Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Lupe besteht aus einer sog. Sammellinse, die das einfallende Licht bündelt und dadurch in unserem Auge eine vergrößerte Abbildung der Realität simuliert. Je nach Vergrößerungsgrad eignen sich Lupen u. a. besonders gut zum Lesen, für Modellbau und Bastelarbeiten, aber auch für Naturbeobachtungen oder das Juwelier- und Uhrmacherhandwerk.
  • Neben verschiedenen Detaillupen mit mindestens 5-facher Vergrößerung gibt es außerdem eine Reihe unterschiedlicher Leselupen mit meist 2- bis 4-facher Vergrößerung. Zu ihnen gehören vor allem Handlupen, Lupenbrillen, Standlupen, Folienlupen, Lesesteine sowie elektronische Lupen, die zusätzlich zur Vergrößerung auch differierende Kontrasteinstellungen erlauben.
  • Besonders für ältere Menschen lohnt sich die Anschaffung eines Vergrößerungsglases mit Licht. Zum einen benötigen die Augen im Alter mehr Helligkeit, zum anderen lässt sich eine derartige Lupe auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen problemlos für unterschiedliche Belange einsetzen.

lupe test

Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Leistungsfähigkeit im Alter rapide nachlässt und vieles nicht mehr so leicht fällt wie in jüngeren Jahren. Knochen und Muskeln schmerzen immer häufiger, die Beine werden wackliger und das Hörvermögen lässt spürbar nach. Hinzu kommt die verflixte Alterssichtigkeit, die das Lesen kleingedruckter Texte auf Medikamentenpackungen, aber auch das Stöbern in Büchern, Zeitungen oder Zeitschriften deutlich erschwert und mitunter nur noch unter großen Anstrengungen möglich macht.

lupenbrille lesen

Eine Lupenbrille mit maximal 1,5- bis 4-facher Vergrößerung eignet sich ideal zum Lesen.

Um hier Abhilfe zu schaffen, könnte sich für Sie die Anschaffung einer Leselupe lohnen, die, je nach Bauform, u. a. auch im Modellbau, beim Basteln, für filigranes Kunsthandwerk oder bei kleinteiligen Elektronikarbeiten zum Einsatz kommt. Doch worauf gilt es zu achten, wenn Sie die beste Lupe kaufen möchten?

Um dies herauszufinden, haben wir unseren Lupen-Vergleich 2020 durchgeführt und festgestellt, dass vor allem flexible Lupenbrillen für die verschiedensten Anwendungsbereiche sehr gut geeignet sind und es, unabhängig vom Typ, auf eine gut verarbeitete Linse ankommt, die hohe Bildqualität garantiert.

1. Detail- oder Leselupe: Alles eine Frage der Vergrößerung?

Fragen Sie sich zunächst, wofür Sie überhaupt eine Lupe benötigen. Grundsätzlich lassen sich nämlich zwei unterschiedliche Lupen-Arten mit stark differierenden Anwendungsbereichen voneinander unterscheiden: die Detaillupe und die Leselupe.

1.1. Detaillupe: Für Uhrmacher und exakte Messverfahren

uhrmacherlupe

Oben: Uhrmacherlupe und Fadenzähler. Unten: Einschlaglupe und Lupenbrille.

Bei der Detaillupe handelt es sich um eine spezielle Kategorie, bei der die Lupen mindestens 5-fache Vergrößerung aufweisen, je nach Bauart und Anwendungsgebiet Gegenstände aber auch bis zu 15-fach verstärken können. In der Regel ist der Durchmesser solcher Vergrößerungsgläser mit einer Durchmesser von ein bis drei Zentimetern verhältnismäßig klein gehalten, wohingegen die Linse der Lupe wegen der starken Vergrößerung meist verhältnismäßig dick ausfällt.

Typische Einsatzgebiete von Detaillupen: Uhrmacherhandwerk (Uhrmacherlupe), diverse Messverfahren (Messlupen wie Fadenzähler oder Lupenbrille), Naturbeobachtungen oder Juweliere (Einschlaglupe, auch Taschenlupe genannt).

lupe vergleich

1.2. Leselupe: Auch zum Basteln und fürs Kunsthandwerk

Funktionsweise einer Lupe

Die Physik einer Lupe lässt sich leicht erklären: Die nach innen gewölbte (konkave) Linse bündelt die ins Auge einfallenden Lichtstrahlen, was zu einer vergrößerten Projektion des Bildes auf der Netzhaut führt. Dies ist ausschlaggebend dafür, dass wir bei der Betrachtung durch eine Lupe ein Bild größer wahrnehmen als es eigentlich ist.

Leselupen vergrößern hingegen meist lediglich 2- bis 6-fach, was für den Haupteinsatzzweck als Lesehilfe absolut ausreichend ist. Die verhältnismäßig großen Lupen verfügen (sofern mit rundem Glas ausgestattet) über einen deutlich größeren Durchmesser als Detaillupen, der häufig bei mindestens sieben Zentimetern liegt. Die geringere Vergrößerung erlaubt zudem, dass die Linsen im Gegensatz zu den Detaillupen relativ flach gestaltet sind.

Typische Einsatzgebiete von Leselupen: Lesen, Basteln, Heimwerken, Kunsthandwerk, Elektro- und Lötarbeiten. Welche typischen Arten von Leselupen es im Einzelnen gibt und für welche Einsatzbereiche sich die verschiedenen Produkte eignen, verraten wir Ihnen in der Tabelle des nachfolgenden Kapitels.

Übrigens: Obwohl die Stiftung Warentest noch keinen reinen Lupen-Test durchgeführt hat, beschäftigte sich das Prüfinstitut in der Ausgabe 05/2009 mit praktischen Alltagshelfern, die das Sehen erleichtern sollen und unter denen sich auch zwei Lupen als Lesehilfen fanden. Beide Vergrößerungsgläser (eine elektronische und eine Standlupe) wurden von der Stiftung aber wegen z. T. wenig intuitiver Handhabung oder einer ungewohnten Lesehaltung als lediglich bedingt hilfreich eingestuft.

2. Leselupen-Typen im Überblick: Sind Lupenbrillen besonders flexibel einsetzbar?

Lupen-Tests haben gezeigt, dass sich vor allem Lupenbrillen lohnen, wenn es darum geht, neben dem Lesen auch weitere Tätigkeiten auszuführen. Insbesondere wenn Sie während eines Arbeitsprozesses beide Hände frei haben müssen, sind Lupenbrillen eine sehr gute Wahl.

Leselupen-Typ Eigenschaften und Besonderheiten
Lupenbrille

 

kopfbandlupe

  • auch als Kopfbandlampe oder Leselupen-Brille bekannt
  • wird als Brille getragen und mithilfe eines Kopfbandes oder Brillenbügeln am Kopf befestigt
  • nicht nur als Detaillupe: viele Modelle als Leselupe mit Beleuchtung ausgestattet
  • mit austauschbaren Gläsern unterschiedlicher Vergrößerungsstufen
  • extrem flexibel einsetzbar, da beide Hände frei bleiben und sich die Brille direkt vor den Augen tragen lässt

geeignet für:

Lesen
Basteln und Modellbau
Kunsthandwerk
Elektronik- und Lötarbeiten

Handlupe

handlupe

  • mit Handgriff ausgestattet
  • häufig zwei Vergrößerungsstufen (Hauptglas und kleines in den Griff oder das Hauptglas eingelassenes Nebenglas)
  • viele Modelle als Lupe mit Licht erhältlich
  • muss dauerhaft mit einer Hand gehalten werden

geeignet für:

Lesen
Kunsthandwerk (einhändige Tätigkeiten)

Folienlupe
folienlupe
  • meist mit recht großer Lupenfläche
  • gelegentlich mit zusätzlichem Ständer ausgestattet
  • häufig mit Beleuchtung
  • wegen der Größe sehr gut als Leselupe mit Licht für Senioren geeignet

geeignet für:

Lesen
Basteln und Modellbau (mit Ständer)
Kunsthandwerk (einhändige Tätigkeiten)

Standlupe

standlupe

  • häufig mit LEDs ausgestattet und daher auch unter den Namen Lupenlampe, Lupenleuchte oder Tischlupe mit Licht bekannt
  • lässt sich entweder mit einem separaten Standfuß eigenständig aufstellen oder an die Tischkante klemmen
  • relativ flexibel dank beweglichem Schwanenhals

geeignet für:

Lesen
Basteln und Modellbau
Kunsthandwerk (sofern an einem Tisch ausführbar)
Elektronik- und Lötarbeiten (sofern an einem Tisch ausführbar)

Lesestab | Lesestein

lesestein

  • speziell geformte Lupe für Zeitschriften, Bücher, Verpackungsbeilagen etc.
  • je nach Bauart Modelle mit und ohne Beleuchtung erhältlich
  • wird zum Lesen direkt auf die Schrift gelegt

geeignet für:

Lesen

Elektronische Lupe
elektronische lupe
  • vergrößern im Gegensatz zu optischen Sehhilfen mithilfe von Elektronik
  • verschiedene Vergrößerungsstufen individuell einstellbar
  • Einstellen und Ändern von Kontrasten möglich
  • immer mit Licht ausgestattet

geeignet für:

Lesen

Die Vor- und Nachteile von Lupenbrillen gegenüber anderen Leselupen-Modellen haben wir für Sie in nachfolgender Übersicht unserer Kaufberatung nochmals zusammenfassend aufbereitet:

  • extrem flexibel
  • immer beide Hände frei
  • nicht auf eine ebene Fläche oder Tischkante angewiesen
  • mit austauschbaren Vergrößerungsgläsern
  • meist etwas teurer als andere Modell-Typen

lupe testsieger

3. Bildqualität und Vergrößerungsleistung: Sind für Leselupen 1,5 bis 4-fache Vergrößerungen ideal?

Ein Lupen-Testsieger sollte in der Lage sein, eine herausragende Bildqualität zu liefern. Besonders bei günstigen Lupen ist das aber nicht immer der Fall. Die Verarbeitungsqualität der Linse ist bei derartigen Artikeln mitunter mangelhaft, sodass es zu Verzerrungen und Ungenauigkeiten kommen kann, die von unseren Augen als unangenehm wahrgenommen werden.

Kaufempfehlung: Um sich den Ärger mit minderwertig verarbeiteten Vergrößerungslinsen zu ersparen, empfehlen wir Ihnen, beim Kauf dringend auf ein hohes Fertigungsniveau zu achten.

handlupe bildqualität

Lupen sollten gut verarbeitet sein und keine Verzerrungen und Ungenauigkeiten aufweisen.

Bei der Vergrößerungsleistung gibt es keine konkreten Vorgaben, welche Vergrößerung sich für welche Fälle besonders gut eignet. Lediglich grobe Richtlinien sind bekannt. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Ihr Vergrößerungsglas in einem Bereich von 1,5- bis 4-facher Vergrößerung liegt, da dies zum Lesen und für die meisten weiteren Tätigkeiten vollkommen ausreichend ist. Sollte die Vergrößerung Ihrer Lupe in einem deutlich höheren Bereich liegen, eignet sie sich bereits kaum mehr zum Lesen, sondern eher zur Verwendung als Detaillupe.

Beachten Sie: Je stärker die Vergrößerung ist, desto größer sollte auch der Durchmesser bzw. die Maße der Lupe sein. Bei zu starker Vergrößerung kann es ansonsten vorkommen, dass wegen des kleinen Sichtfeldes nur noch einzelne Wörter lesbar sind, sodass Sie das Vergrößerungsglas beim Lesen durchgehend in Bewegung halten müssen. Das ist weder angenehm noch besonders komfortabel.

4. Beleuchtung: Für Senioren sollten Lupen mit Licht ausgestattet sein

handlupe mit licht

Für ältere Menschen sind besonders Handlupen mit Licht sowie weitere Vergrößerungsglas-Typen mit Beleuchtung empfehlenswert.

Da die Sehkraft im Alter nicht nur nachlässt, sondern die Augen von älteren Menschen auch mehr Licht benötigen, empfehlen wir beim Kauf aus Altersgründen Lupen mit LED-Beleuchtung.

Solche von einigen Marken und Herstellern auch als Lupe mit Lampe oder Leuchtlupe bezeichneten Vergrößerungsgläser bieten den Vorteil, dass sie sich über einen separaten Hebel oder Knopf ein- und ausschalten lassen, sodass diese sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen problemlos zum Lesen einsetzen lassen.

Handhabung und Ergonomie: Achten Sie bei Handlupen außerdem auf eine gute Griffergonomie und eine rutschfeste Oberfläche. Insbesondere für Senioren sind diese Aspekte wichtig, da die altersbedingt häufig verminderte Kraft in den Händen die generelle Gefahr des Herausrutschens der Lupe aus der Hand erhöht.