Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einem Mikroskop lassen sich vielfache Vergrößerungen unterschiedlicher Objekte wie Insekten, Textilien, Metalle, Gesteine oder Mineralien erstellen. Sie finden unter anderem in der Biologie und Medizin Anwendung, aber auch im Schulunterricht.
  • Ein Mikroskop kann monokular mit einem Okular zum Durchschauen oder binokular mit zwei Okularen sein. Digitalmikroskope können die Bilder via USB auf den PC- oder einen LCD-Bildschirm übertragen und haben in der Regel kein Okular.
  • Je nach gewähltem Objekt sind unterschiedliche Lichtmikroskope erforderlich: Zur Untersuchung von größeren Objekten wie Insekten oder Blättern reicht ein Mikroskop mit Auflicht. Für Präparate wird ein Mikroskop mit Durchlicht benötigt.

Mikroskop Test

Wenn das menschliche Auge nicht ausreicht, um die Wunder der Natur in seiner Gesamtheit erfassen zu können, dann müssen andere Gesetze her. Dank der Regeln der Physik und alter wie neuer Technik lassen sich auch für unser Sehvermögen verborgene Details sichtbar machen. Lupen sind hier ein erster Schritt, wer jedoch die inneren oder äußeren Strukturen von Insekten, Blättern, Metallen oder Bakterien vergrößern will, der benötigt ein Mikroskop. Da das Feld der Mikroskopie recht anspruchsvoll ist, gilt es das eigene Mikroskop sorgsam auszuwählen. Die wichtigsten Fakten zum Mikroskop finden Sie daher im folgenden Artikel auch für den Laien verständlich aufbereitet.

1. Was ist ein Mikroskop?

aufbauWem die Bezeichnung Mikroskop nicht geläufig ist, dem sei gesagt, dass sie sich aus dem Griechischen herleitet und aus den Worten „mikrós“, „klein“, und „skopeín“, „betrachten“, zusammensetzt. Davon ausgehend handelt es sich beim Mikroskop um ein Gerät, das kleinere Objekt optisch heranzoomt, sodass kleine Details sichtbar werden, die dem bloßen menschlichen Auge normalerweise verwehrt bleiben. Man könnte ein Mikroskop auch als eine Form der Sehhilfe oder Lupe bezeichnen, wenngleich die Techniken hier nicht vergleichbar sind.

Apropos Technik: Den vollständigen Aufbau eines Mikroskops zu beschreiben würde bereits den Rahmen einer Kaufberatung sprengen. Aus diesem Grund werden wir uns in diesem Mikroskop Vergleich auf das Wesentliche beschränken. Das Gerät besteht in seiner Grundform aus einem Stativ, Okularen, Objektiven und einem Objekttisch. Welche Funktionsweise ihnen jeweils angehört, verrät Ihnen die Tabelle:

Bauteil Funktion
Das Stativ Der Grundbaustein eines Mikroskops ist das Stativ. Es hält die Konstruktion in ihren Einzelteilen zusammen und bietet eine sichere Standposition, sodass das Gerät nicht bei der kleinsten falschen Bewegung ins Schwanken gerät.
Ein Okular Ein Mikroskop kann ein oder zwei Okulare haben, durch welche der (Hobby-)Forscher hindurchsieht, um die Untersuchungsobjekte aus nächster Nähe zu betrachten. Die zylinderförmige Form eines Okulars hat den ungefähren Durchmesser eines menschlichen Auges, sodass unser Sehfeld genau auf das Bild der Mikroskopie gerichtet wird. Okulare befinden sich am höchsten Punkt eines Mikroskops.
Die Objektive Ohne ein Objektiv würde man das Objekt nur in seiner Originalgröße sehen. Einziger Unterschied wäre, dass wir dafür extra in zwei kreisrunde Trichter gucken. Erst die im Objekt befindliche Linse projiziert das vergrößerte Bild des Objekts zum Auge und wir sehen den Käfer oder die Substanz in vielfacher Größe. Mikroskop Testsieger verfügen meist über mehrere Linsen, um besonders passgenaue Mikrobilder zu erhalten. Oftmals reicht jedoch auch schon eine Linse.
Der Objekttisch Unterhalb des Okulars und der Objektive liegt der Objekttisch, auf den das zu betrachtende Objekt platziert wird. Große Objekte werden einfach auf die Platte gelegt, dünne Substanzen werden zusätzlich unter eine Glasplatte gelegt, um das Bild zu verbessern. Damit beim Mikroskopieren nichts verrutscht, verfügt das beste Mikroskop über Objektträger, welche die Glasplatte an den Objekttisch klammern.
Eine Lampe Ein wichtiges Zubehör gilt es abschließend noch zu erwähnen. Bei denen im Mikroskop Vergleich untersuchten Produkten handelt es sich ausschließlich um das Modell Lichtmikroskop, welches das Laborobjekt von unten oder oben durch bzw. anleuchtet. Demnach verfügt jeder Artikel über eine Lichtquelle, ohne die ebenfalls keine scharfen Mikroskopien entstehen würden.

2. Welche Mikroskop-Typen gibt es?

Modell Bresser Biolux

Monokulares Bresser Mikroskop Biolux.

Im Mikroskop Vergleich wurde ausschließlich die Kategorie Lichtmikroskop unter die Lupe genommen. Aufteilen lässt sie sich zum einen in monokulare und binokulare Mikroskope, die jeweils über ein oder zwei Okulare verfügten. Neuerdings gibt es auch Varianten, die statt eines Okulars mit einem LCD-Bildschirm ausgestattet sind. Zum anderen wird zwischen einem Digital Mikroskop und einem einfachen Messmikroskop unterschieden. Beide Unterkategorien möchten wir Ihnen im Mikroskop Vergleich näherbringen.

2.1. Mono- und binokulare Mikroskope

Mikroskop Profis empfehlen, bei häufiger Nutzung ein binokulares Modell zu wählen. Der Grund hierfür liegt in unserer natürlichen Sehgewohnheit, stets beide Augen zum Sehen zu verwenden und nicht als Captain Hook die Meere unsicher zu machen. Zwar verändert sich die Bildqualität nicht, wenn wir durch zwei Okulare schauen, denn unser Großhirn kann die Fähigkeit zur Bildauswertung auf ein verantwortliches Auge gewichten. Dies kann jedoch auf die Dauer gesundheitliche Probleme hervorrufen, denn das einseitige Augenkneifen löst Muskelverspannungen und Kopfweh aus. Darüber hinaus nimmt die Durchblutung der Augenmuskulatur im passiven Auge ab, sodass die Nervenbahnen und die Netzhaut an Leistungskraft verlieren. Wer somit als besonders motivierter Mikroskopiker ein Mikroskop kaufen möchte, der sollte über ein binokulares Produkt oder einen Artikel mit LCD-Bildschirm nachdenken.

Die Vor- und Nachteile des binokularen Mikroskops einmal auf den Punkt gebracht:

  • natürlicher Okulareinblick
  • Schonung der Netzhaut und der Augenmuskulatur
  • Vorbeugung von Kopfschmerzen
  • teurer als monokulare Mikroskope

2.2. Einfache und Digital Mikroskope

Bei einem einfachen Mikroskop schaut man sich die Forschungsobjekte auf dem Objekttisch an und versucht, wichtige Details oder Auffälligkeiten schriftlich zu notieren. Mit einem Digitalmikroskop lassen sich die Bilder digital fixieren und entweder auf einem angebrachten LCD-Bildschirm oder auf dem PC betrachten. Wer die Mikroskopien auf den PC laden möchte, benötigt also ein USB-Mikroskop, das über eine entsprechende Schnittstelle zur Weiterleitung der Daten verfügt. Übrigens kommen die meisten USB-Mikroskope ohne ein Okular aus. Nur selten finden sich Modelle, die sowohl ein Okular zur Verfügung stellen als auch die Möglichkeit der Datenübertragung bieten.

3. Kaufkriterien für Mikroskope: Worauf ist zu achten?

Steoreomikroskop

Ein Stereomikroskop bietet dreidimensionale Bilder.

Ein Mikroskop Kauf ist keine Kleinigkeit, die mal so nebenbei erledigt werden sollte. Dies liegt insbesondere an dem großen Anspruch, den das Verfahren der Mikroskopie von den Anwendern fordert. Ob in der Biologie-Science, der Textilbranche oder in der Technik zur Untersuchung von Mineralien, Gesteinen sowie Metallen, der Aufbau und die Funktionsweise erfordern Geduld und Durchhaltevermögen sowie eine intensive, dem Kauf vorausgehende Auseinandersetzung mit der Thematik. Insofern lohnt sich der Blick auf die Liste von Kaufkriterien für ein Mikroskop.

3.1. Beleuchtung

Ein Lichtmikroskop kann das Zielobjekt von oben an- oder von unterhalb durchleuchten, während ein Kondensor das Licht bündelt und gleichmäßig ausstrahlt. Beide Methoden, ob Auflichtmikroskop oder Durchlichtmikroskop, haben ihren eigenen Zweck und sind auf spezielle Objekte ausgerichtet. Auflicht strahlt die Oberfläche eines Objekts an und macht somit die aufliegenden Strukturen sichtbar. Größere Objekte wie Insekten, Blätter, Gesteine und Metalle lassen sich so leicht untersuchen. Ein Mikroskop mit Durchlichteinheit strahlt das Objekt von unten an und durch es hindurch. Die inneren Strukturen flacher oder kleiner Objekte wie zum Beispiel chemischer Substanzen kommen hier zum Vorschein. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Substanz unter einem flachen und genormten Objektträger aus Glas von 76 x 26 mm befindet.

Der Mikroskop Vergleich 2020 hat gezeigt, dass Mikroskope mit LED-Licht am verbreitesten sind. Halogenlampen sind im Gegensatz zu den kleinen und sparsamen LED-Leuchten seltener.

3.2. Maximale Vergrößerung

Die Größenspannweite für die Vergrößerung mit einem Lichtmikroskop beginnt bei ca. 20 Millimetern und endet bei 1.300 Millimetern – mehr ist nicht möglich, unabhängig davon, ob es sich um ein Digital-Mikroskop oder eines ohne USB-Schnittstelle handelt. Sobald man über eine optische Vergrößerung von 1.300 mm kommt, werden dem Bild nur „leere“ Details beigefügt, die keine Auswirkung auf die Mikroskopie haben.

Die maximale Vergrößerung ergibt sich aus der Kombination des Okulars und des Objektivs mit der je größten Vergrößerung. So machen ein Okular 10x und ein Objektiv 40x eine 400-fache Vergrößerung möglich.

Hinweis: Betrachtet man die Produkte aus dem Mikroskop Vergleich 2020 wird deutlich, dass die digitalen Versionen in der Tendenz zu höheren Vergrößerungen in der Lage sind.

3.3. Zubehör

Digitalmikroskop

Ein Digitalmikroskop ohne Okular.

Das beste Mikroskop ist mit allerlei Zubehör ausgestattet. Mikroskope mit Durchlicht sollten in der Regel über Präparatklemmen verfügen, welche das Objekt unter dem vorgegebenen Objektträger aus Glas fixieren. Zusätzlichen Komfort bieten Tubus-Köpfe, an welchen die unterschiedlichen Linsen befestigt sind, die sich um 360° drehen lassen. Natürlich vorausgesetzt, das Modell weist mehrere Objektive auf. Die neuesten High-Tech Modelle unter den Mikroskopen beinhalten eine Kamera, mit der sich sowohl Fotos schießen als auch Videos der Objekte durchführen lassen. Diese Möglichkeit zur Video- oder Bildaufnahme besteht jedoch nur bei einem USB-Mikroskop, da die Dateien der Mikroskopkamera auf einen Datenträger überspielt werden können müssen. Sind Sie bereit, ein günstiges Mikroskop durch ein teureres Modell zu ersetzen, dann trumpft ihr Kauf möglicherweise mit verschiedenen Okularaufsätzen, Pipetten, Zucht-Sets sowie mehreren Objektträgern und Objektiven auf. Besonders spannend sind hierbei die verschiedenen Objektive, mit denen sich unterschiedliche Größen der Objekte ausgleichen lassen.

4. Welche Marken von Mikroskopen sind bekannt?

Der Markt für Mikroskope teilt sich in sehr hochwertige und teure Modelle für Profis sowie günstige Mikroskope für Hobby- und Freizeitmikroskopiker sowie aufstrebende Kinder. Die erste Kategorie schließt die Zeiss Mikroskope und Leica Mikroskope mit ein. Erschwinglichere Modelle bietet die Marke Bresser an, die mit ihrem Galileo Mikroskop-Set auch Kinder begeistern. Ebenso erhalten Sie ein Kosmos Mikroskop mit viel Mikroskopie-Zubehör im Set. Weitere Marken und Hersteller aus dem Mikroskop Vergleich und darüber hinaus finden Sie in der Cloud aufgelistet.

  • Bresser
  • Xcsource
  • Zeiss
  • Nectaris
  • Kosmos
  • Conrad
  • Reflecta
  • Clementoni
  • Hyundai
  • Kuenen
  • Somikon

5. Gibt es einen Mikroskop-Test bei der Stiftung Warentest?

Einen Mikroskop Test hat die Stiftung Warentest bisher nicht veröffentlicht. Dennoch ist das Themengebiet nicht vollständig an der Stiftung vorbeigegangen. Eine Meldung aus 2001 weist den neugierigen Verbraucher auf die damals noch unbekannten Digitalmikroskope hin. Das Computermikroskop QX3 von Intel und Mattel konnte mit einem USB-Kabel an den Windows PC angeschlossen werden, sodass das mikroskopierte Objekt auf dem Bildschirm zu betrachten war. Die Stiftung übte allerdings einige Kritik an dem Produkt, wonach die Bilder qualitativ minderwertig waren und die zugehörige Software nicht mit einem Mac-PC kompatibel. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Mikroskop

6.1. Wer hat das Mikroskop erfunden?

Lust auf mehr?

Für alle jene, die sich an der Erkundung irdischer und extraterrestrischer Phänomene erfreuen, haben wir noch weitere Vergleiche bereitgestellt.

Das erste Mikroskop bestand noch aus zwei Linsen und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von dem Holländer Zacharias Janssen entwickelt. Die Bildqualität der Mikroskopien leidete allerdings noch unter schlecht geschliffenen Linsengläsern. Antoni van Leeuwenhoek, ebenfalls Holländer, setzte 50 Jahre später das erste Mikroskop mit einer Linse zusammen. Diese war feiner geschliffen und lieferte eine genauere Mikroskop Vergrößerung.

6.2. Wie reinigt man ein Mikroskop?

Der größte Feind der Mikroskopie und eines Mikroskops ist Staub. Auch dieser wird durch die Linse im Lichtmikroskop sichtbar und verändert das Gesamtbild. Achten Sie stets darauf, dass Ihr Mikroskop außerhalb der Gebrauchszeiten sicher verpackt und vor Staubteilchen geschützt ist. Einige Hersteller verkaufen ihre Produkte mit einem passenden Koffer zur Aufbewahrung. Haben Sie sich trotz dieses Vorteils für ein anderes Modell entschieden, dann bietet sich ein passgenauer Karton an, indem wenig Platz zur Luftzirkulation ist. Packen Sie das Gerät vorab zusätzlich in eine Plastikfolie und schließen Sie die Box lückenlos.

6.3. Wo wird ein Mikroskop eingesetzt?

Ein Mikroskop kommt in vielen Arbeits- und Forschungsbereichen zum Einsatz. Am wohl geläufigsten ist ihre Anwendung in der Biologie sowie in der der Medizin. Sie werden jedoch auch von Geologen zur Untersuchung von Gesteinen herangezogen. Ebenso nutzen Mineralogen die Fähigkeit zur Vergrößerung durch Mikroskopie, um die Strukturen der Mineralien genau zu erfassen. Letztlich leisten Mikroskope auch in der Industrie, speziell in der Feinmechanik, Elektronik und Metallographie, gute Arbeit, denn hier werden Metalle auf ihre Tauglichkeit geprüft.

6.4. Was ist ein Stereomikroskop?

Stereomikroskope dienen, ähnlich einer Lupe, der Untersuchung von Oberflächenstrukturen größerer Objekte, wie zum Beispiel Insekten, Gesteinen oder Münzen. Während eine Lupe jedoch stets ein zweidimensionales Bild liefert, sieht man durch die Okulare eines Stereomikroskops dreidimensional, also stereo. Aufgrund der anschaulichen Bildübertragung eignen sich die Stereo-Modelle auch als Mikroskop für Kinder.

Die Unterschiede eines Stereo- und einfachen Mikroskops werden in dem folgenden Video noch einmal deutlich: