Das Wichtigste in Kürze
  • Das Sounddeck – auch Soundbase genannt – ist ein vollaktiver Lautsprecher, der als Ersatz für die teils sehr schlechten Lautsprecher von Flachbild-Fernsehern konzipiert wurde. Durch ihre kompakte Bauart können Sounddecks auch direkt unter das Fernsehgerät platziert werden.
  • Je nach Ausstattung und Qualität kann eine Soundbase auch ein Ersatz für die Hifi-Anlage sein oder als Multimedia-Gerät Musik aus dem Internet streamen. Mit Bluetooth lassen sich aber auch Smartgeräte mit der separaten TV-Box verbinden. Einige Geräte lassen sich sogar bequem per Smartphone steuern.
  • Die besten Sounddecks verfügen über eine ausgesprochen gute Klangqualität und können dank digitaler Klangprozessoren auch virtuellen Surroundklang erzeugen. Mit verschiedenen Raumklangmodi ausgestattet, sind Sounddecks auch eine Alternative zur konventionellen Surround-Anlage.

sounddeck test
Flachbildschirme mit großen Bilddiagonalen und sehr flachen Gehäusen bringen heute echtes Kinovergnügen in die eigenen vier Wände. Doch leider gesellt sich zum guten Bild selten ein guter Ton. Die TV-Lautsprecher klingen meinst dünn und stehen in Sachen Qualität in einem krassen Widerspruch zum phänomenalen Bild. Abhilfe schaffen hier sogenannte Sounddecks. Die eleganten Kisten haben mehrere Lautsprecher integriert und dienen Fernsehgeräten aufgrund ihrer soliden Konstruktion auch gleich als Abstellfläche. Welche Eigenschaften ein Soundbase haben sollte und worauf Sie, wenn Sie ein Sounddeck kaufen, achten sollten, verraten wir Ihnen in unserer Kaufberatung.

1. Der König ist tot, es lebe der König: Wie haben sich Heimkino-Lautsprecher in der Zeit gewandelt?

1.1. Flachbildfernseher und DVD-Player revolutionieren das Wohnzimmer

Dolby Digital vs. DTS

Die beiden Topmarken für digitale Mehrkanal-Tontechnik sind zweifelsfrei Dolby und Digital Theater Systems (DTS). Oft werden die Tonformate Dolby Digital und DTS gleichermaßen auf DVDs und Blu-ray-Disc angeboten. Beide Tonformate arbeiten mit Datenreduktion, um die bis zu neun verschiedenen Tonspuren zu codieren. DTS komprimiert die Audioinformationen aber nicht so stark, wovon die Klangqualität natürlich profitiert. Wenn beide Tonspuren auf einer DVD-Video oder Blu-ray-Disc zur Verfügung stehen, empfehlen wir DTS-Sound.

Sounddecks sind eine Antwort auf einen Trend, der in den frühen 2000er Jahren einsetzte. Mit der Markteinführung von Flachbildschirmen und der flächendeckenden Verbreitung von DVD-Video stiegen die Ansprüche an den Fernseh- und Filmton. Während aber die Gehäuse der Fernseher immer flacher gebaut wurden und kaum mehr Platz für einen anständigen Lautsprecher boten, konnten auf der DVD immer mehr einzelne Kanäle in sehr guter Qualität gespeichert werden.

Deshalb brauchte der gute Ton im heimischen Kino eine separate Surround-Anlage. Mit fünf kleinen Lautsprechern für den Hoch- und Mitteltonbereich sowie einem speziellen Subwoofer für den Bassbereich sorgten diese Anlagen für einen berauschenden 5.1 Ton. Eine Stereoanlage mit zwei großen Lautsprecherkisten, einem Verstärker und einem CD-Player ist im Jahr 2020 eher ein Nostalgieprodukt.

Gerade die Auslagerung der tiefen Frequenzen an einen externen Subwoofer bot den Lautsprecher-Konstrukteuren reichlich Möglichkeiten: Denn weil der Basskanal seinen eigenen Verstärker mit an Bord hat und überall im Raum platziert werden kann (da das menschliche Gehör tiefe Frequenzen nicht punktuell orten kann), werden die restlichen fünf Lautsprecher in winzig kleine Gehäuse verpackt und bieten trotzdem einen großen Klang.

Aber die Technik hatte auch so ihre Tücken. Die Entwicklung verlief immer rasanter. Mehr Auflösung, mehr Übertragungsbandbreite, mehr Formate, mehr Boxen: Die Hersteller nutzten zwar die Möglichkeiten der Digitaltechnik voll aus, hinterließen aber auch viele überforderte Verbraucher. Die Kunden störten sich vor allem an den vielen Lautsprechern, denn auch mit der Markteinführung der Blu-ray-Disc eröffneten sich neue Möglichkeiten für den Heimkino-Ton.

Die große Speicherkapazität des neuen Mediums machte es für Toningenieure möglich, insgesamt acht verschiedene Tonkanäle (7.1 Tonformat) zu speichern. Diese neuen Tonformate bedurften aber auch acht verschiedener Lautsprecher und obwohl diese mittlerweile in sehr kleinen Gehäusen steckten und teilweise auch per Funk angesteuert werden konnten, entschieden sich viele Verbraucher dagegen.

1.2. Weniger ist mehr – Raumklang mit dem 2.1 Soundsystem

Mit Digitaltechnik konnte auf dieses Problem reagiert werden. Die Lösung stellten dann sogenannte 2.1 Lautsprechersysteme mit virtueller Raumklangtechnik dar. Dabei werden nur insgesamt drei Lautsprecher verwendet (zwei Frontlautsprecher & ein Subwoofer). Der Raumklang wird durch bestimmte digitale Sound-Prozessoren (DSP) in den Surround-Anlagen errechnet. Auch die beiden Markführer Dolby und DTS bieten Tonformate für virtuellen Surround-Sound an. Vielfach werden auch bestimmte Lautsprecher-Techniken genutzt, bei denen der Schall durch Wandreflexionen ein akustisches Feld hinter dem Zuhörer erzeugt, ohne dass dort tatsächlich ein Lautsprecher steht. Zwar konnte niemals eine zu den 5.1 und 7.1 Soundsystemen vergleichbare Klangqualität erreicht werden, jedoch boten die 2.1 Systeme eine durchaus beeindruckende Leistung und stellten eine sehr gute Alternative für jene Käufer dar, die auf viel Technik und viele Lautsprecher verzichten konnten.

sounddeck-test-picture

2. Das Sounddeck – Ein fortschrittlicher Rückschritt?

lg-soundprojektor-test

Eine Alternative zum Sounddeck: die Soundbar. Sie ist flacher und lässt sich an die Wand hängen. Sie brauchen aber auch einen separaten Subwoofer.

Ein Sounddeck stellt eine maximale Vereinfachung der Tonwiedergabe in einem Heimkino dar. Der Vorteil liegt in der einfachen Installation und Handhabung der Box. Denn beim Sounddeck – das auch Soundbase genannte wird – finden alle Lautsprecher in nur einem Gehäuse Platz. Darüber hinaus sind auch der Verstärker und der Decoder für die virtuellen Soundprogramme direkt mit an Bord, weshalb das Sounddeck ein vollaktiver Lautsprecher ist. Diese Technik wurde bereits bei den artverwandten Soundbars angewandt, jedoch sind hier die Maße anders. Eine TV-Soundbar hat die Form eines rechteckigen Balkens, der durch seine schlanke Form auch an die Wand gehängt werden kann.

Die Maße des TV-Sound-Verbesserers namens Sounddeck sind im Gegensatz zu Soundbars so gewählt, dass darauf auch gleich der Flachbildschirm platziert werden kann. Somit richtet sich das Produkt an Interessenten, die ihr TV-Gerät nicht an die Wand hängen möchten. Ihre solide Bauweise und teils umfangreiche Ausstattung lässt die Soundbar-Alternative zum perfekten Lautsprecher für Menschen werden, die sich einen realistischen und tiefgründigen Fernsehton wünschen, ohne dabei ihr gesamtes Wohnzimmer mit Lautsprechern verstellen zu müssen. Der Clou: Im Gegensatz zur Soundbar ist beim Soundbase der Subwoofer bereits integriert.

Ein Sounddeck ist folglich eine Alternative zu Mehrkanal-Tonanlagen und keine Weiterentwicklung, die die bekannten 5.1 bzw. 7.1 Anlagen ablösen wird. Vielmehr richten sich Sounddecks an eine ganz bestimmte Käuferklientel. Verschiedene Vorteile stehen hier verschiedenen Nachteilen gegenüber, wie die folgende Tabelle zeigt:

  • platzsparende Installation durch All-in-One Konzept
  • einfache Bedienung – auch für Laien verständlich
  • Flachbildfernseher kann darauf positioniert werden
  • kein separater Verstärker und Subwoofer erforderlich
  • Surround-Sound Erlebnis ist schlechter als bei 5.1 & 7.1-Systemen
  • wenig Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte
  • kein vollwertiger Ersatz für eine Stereoanlage

3. Welche Eigenschaften und Funktionen besitzen Sounddecks?

3.1. Der Ton macht die Musik

soundbase-lautsprecherchassis-picture

Eine Lautsprecherbox besteht aus mehreren Lautsprechern, die als Hoch-, Mittel- und Tieftöner bezeichnet werden.

Ein Sounddeck wurde primär entwickelt, um den TV-Sound zu verbessern. Da die Lautsprecher, die für Fernseher eingesetzt werden, häufig keinen befriedigenden Heimkinosound liefern, besitzt ein Sounddeck entsprechende Extra-Boxen. Je nach Modell arbeiten verschiedene Hoch-, Mittel- und Tieftöner in einem Gehäuse und erzeugen darüber hinaus auf Wunsch auch einen virtuellen Raumklang. Daher ist ein Soundbase zuallererst ein Lautsprecher. Dabei gelten für die separaten TV-Lautsprecher genau dieselben Bezugs-Kategorien, wie für alle anderen Hifi-Boxen auch: Lautsprecher-Prinzip, Leistung, Frequenzbereich, die Anzahl der Wege und die Anzahl der im Gehäuse verbauten Chassis sind gute Vergleichskategorien für die tonale Komposition von Sounddecks.

In unserem Sounddeck-Vergleich nutzen alle Marken eine Mehrwege-Konstruktion. Dabei werden ausschließlich Zwei- oder Drei-Wege-Boxen verwendet. Bei Mehr-Wege-Boxen kümmern sich bestimmte Lautsprecherchassis um die Wiedergabe der hohen und mittleren Töne, während andere Chassis die Wiedergabe der tiefen Bässe leisten . Die verschiedenen Wege dienen einer sinnvollen Arbeitsteilung, denn verschiedene Töne erfordern unterschiedliche Membrangrößen: Tiefe Töne werden durch die Bewegung großer Luftmassen erzeugt. Für eine Bass-Frequenz von 20 Hz muss eine Lautsprechermembran 20 Mal pro Sekunde zum Schwingen gebracht werden. Dabei muss die Membran sehr groß sein und aus einen festen Material bestehen. Für die Basswiedergabe wird eine sehr hohe Leistung vom Verstärker erfordert.

Hohe Frequenzen werden umgekehrt durch extrem viele Schwingungen der Lautsprechermembran erzeugt. Dabei wird viel weniger Luft in Bewegung gesetzt und auch das Material eines Hochtöners muss sehr leicht und flexibel sein. Um eine hohe Frequenz von 20.000 Hz zu erzeugen, schwingt ein Hochton-Lautsprecher 20.000 Mal pro Sekunde. Genau deshalb müssen Lautsprecher eine sinnvolle Arbeitsteilung leisten, die sie durch die Aufteilung der Arbeitsfrequenzen in verschiedene Wege erreichen.

Tipp: Die Anzahl der Wege und die Anzahl der Lautsprechermembranen bzw. Lautsprecherchassis sind nicht kongruent. Ein bestimmter Weg wird durch einen bestimmten Frequenzbereich charakterisiert – 20…120 Hz für den Bass zum Beispiel. Zur Wiedergabe dieses Frequenzbereichs kann eine Lautsprecherbox auch mehrere Membranen benutzen. Es gibt Boxen mit 10 verschiedenen Membranen, die jedoch trotzdem zum Typ „Drei-Wege-Box“ zählen.

Weitere wichtige Eigenschaften eines Lautsprechers

  • Leistung: Die Leistungseigenschaften der Sounddecks unterscheiden sich von anderen Lautsprechern. Sounddecks sind vollaktive Lautsprecher, was für die Hersteller einen wichtigen Vorteil bietet: Die eingebauten Verstärker sind bereits auf die Lautsprecher abgestimmt. Hier spielt die Angabe der Wattzahl eine eher periphere Rolle. Trotzdem ist die Leistungsangabe immer noch ein Indikator dafür, ob Ihr Soundbase auch bei hohen Lautstärken verzerrungsfreie Töne wiedergibt.
  • Lautsprecherprinzip: Die bekannteste Bauform ist unter dem Begriff Bassreflex bekannt. Bassreflex-Boxen haben eine charakteristische Öffnung im Gehäuse, durch die ein Rohr in das Gehäuseinnere geführt wird. Diese Modelle nutzen den rückwärtigen Schall der Membran zur Erhöhung des Bass-Pegels. Weiterhin benötigen sie weniger Verstärkerleistung und erzielen dadurch einen besseren Wirkungsgrad. Geschlossene Gehäuse verzichten zwar auf diese einfache Methode des Bass-Boost, zeichnen sich aber durch eine klarere und präzisere Basswiedergabe aus. Daneben gibt es noch andere Konstruktionsformen (wie Transmissionline– oder Hornlautsprecher), die aber für Sounddecks nicht verwendet werden.
  • Frequenzbereich: Anhand des Frequenzgangs können Sie ersehen, wie gut ein Lautsprecher an den beiden Enden des Frequenzspektrums arbeitet. Hier kommt es nicht auf das einzelne Frequenzband an, das durch eine Lautsprechermembran erzeugt wird, sondern auf das gesamte Frequenzspektrum, das alle Membranen zusammen wiedergeben können. Ein Frequenzgang von 20…20.000 Hz ist das Hörspektrum, das ein ideales menschliches Gehör wahrnehmen kann. Je mehr sich ein Lautsprecher diesem Wert annähern kann, desto besser ist sein Frequenzgang.
  • Lautsprecherverbindung: Heutzutage ist auch die Frage entscheidend, welchen Weg das Tonsignal zu den Lautsprechern nehmen muss. Auch die Hersteller von Sounddecks nutzen die Möglichkeiten der Funkübertragung großzügig aus. Gleichzeitig haben die Boxen auch verschiedenen Kabelanschlüsse. Die Möglichkeiten der Kabel- oder Funkübertragung sollten Sie vor dem Kauf eines Sounddecks gründlich abwägen.

Tipp: Seien Sie vorsichtig beim Vergleich von Leistungsangaben. Zwar sind die Watt-Angaben eine wichtige Größe zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Verstärkers bzw. der Belastungsfähigkeit einer Box, jedoch sollten Sie darauf achten, welche Werte Sie vergleichen. Es gibt Nennleistungs- und Maximalleistungs-Angaben. Während Ihnen die Maximalangaben bei Verstärkern nur mitteilen, wie viel elektrische Leistung ein Amp für einen sehr kurzen Augenblick höchstens ausgeben kann, erfahren Sie von den Werten der Nennleistung, welche dauerhafte Leistung Sie erwarten können. Die Nennleistung ist die entscheidende Größe.

3.2. Raumklang vom Sounddeck – Heimkinoton leicht gemacht

raumfeld-wellenform-test

Das Soundddeck von Raumfeld überzeugt im Sounddeck-Test durch großzügige Netzwerk- und Internetfunktionen und der innovativen Wellenfeld-Technologie.

Klangprogramme zur Erzeugung von Raumklang bieten alle Geräte im Sounddeck-Vergleich. Die besten Sounddecks unterscheiden sich aber von den üblichen Modellen durch eine besondere Raumklangfunktion. Die weniger aufwendige Methode zur Erzeugung eines Raumklang sind sogenannte DSPs.

Digitale Sound Prozessoren bearbeiten das eingespeiste Tonformat und erzeugen einen Raumklang, der nicht in den eigentlichen Musikdaten codiert sein musste. Dabei kann jede beliebige Stereo-CD mit Raumklang wiedergegeben werden. Einen Schritt weiter gehen Sounddecks mit DSPs, die auch die bekannten 5.1 Mehrkanal-Tonformate decodieren und für die Ausgabe auf einem 2.1 System modulieren.

Wesentlich komplexer, aber dafür seltener sind Sounddecks, die einen echten Heimkinosound durch Schallreflexionen erzeugen. Im Sounddeck-Gehäuse befinden sich dann verschiedene Lautsprecherchassis, die teils auch schräg zur Seite abstrahlen und den Schall auf die Wände projizieren.

Durch die geschickte Anordnung der Lautsprecher können Klänge auch im Rückbereich des Zuhörers erzeugt werden, obwohl dort keine physische Klangquelle steht. Diese Technologie ist jedoch wesentlich teurer und setzt eine richtige Platzierung des Sounddecks voraus.

Die Hersteller der Geräte in unserem Sounddeck-Vergleich geben ihren „Kindern“ unterschiedliche Namen zur Bezeichnung der raumklangerzeugenden DSPs. Bei Yamaha erleben Sie „AIR SURROUND XTREME“, bei JBL profitieren Sie von „Harman Display Surround-Sound“, bei Raumfeld kommt die „Wellenfeld Technologie“ zum Einsatz.

Viele Geräte nutzen aber die virtuellen Prozessoren bekannter Hersteller. So haben auch die Marktführer Dolby und DTS entsprechende Programme entwickelt, die in Sounddecks für erstklassigen Surround-Sound sorgen: Dolby Virtual Speaker und DTS Surround Sensation. Welches Programm dabei am besten klingt, ist eine Geschmacksache und kann kaum anhand objektiver Kriterien ermittelt werden.

3.3. Netzwerk- und Internetfunktionen – Sounddecks als innovative Tausendsassa

hdmi-sounddeck-picture

Seit der Version 1.4 unterstütz HDMI auch Audio-Return-Channel. Ton kann nun vom Fernseher zur Audioanlage und umgekehrt übertragen werden.

Je nach Modell kann ein Sounddeck auch Aufgaben in einem Netzwerk übernehmen. Ein WLAN Modul haben derzeit wenige Geräte zu bieten. In unserem Sounddeck-Vergleich konnten einige Modelle drahtlos mit einem Netzwerk verbunden werden. Diese beiden Modelle können auch mit einem Kabel in ein lokales Netzwerk eingebunden werden. Eine Bluetooth Funkstation bieten hingegen fast alle Geräte an, wohingegen eine USB-Schnittstelle eine Seltenheit darstellt.

Entsprechend unterschiedlich sind die Funktionen. Mit WLAN oder LAN Zugang stehen den Sounddecks vielfältige Streamingmöglichkeiten offen: Spotify, Soundcloud, Napster oder der Interradioanbieter TuneIn: alle Dienste lassen sich bequem ohne einen zusätzlichen Computer erreichen um darüber Musik wiederzugeben.

Aber auch die Verbindung mit einer sogenannten NAS-Festplatte gelingt per Knopfdruck. Dadurch können Sie bequem und ohne lästiges Umstöpseln eines USB-Kabels auf Ihre persönliche Musikbibliothek zugreifen. Auch Musik vom Smartphone oder Tablet-PC kann per WLAN oder Bluetooth an die Geräte gefunkt werden – vorausgesetzt das Android oder iOS Betriebssystem ist auf den mobilen Geräten installiert.

Sounddecks mit Bluetooth können hingegen Musik nur von mobilen Endgeräten mit entsprechender Bluetooth-Funktion streamen, ohne direkt auf die vielfältigen Internetdienste zurückgreifen zu können. Drei Modelle im Sounddeck-Vergleich können mit einer besonderen Funktion aufwarten: Das Raumfeld Sounddeck, das LG LAD650W und das Yamaha SRT-700 können mithilfe einer App auch Smartphones zur unkonventionellen Fernbedienung umfunktionieren. Das bietet aufgrund der grafischen Smartphoneoberfläche erhöhten Bedienkomfort.

Wenn Sie gleich mehrere Geräte desselben Herstellers benutzen, dann lässt sich das Ensemble in einem cleveren Multi-Room Konzept über das Smartgerät Ihrer Wahl steuern: Sie haben nach dem Kochen vergessen, die Musik in der Küche auszuschalten und sitzen nun schon bequem im Wohnzimmer? Dann leiten Sie den aktiven Musikstream einfach ins Wohnzimmer um und schalten das Wiedergabegerät in der Küche aus: ganz bequem vom Sofa aus.

Tipp: Netzwerk- und Internetfunktionen bieten Ihnen attraktive Einsatzmöglichkeiten, jedoch sind die technischen Ansprüche auch höher. Gerade wenn Sie eine raumübergreifende Installation (Multiroom) anstreben, lohnt sich die Treue zu einem Hersteller. Zwar gibt es bestimmte Netzwerkstandards, die eine herstellerübergreifende Kompatibilität ermöglichen (bspw. DLNA oder Miracast), jedoch sind die Bezeichnungen und Spezifikationen schwer verständlich und unterliegen einem großen Wandel.

3.4. Fernseher, Blu-ray-Player, Playstation – Welche Anschlüsse braucht Ihr Sounddeck?

Den richtigen Anschluss zu finden, ist heutzutage gar nicht so einfach. Früher wurden Videogeräte mit einem Scart- und Audiogeräte mit Cinchkabel angeschlossen. Heute gibt es optische und koaxiale Digitalanschlüsse, HDMI-Schnittstellen in verschiedenen Versionen und mit ARC und CEC Standard, analoge Audioanschlüsse mit 3,5 mm Klinke und natürlich auch die gute, alte Cinchbuchse. In der folgenden Tabelle klären wir Sie auf, damit erst gar kein Kabelsalat entsteht.

Schnittstelle Beschreibung
HDMI
(High-Definition Multimedia Interface)
Multimedia-Schnittstelle zur Übertragung von digitalen Video- und Tondaten. HDMI kommt seit 2003 bei A/V-Geräten zum Einsatz. Gegenüber der Version 1.0 wurden der Schnittstelle immer weitreichendere Möglichkeiten eingeräumt. In der Version 2.0a von 2015 lassen sich mit HDMI hochauflösende Audioformate mit bis zu acht Kanälen und hochauflösende Videodaten im Ultra High Definition Format übertragen.
USB
(Universal-Serial-Bus)
Die digitale Datenschnittstelle ermöglicht eine schnelle Übertragung von Audio, Video und Fotodateien und eignet sich zur Übertragung großer Datenmengen. Sie wurde anfangs nur in der Computertechnik verwendet. Heute entscheiden sich auch Hersteller von Audio- und Videogeräten für die Integration einer USB-Schnittstelle. Sie können Ihre private Sammlung an Liedern und Filmen auf einer USB-Festplatte speichern und direkt das Sounddeck übertragen. Mit der Version 3.0 können sie Daten sogar 10 Mal schneller zwischen den Geräten transportieren als mit der älteren 2.0 Version.
optischer Digitalanschluss
(Toslink)
Der bekannte Toslink-Stecker verbindet Audiogeräte mithilfe eines Lichwellenleiters. Digitale Audioinformationen (aber keine Videoinformationen) werden über Lichtimpulse zwischen zwei Geräten übertragen. Diese Verbindungsart wurde vor allem für den Transport von 5.1 Mehrkanal-Ton zwischen DVD-Playern und A/V Receivern genutzt. Heute übernimmt die HDMI Schnittstelle – wenn vorhanden – diese Aufgabe mit.
koaxialer Digitalanschluss Optische und koaxiale Digitalverbindung übernehmen dieselbe Aufgabe – die Übertragung von Audioinformationen zwischen zwei Geräten. Koaxiale Verbindungen nutzen dafür aber zumeist eine Kupferleitung. Der koaxiale Aufbau ist auch von Antennenkabeln bekannt. Für die Herstellung von koaxialen Digitalkabeln werden aber andere Stecker nach dem Standard SPDIF verwendet.

Im Vergleich zur optischen Digitalverbindung ist eine elektrische Koaxialverbindung mitunter störungsempfindlicher. Dafür sind die Kabel resistenter und können nicht abknicken, was bei optischen Digitalleitungen durchaus möglich ist.

3,5 mm Klinkenbuchse Der bekannte Kopfhörerstecker wird auch für andere Zwecke verwendet. Sowohl digitaler Mehrkanal-Ton als auch analoger 2-Kanal-Ton lassen sich über Verbindung mit 3,5 mm Klinkensteckern übertragen. Denn der Begriff Klinke bezieht sich hier nur auf die Steckart und nicht auf die dazwischenliegende Leitung.

Wenn nicht explizit etwas anderes ausgewiesen wird, übertragen die Leitungen zwischen den Klinkensteckern analoge Audioinformationen im Stereoformat. Neben dem kleinen 3,5 mm Format existieren auch etwas größere 6,3 mm Klinken, die auch in professionellen Musikinstrumenten und Verstärkern eingebaut sind.

RCA-Verbindung (Cinch) Die Cinch-Verbindungen nutzt ebenfalls einen koaxialen Kabelaufbau, jedoch sind die technischen Spezifikationen nicht genormt. Die Verbindungen werden ausschließlich zur Übertragung des analogen 2 Kanalton genutzt, wobei für jeden Kanal ein gesondertes Kabel zum Einsatz kommt.

Bekannt sind diese Verbindungen durch ihre farblich-markierten Stecker: Der linke und rechte Kanal wird jeweils durch weiße und rote Stecker symbolisiert. Vereinzelt wird auch Schwarz statt Weiß genutzt. Die Verbindung taugt jedoch nur noch für den Anschluss alter Videorecorder etwas. Für den Anschluss neuerer Geräte mit Digitalanschluss sollten Sie darauf verzichten.

Tipp: Vergleichen Sie auch die Ergebnisse der Stiftung Warentest. In der Ausgabe vom 12.11.2015 testete das größte deutsche Vergleichsmagazin verschiedene TV-Soundbars und führte auch einen TV-Sounddeck-Test durch.

4. Fragen und Antworten

4.1. Welches Sounddeck eignet sich für welchen TV?

In unserem Sounddeck-Vergleich stechen zwei Geräte heraus: Das Maxell MXSB-252 verkraftet aufgrund seiner geringen Maße nur Fernseher bis 42 Zoll. Das Onkyo LS-T 30 kann sogar 70 Zoll Fernseher tragen. Für alle anderen eigenen sich Flatscreens zwischen 42 Zoll und 65 Zoll.

4.2. Wie kann ich das Sounddeck an den Fernseher anschließen?

Wie Sounddeck-Tests erklären, können Sie diese je nach Möglichkeit mit einem optischen oder koaxialen Digitalkabel verbinden. Einige unserer Vergleichsgeräte bieten auch HDMI als Option. Der HDMI Anschluss bietet einen entscheidenden Vorteil. Die Fernbedienung Ihres TV-Geräts kann sofort auch die Grundfunktionen Ihres Sounddeck steuern. Das betrifft die Lautstärke-Regelung sowie die Ein- und Ausschaltfunktion.

4.3. Ist das Sounddeck für ältere Menschen geeignet?

Gerade für ältere Menschen mit abfallenden Hörfähigkeiten ist ein Sounddeck empfehlenswert. Dabei sollte Ihr persönlicher Sounddeck-Testsieger am besten ohne Netzwerk- und Internetfunktionen daher kommen. Einige unserer Vergleichsmodelle punkten mit sehr einfachen Bedienkonzepten und sehr guten Klangeigenschaften. Durch die deutliche und voluminöse Ton-Wiedergabe können ältere Menschen den Fernsehton besser verstehen.

4.4. Sounddeck oder Soundbar?

Die Frage lässt sich einfach beantworten: Wenn Sie Ihr Fernsehgerät an die Wand hängen möchten und nichts gegen einen separaten Subwoofer im Heimkino einzuwenden haben, ist eine Soundbar die beste Empfehlung für Sie. Sollten Sie einen TV-Tisch Ihr Eigen nennen, auf den sie Ihren Flachbildfernseher stellen möchten, sollten Sie über die Anschaffung eines Sounddecks nachdenken. Praktisch ist, dass Sie den Fernseher gleich auf das Sounddeck platzieren können.