Das Wichtigste in Kürze
  • Krillöl wird aus antarktischem Krill extrahiert, ähnlich wie Fischöl aus Fischen gewonnen wird. Das Besondere: Krill aus der Antarktis steht am Anfang der Nahrungskette, Fisch weiter hinten. Deshalb geht man davon aus, dass die kleinen Krebse nicht mit Umweltgiften oder Schadstoffen in Kontakt gekommen sind.
  • Krillöl-Kapseln werden immer beliebter und machen den bisher populären Fischöl-Kapseln Konkurrenz. Beide Supplemente dienen der Omega-3-Versorgung, die auch hierzulande – vor allem bei vegetarischer oder veganer Ernährung – nicht immer ausreichend abgedeckt ist. Ein Omega-3-Mangel ist also keine Seltenheit.
  • Ein Vorteil des Krebsöls ist, dass neben Omega-3-Fettsäuren auch Astaxanthin, Cholin und die Vitamine A, D und E enthalten sind. Dadurch verstärken sich die positiven Wirkungen des Krillöls: Es kann zum Beispiel den Cholesterinspiegel senken, die Hautalterung verlangsamen, die Gedächtnisleistung verbessern oder entzündliche Erkrankungen lindern.

krillöl test

Einer 2015 durchgeführten Umfrage der IfH Köln zufolge, erachten fast 71 % der befragten deutschen Verbraucher Produkte mit Omega-3-Fettsäuren als gesund oder gesundheitsfördernd.

Omega-3-Fettsäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden – am besten eignet sich dafür Fisch. In den Industrienationen leiden viele Menschen an einem Omega-3-Mangel. So ergab etwa eine Studie der Harvard-Universität aus dem Jahr 2010, dass der Mangel an Omega 3 unter Amerikanern die sechsthäufigste Todesursache ist.

Kann der Omega-3-Bedarf durch Ernährung allein nicht gedeckt werden, können Sie zu Nahrungsergänzungen wie Fischöl- oder Krillöl-Kapseln greifen. In unserem Krillöl-Vergleich 2020 erfahren Sie, wo die Unterschiede zwischen Krill- und Fischöl liegen, was im Krillöl zusätzlich an gesundheitsfördernden Stoffen enthalten ist und was einen Krillöl-Testsieger ausmacht.

1. Sind Krillöl-Kapseln eine wertvolle und natürliche Omega-3-Quelle?

antarktischer-krill

Aus antarktischem Krill (Euphasia superba) wird Krillöl gewonnen.

Krillöl wird als Alternative zu Fischöl immer populärer. Gewonnen wird Krillöl aus kleinen Krebstieren (Euphasia superba), die in den Gewässern der Antarktis leben. Antarktischer Krill steht im Gegensatz zu Fisch am Anfang der Nahrungskette, was ihn besonders wertvoll macht. Fisch steht weiter hinten in der Nahrungskette und ernährt sich von unterschiedlichen Meereslebewesen, weshalb Fische oder ihre Nahrung mit Schadstoffen in Kontakt kommen können.

Krill ernährt sich ausschließlich von Plankton und die Antarktis gilt als ein besonders reines Gebiet der Erde, sodass man davon ausgehen kann, dass die kleinen Krebstiere nicht von Umweltgiften und Schadstoffen belastet sind.

Krillöl enthält eine große Menge an Omega 3, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dabei handelt es sich um lebenswichtige, essentielle Fette, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen (siehe Kapitel 4 in unserem Krillöl-Ratgeber); unser Körper kann die Fettsäuren nicht selbst herstellen.

Die wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, die im Zusammenhang mit unserer Ernährung eine Rolle spielen, sind:

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Krillöl-Tests zeigen, dass das Krebsöl als Alternative zu Fischöl gelten kann. (hier von der Marke Cuvavi)

  • DHA (Docosahexaensäure)
  • EPA (Eicosapentaensäure)
  • ALA (alpha-Linolensäure)

DHA und EPA sind hauptsächlich in Fettfischen und Algen enthalten und können vom Körper direkt verwertet werden; ALA findet man in pflanzlicher Nahrung (Rapsöl, Leinöl oder Walnüsse etwa) und es muss im Körper erst zu EPA und dann zu DHA umgewandelt werden.

Wir haben Ihnen die wichtigsten Aufgaben, die Omega-3-Fettsäuren im menschlichen Körper haben, zusammengefasst:

Aufgaben von Omega 3 Omega-3-Wirkungen
herzkreislaufBlutkreislauf & Herz
  • können zur Verflüssigung des Blutes beitragen – bessere Durchblutung
  • können das Herzinfarktsrisiko mindern
  • können den Herzrhythmus regulieren
  • können die Blutfettwerte (Cholesterin) verbessern
  • Thrombose-Risiko kann gemindert werden
  • können den Blutdruck senken und Bluthochdruck entgegenwirken
  • können den Blutzuckerspiegel senken
rheumaEntzündungen
  • können entzündliche Erkrankungen lindern (solche Erkrankungen können zum Beispiel sein: Neurodermitis, Colitis ulcerosa (Darmkrankheit), Tinnitus, Arthritis (Gelenkentzündung), Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Multiple Sklerose oder Rheuma
augenAugen
  • Studien weisen darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren eine Erblindung bei der trockenen und der altersbedingten Makuladegeneration (Augenerkrankung; auch AMD) verhindern können
  • können Sehfähigkeiten verbessern
hirn und psycheGehirn & Psyche
  • können Alzheimer und Demenz vorbeugen
  • Verbesserung der Gedächtnisleistung und der Konzentration möglich
  • laut einer mexikanischen Studie kann Omega 3 Symptome von ADHS und Konzentrationsprobleme lindern
  • kann gegen Schlafstörungen helfen
  • Linderung von Depressionen, PMS (Prämenstruelles Syndrom) und Aggressionen möglich
anti-aging-mittelAnti-Aging-Funktion
  • Omega 3 wird nachgesagt, es habe eine Anti-Aging-Wirkung
  • im Krillöl enthaltenes, natürliches Astaxanthin (gehört zu den Antioxidantien) kann freie Radikale, die als Ursache für den Alterungsprozess gelten, inaktivieren
  • kann positiven Einfluss auf Haare und Nägel haben

2. Kaufberatung: Wie lässt sich das beste Krillöl finden?

2.1. Krillöl wird meistens in Kapseln angeboten

krilloel-kapsel

Die Darreichungsform von Krillöl ist normalerweise eine Softgel-Kapsel. Das Antioxidans Astaxanthin, welches im Krillöl enthalten ist, ist für die rote Farbe verantwortlich.

Krillöl-Kapseln enthalten das flüssige Öl und die Kapselhülle besteht – je nach Hersteller des Supplements – aus Rinder-, Schweine- oder Fisch-Gelatine bzw. Fisch-Kollagen. Selten wird Krillöl auch in Flaschen angeboten; diese Darreichungsform ist aber unpraktischer als die Kapsel-Einnahme.

Die typisch rote Farbe erhalten die Kapseln durch das im Öl natürlich vorkommende Astaxanthin. Dieses wird von Algen produziert und die Algen bilden die Hauptnahrungsquelle des antarktischen Krills.

Wenn Sie sich für Astaxanthin als Nahrungsergänzungsmittel interessieren oder Ihr Fischöl-Präparat durch das Antioxidans ergänzen wollen, sollten Sie einen Blick auf unseren Astaxanthin-Vergleich werfen.

2.2. Omega-3-Tagesbedarf und Krillöl-Kapsel-Dosierung

Zunächst ist wichtig, zu wissen, wie hoch unser Omega-3-Tagesbedarf ist. Der Arbeitskreis Omega-3 empfiehlt gesunden Menschen, täglich mindestens 300 mg DHA und EPA zu sich zu nehmen. Diese Menge an Omega 3 entspricht etwa zwei Fisch-Mahlzeiten. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, zwei bis drei Mal pro Woche Fisch zu essen.

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In einer Tagesdosis von zwei Kapseln des Herstellers BrainEffect stecken 1.180 mg Krillöl.

Gehören Sie zu einer der folgenden Personengruppen, haben Sie einen erhöhten Omega-3-Bedarf, auf den sich eine Behandlung mit Krillöl günstig auswirken könnte:

  • Schwangere – circa 500 mg EPA und DHA täglich
  • Personen mit entzündlichen Erkrankungen – etwa 1.000 mg EPA und DHA pro Tag
  • Leistungssportler – 1.000 mg EPA/DHA täglich
  • Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen – mindestens 1.000 mg DHA/EPA am Tag

In Krillöl-Tests hat sich gezeigt, dass die Präparate unterschiedlich hoch dosiert sind. Einige Hersteller raten zu Tagesdosen von bis zu 1.500 mg, andere zu lediglich 380 mg. Eine Krillöl-Überdosierung ist unwahrscheinlich, da überschüssiges Omega 3 problemlos vom Körper aufgenommen wird.

Die richtige Krillöl-Dosierung: In den ersten Wochen der Einnahme werden die Omega-3-Speicher in Ihrem Körper aufgefüllt, weshalb Sie zu Beginn zu einer höheren Dosierung greifen sollten: 500 bis 1.000 mg Krillöl pro Tag. Nach 3 Wochen können Sie die Dosis reduzieren auf 200 bis 500 mg Krillöl täglich.

2.3. Ein hoher Astaxanthin- und Cholin-Gehalt im Krillöl sind ein großes Plus

Krillöl enthält von Natur aus Phospholipide – dazu gehören zum Beispiel Cholin und Inositol – und Astaxanthin. In minimalen Dosen ist auch Vitamin A, Vitamin E und Vitamin D in Krillöl enthalten. Die Tabelle zeigt die Effekte, die Cholin und Astaxanthin auf unseren Körper haben können:

Inhaltsstoffe Auswirkungen auf den Organismus
astaxanthinAstaxanthin

 

  • eine Besonderheit des Krillöls, denn in Fischöl und Leinöl ist es nicht enthalten
  • Astaxanthin ist ein Carotinoid (sekundärer Pflanzenstoff) bzw. roter Farbstoff
  • kann die Alterung von Zellen und Geweben verlangsamen
  • dient als Schutz für die Haut (Anti Aging, Austrocknen, Sonnenschutz)
  • kann positive Effekte auf das Immunsystem, die Fruchtbarkeit, die Augen, die Gefäße, die Schleimhäute und den Bewegungsapparat (etwa Gelenke oder Muskeln) haben
  • Schutz vor degenerativen Krankheiten (Rheuma, Diabetes, Krebs etc.)
  • 4 mg Astaxanthin pro Tag wird gesunden Menschen empfohlen
cholinCholin
  • Cholin galt früher als Vitamin und wurde auch als Vitamin B4 bezeichnet
  • essentieller Mikronährstoff, der mit der Nahrung aufgenommen werden muss
  • u.a. wichtig für Gedächtnisleistung, die Synthese von Hormonen und Enzymen, den Fett- und Leberstoffwechsel, die Bildung von Nervenzellen sowie für die Reizübertragung in Nervenbahnen
  • das amerikanische Institute of Medicine empfiehlt Männern täglich 500 mg und Frauen 435 mg Cholin

Unser Krillöl-Vergleich zeigt, dass die Menge an Astaxanthin und Cholin in den Präparaten stark variieren kann. Der Astaxanthin-Gehalt im Krillöl liegt pro Tagesdosis zwischen 50 und 1.200 µg. Dies reicht zwar nicht aus, um den Tagesbedarf abzudecken, doch handelt es sich um einen wertvollen Krillöl-Inhaltsstoff, der einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten kann. Je höher der Astaxanthin-Gehalt im Krillöl, desto besser.

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Krillöl im Test: Es kann positive Effekte auf das Gehirn, die Augen, das Herz und den Stoffwechsel haben.

Der Cholin-Gehalt wird nicht von allen Präparate-Herstellern angegeben; dies gilt auch für den Gehalt an Vitamin A, D und E im Krebsöl. Im Krillöl-Test hat sich gezeigt, dass die Menge an Cholin in den Kapseln pro Tagesdosis oft im Bereich von etwa 25 bis 8o mg liegt und trotz der geringen Menge einen Beitrag zur Gesundheit leisten kann.

Wenn Sie Fischöl kaufen, müssen Sie darauf achten, dass dieses Vitamin E als Oxidationsschutz enthält; Stiftung Warentest hat im Fischöl-Test (Ausgabe 08/2005) allerdings festgestellt, dass das Vitamin meistens bereits zugesetzt wurde. Bei Krillöl spielt der Vitamin-E-Gehalt keine Rolle, da das Vitamin von Natur aus Bestandteil des Öls ist.

Ein Großteil der Krillöl-Produkte verzichtet auf Zusatzstoffe. Lediglich einige Präparate enthalten Sorbit (E 420), einen unbedenklichen Zuckeraustauschstoff. Bei übermäßigem Verzehr kann Sorbit allerdings zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen.

Vermutlich versehen einige Hersteller ihre Kapseln mit Sorbit, um einen Fisch-Geschmack und -Nachgeschmack zu verhindern. In Ausnahmefällen sind Krillöl-Kapseln auch mit Vanillearoma versehen.

2.4. Herstellung: Kaltextrahiertes Krillöl ist das bessere – leider geben wenige Hersteller Auskunft darüber

Es gibt zwei Kategorien der Herstellung von Krebsöl: Kaltextraktion und Wärmeextraktion. Weiter verbreitet ist das Verfahren der Wärmeextraktion, da dies für den Hersteller günstiger und der Ertrag größer ist. Ein Nachteil ist jedoch, dass Öl viele wichtige, sekundäre Inhaltsstoffe (etwa Astaxanthin) entzogen werden. Was den Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren betrifft, so hat das Krillöl-Herstellungsverfahren darauf keinen Einfluss.

Kalt- oder Wärmeextraktion? Wenn Sie Krillöl kaufen, sollten Sie darauf achten, dass das Präparat aus Kaltextraktion gewonnen wurde. Mit diesem Verfahren werden dem Öl keine sekundären, bioaktiven Nährstoffe entzogen. Leider geben die wenigsten Hersteller an, welches Herstellungsverfahren sie nutzen.

ascopharm sovita care krillöl

Die Krillöl-Kapseln von Sovita care sind mit dem ECO-Harvesting-Siegel versehen, da der Krill nachhaltig und schonend gefangen wurde.

Wichtig ist zudem, dass Ihr Krillöl-Produkt frei von Schadstoffen (z.B. Pestizide) ist. Dies prüfen die Hersteller aber in der Regel bei der Produktion.

Einige Krillöl-Präparate sind mit einem MSC-Gütesiegel für nachhaltige und umweltfreundliche Fischerei (z.B. Superba Krillöl von Aker Biomarine), einem ECO-Siegel oder einem Friend-of- the-SEA-Siegel (z.B. Primal-Krill-Kapseln) für nachhaltige Fischerei versehen.

Mit dem ECO-Siegel werden besonders umweltfreundliche Produkte ausgezeichnet (u.a. Krillöl-Kapseln der Marke Vitactiv, Doppelherz oder Zeinpharma), bei der die schonende und nachhaltige Fangmethode des Eco Harvestings angewandt wurde.

Bei der Eco-Harvesting-Fangmethode wird das Schleppnetz zusätzlich von einem feinen Netz umgeben, sodass unerwünschter Beifang verhindert wird und ausschließlich die Kleinkrebse gefangen werden.

3. Ist Fischöl schlechter biologisch verfügbar als Krillöl?

Krillöl: ökologisch & sicher

krillDer antarktische Krill bildet mit rund 600 Millionen Tonnen die größte Biomasse der Erde. Die Garnelen-artigen Wirbellosen leben in riesigen Schwärmen. Ein Schwarm kann pro Kubikmeter Wasser zwischen 10.000 und 30.000 Krebse umfassen.

Jährlich werden lediglich 0,03 % des Krills gefangen. Damit der Erhalt der Krill-Art gesichert ist, hat die Internationale Kommission für den Erhalt der Antarktischen Lebensräume (CCAMLR) diese Fangquote festgelegt.

Oft fragen sich Verbraucher, ob Krill- oder Fischöl die bessere Nahrungsergänzung ist und ob der oft höhere Preis für Krillöl-Kapseln gerechtfertigt ist.

Ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Öl-Typen ist die Bioverfügbarkeit. Im Fischöl und Lachsöl liegen die Fettsäuren als Triglyceride und im Krillöl als Phospholipide vor. Krill- und Fischöl liefern nicht die gleichen Omega-3-Fettsäuren.

Durch die Bindung der Omega-3-Fettsäuren des Krillöls an Phospholipide gelangen diese schneller in die Zellmembranen, werden also vom Organismus schneller aufgenommen. Fischöl dagegen wird zunächst in den Fettdepots des Körpers eingelagert und muss dann von dort wieder mühsam abtransportiert werden. Das bedeutet: Fischöl ist schlechter biologisch verfügbar als Krillöl. Dies belegen auch Studien.

Die Zellmembranen in unserem Körper bestehen aus Phospholipiden, die die Zellen zusammen mit den Proteinen zum Beispiel vor Giften, Säuren, freien Radikalen oder Krankheitserregern schützen. Die Phospholipide unserer Zellmembranen sind den Phospholipiden im Krillöl sehr ähnlich. Insbesondere die Zellen in unserem Gehirn enthalten viele Phospholipide: Der DHA-Anteil im Gehirn liegt bei 40 %.

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Wir haben Ihnen an dieser Stelle noch weitere Vor- und Nachteile, die Krillöl gegenüber Fischöl hat, aufgelistet:

  • bessere Bioverfügbarkeit
  • kleinere, leichter zu schluckende Kapseln
  • enthält natürliches Astaxanthin – bietet Zellschutz
  • sehr gute Cholin-Quelle (erhöht Gedächtnisleistung)
  • enthält von Natur aus Vitamin A, D und E
  • selten fischiger Nachgeschmack oder fischiges Aufstoßen
  • Krill ist weniger Umweltgiften und Schadstoffen ausgesetzt
  • Krill-Fang beeinflusst das ökologische Gleichgewicht weniger als Fisch-Fang
  • häufig teurer als Fischöl-Kapseln
  • enthält Allergene (Krusten- und Schalentiere, manchmal Fischeiweiß)
  • bislang fehlen Langzeitstudien zur Krill-Wirkung

4. Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung

Wollen Sie auf Krillöl als Nahrungsergänzung verzichten, können Sie durch eine gesunde Ernährung Ihre Omega-3-Versorgung sicherstellen.

sardinen

Auch Fisch aus der Dose ist ein guter Omega-3-Lieferant. Durch Erhitzen und Konservieren des einst frischen Fischs geht aber etwas EPA und DHA verloren.

Die wichtigsten Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA findet man vor allem in fettreichen Kaltwasserfischen, wie etwa dem Hering, Thunfisch, Sardinen, Lachs oder Makrele. Tiere in kalten Gewässern benötigen omega-3-reiche und somit flexible Zellmembranen, da sie sonst nicht in der Lage wären, bei niedrigen Temperaturen zu existieren.

Die wichtigsten Omega-3-Lebensmittel:

  • Fisch (z.B. Schellfisch: 251 mg Omega 3 pro 100 g)
  • Chia-Samen (19 mg/100 g)
  • Leinöl (52 mg/100 g)
  • Walnüsse (10 mg/100 g)
  • Rapsöl (8 mg/100g)

Die biologisch aktivsten Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA kommen ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. In pflanzlicher Nahrung ist ALA enthalten, was im Körper dann zu DHA und EPA umgewandelt werden kann. ALA finden Sie etwa in Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl, Leinsamen, Chia-Samen und Walnüssen.

Unser Körper kann ALA zwar in EPA umwandeln und dieses dann in DHA, allerdings nur in geringem Maße (maximal 5 %). Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) hemmen diesen Umwandlungsvorgang. Viele Pflanzenöle (etwa Sonnenblumen- oder Distelöl) sind reich an Omega-6-Fettsäuren, die die ALA-Umwandlung in die biologisch aktivere EPA blockieren.

Gesunde omega-3-reiche Pflanzenöle und andere ALA-reiche pflanzliche Lebensmittel reichen nicht aus, um Ihren Omega-3-Bedarf zu decken – sie können lediglich eine Ergänzung zu Fisch darstellen. Sie müssten riesige Mengen an Nüssen und Öl verspeisen, um nur mit ALA Ihren Omega-3-Bedarf abzudecken.

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Krillöl-Alternative für Vegetarier und Veganer: Die Algenöl-Kapseln von Lineavi enthalten pro Kapsel 250 mg DHA.

Vor allem als Vegetarier oder Veganer ist es schwierig, sich omega-3-reich zu ernähren. Weder Krillöl noch Fischöl sind vegetarisch bzw. vegan. Vegetarier, die auch Eier essen, können darüber EPA und DHA aufnehmen. Eine vegane bzw. vegetarische Alternative zu Krill- oder Fischöl sind Algenöl-Kapseln, welche besonders reich an DHA sind.

Bei veganer oder vegetarischer Ernährung sollten Sie darauf achten, bevorzugt Leinöl, Rapsöl und Walnussöl zu sich zu nehmen – auch wenn Sie Algenöl-Kapseln schlucken. Diese Pflanzenöle enthalten die meiste alpha-Linolensäure (ALA) und wenig Omega 6.

5. Fragen und Antworten rund um Krillöl

5.1. Kann Krillöl Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verursachen?

Krillöl-Erfahrungsberichte zeigen, dass die Einnahme des Öls frei von Nebenwirkungen ist. Einzig fischiges Aufstoßen kann eine Krillöl-Nebenwirkung sein. Zum Aufstoßen kommt es vor allem dann, wenn zum Zeitpunkt der Kapsel-Einnahme wenig Mageninhalt vorhanden ist. Nehmen Sie die Krillöl-Kapseln daher am besten kurz nach einer Mahlzeit ein.

Hin und wieder berichten Anwender von leichten Verdauungsstörungen oder Durchfall nach der Einnahme von Krillöl. Im Allgemeinen sind Krillöl-Kapseln allerdings gut verträglich.

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Krillöl-Produkte haben in der Regel keine Nebenwirkungen. Fisch- und Krustentier-Allergiker sollten allerdings vorsichtig sein.

Menschen, die allergisch auf Schalentiere sind, sollten bei der Einnahme von Krillöl vorsichtig sein, wobei bei der Herstellung von Krillöl die Schale und somit die allergenen Proteine entfernt werden. Krebstier-Allergiker sollten Krillöl nur unter Aufsicht ihres Arztes einnehmen.

Manche Kapselhüllen bestehen zudem aus Fisch-Kollagen, weshalb Fisch-Allergiker lieber zu einem anderen Produkt greifen sollten. Selten enthalten Krebsöl-Kapseln nicht nur reines Krillöl, sondern noch andere Inhaltsstoffe oder Öle, wie zum Beispiel Rosmarin-Öl; auch hier kann es zu allergischen Reaktionen kommen.

In der Regel sind Krillöl-Produkte frei von Gluten und Laktose, sodass Menschen mit Unverträglichkeiten hier keine Probleme haben sollten.

Krillöl-Wechselwirkungen: Da das Krebsöl einen blutverdünnenden Effekt hat, sollten Sie, wenn Sie Antikoagulantien (blutverdünnende Medikamente) einnehmen, die Krillöl-Kapsel-Einnahme mit Ihrem Arzt absprechen.

5.2. Wie merke ich, ob ich an einem Omega-3-Mangel leide?

Bei einem Mangel an Omega 3 empfiehlt sich eine Ernährungsumstellung (etwa zu mehr Fisch) oder aber die Krillöl-Einnahme. In Deutschland und anderen Industrienationen ist ein Omega-3-Mangel gar nicht so selten und die Gründe liegen meistens in einer unausgewogenen Ernährung.

Weiterhin spielt das Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle, da sich beide im Stoffwechsel wie Gegenspieler verhalten und im Körper unterschiedlich wirken.

Das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis sollte bei 2:1 bis 5:1 liegen, real liegt es aber bei durchschnittlich 20:1. Dies ergaben Untersuchungen der Dr. Johanna Budwig Stiftung.

Symptome eines Mangels an Omega 3 können sein:

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Omega-3-reiche Lebensmittel sind zum Beispiel Brokkoli, Lachs, Schalentiere, Walnüsse oder Basilikum.

  • Zittern
  • Muskelschwäche
  • Schlafstörungen
  • Wachstumsstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • schuppige Haut
  • strohiges Haar
  • schlechte Wundheilung
  • Unfruchtbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Lichtempfindlichkeit

Sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren sind essentiell und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, aber ein Zuviel an Omega 6 kann unserem Organismus schaden. So kann ein Omega-6-Überschuss beispielsweise Entzündungen, Übergewicht, Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder das Krebs-Risiko fördern.

5.3. Wann nimmt man Krillöl am besten ein?

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Tipp: Nehmen Sie Krillöl zu einer Mahlzeit morgens oder mittags ein. (hier von der Marke Biotikon)

Prinzipiell können Sie die Kapseln einnehmen, wann es Ihnen am besten passt. Bei einem empfindlichen Magen ist es ratsam, das Krillöl vor einer Mahlzeit einzunehmen – idealerweise kurz vor dem Frühstück. Auf leerem Magen kann das Nahrungsergänzungsmittel bei einigen Menschen ein Unwohlsein hervorrufen.

Wenn Sie Einschlafprobleme haben, sollten Sie Krillöl morgens oder mittags einnehmen, denn das im Öl enthaltene Astaxanthin kann zu innerer Unruhe, einem Energieschub oder verringerter Müdigkeit führen.

5.4. Wie lange dauert es, bis man etwas von der Krillöl-Wirkung merkt?

Wie lange es dauert, bis Sie etwas von den positiven Auswirkungen des Krebsöls auf Ihre Gesundheit spüren, lässt sich schwer voraussagen. Oft bemerken Anwender schon nach einigen Wochen eine Verbesserung ihrer Gelenkbeschwerden. Die Cholesterinwerte oder durch PMS verursachte Probleme bessern sich häufig nach zwei bis drei Monaten der regelmäßigen Krillöl-Einnahme.