Das Wichtigste in Kürze
  • VDSL-Router sind besonders schnelle und leistungsfähige Router. Durch technische Standards wie Super-Vectoring sind sie geeignet für VDSL-Anschlüsse mit bis zu 300 MBit/s.
  • Nicht in allen VDSL-Routern sind Modems integriert. Zum Betrieb von VDSL benötigen Sie zwangsweise ein kompatibles Modem. Falls Sie keines besitzen, sollten Sie zu einem Router mit Modem greifen.
  • Dual-Band-Router eignen sich für Städte und Ballungsgebiete. Wenn ein WLAN-Frequenzband zu voll ist, können Sie auf ein anderes wechseln.

vdsl-router-test

VDSL bzw. VDSL2 ist der Ferrari für die Datenautobahn. Damit Sie ordentlich rasen können, muss die Datenleitung zumindest zum Großteil aus Glasfaserkabeln bestehen. Ein heikles Thema in Deutschland, sind doch bis dato nur rund 2,3 % aller Haushalte direkt ans Glasfasernetz angeschlossen. Im Vergleich: In Singapur sind es 90%, der europäische Spitzenreiter Litauen kommt auf rund 45%. (Quelle: FTTH Council)

glasfaserkabel

Durch Glasfaserkabel fließen Daten beinahe ungebremst – deswegen sind sie auch so effektiv.

Die gute Nachricht: Immer mehr Haushalte in Stadtgebieten sind über Verteilerkästen zumindest indirekt am Glasfasernetz. Sollten Sie zu den Glücklichen gehören, bei denen Glasfaser bzw. VDSL verfügbar ist, stehen Sie vor der nächsten Frage: Welcher VDSL-Router soll es sein?

Damit Sie Ihren persönlichen VDSL-Router-Testsieger finden, haben wir viele beliebte VDSL-fähige Router verglichen. Einige kommen mit eingebautem Modem, anderen funken parallele Datenströme und punkten mit Zusatzfunktionen. Finden Sie in unserem VDSL-Router-Vergleich 2020 den passenden Router für Ihre Datenautobahn.

1. VDSL-Router vs. Router: Was ist der Unterschied?

vdsl speed checkVDSL-Router sind besonders schnelle Router, die den VDSL-Datenstrom nicht ausbremsen. In vielen Fällen kommen Sie außerdem mit einem integrierten VDSL-Modem, das Sie zur Nutzung von VDSL zwingend benötigen.

Ein VDSL-Router unterscheidet sich durch seine Geschwindigkeit von einem gewöhnlichen ADSL-Router. Diese hängt von vielen Faktoren ab: Anschluss, WLAN-Frequenzband, Internetprotokoll, Sendestärke, Antennenzahl und mehr. Doch bevor wir ins Detail gehen, werfen Sie einen kurzen Blick auf die verschiedenen VDSL-Router-Typen.

Wichtig: Wenn Sie kein separates VDSL-Modem besitzen, benötigen Sie einen VDSL-Router mit integriertem Modem.

2. Profi, Allrounder und Einsteiger: Welche VDSL-Router-Typen gibt es?

Die Router lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: Profi, Allrounder und Einsteiger. Profi-Modelle sind die schnellsten Geräte auf dem Markt, mit Allroundern werden die meisten Heimanwender glücklich. Einsteigermodelle reichen für VDSL, sind jedoch am langsamsten.

Kategorie Beschreibung
Profi
z.B. AVM Fritzbox 7590fritzbox vdsl
  • unterstützt Full-Vectoring (bis 100 MBit/s VDSL)
  • Dual-Band-WLAN-Router
  • funkt parallel über vier Antennen (4 x 4 MIMO)
  • unterstützt MU-MIMO
  • 4 x Gigabit-LAN
  • ab 1.000 MBit/s WLAN-Datenrate

+ am schnellsten
+ voller Speed für alle Geräte dank MU-MIMO
+ sehr zukunftssicher
+ viele Einstellungen
- teuer

Allrounder
z.B. ASUS RT-N18Unetgear vdsl
  • Dual-Band-WLAN-Router
  • funkt parallel über drei Antennen (3 x 3 MIMO)
  • 4 x Gigabit-LAN
  • ab 600 MBit/s WLAN-Datenrate

+ schnelle Datenübertragung mit 3 x 3 MIMO-Geräten
+ ausreichend für jeden VDSL-Anschluss
+ Wechsel auf 5 GHz-Band nach Bedarf möglich
- kein MU-MIMO-Support
- nur bedingt für professionelle Zwecke geeignet

Einsteiger
z.B. ZyXEL VMG1312-B30Azyxel vdsl
  • Single- oder Dual-Band-WLAN-Router
  • funkt parallel über zwei Antennen (2 x 2 MIMO)
  • 4 x Fast-LAN
  • ab 300 MBit/s WLAN-Datenrate

+ günstig
+ viel Power für jeden normalen DSL-Anschluss
+ ausreichend für VDSL bis 50 MBit/s
- kein MU-MIMO-Support
- weniger Einstellungen

access point

3. Kaufberatung VDSL-Router: Worauf ist beim Kauf zu achten?

Bevor Sie einen VDSL-Router kaufen, sollten Sie wissen, worauf es zu achten gilt. Alle Router im Test eignen sich zwar für VDSL, aber nicht alle sind gleich schnell. Die verschiedenen Geschwindigkeiten ergeben sich aus der verbauten Technik. Besonders wichtig sind:

Wichtige Kaufkriterien für VDSL-Router

  • Anschlussart und Full-Vectoringchecklist vdsl
  • WLAN-Frequenzbänder und Datenrate
  • MIMO und MU-MIMO
  • Anschlüsse, z.B. LAN und USB
  • Erweiterte Funktionen, z.B. Mediaserver und Repeater

3.1. Volle Power: Mit Full-Vectoring holen Sie das meiste aus der Leitung

vdsl 100

Anschlüsse über 50 MBit/s benötigen Full-Vectoring.

Ihr VDSL gelangt in der Regel vom Verteilerkasten durch Kabel zu Ihnen. Diese Kabel sind meist aus Kupfer. Die Signale in den Kupferkabeln stören sich gegenseitig – und verringern so die Leistung.

Durch Full-Vectoring wird dieser Effekt reduziert. Die Daten kommen schneller bei Ihnen an und Sie können das meiste aus Ihrem Anschluss herausholen. Voraussetzung ist jedoch, dass

  • Ihr Router Full-Vectoring unterstützt und
  • der Verteilerkasten ebenfalls mit Full-Vectoring-Technologie ausgestattet ist.

3.2. WLAN-Frequenzband: Auf 5 GHz surfen Sie schneller, auf 2,4 GHz ist die Reichweite besser

netgear vdsl test

Bei DSL-Routern mit Dual-Band-Funktion haben Sie die Wahl: Sie können entweder auf dem 2,4 oder 5 GHz-Frequenzband funken. Weil nur das 5 GHz-Frequenzband den schnellen WLAN-Standard 802.11ac unterstützt, werden hier auch die Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. So erreicht z.B. der Telekom Speedport Smart eine rechnerische Geschwindigkeit von max. 2.100 MBit/s.

Single-Band-Router funken nur auf dem 2,4 GHz-Band. Mit dem WLAN-Standard 802.11n sind hier bis zu 450 MBit/s möglich. Weil fast alle Router auf 2,4 GHz funken, kann das Frequenzband in Ballungsgebieten überlastet sein. Gerade hier machen Dual-Band-Router besonders viel Sinn.

3.3. Mehr Leistung: Mit MIMO übertragen Sie Ihre Daten noch schneller

MIMO (Multiple In Multiple Out) meint die Anzahl an Sende- und Empfangseinheiten am Router. Verfügt ein DSL-Router z.B. über 3 x 3 MIMO, heißt das: Es sind drei Antennen verbaut, die jeweils auf einem Kanal senden und empfangen können.

mu mimo routerUnd warum ist das nun gut? Stellen Sie es sich so vor: Sie fahren zur Arbeit und geraten in einen Stau, weil nur eine Spur geöffnet ist. Wenn nun aber drei Spuren offen wären – drei Kanäle also – würde der Stau sich auflösen und die Autos könnten schnell ans Ziel kommen. Genau so funktioniert es mit der Datenübertragung bei MIMO – vorausgesetzt Ihr Endgerät unterstützt MIMO. Das ist bei den meisten Laptops der Fall – aber auch auch aktuelle Smartphones unterstützen MIMO.

Am schnellsten sind Geräte mit MU-MIMO (Multi User Multiple In Multiple Out). „Normale“ WLAN. bzw DSL-Router können nur mit einem Endgerät auf einmal sprechen und springen blitzschnell zwischen den Geräten hin und her. Dadurch geht Leistung verloren. Mit MU-MIMO kann der Router gleichzeitig mehrere Geräte mit der vollen Leistung versorgen. Das ist besonders wichtig im Smart-Home, denn hier wollen viele Geräte gleichzeitig mit Daten versorgt werden.

VDSL test

3.4. Anschlüsse: Gigabit-LAN ist zehnmal schneller als Fast-LAN

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Die Zukunft ist kabellos – aber nicht jedes Zuhause. Falls Sie planen, Ihren Router auch per LAN-Kabel zu nutzen, sollten Sie auf Gigabit-LAN-Anschlüsse achten. Per Gigabit-Anschluss sind Datenübertragungen bis 1.000 MBit/s möglich, per Fast-Ethernet nur bis rund 100 MBit/s.

Außerdem besitzt jeder aktuelle DSL-Router zumindest einen USB-Anschluss, um USB-Sticks oder Festplatten anzuschließen. Hier sollten Sie auf einen USB 3.0-Anschluss achten, denn der überträgt Daten rund 10 mal schneller als USB 2.0.

3.5. Mit Mediaserver-Funktion streamen Sie direkt vom Router

Je nach Hersteller und Modell bieten Router eine Auswahl an Zusatzfunktionen. Zu den besten VDSL-Routern in diesem Bereich zählt z.B. die AVM Fritzbox. Zu den wichtigen Funktionen gehören:

  • WPS: Das Wi-Fi Protected Setup – kurz WPS – verbindet per Knopfdruck zwei Geräte über WLAN. So können Sie z.B. Hardware wie einen WLAN-Drucker oder einen WLAN-Repeater einfach in ein Netzwerk einbinden, ohne ein Passwort eingeben zu müssen.
  • d link routerRepeater: Router mit Repeater-Funktionen können Sie als Erweiterung Ihrer WLAN-Reichweite einsetzen. In diesem Fall würde der Router ein bestehendes WLAN-Signal empfangen und es verstärkt weiter funken. Das hilft besonders bei mehrstöckigen Gebäuden oder dicken Wänden.
  • Mediaserver: Wird eine externe Festplatte oder ein USB-Stick per USB an den Router angeschlossen, können in der Regel alle Geräte im Netzwerk auf die Daten auf dem Datenträger zugreifen. Man spricht in diesem Fall von NAS – also Network Attached Storage.

vdsl router on table

4. Empfang und Sicherheit: Was gibt es noch über VDSL-Router zu wissen?

Router sind zwar Wunderwerke der Internet-Technik, aber auch der beste VDSL-Router ist nicht immun gegen Störungen und Eindringlinge. Ob Telekom-Router, Fritzbox oder anderes Gerät – mit unseren Tipps für VDSL-Router surfen Sie schneller und sicherer.

4.1. Fünf Tricks für besseren Empfang

linksys routerWie fast alle Funknetze funkt auch das WLAN über elektromagnetische Wellen, genau wie beim Radio. Ob das WLAN-Signal vom Endgerät gut empfangen wird, hängt von der Qualität des Signals ab. Um das zu verbessern, können Sie zu einigen Tricks greifen.

  1. Router zentral positionieren: Damit das Signal bei allen Teilnehmern gut ankommt, sollte Sie den Router so positionieren, dass die Distanz zu den Endgeräten möglichst gering ist. Vermeiden Sie also den Keller und Schränke und achten Sie darauf, dass sich keine Hindernisse wie z.B. Wände im Weg befinden.
  2. Störquellen vermeiden: Besonders in Ballungsgebieten funken viele Geräte um die Wette. Das kann der Router des Nachbarn sein, aber auch elektronische Geräte wie Mikrowellen, Walkie-Talkies oder ferngesteuerte Geräte. Positionieren Sie Ihren Router möglichst alleine stehend.
  3. Frequenzband wechseln: Sollte Ihr Empfang noch immer langsam sein, können Sie mit einem Dual-Band-Router vom viel genutzten 2,4 GHz ins 5 GHz-Band wechseln.
  4. WLAN-Signal verstärken: Wenn Sie bereits alles versucht haben, aber nichts helfen will, können Sie immernoch zu einem WLAN-Repeater oder Access Point greifen. Der Repeater empfängt ein (schwaches) WLAN-Signal, verstärkt es und funkt es weiter. Klingt gut? Hier geht es zum WLAN-Repeater-Vergleich.
  5. Funkkanal wechseln: Auch innerhalb eines Frequenzbands – z.B. 2,4 GHZ – gibt es mehrere Funkkanäle. Mit kostenlosen WLAN-Scannern wie z.B. InSSIDer können Sie die Auslastung der Kanäle prüfen und den besten Kanal für Ihr Netzwerk wählen.

4.2. Router-Sicherheit: Achten Sie auf diese Einstellungen

router sicherheit

Das weltweit beliebteste und damit unsicherste Passwort ist „123456“.

Wenn Sie Ihren Router einrichten, sollten Sie Ihr WLAN-Netzwerk verschlüsseln. Am sichersten ist WPA2 mit AES (Advanced Encryption Protocol). Allerdings sollten Sie darauf achten das Standardpasswort zu ändern.

Diese Einstellung finden Sie ofter unter „PSK“, also Pre-Shared-Key. Ihr WPA/WPA2-Passwort sollte möglichst lang sein, Zahlen und Sonderzeichen enthalten und nicht „12345“ oder „Admin“ lauten.

Falls Sie ideenlos sind: sichere Passwörter lassen sich z.B. über Passwort-Generatoren erstellen. Mit diesem Link geht zu einem kostenlosen Online-Passwort-Generator.

5. Fragen und Antworten zu VDSL-Routern

  • Hat die Stiftung Warentest bereits einen VDSL-Router-Test durchgeführt?

    Ja! Die Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 05/2017 zwölf verschiedene WLAN-Router unter die Lupe genommen. Sie haben zwar nicht ausdrücklich auf die VDSL-Fähigkeit hingewiesen, jedoch sind alle Modelle so aktuell, dass sie mit VDSL 50 und oft auch mit VDSL 100 umgehen können. Den vollständigen Test finden Sie unter diesem Link.
  • Welche Hersteller und Marken für VDSL-Router gibt es?

    Besonders beliebt in Deutschland ist der Hersteller AVM mit seinen AVM-Fritzbox-Geräten. Aber auch LinkSys-Router, Asus-Router, Netgear-Router, D-Link-Router und der Router der Telekom – der Telekom Speedport Smart – finden sich in den Bestsellerlisten. Die Speedport und Speedport Smart-Geräte werden von Huawei und Arcadyan speziell für die Telekom gefertigt.
  • Was ist ein IP-fähiger Router?

    Bis Ende 2018 stellte die Telekom alle analogen und ISDN-Anschlüsse auf digital um. Die Telekom rät Ihren Kunden zum Kauf eines „IP-fähigen Routers“, um weiterhin Festnetztelefonie und Internet nutzen zu können.

    Ein IP-fähiger Router ist ein Router mit 1) integriertem Modem und 2) VoIP (Voice over IP)-Funktion.

  • Was bedeutet DECT?

    DECT steht für Digital Enhanced Cordless Telecommunications und ist ein Standard für kabellose Telekommunikation. Das ist für Internet und DSL weniger interessant, aber sehr wohl für schnurlose Telefone. Genau dafür dient nämlich DECT: Sie können schnurlose Telefone mit Ihrem Router verbinden.