutzen Sie die sogenannte D’Apollito-Anordnung, bei der der Hochtöner mittig zwischen zwei Tiefmittelton-Chassis sitzt. Allerdings können die Lautsprecher entweder als 2-Wege- oder 2-1/2-Wege-Box realisiert sein.

TIPP: Boxen, bei denen der Hochtöner etwas nach oben versetzt ist (wie die DALI Zensor Vokal), haben weniger mit Interferenzen zu kämpfen.

Klipsch R-25C

Centerlautsprecher von Klipsch mit horngeladenem Hochtöner.

Beim 2-Wege-System geben beide Tiefmitteltöner den gesamten Frequenzbereich unterhalb der Trennfrequenz wieder. Beim 2-1/2-Wege-System ist einer der beiden Tiefmitteltöner für die Bässe reserviert, während der andere ab einer gewissen Frequenz zusätzlich die Mitten wiedergibt. Das soll einen homogeneren Frequenzgang zur Folge haben.

Als Kaufkriterium ist die Bauart allerdings ungeeignet, guten Sound gibt es in beiden Center-Speaker-Kategorien. Die Membranfläche der Tiefmitteltöner ist ein besseres Kriterium. Größere Membranen können tiefe Töner besser wiedergeben und sind daher vorzuziehen. Bei den Hochtönern werden meist Kalotten eingesetzt, einige Hersteller wie Klipsch nutzen aber Hornlautsprecher.

center lautsprecher bass

1.2. Beim Frequenzbereich ist vor allem die Basswiedergabe wichtig

Alle Hersteller geben an, welche Frequenzen ein Center-Speaker (oder auch jeder andere Lautsprecher) wiedergeben kann. Das obere Ende dieses Spektrums ist in der Praxis zu vernachlässigen. Die 20 kHz, die ein Mensch maximal hören kann, erreichen alle Produkte in unserem Center-Lautsprecher-Vergleich 2020.

Interessanter ist die Angabe bei den tiefen Tönen. Zwar werden Centerlautsprecher üblicherweise zusammen mit Subwoofern eingesetzt, die die Basswiedergabe übernehmen, doch es ist dennoch wichtig, wie weit nach unten der Frequenzgang reicht. Denn dies bestimmt die mögliche Trennfrequenz, ab der der Subwoofer das Signal übernimmt.

Beim Einstellen der Crossover-Frequenz sollten die Lautsprecher immer noch etwas Luft haben, damit eine volle Leistung auch im Grenzbereich gewährleistet werden kann. Als Faustregel sollten die Lautsprecher mindestens 20 Hz tiefer gehen als die Trennfrequenz. Soll Ihr Subwoofer also ab 80 Hz übernehmen, sollten die Lautsprecher 60 Hz schaffen.

VORSICHT: Oft ist unklar, wie die Hersteller die angegebenen Daten ermittelt haben. Gerade bei günstigeren Center-Lautsprechern sollte man sich nicht von einem besonders groß wirkenden Frequenzbereich blenden lassen.

Receiver

1.3. Belastbarkeit & Impedanz: Die Daten sollten zum Verstärker passen

Zwei Werte, auf die Sie bei der Recherche zu Lautsprechern immer stoßen werden, sind die Belastbarkeit (in Watt) und die Impedanz (in Ohm). Diese Werte sollten immer zu denen des verwendeten Verstärkers passen, sonst können Ihre Geräte im schlimmsten Fall sogar Schaden nehmen.

Die Impedanz bezeichnet den elektrischen Widerstand, den das elektrische Signal vom Verstärker überwinden muss. Der Verstärker muss also in der Lage sein, den Lautsprecher gegen diesen Widerstand mit ausreichend Leistung zu versorgen. Die meisten Geräte arbeiten mit Impedanzen von 4 oder 8 Ohm. Idealerweise sollten die Angaben von Centerlautsprecher und Verstärker exakt übereinstimmen.

ACHTUNG: Die Impedanz des Verstärkers muss immer gleich oder niedriger sein als die Impedanz der Boxen. Sonst kann der Verstärker heißlaufen und Schaden nehmen. Wenn Sie dagegen Lautsprecher mit einer höheren Impedanz (z.B. 8 Ohm) an einem Lautsprecher mit niedrigerer Impedanz (z.B. 4 Ohm) betreiben, wird die Leistung des Verstärkers nicht voll ausgenutzt – ein Defekt droht aber nicht.

Die Belastbarkeit bei Lautsprechern ist das Gegenstück zur Leistung bei Verstärkern. Beide Werte werden in Watt angegeben. Oft werden zwei verschiedene Werte angegeben, die Maximalbelastbarkeit (manchmal auch Musikbelastbarkeit genannt) und die Nennbelastbarkeit (oder RMS-Belastbarkeit).

Der für die Praxis relevante Wert ist die Nennbelastbarkeit. Diese gibt an, welche Verstärkerleistung ein Lautsprecher im Dauerbetrieb verträgt. Die Belastbarkeit eines Hifi-Lautsprechers sollte immer etwas höher sein als die Leistung des Verstärkers.

ABER: Voll aufdrehen sollten Sie einen Verstärker nie! Bei zu niedriger Leistung kommt es dann zum sogenannten Clipping, also verzerrter Tonwiedergabe. Bei zu hoher Leistung können die Lautsprecher beschädigt werden.

Sehr lauter Lautsprecher

1.4. Die Lautstärke hängt vom Kennschalldruck ab

Was sind Dezibel?

Dezibel ist eine logarithmische Einheit, sie steigt also nicht linear an. Eine Steigerung von 6dB bedeutet eine Verdoppelung der gefühlten Lautstärke, benötigt aber die vierfache Leistung.

Der Kennschalldruck gibt an, wie hoch der Schalldruck (also die Lautstärke) in 1 m Entfernung vom Lautsprecher bei einer Eingangsleistung von 1 W ist. Center-Lautsprecher mit einem hohen Kennschalldruck brauchen also weniger Leistung vom Verstärker für die gleiche Lautstärke. Der Kennschalldruck ist deutlich wichtiger als die Belastbarkeit (in Watt), wenn es um die Lautstärke eines Lautsprechers geht.

Kinoabend mit Surround-Sound

2. Was zeichnet einen guten Surround-Sound im Heimkino aus?

2.1. Aufbau und Vorteile eines Surroundsystems

Die Einführung der DVD gegen Ende der 1990er-Jahre ermöglichte es, zusätzlich zum Video-Stream auch Mehrkanal-Audio auf einem Consumer-Medium auszuliefern. Damit brach die Ära der DVD-Player und Heimkinosysteme an. Das Dolby-Digital-5.1-Format enthielt dabei fünf Surround-Audio-Kanäle und einen Tieffrequenz-Kanal für den Subwoofer.

center lautsprecher 7.1

In einem Heimkino-Surround-System werden verschiedene Lautsprecher um das Sofa herum platziert.

Die meisten 5.1-Audio-Systeme bestehen aus zwei Stand-Lautsprechern für den linken und rechten Kanal, einem liegenden Center-Speaker, zwei Mini-Lautsprechern als Satelliten (seitlich hinter dem Zuschauer) und einem Subwoofer. Allerdings ist es auch möglich, fünf baugleiche Studio- oder Hifi-Lautsprecher zu verwenden.

Da HD-DVD und Blu-ray-Disc deutlich mehr Speicherplatz bieten als herkömmliche DVDs, konnte der Mehrkanalton erweitert werden und 7.1-Systeme etablierten sich. Diese beinhalten zusätzlich zwei Lautsprecher hinter dem Zuschauer.

Der neueste Trend ist das Dolby-Atmos-System, in dem zusätzlich Sound von oben abgespielt wird – entweder durch Deckenlautsprecher oder durch Lautsprecher am Boden, deren Ton von der Decke reflektiert wird. Dies erlaubt eine objektbezogene, präzise Positionierung von Sounds im Raum.

ABER: Bei einem begrenzten Budget kann es sinnvoller sein, auf ein hochwertiges Stereo-System zu setzen als auf ein günstiges Surround-System.

Vor- und Nachteile eines Surround-Systems gegenüber Stereo-Lautsprechern mit Subwoofer
  • echtes Kino-Feeling bei Filmen
  • auch fürs Gaming besser
  • für Musikwiedergabe weniger geeignet
  • viele Lautsprecher müssen aufgestellt und verkabelt werden
  • deutlich höhere Kosten

2.2. Die wichtigsten Surround-Sound-Typen

5.1-Soundsystem 7.1-Soundsystem Dolby Atmos
  • das erste Surround-System für den Heimkino-Bereich
  • mit DVD-Player abspielbar
  • besteht aus:
    1 x Center-Speaker
    2 x Front-Lautsprecher
    2 x Satelliten-Lautsprecher
    1 x Subwoofer
  • hat 5.1 mit Einführung der Blu-Ray-Disc ersetzt
  • besteht aus:
    1 x Center-Speaker
    2 x Front-Lautsprecher
    2 x Satelliten-Lautsprecher
    2 x Back-Lautsprecher
    1 x Subwoofer
  • erlaubt, Sounds auch vertikal im Raum zu positionieren
  • ergänzt die anderen Surround-Systeme um Decken-Lautsprecher
  • kann über Blu-ray-Player abgespielt werden
  • besteht mindestens aus:
    1 x Center-Speaker
    2 x Front-Lautsprecher
    2 x Satelliten-Lautsprecher
    1 x Subwoofer
    2 x Deckenlautsprecher

3. Wie sollten Center-Lautsprecher am besten aufgestellt werden?

center speaker aufstellung

Den Center-Lautsprecher richtig zu positionieren, ist elementar für gute Klangqualität.

Die korrekte Aufstellung eines Center-Speakers ist sehr wichtig, aber oft eine etwas problematische Angelegenheit. In einem richtigen Kinosaal steht als Center-Lautsprecher ein normaler Standlautsprecher hinter der schalldurchlässigen Kinoleinwand. In den meisten Heimkino-Systemen ist dies aber mangels Leinwand keine Option.

Bei Surround-Anlagen für Privatnutzer haben sich daher Center-Speaker mit D’Appolito-Anordnung durchgesetzt, bei denen die verschiedenen Chassis horizontal angeordnet sind. Dadurch kann der Center-Lautsprecher liegend unter oder über dem Fernseher positioniert werden. Für die richtige Aufstellung gibt es einige Grundregeln:

  • Der Center-Lautsprecher sollte möglichst nah an Fernseher oder Leinwand stehen, also in der gleichen Entfernung vom Zuschauer.
  • Der Center-Lautsprecher sollte niemals auf dem Fußboden stehen, ideal ist eine Aufstellung in einer Höhe ab 40 cm – zum Beispiel mit Hilfe eines Lautsprecherständers.
  • Der Center-Speaker sollte auf die Ohrhöhe des Zuschauers ausgerichtet werden. In den meisten Fällen ist es dafür notwendig, den Lautsprecher anzuwinkeln.

Ein paar allgemeine Tipps zur Aufstellung des gesamten Heimkino-Systems gibt es in diesem Video:

4. Was sind die wichtigsten Marken für Center-Lautsprecher?

Sich bei der Center-Speaker-Recherche zwischen all den verschiedenen Herstellern zurechtzufinden, ist gar nicht so einfach. Magnat- und Canton-Lautsprecher sind günstige Center-Lautsprecher für Einsteiger, Teufel-Lautsprecher eignen sich für Nutzer mit etwas höheren Ansprüchen und Marken wie KEF und Klipsch bedienen das hohe Preissegment mit High-End-Lautsprechern. Wir haben die wichtigsten Marken für Sie zusammengestellt.

  • B&W
  • DALI
  • Elac
  • Focal
  • Heco
  • JBL
  • KEF
  • Klipsch
  • Magnat
  • Nubert
  • Quadral
  • Logitech
  • Teufel
  • Yamaha

5. Häufige Fragen zu Center-Lautsprechern

  • Kann ich auch eine Aktivbox als Center-Lautsprecher verwenden?

    Das ist leider nicht möglich, der einzige Aktiv-Lautsprecher in einem Surround-System ist üblicherweise der Subwoofer. Die anderen Lautsprecher-Boxen sind Passiv-Lautsprecher und werden von einem A/V-Receiver angesteuert, der den Mehrkanal-Ton decodiert. Daher lässt sich ein alter PC-Lautsprecher leider nicht zum Center umfunktionieren.
  • Wo ist der Unterschied zwischen einer Soundbar und einem Center-Lautsprecher?

    Im Gegensatz zum Center-Lautsprecher soll eine Soundbar das Surroundsystem nicht ergänzen, sondern komplett ersetzen. Der Raumklang wird dabei über ausgefeilte Effekte virtuell emuliert. Eine Soundbar ist leichter einzurichten als ein echtes Surround-System, reicht aber nicht an dessen Hörerlebnis heran. Dafür gibt es von Herstellern wie Samsung auch Bluetooth-Lautsprecher, die als Soundbars fungieren. Diese können im Gegensatz zum Center-Speaker als alleiniger Lautsprecher für Fernseher genutzt werden.
  • Gibt es kabellose Lautsprecher als Center-Speaker?

    Mittlerweile kommen zwar erste drahtlose Surround-Systeme auf den Markt, allerdings sind diese noch die absolute Ausnahme. Bis WLAN- oder Funklautsprecher die verkabelten Passiv-Lautsprecher ersetzen, wird es wohl noch einige Jahre dauern.
  • Wer ist der Center-Lautsprecher-Testsieger bei der Stiftung Warentest?

    Explizit hat die Stiftung Warentest Center-Speaker nie getestet. In der Ausgabe 10/2003 wurden Heimkino-Lautsprecher getestet, dieser Test ist jedoch hoffnungslos veraltet.
  • Brauche ich noch Zubehör für meine Center-Lautsprecher?

    Das kommt ganz auf die Gegebenheiten in Ihrer Wohnung an und die verwendeten Lautsprecherboxen an. Falls Sie eine Hifi-Standbox oder einen Einbaulautsprecher als Center verwenden, benötigen Sie außer Kabeln kein zusätzliches Zubehör. Kommt allerdings ein Regallautsprecher zum Einsatz, kann es sein, dass Sie zusätzlich einen Lautsprecherständer oder eine Wandhalterung anschaffen müssen.