Das Wichtigste in Kürze
  • Ölpressen (auch Ölmühlen genannt) können Sie als manuelle Pressen oder als elektrische Pressen erhalten. Manuelle Pressen zeichnen sich durch ihr leichtes Gewicht und ihr handliches Format aus. Wollen Sie Ihr Öl hingegen auf unterschiedliche Weise pressen, sind elektrische Mühlen für Sie geeignet.
  • Pressen Sie Walnüsse, Erdnüsse oder Leinsamen in Ihrer Ölpresse: Tests haben gezeigt, dass es bei dem Gebrauch von Öl auf die Mischung ankommt. Während Leinsamen besonders vitaminreich sind, zeichnet sich Rapsöl durch eine gute Mischung aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus.
  • Zu einer gut ausgestatteten Ölpresse gehören ein Ölbecher, ein Sieb und eine Putzbürste. Einige Ölpressen lassen sich auseinandernehmen, damit die einzelnen Teile leichter gereinigt werden können.

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Egal, ob am Salat oder zum Braten – mit Öl schmeckt unser Essen gleich um Welten besser. Dabei verleiht Öl den Gerichten nicht nur einen unvergleichlichen Geschmack, sondern ist auch noch gesund. Leider steigen die Preise für Speiseöl an. Wie eine Statistik des Statistischen Bundesamts zeigte, waren die Preise für Öl im Jahr 2017 fast 22 % höher als im Jahr 2016 (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Mit einer Ölpresse umgehen Sie nicht nur den Einkauf teurer Speiseöle, sondern wissen auch immer ganz genau, welche Inhaltsstoffe in Ihrem Öl sind. Bewusste Ernährung liegt im Trend, und so ist es wenig überraschend, dass Küchengeräte wie Entsafter und Mixer sehr nachgefragt sind. Ölpressen sind im Prinzip nichts anderes als Entsafter für Kerne und Samen.

In unserem Ölpresse-Vergleich 2020 stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Ölmühlen vor, fassen für Sie die besten Öle zusammen, die Sie pressen können und zeigen Ihnen, welches Zubehör bei Ihrer Ölpresse auf keinen Fall fehlen sollte.

1. Kaufberatung: Wird für eine Heiß- und Kaltpressung eine elektrische Ölpresse benötigt?

Heiß und kalt

kalt- und heiß gepresstes ÖlÖle können Sie mit zwei unterschiedlichen Verfahren gewinnen: der Kalt- und der Heißpressung. Bei der Heißpressung werden die Nüsse und Samen gepresst, während die Temperatur erhöht wird. Dabei kann es zu Temperaturen kommen, die deutlich über 100 °C liegen.

Im Gegensatz zur Kaltpressung wird den Ölsamen beim Heißpressverfahren mehr Fett entzogen. Das entstehende Öl wird raffiniert, wodurch es oft einen höheren Rauchpunkt hat als Öl, das Sie durch Kaltpressverfahren erlangen. Dafür ist dieses Öl allerdings meistens sowohl geschmacks- als auch geruchsneutral.

Wenn für Sie die beste Ölpresse sowohl das Kalt- als auch das Heißpressverfahren anbieten soll, werden Sie bei den Herstellern Wamerry und IDABAY fündig.

Für das Pressen von Nüssen und Saaten muss Ihre Ölpresse oft viel Kraft aufbringen. Um einen schnellen Verschleiß Ihrer Mühle zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen deshalb nach einer Ölpresse Ausschau zu halten, deren Presse (Schneckenpresse genannt) aus einem harten Material besteht.

Auf Mühlen, deren Pressstäbe aus Plastik sind, sollten Sie hingegen verzichten. Sind Sie bereits länger auf der Suche, werden Sie daher festgestellt haben, dass Sie bei den meisten Marken und Herstellern Ölmühlen finden, deren Schneckenpresse aus Stahl beziehungsweise Edelstahl besteht.

Ein Punkt, den Sie außerdem bedenken sollten, bevor Sie sich eine Ölpresse kaufen, ist die Bedienungsart. Hier haben Sie die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Kategorien: Ölpressen, die manuell betrieben werden, und Ölpressen, die elektrisch angetrieben werden. Ganz davon abhängig, welche der Ölpressen Sie für Ihren Hausgebrauch nutzen wollen, steigt die Kraftanstrengung, die Sie für das Herstellen des Öls benötigen.

Damit Sie einen näheren Einblick in die Vor- und Nachteile der beiden Mühlen-Arten bekommen, haben wir Ihnen diese in den nachfolgenden Kapiteln näher vorgestellt. Für einen schnellen Überblick finden Sie außerdem am Ende eines jeden Kapitels die Vor- und Nachteile der Maschinen in einer Tabelle knapp zusammengefasst.

1.1. Für die gelegentliche Öl-Gewinnung reichen Ölpressen, die manuell genutzt werden

Gegenüber elektrischen Ölpressen haben manuelle Ölpressen den Vorteil, dass sie in vielen Fällen leichter sind. So kommen diese Pressmühlen-Typen nur etwa auf drei Kilogramm, während elektrische Geräte schnell mal über sechs Kilogramm wiegen können. Wollen Sie beim Ölpressen nicht auf einen einzigen Ort beschränkt sein oder das Gerät nicht dauerhaft in der Küche stehen haben, ist die manuelle Ölpresse genau das Richtige für Sie.

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Für die Ölherstellung brauchen Sie bei der manuellen Ölpresse mehr Kraft. Das Verstauen ist allerdings leicht.

Bedenken Sie aber, dass eine Ölpresse, die handbetrieben wird, umständlicher in der Nutzung ist als eine elektrische Ölmühle. So sollten Sie beachten, dass diese nicht von alleine steht, sondern per Klemme an einen flachen Untergrund (beispielsweise einer Tischplatte) befestigt werden muss, um einen sicheren Stand zu haben.

Ist das Saatgut in den Trichter eingefüllt, müssen Sie hier selbst kurbeln, damit die Pressschnecke das Öl aus den Nüssen und Samen dreht. Wie lange ein Press-Durchgang dauert, hängt hier also von Ihnen selbst ab. Benötigen Sie nur gelegentlich kleinere Mengen Öl, wenn Sie Besuch erwarten, sparen Sie mit der manuellen Ölpresse nicht nur Strom, sondern können diese auch leicht wieder in einem Küchenschrank verstauen.

Vorteilhaft ist hier außerdem, dass dieser Mühlen-Typ kein aufwendiges Innenleben hat. Die Reinigung geht bei manuellen Ölpressen daher oft leichter vonstatten als bei elektrischen Mühlen.

Interessieren Sie sich für eine Ölmühle, die Sie per Handbetrieb bedienen, werden Sie unter anderem beim Hersteller Anhon fündig.

Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile der manuellen Ölpressen:

  • benötigen keinen Strom
  • leicht zu verstauen
  • besonders leichte Reinigung
  • leichter und günstiger als elektrische Mühlen
  • Ölmenge hängt von eigenem Kraftaufwand ab
  • keine zusätzlichen Programme für schonendes Pressen
  • muss an flacher Oberfläche festgeklemmt werden

1.2. Öl-Liebhaber greifen zur elektrischen Ölpresse

Im Gegensatz zu einer Ölpresse, die Sie manuell betreiben, benötigen elektrische Ölpressen Strom. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass Sie, ohne selbst arbeiten zu müssen, in relativ kurzer Zeit viel Öl erzeugen können. Damit Sie hier nicht lange auf Ihr Öl warten müssen, sollten Sie darauf achten, mit wie viel Watt Leistung die Ölpressen ausgeschrieben sind. Maschinen mit nur 100 Watt arbeiten deutlich langsamer als Pressen, die auf eine Leistung von bis zu 500 Watt zurückgreifen können.

Öl aus einer elektrischen Ölpresse

Immer perfekt gepresst: Viele Ölpressen, die elektrische sind, haben für oft genutzte Ölsaaten und Früchte spezielle Mahlprogramme.

Vorteilhaft ist außerdem, dass elektrische Ölpressen über zusätzliche Programme verfügen. Im Sortiment von Herstellern wie Wamerry und IDABAY finden Sie Ölpressen, welche die Kaltpressung und die Heißpressung beherrschen. Hierdurch ist es Ihnen möglich, auch raffiniertes Öl zum Braten und Frittieren zu pressen. Wollen Sie bei der Zubereitung Ihres Öls auf unterschiedliche Verfahren zurückgreifen, ist die elektrische Ölmühle die bessere Wahl für Sie.

Letztendlich sollten Sie neben der Bedienung und der Unterstellung ebenfalls auf den Preis achten. Suchen Sie eine günstige Ölmühle, raten wir Ihnen zu den manuellen Mühlen. Hier geben Sie deutlich weniger aus als bei elektrischen Pressen. So zahlen Sie für eine gute Ölpresse vom Hersteller Rommelsbacher bereits mehr als 300 Euro. Im Vergleich dazu bekommen Sie eine manuelle Mühle bereits ab etwa 80 Euro.

Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile der elektrischen Ölpressen:

  • Betrieb ohne eigenen Kraftaufwand
  • mit zusätzlichen Programmen für optimale Pressergebnisse
  • in einigen Fällen Kalt- und Heißpressung möglich
  • müssen nicht an Untergrund festgeklemmt werden
  • schwerer und teurer als manuelle Mühlen
  • weniger leicht zu verstauen als manuelle Mühlen
  • Reinigung benötigt mehr Zeit
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Egal, ob Sie sich für Öl aus dem Supermarkt entscheiden oder aus der Ölpresse: Tests haben gezeigt, dass Sie nur dann alle wichtigen Fette und Vitamine erhalten, wenn Sie eine gute Mischung aus verschiedenen Ölen als Zutaten für Ihr Essen nutzen.

2. Was sind die wertvollsten Öle für die Küche im Überblick?

Mit Ihrer Ölpresse haben Sie die Möglichkeit, jeden Tag unterschiedliche Öle zu pressen. Ob Sie für den Salat auf Raps- oder Leinöl zurückgreifen wollen, bleibt Ihnen hier also ganz selbst überlassen. Bevor Sie sich allerdings daran machen, verschiedene Nüsse und Samen in Öl zu verwandeln, sollten Sie sich überlegen, für welchen Bereich das Öl zum Einsatz kommen soll.

Einige Öle eignen sich nämlich nicht zum Braten von Fleisch, während andere nur in geringen Mengen verzehrt werden sollten. Damit Sie wissen, ob Sie Ihre Ölpresse für Walnüsse nutzen wollen oder doch lieber Kokosöl herstellen, haben wir Ihnen in der nachstehenden Tabelle einige der beliebtesten Nüsse und Saaten aufgeführt, die für das handelsübliche Speiseöl genutzt werden.

Öl-Sorten Vor- und Nachteile
Olivenölfrisches olivenöl Olivenöl zählt zu den bekanntesten Ölen in unserer Küche. Zusammen mit mediterranen Gerichten soll es Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

Einige Vor- und Nachteile des Olivenöls in Kürze:

+ senkt das Risiko von Gefäßkrankheiten
+ kann zum Braten und Frittieren genutzt werden (Rauchpunkt: 190 Grad)
+ senkt den Cholesterinspiegel

- durch hohe Hitze werden antioxidative Wirkungen vermindert

Rapsölfrisches rapsöl selbstgemacht Raps gehört zu den Ölsaaten und kann, ebenso wie Kürbiskerne, zu Kernöl (Rapskernöl) verarbeitet werden. Als Kernöl ist der Raps nicht raffiniert, sondern kalt gepresst.

Einige Vor- und Nachteile des Rapsöls in Kürze:

+ sehr hoher Anteil von wichtigen Omega-3-Fettsäuren
+ natives Rapsöl hat besonders viele Vitamine in sich
+ senkt LDL-Cholesterin durch gute Mischung zwischen Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren

- natives Rapsöl nur für den Gebrauch in der kalten Küche geeignet

Sonnenblumenölsonnenblumenöl und sonnenblumenkernen Sonnenblumenöl aus dem Handel stammt in den meisten Fällen aus einer Heißpressung (raffiniertes Öl). Hierdurch eignet es sich auch zum Braten.

Einige Vor- und Nachteile des Sonnenblumenöls in Kürze:

+ hoher Vitamin-E-Anteil bei raffiniertem und nativem Sonnenblumenöl
+ raffiniertes Sonnenblumenöl für Braten und Dünsten geeignet
+ natives Sonnenblumenöl geeignet für Salate

- raffiniertes Öl nur bei mittlere Hitze zum Kochen anwendbar

Walnussölwalnüsse und walnussöl Suchen Sie ein Öl, das besonders nussig schmeckt, liegen Sie mit Walnussöl genau richtig. Bei diesem Öl-Typ profitieren Sie von einem hohen Vitamin-B- und Vitamin-E-Anteil.

Einige Vor- und Nachteile des Walnussöls in Kürze:

+ senkt den Blutdruck und kurbelt Fettstoffwechsel an
+ hoher Anteil an wichtigen Omega-3-Fettsäuren
+ Öl kann in einigen Fällen (Hautirritationen) zur Desinfektion genutzt werden

- nur für die kalte Küche geeignet

LeinölGlas mit Leinöl und Leinsamen Wollen Sie das gesunde Leinöl in Ihrer Ölpresse herstellen, sollten Sie darauf achten, dass kein Sauerstoff oder Licht an das Öl gelangt. So beugen Sie dem Zerfall wichtiger Stoffe vor.

Einige Vor- und Nachteile des Leinöls in Kürze:

+ beeinflusst Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte positiv
+ enthält viele Vitamine wie Vitamin B1, Vitamin C und K
+ im Vergleich zu anderen Ölen: höchster Gehalt von lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren und Alpha-Linolensäure (kurz: ALA)

- Omega-3-Fettsäuren schädlich, wenn sie zersetzt sind
- nur für die kalte Küche geeignet

KokosölÖl aus Kokosnüssen Kokosöl enthält viele gesättigte Fettsäuren, wie sie auch im Fleisch auftreten. Diese Fettsäuren können unter anderem Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen. Von einer durchgängigen Ernährung mit Kokosöl raten wir Ihnen daher ab.

3. Welches Zubehör sollte bei keiner Ölpresse fehlen?

Abgesehen vom geeigneten Pressgut sollten Sie ebenfalls darauf achten, dass Ihre Ölpresse mit dem günstigsten Zubehör für Ihre Anwendungen ausgestattet ist. Viele Hersteller legen neben der Ölmühle nämlich noch ein Sieb und eine Reinigungsbürste bei, während Sie bei anderen lediglich ein Handbuch dazubekommen.

Einen kleinen Einblick in die häufigsten Beilagen im Lieferumfang und wofür das Zubehör besonders nützlich ist, erhalten Sie in der folgenden Tabelle.

Zubehör Gebrauch
ÖlbecherÖlbecher mit Ölsamen In den meisten Fällen beinhaltet der Lieferumfang einen Ölbecher, mit dem das gepresste Öl aufgefangen wird. Wie groß der Becher ausfällt, ist dabei von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Weitere Daten:

  • einige Becher mit Auffangsieb, das Pressrückstände auffängt
  • neben Ölbecher manchmal auch Auffangbecher für Rückstände mitgeliefert
  • bei manchen Maschinen mit Haltegriff für einen leichteren Transport
Sieb
(Filternetz)ölsieb für olivenöl
Egal, ob Sie die Ölpresse für Nüsse, Saaten oder Samen nutzen, entstehen während des Pressvorgangs Rückstände. Diese werden zum Teil vom Öl mit nach draußen gespült.

Das Sieb:

  • hilft dabei, Rückstände aufzufangen und Öl vor Verunreinigung zu schützen
  • wird direkt am Ölbecher angebracht
ReinigungsbürsteReinigungsbürste Durch die Nutzung des Geräts bleiben schnell Rückstände von Öl und Pressgut an den Pressstangen in der Maschine zurück. Für eine leichtere Reinigung legen Hersteller eine Reinigungsbürste dem Lieferumfang bei. Mit dieser gelangen Sie auch an schwer erreichbare Zwischenräume.

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4. Fragen und Antworten rund um das Thema Ölpresse

4.1. Muss ich meine Pflanzenölpresse reinigen?

verschiedene Bürsten zum Reinigen der ÖlpresseJa, das müssen Sie. Wie bei jeder Maschine mit Mahlwerk bleiben auch nach der Nutzung einer Ölmühle oft Rückstände im Presswerk übrig. Damit diese nicht anfangen zu gammeln oder übrig gebliebenes Öl ranzig wird, ist es nötig, dass Sie das Gerät regelmäßig reinigen. Wegen des Reinigungszubehörs müssen Sie sich in vielen Fällen keine Sorgen machen.

Hersteller wie Warmerry, Rommelsbacher oder Sichler legen Reinigungsbürsten dem Lieferumfang bei. Für eine genaue Beschreibung, wie Ihre Ölpresse zu reinigen ist, raten wir Ihnen, im Handbuch der jeweiligen Mühle nachzuschauen.

4.2. Gibt es bereits einen Ölpressen-Testsieger von der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat bereits verschiedene Öle, wie beispielsweise Raps- und Olivenöl, im Test geprüft. Als Alternative zum Speiseöl aus dem Supermarkt auch Ölpressen zu prüfen, läge daher nahe. Leider müssen wir Sie hier aber enttäuschen. Einen Ölpressen-Test, auf den wir Sie verweisen könnten, gibt es bei der Stiftung Warentest bisher noch nicht.