Das Wichtigste in Kürze
  • Sie können Sonnenblumenöl als raffiniertes oder kaltgepresstes Öl kaufen. Die raffinierte Variante ist geschmacksneutral, wohingegen die kaltgepresste ein leicht nussiges Aroma hat.
  • Kaltgepresstes Sonnenblumenöl ist besonders reich an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren. Auf dem Speiseplan einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sollte das Öl nicht fehlen.
  • Sie können Sonnenblumenöl auch zur Hautpflege nutzen. Es spendet der Haut Feuchtigkeit, schützt sie vor Bakterien und beugt der Entstehung von Pigmentflecken vor.

Sonnenblumenöl-Test

Sonnenblumenöl gehört zu einem der beliebtesten Speiseöle in Deutschland. Laut einer Umfrage der GfK und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft liegt Sonnenblumenöl mit einem Absatz von 52 Millionen Litern im Jahr 2015 direkt hinter Rapsöl und noch vor Olivenöl.

Sonnenblumenöl wird aus den Kernen der Sonnenblume gewonnen. Für die Ölgewinnung werden Sonnenblumen vor allem in Frankreich, Südeuropa und Russland angebaut.

In unserer Kaufberatung des Sonnenblumenöl-Vergleichs 2020 erklären wir Ihnen, welche Sonnenblumenöl-Typen es gibt, welche Besonderheiten diese haben und was Sie beim Kauf des Speiseöls noch beachten sollten.

1. Die Sonnenblumenöl-Typen: kaltgepresst oder raffiniert?

In der raffinierten Variante ist das Öl geschmacksneutral und eignet sich hervorragend zum Backen. Auch Fleisch und Fisch können Sie damit gut anbraten, da es hitzebeständiger ist als das kaltgepresste Sonnenblumenöl. Dieses wiederum hat einen nussigen Geschmack und eignet sich besonders gut zur Zubereitung von Salatdressings. Außerdem hat es einen höheren Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E.

1.1. Raffiniertes Sonnenblumenöl ist geschmacksneutral

Wann wurden die Sonnenblumenkerne als Öllieferant entdeckt?

Entdeckung des Sonnenblumenöls.Vor circa 4.000 Jahren wurde die Sonnenblume als Nutzpflanze in Nordamerika entdeckt. Spanische Entdecker brachten die Ölpflanze nach Europa. Dort wurde sie zunächst vor allem in Italien, Deutschland und Frankreich verwendet.

Das Sonnenblumenkernöl dieser Kategorie ist sehr hell und hat nur einen leichten Gelbstich.

Das raffinierte Sonnenblumenöl wird durch Heißpressung gewonnen. Die ölhaltigen Sonnenblumenkerne werden zerkleinert und erhitzt. Anschließend werden die Samen ausgepresst. Das gewonnene Öl enthält nun aber noch einige Bestandteile, die im Raffinationsprozess entfernt werden.

Zunächst wird dem Öl der Stoff Lecithin entzogen. Das ist ein sehr beliebter Emulgator in der Lebensmittelindustrie und kann aus dem Öl ganz leicht extrahiert werden, ohne dieses geschmacklich oder qualitativ zu beeinträchtigen. Deshalb nutzt man die Herstellung von Sonnenblumenöl zu dessen Gewinnung. Als Nächstes wird das Öl entschleimt. Die ausgepresste Flüssigkeit ist trüb und wird durch Salz- und Säurelösungen geklärt.

Raffiniertes Sonnenblumenöl ist hitzebeständiger und eignet sich auch zum Braten von Speisen.

Jedes vierte verkaufte Speiseöl ist Sonnenblumenöl.

Im Anschluss wird es entsäuert, denn freie Fettsäuren können den Geschmack des Öls beeinträchtigen. Im vierten Schritt wird das Öl gebleicht. Es wird im Vakuum auf 70 bis 90 °C erhitzt und es werden Aluminiumsilikate hinzugefügt. Dieser Prozess entzieht dem Öl Farbstoffe und gesundheitsgefährdende Substanzen wie Schwermetalle.

Im letzten Schritt wird die Flüssigkeit gedämpft. Das geschieht ebenfalls im Vakuum mithilfe von Wasserdampf. Bei circa 270 °C werden unerwünschte Geschmacks- und Geruchskomponenten sowie Pestizide und weitere gesundheitsschädliche Stoffe eliminiert.

Durch das Erhitzen wird der Gehalt an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren reduziert, verlängert dadurch aber die Haltbarkeit des Öls im Vergleich zur kaltgepressten Variante.

Vor- und Nachteile von raffiniertem gegenüber kaltgepresstem Sonnenblumenöl:

  • längere Haltbarkeit
  • günstiger im Einkauf
  • ideal zum Backen
  • geringerer Vitamin-E-Gehalt
  • geringerer Gehalt an ungesättigten Fettsäuren

1.2. Kaltgepresstes Sonnenblumenöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren

Die Herstellung mittels Kaltpressung ist sehr schonend, wodurch die in den Sonnenblumenkernen enthaltenen Vitamine und Nährstoffe fast vollständig erhalten bleiben. Somit enthält kaltgepresstes Sonnenblumenöl besonders viel Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren. Das Vitamin-E schützt Ihre Zellen vor der Zerstörung durch freie Radikale und stärkt Ihr Immunsystem. Die ungesättigten Fettsäuren unterstützen Ihre Zellen in ihren Funktionen und sorgen für einen ausgeglichenen Cholesterinspiegel.

Kaltgepresstes Sonnenblumenöl sollten Sie nicht zu sehr erhitzen. Es hat einen niedrigen Rauchpunkt und bei zu starker Erhitzung kommt es zur Oxidation. Das heißt es entstehen gesundheitsschädliche Stoffe, die eine Arterienverkalkung verursachen können.

Kaltgepresste Öle schneiden in Sonnenblumenöl-Tests besser ab als raffinierte Öle.

Eine Sonnenblume enthält bis zu 2.000 Kerne nach der Blüte.

Meist sind kaltgepresste Sonnenblumenöle nativ. Das bedeutet, das Öl ist unverändert und wird in der Herstellung nicht durch Aromen oder andere Zusatzstoffe angereichert.

Das Öl wird gewonnen, indem die Sonnenblumenkerne ohne Zufuhr von Wärme ausgepresst werden. Die Menge an hergestelltem Öl ist bei diesem Prozess wesentlich geringer als bei der Raffination, da nur die einfach verfügbaren Fette gelöst werden.

Die gelbliche Flüssigkeit wird anschließend nur gefiltert und getrocknet. Im Trocknungsvorgang wird noch das restliche Wasser entzogen und das Ergebnis ist reines Sonnenblumenöl.

Tipp: Kaltgepresstes Sonnenblumenöl sollte kühl, dunkel und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Die Haltbarkeit liegt dann bei geschlossenen Flaschen zwischen 12 und 18 Monaten. Angebrochene Flaschen sollten Sie für eine längere Haltbarkeit im Kühlschrank lagern, so können Sie das Öl 9 Monaten verwenden.

Die Vor- und Nachteile von kaltgepresstem gegenüber raffiniertem Sonnenblumenöl:

  • höherer Gehalt an Vitamin E
  • höherer Gehalt an ungesättigten Fettsäuren
  • natürlicher, nussiger Geschmack
  • ideal zur Zubereitung von Salatdressings
  • ungeeignet zum starken Erhitzen
  • geringere Haltbarkeit

2. Die Eigenschaften von Sonnenblumenöl: Ist kaltgepresstes Sonnenblumenöl reich an ungesättigten Fettsäuren?

2.1. Sie können Sonnenblumenöl für kalte und warme Speisen verwenden

Je nachdem, für welche Speisen Sie das Speiseöl verwenden wollen, empfehlen wir Ihnen kaltgepresstes oder raffiniertes Sonnenblumenöl zu kaufen.

Das beste Sonnenblumenöl zum Backen ist das raffinierte.

Sie können raffiniertes Sonnenblumenkernöl gut zum Backen verwenden.

Für kalte Speisen oder Salatdressings bietet sich kaltgepresstes Sonnenblumenöl an. Da dies einen leicht nussigen Geschmack hat, verfeinert es die Mahlzeiten mit dem natürlichen Aroma. Auch beim Dünsten von Gemüse verleiht ein wenig natives Sonnenblumenkernöl eine tolle Nussnote.

Wollen Sie Sonnenblumenöl zum Backen verwenden, dann empfehlen wir Ihnen die raffinierte Variante zu nutzen. Diese ist geschmacksneutral und beeinflusst daher den Geschmack Ihres Gebäcks in keiner Weise. Zum Braten ist ebenso das raffinierte Sonnenblumenöl die bessere Wahl. Der Rauchpunkt ist höher und es entstehen keine gesundheitsschädlichen Stoffe bei der Erhitzung.

In gängigen Sonnenblumenöl-Tests wird der Vitamin E-Gehalt bewertet.

2.2. Nährstoffe: Vitamin-E-Gehalt und ungesättigte Fettsäuren

Sonnenblumenöl besteht aus vielen gesunden Inhaltsstoffen und ist vor allem ein wichtiger Lieferant von Vitamin-E und ungesättigten Fettsäuren.

Zwei Esslöffel Sonnenblumenöl können den Tagesbedarf an Vitamin E decken. Das sind in etwa 12 bis 14 mg.

Die ungesättigten Fettsäuren unterscheiden sich in zwei Gruppen:

  • die einfach ungesättigten Fettsäure
  • die mehrfach ungesättigten Fettsäuren

Die einfach ungesättigten Fettsäuren haben einen positiven Effekt auf den Fettstoffwechsel und unterstützen Ihre Zellen in den Funktionen der Zellmembran. Sie kommen vor allem in Raps- und Olivenöl vor.

Was sind gesättigte Fettsäuren?

Sie kommen vor allem in tierischen Produkten vor und erhöhen den Cholesterinspiegel. Der menschliche Körper benötigt sie als Energielieferant. Sie sollten nicht mehr als 1/3 des Fettes, welches Sie pro Tag zu sich nehmen, in Form von ungesättigten Fettsäuren zu sich führen.

Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man noch die Omega-3-Fettsäuren und die Omega-6-Fettsäuren.

Sie tragen unter anderem zum Erhalt Ihres normalen Cholesterinspiegels bei und sind vor allem bei Kindern für eine optimale Entwicklung und das Wachstum notwendig. Der Körper kann diese Fettsäuren nicht selbst herstellen und deshalb müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Sonnenblumenöl ist besonders reich an Omega-6-Fettsäuren.

Tipp: Je weicher und flüssiger das Sonnenblumenöl nach der Lagerung im Kühlschrank ist, desto reicher ist es an ungesättigten Fettsäuren.

Der Vitamin-E-Gehalt von Sonnenblumenöl liegt weit über dem anderer Öle. Dieses Vitamin schützt Ihre Zellen vor der Zerstörung durch freie Radikale. Außerdem wirkt es entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem.

Zur Übersicht finden Sie Durchschnittswerte des Vitamin-E-Gehalts gängiger Speiseöle in der nachfolgenden Tabelle.

Sonnenblumenöl

Sonnenblumenöl enthält viel Vitamin E.

Olivenöl

Olivenöl

Rapsöl

Rapsöl

Vitamin-E-Gehalt
pro 100 ml
  • kaltgepresst: 70 mg
  • raffiniert: 56 mg
12 mg 34 mg

Das native Sonnenblumenöl liefert mehr Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren als das raffinierte Produkt. Wir empfehlen Ihnen daher, als Ergänzung einer gesunden Ernährung und als Nährstofflieferant kaltgepresstes Sonnenblumenöl zu verwenden.

2.3. Bio-Zertifizierung verspricht Sonnenblumenöl ohne chemische Zusatzstoffe

Um Sonnenblumenöl-Testsieger-Potenzial zu haben, sollte das Speiseöl Bio-zertifiziert sein.

Bei Bio-Sonnenblumenölen können Sie sicher sein, dass diese ohne Gentechnik produziert wurden.

Auch im Bereich der Sonnenblumenkernöle gibt es einige Hersteller, die darauf achten, dass ihre Produkte ohne Gentechnik auskommen. Diese haben eine Bio-Zertifizierung und gelten als besonders natürlich und gesund.

Um den Bio-Kriterien zu entsprechen, dürfen die Sonnenblumenöle unter anderem:

  • nicht mit chemischen Konservierungsstoffen angereichert werden
  • nicht mit gentechnisch veränderten Rohstoffen erzeugt werden
  • nicht aus Rohstoffen, die mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, hergestellt werden
  • keine Süßstoffe und Stabilisatoren enthalten
  • keine synthetischen Farbstoffe und Geschmacksverstärker enthalten

Diese Marken bieten Bio-zertifizierte Sonnenblumenöle an:

  • Fandler
  • dennree
  • Ölmühle Solling
  • Byodo
  • FRANCISCANOS
  • Seitenbacher
  • Bio Planete
  • Rapunzel
  • demeter

Sonnenblumenöl dient nicht nur der Gesundheit, sondern eignet sich auch als Hautpflegeprodukt.

3. Wirkt sich Sonnenblumenöl positiv auf die Haut aus?

Bei der Hautpflege hat Sonnenblumenöl eine positive Wirkung.

Sonnenblumenöl hilft Ihrer Haut das natürliche Feuchtigkeitslevel aufrechtzuerhalten.

Sonnenblumenkernöl ist eigentlich ein Speiseöl, doch durch die wertvollen Inhaltsstoffe, kann es auch Ihrer Haut etwas Gutes tun.

Es wirkt hautberuhigend und spendet Feuchtigkeit. Tragen Sie das Öl auf Ihre Haut auf, dann wirkt das außerdem wie eine Schutzschicht gegen Bakterien.

Durch den hohen Vitamin-E-Gehalt beugt es auch der Hautalterung vor.

Die Linolsäure im Sonnenblumenöl verringert das Verstopfen von Poren und kann so Ihre Haut dabei unterstützen keine Pickel zu entwickeln. Ein weiterer positiver Effekt der Linolsäure ist, dass sie die Produktion von Melanin, einem Pigment, dass für die Färbung der Haut verantwortlich ist, unterdrückt. Sonnenblumenöl beugt also Verfärbungen der Haut, den sogenannten Pigmentflecken vor.

Zur Hautpflege empfehlen wir Ihnen ein kaltgepresstes, Bio-zertifiziertes Sonnenblumenöl zu verwenden. Dieses enthält viele der wertvollen Nährstoffe und wird durch keine chemischen Zusatzstoffe angereichert.

Sonnenblumenöl ergänzt Ihr Essen perfekt, vor allem bei Salaten.

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Sonnenblumenöl

4.1. Wie sollte altes Sonnenblumenöl entsorgt werden?

Haben Sie eine Flasche altes Sonnenblumenöl zu Hause, welches Sie nicht mehr verwenden, dann achten Sie auf die richtige Entsorgung. Am besten füllen Sie das Öl in eine gut verschließbare Flasche, sodass das Öl nicht auslaufen kann. Gießen Sie aber kein heißes Öl in eine Plastikflasche, sonst laufen Sie Gefahr, dass der dünne Kunststoff schmilzt. Das befüllte Gefäß können Sie dann im Restmüll entsorgen.

Um keine lästigen Schmierfilme im Mülleimer zu haben, wickeln Sie die Flasche am besten noch mit Küchenrolle ein. Falls etwas Öl daran kleben oder etwas auslaufen sollte, wird dies vom Küchenpapier aufgesaugt.

Dieses Verfahren empfiehlt sich im Übrigen für die Entsorgung aller Speiseöle. Kleinere Mengen können Sie in den Abfluss gießen. Beachten Sie aber, dass zu viel Öl die Abwasserleitungen verklebt und unter Umständen zu einer Verstopfung führen könnte.

Haltbarkeit von Sonnenblumenöl.

4.2. Wie lange ist Sonnenblumenöl haltbar?

Bei kühler und trockener Lagerung ist Sonnenblumenöl etwa 12 Monate haltbar. Raffiniertes Öl ist dabei noch etwas länger haltbar als kaltgepresstes.

Stiftung Warentest empfiehlt Sonnenblumenöl, auch wenn es abgelaufen ist, nicht gleich wegzuwerfen. Machen Sie einen Geruchs- und gegebenenfalls Geschmackstest, um herauszufinden, ob das Öl schon schlecht ist. Verdorbenes Sonnenblumenkernöl hat einen ranzigen Geruch.

Generell sollten Sie Sonnenblumenöl dunkel lagern, da das UV-Licht die empfindliche Struktur der Vitamine und Fettsäuren angreift und sie zerstört. Hochwertiges Öl wird meist in Glasflaschen verkauft, die grün oder braun gefärbt sind, um die schädliche Wirkung des Lichts abzufangen. Dennoch sollten Sie das Öl ,wenn möglich, in einem geschlossenen Schrank lichtgeschützt aufbewahren,

4.3. Wann brennt und wann gefriert Sonnenblumenöl?

Der Rauchpunkt bei raffiniertem Sonnenblumenöl liegt in etwa bei 209 bis 213 °C. Das bedeutet, dass sich bei diesen Temperaturen Rauch entwickelt und unter Umständen gesundheitsschädliche Gase entstehen.

Entflammbar ist es bei 316 °C. Das Öl selbst wird nicht in Flammen aufgehen, aber es entsteht ein gefährliches Dampf-Luft-Gemisch, welches sehr leicht entzündlich ist. Das kaltgepresste Sonnenblumenöl hat seinen Rauchpunkt bereits bei 107 °C und seinen Flammpunkt bei 274 °C.

Der Gefrierpunkt von Sonnenblumenöl liegt bei -16 bis -18 °C.