Das Wichtigste in Kürze
  • Trüffelöl wird nicht aus Trüffeln gewonnen. Das Basisöl (meist Oliven- oder Rapsöl) wird mit Trüffelaroma oder richtigen Trüffeln versetzt, sodass es den Geschmack der Pilze annimmt.
  • Weiße Trüffel sind eines der teuersten Lebensmittel auf dem Markt. Ihr Geruch ist zwar intensiv, aber der Geschmack eher dezent. Dieser Trüffel sollte nie erhitzt oder gekocht werden, da er sonst sein Aroma verliert.
  • Trüffelöl wird zum Verfeinern und Veredeln von Speisen verwendet. Vor dem Servieren werden ein paar Tropfen des Öls über das Gericht geträufelt, um den Geschmack der Zutaten zu komplementieren.

Trüffelöl Test

Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach sehen sich etwa 8,5 Millionen Deutsche als Gourmets und Feinschmecker. Kaviar, Auster und Trüffel zählen noch zu den gängigen Gourmet-Gerichten. Auch das Trüffelöl gehört in vielen Gourmetküchen zur Grundausstattung dazu. Mit diesem Öl werden viele Gerichte vor dem Servieren noch einmal verfeinert, damit das Trüffelaroma der Speise noch das gewisse Etwas gibt.

Das Trüffelöl besteht grundsätzlich aus einem Basisöl, welches den besonderen Trüffelgeschmack aufgenommen hat. Entscheidend beim Kauf ist nicht nur dieses Basisöl, sondern auch welcher Trüffel für das Aroma verwendet wurde. Wie Sie das Trüffelöl selbst herstellen, was Sie bei der Anwendung beachten sollten und welche Rezepte Sie mit dieser italienischen Feinkost verfeinern können, erfahren Sie in unserem Trüffelöl-Vergleich 2020.

1. Verfeinern statt ertränken: Warum sollte äußerst sparsam dosiert werden?

Anders als Olivenöl oder Rapsöl wird das Trüffelöl fast ausschließlich zum Verfeinern von Speisen genutzt. Ähnlich wie Balsamico-Essig wird es nach dem Kochen sparsam über das Gericht geträufelt. Dadurch wird dem Carpaccio, dem Salatdressing, Antipasti oder der Pasta eine leichte Trüffelnote verliehen.

Trüffelöl Pasta

Vor dem Servieren werden zu den Nudeln ein paar Tropfen Trüffelöl hinzugefügt.

In einigen Ausnahmen kann das Trüffelöl auch zum Braten oder Erhitzen genutzt werden. Hier kommt es aber auf das Basisöl an – natives Olivenöl kann mehr Hitze vertragen als Rapsöl und eignet sich daher etwas besser zum Braten. Trotzdem sollte das Trüffelöl eher zum Verfeinern und nicht als Bratöl genutzt werden.

Viele Trüffelöle enthalten wegen des hohen Trüffel-Preises nur ein Aroma, damit das Öl den Geschmack annimmt. Dieses Aroma wird entweder aus echten Trüffeln gewonnen oder künstlich hergestellt. Dadurch kann es vorkommen, dass das Öl künstlich oder chemisch riecht und schmeckt. Ein Trüffelöl ohne Aroma ist nicht nur sehr teuer, sondern meist ausschließlich im Fachhandel erhältlich.

Trüffelöl Zutat

Der schwarze Trüffel ist kräftiger als der weiße. Frische Trüffel kaufen Sie besser auf dem Wochenmarkt.

Das beste Trüffelöl sollten Sie sehr sparsam dosieren, da der Geschmack sehr intensiv ist. Soll das Pilzaroma Ihr Gericht also nicht übertünchen, sondern unterstützen, reichen bereits ein paar Tropfen des Trüffelöls. Damit das Öl lange hält, sollten Sie es an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahren. Im Kühlschrank aufbewahrt kann das Öl flockig und dickflüssig werden. Wenn Sie es für kurze Zeit mit den Händen anwärmen, lösen sich die Flocken und das Öl kann wie gewohnt genutzt werden (weiteres in Kapitel 4).

Welche Vor- und Nachteile bietet das Trüffelöl also im Vergleich zu herkömmlichen Oliven- oder Rapsölen?

  • aromatisiert Speisen nach dem Kochen
  • verfeinert und unterstützt die Aromen des Gerichts
  • durch intensiven Geschmack nur wenige Tropfen benötigt
  • kann durch künstliches Aroma chemisch schmecken
  • kann nicht zum Braten oder Kochen genutzt werden

Die Trüffelbutter kann bei bestimmten Gerichten auch eine Alternative zum Öl darstellen. Allerdings ist diese Butter nicht vegan, weshalb Veganer besser zum Bio-Trüffelöl greifen sollten.

2. Weißer oder schwarzer Trüffel: Liegt der Unterschied im Geschmack?

Die Trüffelöl-Arten sind entweder mit weißem Trüffel oder mit schwarzem Trüffel hergestellt worden. Dem Oliven- oder Rapsöl wird entweder der echte Trüffel oder das Aroma hinzugefügt. Wird der echte Trüffel in die Flasche gegeben, wird der Geschmack über die Wochen intensiver. Wenn Sie dies nicht mögen, sollten Sie das Öl zügig verbrauchen. Günstiges Trüffelöl wird fast ausschließlich mit künstlichem Trüffelaroma hergestellt und ist daher auch nicht so natürlich im Geschmack. So unterscheiden sich die Trüffel-Typen voneinader:

Weißer Trüffel Schwarzer Trüffel
Trüffelöl weißer Trüffel Trüffelöl schwarzer Trüffel
  • wertvollste und teuerste Trüffelart (besonders Alba Trüffel)
  • kommt hauptsächlich in Italien vor
  • Züchtung noch im Experimenten-Stadium (Funde selten, daher teuer)
  • Aroma eher dezent
  • um vollen Geschmack zu entfalten, nicht kochen
  • besonders geeignet für Ei, Nudeln, Kartoffeln, Reis
  • am weitesten verbreitet in Europa
  • eignet sich gut zum Kochen
  • Geschmack intensiver (außer Sommertrüffel)
  • Aroma wird durch Erhitzen entfaltet
  • besonders geeignet für Fleisch- oder Pastagerichte
Hinweis: Der weiße Trüffel ist zwar im Geruch intensiver als der schwarze Trüffel und eher dezent im Geschmack, aber auch sehr teuer. Daher wird vielen Ölen nur das Aroma und nicht der Pilz selbst hinzugefügt.

3. Kaufkriterien für Trüffelöle: Darauf müssen Sie achten

Die Suche nach dem Trüffel

Trüffelhund

Fliegen, Bären, Schweine, Ziegen und Hunde – all diese Tiere können den Pilz einfach erschnuppern. Dabei orientieren sie sich an dem Aroma Dimethylsulfid. Seit dem 18. Jahrhundert werden hauptsächlich Hunde für die Suche eingesetzt, da sie den Pilz nicht selbst fressen. Auch der Waldboden wird durch den Hund nicht so aufgewühlt, wie es bei Trüffelschweinen der Fall ist.

Wenn Sie Trüffelöl kaufen, sollten Sie nicht nur auf den Preis achten. Es kommt in Trüffelöl-Tests neben der Kategorie Basisöl auch auf den Trüffel in der Flasche und die Trüffelsorte an. Was Sie bei der italienischen Feinkost beachten sollten, haben wir in unserer Kaufberatung für Sie zusammengefasst.

3.1. Trüffelsorte: Weniger Ölverbrauch mit dem schwarzen Trüffel

Wurde für das Trüffelöl das Aroma oder der echte weiße Trüffel genutzt, ist es meist dezenter als das Öl mit schwarzem Trüffel. Ist das Aroma intensiver, benötigen Sie weniger Öl und Sie können es länger nutzen. Mögen Sie eher einen dezenten Geschmack und nehmen bei Bedarf lieber mehr Öl, empfehlen wir eher ein weißes Trüffelöl.

3.2. Echter Trüffel in der Flasche: Aroma wird nachträglich intensiviert

Bevor Sie Ihren Trüffelöl-Testsieger küren, denken Sie daran, dass Trüffelspan oder -scheiben in der Flasche dafür sorgen, dass sich das Aroma im Öl intensiviert. Dadurch kann ein anfänglich mildes Öl nach ein paar Tagen oder Wochen plötzliche einen stärkeren Trüffelgeschmack haben. Achten Sie also darauf, ob sich echter Trüffel in dem Öl befindet.

3.3. Basisöl: Olivenöl kann auch zum Braten genutzt werden

Trüffelöl Delikatesse

Auch eine Pizza kann durch die Verwendung von Trüffelöl veredelt werden. Um Trüffelscheiben hinzuzufügen, können Sie online Trüffel bestellen.

Für Delikatessen wie Trüffelnudeln oder Trüffelbutter werden ebenfalls Basiszutaten benötigt. Das Trüffelöl benötigt Oliven- oder Rapsöl als Basis. Extra natives Olivenöl hält Temperaturen bis etwa 180°C aus. Beim Braten, Dünsten und Kochen werden allerdings höhere Temperaturen erreicht und das Öl verbrennt zusammen mit dem Trüfelaroma. Rapsöl hält noch weniger Hitze aus und ist mit Trüffelaroma besser für die kalte Küche zu verwenden.

Auch in Supermärkten wie Rewe, Edeka oder Lidl gibt es Trüffelöl von der jeweiligen Hausmarke zu kaufen. Allerdings haben sich Marken und Hersteller aus dem Feinkostbereich gerade auf diese Sparte spezialisiert und können mit einer besseren Qualität des Öls überzeugen. Hierzu gehören beispielsweise Berner oder PPURA. Die Trüffelmanufaktur und TruffleHunter hingegen befassen sich generell mit dem Trüffel und bieten viele Produkte rund um diesen Pilz an.

  • PPURA
  • TruffleHunter
  • Casa Rinaldi
  • TartufLanghe
  • Cascina San Giovanni
  • Berner
  • Trüffel Company
  • Viani
  • Billa
  • Bella Donna
  • Kunella

4. Wie lässt sich das teure Trüffelöl selber ansetzen?

Trüffelöl erhitzen

Durch ein paar Tropfen Trüffelöl werden auch selbstgemachte Pommes zur Feinkost. Mit einer Prise Salz wird der Snack perfekt.

Wenn Sie gern Neues ausprobieren, und auch mal Sachen herstellen, können Sie das Trüffelöl selber machen. Alles was Sie dafür brauchen, sind 10 – 20 g Trüffel und 200 ml Speiseöl. Die Kosten für den Trüffel belaufen sich je nach Art und Anbieter zwischen 6 und 113 € für 20 Gramm. Nachdem Sie den Trüffel gewaschen und geputzt haben, schneiden Sie ihn in sehr dünne Scheiben. Diese geben Sie in die zukünftige Trüffelölflasche. Schütten Sie das Öl hinzu und lassen Sie das Gemisch für etwa eine Woche ziehen. Am besten ist ein kühler und trockener Ort geeignet.

Ihr selbst gemachtes Trüffelöl hält sich etwa zwei bis drei Monate, bevor es flockt. Innerhalb dieser Zeit können Sie Ihren Kochideen stets einen Schuss Trüffelaroma hinzufügen. Besonders gut eignet sich dieses Öl als Gourmet-Geschenk.

Schwarze Trüffel sind intensiver im Geschmack als weiße Trüffel. Verwenden Sie für Ihr eigenes Trüffelöl nur 10 g der schwarzen Trüffel.

Damit Sie das eigene Öl auch sofort verwenden und genießen können, haben wir hier ein Rezept für Sie:

Pasta mit Trüffelöl
Zutaten:
– 500 g Pasta
– 4 Eier
– 1 EL Butter
– 20 g geriebener Parmesan
– 3 EL Trüffelöl
Zubereitung:
Kochen Sie die Pasta, bis sie al dente ist. Trennen Sie die Eier. Geben Sie die Butter und das Eigelb zu den Nudeln und mischen Sie alles gut durch. Geben Sie jetzt noch den Parmesan, etwas Salz und Pfeffer hinzu und mischen Sie erneut. Das Öl geben Sie erst vor dem Servieren hinzu und genießen Ihr leichtes Gourmetgericht.

5. Trüffelöle bei der Stiftung Warentest

Trüffelöl Reis

Auch für Salate und Reisspeisen kann Trüffelöl zum Verfeinern genutzt werden.

Einen separaten Trüffelöl-Test hat die Stiftung Warentest zwar noch nicht durchgeführt, aber 2010 nahm sie Würzöle unter die Lupe. Darunter waren auch zwei Trüffelöle, die allerdings nur mit ausreichend und mangelhaft abgeschnitten haben. Diese Hersteller haben ihre Angaben und Produkte nach dem Test geändert, um nicht mehr so schlecht abzuschneiden. Ein erneuter Test fand bisher noch nicht statt.

Unter den Würzölen wurde 2010 ein Rapsöl mit Buttergeschmack Testsieger. Ein Kräuter- und Gewürzöl sowie ein Olivenöl mit Zitrusnote haben die Note 2,0 bekommen. Hier können Sie sich den Artikel durchlesen.

6. Fragen und Antworten zum Thema Trüffelöl

6.1. Wie wird Trüffelöl hergestellt?

Dem Trüffelöl dient ein pflanzliches Öl als Basis. Dem Oliven- oder Rapsöl wird nach der Herstellung das Trüffelaroma oder der echte Trüffel hinzugefügt. Damit der Geschmack auch in das Öl übergeht, muss es etwa eine Woche lang kühl lagern. Je länger ein richtiger Trüffel im Öl zieht, desto intensiver wird das Aroma.

6.2. Wie lang ist Trüffelöl haltbar?

Trüffelöl kann sich bis zu zwei Jahre halten. Ist in Ihrem Öl allerdings echter Trüffel enthalten, sollten Sie das Öl innerhalb von drei bis vier Monaten verbrauchen, da der Geschmack sonst zu intensiv und irgendwann ungenießbar wird.

6.3. Wofür wird Trüffelöl verwendet?

Trüffelöl Pasta

Selbst ein einfaches Rezept wird mit ein paar Tropfen Trüffelöl zum 5-Sterne-Gericht.

Trüffelöl wird meist zum Verfeinern und Veredeln von Speisen verwendet. Besonders gut passt diese Pilznote zu Eiern, Pasta, Kartoffeln oder Reis. Auch Fleisch und Fisch kann man während des Bratvorgangs mit ein paar Tropfen des Öls veredeln. Wenn Sie es zum Braten oder Kochen nutzen, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Öl verbrennt und kein Trüffelaroma zurückbleibt.

6.4. Wie schmecken Trüffel?

Trüffel haben einen sehr eigenen Geschmack. Viele Gourmets beschreiben ihn als erdig und etwas nussig. Ein leichter Pilzgeschmack ist natürlich auch vorhanden. Einige Feinschmecker können damit allerdings nichts anfangen. Es gilt: Nur weil das Produkt viel kostet, muss es nicht jedem schmecken.

6.5. Was passt zu Trüffeln?

Den Pilz kann man sehr vielseitig verwenden. Da er eine teure Gaumenfreude ist, wird er als Feinkost verkauft. Besonders gut passt der Trüffel zu Nudeln, Eiern, Kartoffeln oder Reis, da diese Zutaten das Aroma bestmöglich unterstützen. Auch zu Fisch- und Fleischgerichten sind Trüffel denkbar. Eine Gans gestopft mit schwarzen Trüffeln ist beispielsweise eine häufige Verwendung dieser Pilze.