Das Wichtigste in Kürze
  • Die Bezeichnung „Brandy“ ist die Abkürzung für die Spirituosen-Kategorie der Weinbrände. Verwechseln Sie den Brandy nicht mit dem Cognac. Brandy darf nur aus vinifiziertem Wein hergestellt werden, Cognac stammt aus der gleichnamigen französischen Stadt.
  • Spanischen Weinbrand, die bekannteste Brandy-Variante, gibt es in drei Qualitätsstufen: als Solera, Solera Reserva und Solera Gran Reserva. Solera-Brandy können Sie zum Mixen von Cocktails und zum Kochen benutzen, Gran-Reserva-Brandy sollten Sie mit reichlich Zeit genießen.
  • Um lange gereiften, hochwertigen Weinbrand stilecht genießen zu können, brauchen Sie ein Brandy-Glas, einen edlen Tropfen und Zeit – nur so kann sich das Aroma voll entfalten.

Brandy Test

Brandy ist die Kurzform für Weinbrand und bezeichnet eine Spirituose, die aus vinifiziertem Wein hergestellt wird. Diese Form der Herstellung ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich ein Weinbrand überhaupt erst Brandy nennen darf.

Diverse Tests im Internet zeigen: Spanischer Weinbrand ist die häufigste Brandy-Variante, Weinbrände aus anderen Ländern sind hingegen rar. In unserem Brandy-Vergleich 2020 erklären wir Ihnen die drei Qualitätsstufen des spanischen Brandys – Solera, Solera Reserva und Gran Reserva – und welche Parameter erfüllt sein müssen, damit ein Brandy überhaupt erst diesen Namen tragen darf.

Brandy Test

1. Wird echter Brandy aus vinifiziertem Wein hergestellt?

Spätestens die EU-Richtlinie, die die Definition von Brandy in einer Gesetzesnorm niederschrieb, sorgte für Klarheit darüber, welche Spirituose überhaupt diesen Namen tragen darf.

Kaufberatung von Vergleich.org: Brandy darf nur diesen Namen tragen, wenn der Alkohol aus vinifiziertem Wein hergestellt wurde. Der Prozess der Vinifikation beschreibt – per Weingesetz – die komplette Weinherstellung von der Pflege der Pflanzen am Weinberg über Weinlese und Weinbereitung bis hin zur Lagerung. Diese Definition grenzt den Brandy auch von Grappa und Pisco ab, die aus Trester oder Traubenmost hergestellt sind. Auch Apricot Brandy oder Cherry Brandy sind keine Brandys im klassischen Sinn, sondern Liköre oder aromatisierter Brandy Schnaps. Achten Sie beim Kauf auf die genaue Bezeichnung: In der EU darf nur Alkohol aus vinifiziertem Wein als Brandy deklariert und als solcher verkauft werden. Das ist das wichtigste Qualitätsmerkmal der Spirituose.

Weitere Qualitätskriterien, die Sie beim Brandy kaufen kennen sollten, sind diese:

Brandy Herstellung Alkoholgehalt

Die Herstellung von Brandy unterliegt einer EU-Richtlinie.

  • Fasslagerung. Brandy muss mit mindestens sechs Monate in einem Eichenfass lagern, das weniger als 1.000 Liter Fassungsvermögen aufweist. Sind die Fässer größer, verlängert sich die Lagerungszeit auf 12 Monate. Häufig werden Fässer verwendet, in denen zuvor Sherry gereift ist. Sherry ist ein bekannter spanischer Weißwein aus Andalusien.
  • Zusätze. Erlaubt ist, dass maximal drei Prozent Zucker oder Zuckercouleur zuzugeben werden. Das ist die einzig geltende Ausnahme, da aromatisierende Zusätze laut EU-Recht eigentlich nicht erlaubt sind. Durch die Zugabe von Zuckercouleur verändert sich die Farbe, was bedeutet: Sie kann Ihnen nicht mehr als Qualitätsmerkmal dienen.
  • Herkunft. Die wichtigsten Herstellungsländer sind Spanien, Portugal, Frankreich, Griechenland, Deutschland und Italien.
  • Herstellung. Für die Herstellung von Brandy wird ein Wein mit acht bis zwölf Volumenprozent benötigt. Dieser wird in einer Brennblase erhitzt. Während dieses Vorgangs entweichen Aromen und Alkohol, welche in hoher Konzentration vom Wasser getrennt werden. Durch die Destillation werden viele weitere Aromen freigesetzt, welche für den typischen Geschmack des Brandys stehen. Das Produkt daraus wird mehrfach destilliert und in Holzfässern gelagert.
  • Alkoholgehalt. Brandy muss einen Alkoholgehalt von mindestens 36 Prozent haben. Das Beimischen von zusätzlichem Alkohol ist nicht erlaubt. Brandy muss aus Branntwein mit oder ohne Weindestillat hergestellt werden.

Brandy Herstellung

2. Diverse Brandy-Tests im Internet: In welchem Verfahren wird spanischer Weinbrand hergestellt?

Es gibt viele verschiedene Arten von Brandy. Die Bekannteste stammt aus Spanien. Der Brandy de Jerez, wie diese Art auch genannt wird, kommt aus dem direkten Umfeld von Jerez de La Frontera. Es gibt diesen Weinbrand in zwei verschiedenen Destillaten mit unterschiedlichem Alkoholgehalt. Der finale Alkoholgehalt beim spanischen Brandy liegt zwischen 36 und 45 Volumenprozent.

Der Alkoholgehalt: Der Unterschied zwischen den beiden Destillaten liegt im Alkoholgehalt. Als Holandas wird das Destillat mit einem Alkoholgehalt zwischen 60 und 65 Prozent bezeichnet. Dieses Destillat ist für den Geschmack verantwortlich. Destilados hat einen Alkoholgehalt von 84 bis 86 Prozent. Nur in Kombination mit dem aromatischen Holandas-Destillat verhelfen sie dem Brandy zu seinem feinen, leichten Geschmack.

spanischer Weinbrand Test

Spanischer Weinbrand ist die bekannteste Art des Brandys.

Die anschließende Lagerung der Spirituose trägt im Fachjargon die Bezeichnung als „Solera-Verfahren“, die typisch für die Herstellung des spanischen Brandys ist. Dabei werden mehrere Fässer-Stapel aufgereiht. Die Destillate müssen diese Fässer während der Reifeperiode durchlaufen. Es wird immer ein Teil des Destillats entnommen und in die zweite Reihe gefüllt. Von dort wiederum wird ein Teil in die dritte Reihe gefüllt. Die letzte Fassreihe dient der finalen Herstellung des Brandys. Die genaue Lagerzeit ist schwer anzugeben.

2.1. Spanischen Brandy gibt es in drei Qualitätsstufen: Solera, Solera Reserva und Gran Reserva

Die drei Kategorien, die Hersteller von spanischen Brandy mit Blick auf Reifezeit und Qualität ausweisen, orientieren sich am Durchschnittsalter. In diversen Brandy-Tests im Internet werden diese Kriterien ebenfalls herangezogen. Brandy-Testsieger sind dann häufig die Weinbrände der Qualitätsstufe Gran Reserva.

Qualitätsstufe Lagerzeit und Geschmack
Solera

Brandy Test

  • Lagerzeit: junge Brandys mit einer Lagerzeit von sechs bis 18 Monaten
  • Geschmack: frischer Geschmack wie beispielsweise beim Brandy 103 Solera der Marke Osborne
Solera Reserva

Brandy Test

  • Lagerzeit: alte Brandys mit einer Lagerzeit von einem bis fünf Jahre
  • Geschmack: aromatischer Geschmack wie beispielsweise beim Veterano Brandy Solera Reserva des Herstellers Osborne
Solera Gran Reserva

Brandy Test

  • Lagerzeit: sehr alte Brandys mit einer Lagerzeit von drei bis 25 Jahren
  • Geschmack: aromatischer Geschmack nach Vanille, Karamell, Kaffee, Schokolade, Pflaumen oder Rosinen wie beispielsweise beim Solera Gran Reserva der Marken Cardenal Mendoza, Lustau und Carlos I

Kaufberatung von Vergleich.org: Möchten Sie guten Brandy kaufen, muss dieser nicht teuer sein, kann er aber. Vom Hersteller Torres Brandy gibt es günstigen Brandy. Auch im Discounter wie bei Aldi oder Lidl gibt es regelmäßig günstige Brandy-Angebote – vor allem deswegen, weil sich mit dem Weinbrand auch sehr gute Cocktails mixen lassen. Vor allem ähnliche Produkte wie etwa Apricot Brandy oder Cherry Brandy eignen sich gut für diese Zwecke.

2.2. Der Reifegrad wird mit drei Reifestufen bezeichnet

Der Geschmack unterscheidet sich je nach Alter. Die Nancen reichen von duftendem, fruchtigem, jungem Brandy bis hin zu älterem, gereiftem Brandy, der auch einen deutlich dunkleren Braunton aufweist. Mit der reifebedingten Farbveränderung ändert sich auch der Geschmack. So wird Brandy nussig bis würzig, aber auch holzig und leicht süß.

Als einheitliche Bezeichnung des Reifegrads haben sich diese Bezeichnungen durchgesetzt:

Bezeichnung Fassreifung
VS (Very Special) ab zwei Jahren Fassreifung
VSOP (Very Superior Old Pale) mindestens vier Jahre Fassreifung
XO (Extra Old) über sechs Jahre Fassreifung

Brandy Weinbrand

3. Gibt es Brandys auch aus anderen Ländern?

Der Brandy aus Spanien ist die bekannteste und geschmacklich ausgereifteste Spirituose mit diesem Namen. Doch auch in anderen Ländern wird der Weinbrand hergestellt.

  • Brandy Test

    Der Metaxa Grande Fine ist die edelste Variante des griechischen Brandys.

    Beim griechischen Brandy ist der Metaxa der bekannteste Vertreter. Diesen wiederum gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen – mit 5 Sternen, 7 Sternen und 12 Sternen. Metaxa mit fünf Sternen schmeckt sanft und vielseitig und erinnert an seinen mediterranen Ursprung. Die goldgelbe Färbung erhält er durch die fünfjährige Reifezeit in französischen Eichenfässern. Der würzige Geschmack ist auf die Zugabe von Kräutern während der Destillation zurückzuführen. Metaxa mit sieben Sternen ist sieben Jahre lang gereift. In dieser Zeit konnte der griechische Brandy einen Farbmix aus Kupfer und Bernstein entwickeln sowie einen vollmundigen Geschmack mit fruchtiger Süße. Reif, elegant und ausgewogen schmeckt der Metaxa mit 12 Sternen. Seine Aromen stammen aus Gewürzen, Orangenschalen und Trockenfrüchten. Zu den nobelsten Metaxa-Varianten gehören der Metaxa Private Reserve der Metaxa Grande Fine, die länger als der 12-Sterne-Metaxa gelagert wurden.

  • Der italienische Brandy wird nicht im Solera-Verfahren gelagert. Dem Geschmack tut das hingegen keinen Abbruch, denn auch italienischer Weinbrand kann eine würzige Note entfalten, beispielsweise mit Geschmacksnuancen von Vanille, Muskatnuss und Kaffee.
  • Französischer Brandy ist rar und fällt geschmacklich in die Kategorie der intensiven, vollmundigen Spirituosen. In Frankreich deutlich häufiger vertreten ist der Cognac und der Armagnac. Der Cognac wird weltweit als hochwertigster Weinbrand gehandelt. Diese Form von Weinbrand ist herkunftsgeschützt. Auch beim Armagnac gibt es strenge Vorschriften in Bezug auf die Herkunft und die verwendeten Rebsorten.
  • Der deutsche Weinbrand wird oft als Altherren-Getränk bezeichnet, dabei macht seine milde und zugleich reichhaltige Fülle ihn für viele Kenner zum schmackhaften Tropfen. Der bekannteste Weinbrand ist der Asbach. Auch Marken wie Mariacron, Dujardin oder Scharlachberg sind in Deutschland sehr bekannt.

Kaufberatung von Vergleich.org: Die hier benannten Brandys sind nur die gängigsten Weinbrände. Zudem gibt es Weinbrände aus vielen anderen Ländern: Der Vinjak stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. In Portugal wird Macieria hergestellt. Der armenische Brandy (Ararat Brandy) ist pures Weindestillat. Der in Albanien hergestellte Brandy trägt den Namen Konjak Skenderbeu. In Georgien wird bereits seit dem 19. Jahrhundert Weinbrand hergestellt, der meist als Cognac bezeichnet wird. Auch in der Republik Moldau trägt der Weinbrand nur als Exportprodukt den Namen Brandy. Brandy-Fans kommen also auch im Ausland auf ihre Kosten – auch wenn die Produkte dort vielleicht einen anderen Namen tragen.

Brandy Gläser

4. Ein guter Brandy wird handwarm aus Brandy-Gläsern getrunken

Die Frage, wie ein Brandy stilecht und korrekt getrunken wird, ist schnell beantwortet: Ein guter Brandy wird handwarm getrunken. Außerdem sind Brandy-Gläser (Cognac-Schwenker) unerlässlich, um das volle Aroma des Brandys zu genießen. Ein Cognac-Schwenker ist ein bauchiges, nach oben wieder enger werdendes Glas mit einem kurzen Stiel. Brandy zu trinken, ist nicht schwer, wenn Sie diese Ge- und Verbote des Brandytrinkens beherrschen.

Gebote beim Brandytrinken Verbote beim Brandytrinken
+ zimmerwarmen Brandy in ein Cognacglas gießen
+ schluckweise genießen
+ langsam trinken
- Flasche nicht offen stehen lassen, Brandy muss nicht atmen
- Glas nicht schwenken, sonst gehen die Aromen verloren

Kaufberatung von Vergleich.org: Wenn Sie kein Kenner sind, beginnen Sie mit einem jungen Brandy und steigern Sie sich bis zu den älteren Brandy-Typen. Nur so können Sie erleben, wie sich der Geschmack mit den Jahren verändert. Auf diesem Weg finden Sie auch heraus, welcher Tropfen für Sie der beste Brandy ist. Ihr persönlicher Brandy-Test ist dann in jedem Fall aussagekräftiger als ein fremder Testbericht. Diese sind ohnehin rar. Selbst die Stiftung Warentest hat noch keinen Brandy-Testsieger gekürt.

5. Ursprung, Wortherkunft und Abgrenzung: Brandy ist der Spitzname des Weinbrands

Cognac

Als „Cognac“ wird nur die kleine Gruppe an Branntweinen bezeichnet, die aus der französischen Stadt Cognac und der Charente-Region stammen.

Das Wort Brandy ist die ursprünglich verkürzte Form von Weinbrand. Überlieferungen zufolge sei der Spitzname „Brandy“ wohl eher zufällig entstanden. Auch um die erstmalige Herstellung ragen sich diverse Legenden. So wird berichtet, dass portugiesische Kaufleute Wein nur deswegen erhitzt haben sollen, um beim Verschiffen an Volumen zu sparen. Das Destillat, das so entstanden ist – den Weinbrand in seiner ursprünglichsten Form – tauften sie „Brandy“. Am Zielhafen angekommen haben sie dann das Destillat wieder verdünnt, heißt es.

In Deutschland hingegen wurden die Begriffe Cognac und Weinbrand lange Zeit synonym verwendet. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich der Name „Brandy“ als die allgemeine Bezeichnung für Branntwein-Spirituosen durchgesetzt. Die historischen Wurzeln liegen in Spanien.

Brandy Schnaps Cocktail

6. Wichtige Fragen und Antworten rund um Brandy

  • 1. Für welche Cocktails lässt sich Brandy nutzen?

    Sehr guten Brandy genießen Sie am besten pur. Günstige Brandys können Sie auch dazu verwenden, leckere Cocktails zu mixen. Der Cocktail-Klassiker ist der „Brandy Alexander“.

    Geben Sie 4 cl Sahne, 4 cl Asbach (oder anderen Brandy) und 2 cl Creme de Cacao samt Eiswürfeln in einen Cocktailshaker. Anschließend gießen Sie den Cocktail in ein Cocktailglas, bestreuen das Getränk mit Muskat und servieren den Cocktail.

  • 2. Welche Anwendung findet Brandy beim Kochen und Backen?

    Brandy eignet sich gut dazu, eine Soße zu verfeinern oder Gerichte wie Geschnetzeltes mit einer speziellen Geschmacksnote zu versehen. Und natürlich ist Brandy auch dazu geeignet, Süßspeisen zu kreieren.

    Aus 1 kg Pflaumen, 500 g braunem Kandiszucker, 1 Stange Zimt und 1 Liter Brandy lassen sich schnell sogenannte Weinbrand-Pflaumen kreieren. So funktioniert’s: Pflaumen oder Zwetschgen mit heißem Wasser übergießen. Dadurch platzen die Pflaumen auf. Danach abtropfen lassen und in verschließbares Glas abwechselnd mit Kandis und der zerbrochenen Zimtstange einschichten. Mit Brandy aufgießen, bis alles bedeckt ist. Das Glas verschließen und etwas schütteln, bis der Kandis sich auflöst. Etwa 4 Wochen ziehen lassen. Die Weinbrand-Pflaumen schmecken sehr gut zu Eis oder einfach mit Sahne.