Das Wichtigste in Kürze
  • Der pH-Wert und der Gehalt freien Chlors, das der Desinfektion dient, sind die wichtigsten Daten, die ein Pooltester anzeigen muss. Weitere Informationen helfen dabei, die Dosierung der Zusätze besser zu regeln.
  • Ein digitaler Pooltester zeigt die Werte unmittelbar an, benötigt aber Batterien und die Elektrik kann verschleißen. Mit Farbskala und Teststreifen oder Wasserprobe sind Sie auf Ihr Augenmaß angewiesen, können aber ganz auf Elektronik verzichten.
  • Außer beim elektronischen Pooltester mit Spannungsmessung werden chemische Indikatoren benötigt. Die zugehörigen Messverfahren sind standardisiert, sodass Sie die Tabletten oder Teststreifen fast überall nachkaufen können.

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Färbt sich das Wasser im Gartenpool grün, haben sich darin Algen angesiedelt, weil der pH-Wert zu hoch und die Anzahl der freien Chloratome zu niedrig ist. Beginnen eigentlich vor Korrosion geschützte Teile im Poolwasser zu rosten, liegt es wahrscheinlich an einem zu niedrigen pH-Wert, sodass das saure Wasser Metalloberflächen viel besser angreifen kann.

Chlor und pH-Wert können mittels Pooltester schnell und unkompliziert abgelesen werden, damit Sie nicht erst auf Veränderungen im Wasser reagieren, wenn es schon deutlich sichtbar wird. Welche Herangehensweisen es für die Messung gibt und was Sie für die Ermittlung möglichst exakter Werte beachten sollten, erfahren Sie in unserem Pooltester-Vergleich 2020.

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1. Lässt sich mit einem Pooltester stets die Wasserqualität im Blick?

Die Abkühlung im eigenen Swimming Pool (seltener und falsch auch Schwimmingpool geschrieben) wird schnell getrübt, wenn sich ein Grünstich im Wasser ausbreitet oder sich das Weiße in den Augen nach ein paar Minuten in ein kräftiges Rot verwandelt. In beiden Fällen ist das Wasser nicht optimal für die Benutzung als Pool eingestellt. Ein zu hoher pH-Wert begünstigt das Algenwachstum, während zu viel Chlor im Wasser nicht nur den charakteristischen Geruch verbreitet, sondern auch reizend auf Schleimhäute und Augen wirkt.

Statt nach Bauchgefühl mit Chlor- oder Bromtabletten, Algenschutz und pH-Senker einzugreifen, genügt zunächst, das Wasser einem Test im Pooltester zu unterziehen, der Ihnen die wichtigsten Werte unmittelbar verrät. Sobald Sie wissen, wie viel Chlor aktuell im Wasser ist, ob der pH-Wert korrigiert werden muss und wie die Alkalinität die Zugabe der Stoffe beeinflusst, können Sie gezielt die Qualität Ihres Poolwassers steuern. So bleibt er den ganzen Sommer über in gutem Zustand, ohne dass Sie mit zu viel oder zu ungenau dosierter Chemie zu Werke gehen.

Fazit: Ein Wasser-Test im Pooltester hilft, genau zu analysieren, ob bereits reagiert werden muss oder Ihr Wasser noch in gutem Zustand ist. So haben Sie nicht nur die Qualität stets im Blick, sondern setzen nur dann Hilfsmittel ein, wenn sie auch benötigt werden.

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2. Störungsfrei ist die Farbskala: Gibt es große Unterschiede zwischen Pooltester-Typen?

Wenn Sie einen Pooltester kaufen, haben Sie die Wahl zwischen drei komplett verschiedenen Kategorien. Chlor und pH-Wert zeigen die Pooltester alle an, aber die Messmethoden unterscheiden sich in Präzision, Haltbarkeit und Aufwand sowie beim Material als auch finanziell deutlich.

Messmethode Eigenschaften
mit Farbskala
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Ein Indikator ändert je nach pH-Wert oder Chlorgehalt seine Farbe, die sich an einer Wertetafel ablesen lässt.
+ einfach und kostengünstig
+ sehr verlässlich durch wenige Fehlerquellen
+ benötigt weder Strom noch andere Technik
- Erfahrung und Augenmaß beim Ablesen wichtig
- je nach Indikator eingeschränkte Messbereiche
mit Photometer
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Die Färbung des Indikators wird mittels Sensor erkannt, der den exakten Wert auf einer Digitalanzeige präsentiert.
+ sehr genaue Bestimmung möglich
+ einfache Bedienung durch integrierte Messkammer
- fehleranfällig durch Verunreinigungen und Kratzer
- benötigt vorgegebene Indikatoren
mit Diffusionsspannung
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Über die Spannungsmessung zwischen zwei Elektroden lässt sich durch Eintauchen in das zu testende Wasser der gewünschte Wert ermitteln.
+ einfache Handhabung ohne Chemie
+ Kauf von Indikatoren entfällt
+ weiter Messbereich für zusätzliche Anwendungen
- begrenzte Anzahl an Messwerten
- sehr fehleranfällig durch Korrosion und Verunreinigungen
- häufiges Kalibrieren notwendig
Noch eine Unterscheidung: Beim Ablesen von einer Farbskala werden entweder Teststreifen eingesetzt, die einfach für 30 Sekunden in das Wasser getaucht werden, oder Tabletten, die in eine Wasserprobe gegeben werden und dort die Verfärbung bewirken, unterschieden. Etwas exakter ist die Wasserprobe, während die Teststreifen äußerst schnell einen Überblick über mehrere Eckdaten anzeigen können.

Um bei einem kleinen Gartenpool oder Whirlpool die Wasserwerte im Blick zu behalten, sind Teststreifen in der Regel vollkommen ausreichend. Der Aufwand, um an die Werte zu gelangen, ist hier am geringsten. Dafür schleichen sich beim Ablesen nicht selten Fehler ein, sodass die Methode insgesamt etwas ungenau ist.

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Der Test mit dem Fuß verrät einiges über das Wasser, aber leider nichts zu pH-Wert und Chlor.

In einem großen Stahlwandpool oder Schwimmbecken mit Poolheizung und weiterer Ausstattung sollten Sie die Wasserwerte genauer kontrollieren. Ein digitaler Pooltester zeigt zumeist mehr Kommastellen an, als auf einer Farbskala abzulesen sind. Vor allem beim Einsatz eines Photometers wie zum Beispiel im Pooltester Scuba2 oder dem Pooltester Poollab 1.0 wird die Farbe des Indikators sehr exakt bestimmt. Das erlaubt Ihnen, schon bei kleineren Abweichungen mit den passenden Gegenmaßnahmen zu reagieren. Das verlässliche Erfassen der Werte zum Schutz teurer Filter- und Pumpenanlagen gelingt so besonders professionell. Zum genauen Dokumentieren gibt es die Geräte teils sogar mit Bluetooth und einer App für das Smartphone, um Veränderungen im Wasser gut aufspüren zu können.

Mit der Erfassung der Werte über die Spannungsmessung mit einem elektronischen Pooltester sparen Sie sich die Indikatoren und damit den Einsatz von Chemie. Allerdings sind die Instrumente anfällig für Korrosion und schon geringste Abweichungen können zu beträchtlichen Messfehlern führen. Deshalb wird hier ein besonders hohes Maß an Pflege verlangt und Sie sollten eine regelmäßige Kalibrierung vornehmen. Ganz um den Einsatz chemischer Substanzen kommen Sie also auch hier nicht herum. Weil die Anzahl der durchführbaren Tests im Pooltester aber nur von der Lebensdauer der Batterie abhängt, ist das häufige Kontrollieren hier besonders einfach und kostengünstig.

Tipp: Auch wenn das Ablesen von einer Farbskala Übung erfordert, empfehlen wir von Vergleich.org zum Einstieg den Einsatz von Teststreifen. Sie sind schnell, besonders einfach zu handhaben und ohne Strom oder elektronische Bauteile sehr zuverlässig. Die Ergebnisse sind zwar nicht so genau, aber bei kleinen Pools ohne viel Technik ist das nicht zwingend erforderlich.

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3. Die erfassten Werte beim Test mit dem Pooltester

3.1. pH-Wert wird zuerst erfasst

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Es handelt sich um den negativen dekadischen Logarithmus der Konzentration positiver Wasserstoffionen. Im Klartext: Statt Verhältnisse zwischen gelösten Teilchen im Wasser mit Millionsteln auszudrücken, gibt es eine Skala von 0 bis 14, wobei die 7 neutral bedeutet. Je kleiner die Zahl ist, umso größer ist der Anteil positiver Wasserstoffionen.

Der pH-Wert im Pool liegt zunächst im Bereich des eingefüllten Leitungswassers, in der Regel knapp über 7. Bei Kontakt mit Luft steigt er jedoch, was Algenwachstum begünstigt. Beim regelmäßigen Messen werden Sie deshalb feststellen, dass er sich stets leicht erhöht. Ein Wert von über 7,4 gilt bereits als ungünstig, sodass Sie mit geeigneten pH-Senkern entsprechend der Wassermenge im Pool reagieren sollten.

Dass die Veränderung ohne den geeigneten Pooltester nur schwer zu entdecken ist, zeigt ein Blick auf verschiedene pH-Werte:

  • Schwefelsäure <1
  • Wein 4
  • Hautoberfläche 5,5
  • Meerwasser 7,5 – 8,5
  • Seife 9 – 10
  • Natronlauge 13 – 14

3.2. Chlor reagiert auf verschiedene Faktoren

Auch bei einem günstigen Pooltester ist die Erfassung des Chlorgehalts Pflicht. Ist zu wenig Chlor vorhanden, fehlt die desinfizierende Wirkung. Bakterien und Algen können sich im Wasser ausbreiten.

Befindet sich dagegen zu viel Chlor im Wasser, wird die reizende Wirkung spürbar durch gerötete Augen und ein Brennen auf der Haut. Aus diesem Grund sollte die Konzentration des freien Chlors zwischen 1 und 3 mg/l betragen. Manchmal wird der Wert auch in Teilchen pro Millionen (ppm) Wassermoleküle ausgedrückt. Das lässt sich ohne Weiteres umrechnen, sodass die Werte von 0,2 bis 0,7 ppm für Poolwasser optimal sind. Um von dem Massenverhältnis (mg/l) zum Teilchenverhältnis (ppm) zu kommen, muss der Massenunterschied beachtet werden. Chlormoleküle sind viermal so schwer wie Wassermoleküle, weshalb Ober- und Untergrenze von mg/l zu ppm durch 4 geteilt werden müssen.

Da Chlor mit organischen Substanzen reagiert und sich auch im Sonnenlicht zersetzt, sinkt der Wert mit der Zeit, sodass Sie mit Chlortabletten eine Anpassung vornehmen müssen. Haben Sie die Werte regelmäßig im Blick, sparen Sie sich eine Stoßchlorung, die zum Beispiel bei bereits mit Algen befallenem Wasser angeraten wird.

Hinweis: Der Geruch von Chlor wird oft als unangenehm empfunden, weshalb als Alternative teils Brom empfohlen wird. Weil der Geruch erst durch Zersetzung von Chlor entsteht und Brom deutlich aggressiver wirkt, raten wir von Vergleich.org davon ab. Bei regelmäßigem Nachchloren ohne Überschreitung der maximalen Konzentration bleibt der Geruch minimal.

3.3. Zusätzliche Werte erlauben genaue Analyse

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Ein Teststreifen prüft mehrere Werte gleichzeitig, muss bis dahin aber stets trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Die einfachen Pooltester von Bayrol, Duraol und anderen Herstellern bieten nur pH-Wert und freies Chlor als Messwerte an. Mit größeren Teststreifen und den digitalen Pooltestern lassen sich dagegen weitere Werte erfassen, die bei einem kleinen Becken kaum von Bedeutung sind.

Häufig anzutreffen bei Wassertestgeräten verschiedener Marken sind Angaben zu gebundenem Chlor und der Alkalinität. Gebundenes Chlor ist verantwortlich für den typischen Chlorgeruch und eine hohe Konzentration weist vor allem auf verunreinigtes Wasser hin. Insbesondere mangelnde Poolpflege kann diesen Wert nach oben treiben.

Mit der Alkalinität wird angezeigt, wie viele Teilchen im Wasser sind, die den pH-Wert beeinflussen. So können entweder starke Schwankungen auftreten oder selbst bei hohem Einsatz von pH-Senkern passiert nicht viel. Typisch sind 80 bis 160 mg/l Wasser, aber nur in seltenen Fällen werden Abweichungen davon feststellen.

Die anderen Messwerte spielen für die Kaufberatung zu Pooltestern nur eine untergeordnete Rolle. Die Erfassung der Leitfähigkeit oder auch die Temperaturanzeige lassen sich bei der Spannungsmessung sehr einfach ermitteln, werden dort in aller Regel auch angezeigt, obwohl sie für die Poolpflege kaum bedeutend sind.

Verwenden Sie allerdings ein spezielles Desinfektionsmittel und keine Chlortabletten, sind Sie beispielsweise auf den Cyanursäuregehalt oder die Konzentration von Brom angewiesen, die meist nur mit gut ausgestatteten Wassertestgeräten zu erfassen sind.

Je komplexer der Test mit dem Pooltester ausfällt, umso genauer können Sie den Zustand Ihres Wassers einschätzen. Bei einem großen Becken mit Poolpumpe, Sandfilter und weiterem technischem Gerät lässt sich damit die Wartung optimieren. Bei kleinen Pools ist dieses Vorgehen unnötig.

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4. Was sind die besten Tipps für die Poolpflege?

Zum heimischen Pool hält sich die Stiftung Warentest leider recht bedeckt. Dafür findet sich bei Öko-Test ein kleiner Leitfaden, der vor allem für Pool-Neulinge ein paar wichtige Informationen parat hält. Ganz auf eine Behandlung des Wassers zu verzichten, kann demzufolge Mittelohrentzündungen oder Durchfallerkrankungen begünstigen.

Deshalb ist nicht nur die Chlorung wichtig, auch die Pflege verhindert in Kombination damit, dass Ihr Pool „umkippt“. Ist die Poolabdeckung bei Nichtbenutzung auf dem Wasser, verhindern Sie, dass Blätter und Staub ins Wasser gelangen und das Chlor binden.

Reinigen Sie außerdem regelmäßig mit dem Poolsauger Wände und Boden, weil auch hier Ablagerungen mit gebundenem Chlor beispielsweise Reizungen hervorrufen können. Durch Abduschen vor dem Poolgang und das Nachspülen des Filters verhindern Sie, dass zu viel organisches Material ins Wasser gelangt.

Neben dem Sauberhalten mit Poolsauger und Poolfilter bleibt natürlich die regelmäßige Kontrolle mit dem Pooltester wichtig, um weder zu viel noch zu wenig Desinfektionsmittel im Einsatz zu haben. Entscheiden Sie sich hier für eine der großen Marken, können Sie sich in der Regel auf die angezeigten Messwerte verlassen, sofern die Anleitung befolgt wird. Zu den bekannten Herstellern der Testgeräte zählen:

  • Bayrol
  • MediPool
  • OCS.tec
  • Deuba
  • Lovibond
  • Duraol
  • Powerhaus24
  • aquaself

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5. Häufige Fragen rund um das Thema Pooltester

5.1. Was leistet eine automatische Dosieranlage im Vergleich zum Pooltester?

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Werden die Daten mit dem Smartphone geteilt, kann die Wasserqualität genau dokumentiert werden.

Selbst ein Pooltester-Testsieger kann mit einer eigenständig arbeitenden Dosieranlage für Chlor nicht mithalten. Diese ermittelt den Chlorgehalt und gibt vollautomatisch die geeignete Menge Chlortabletten zu, damit der Wert nicht zu niedrig, aber auch nicht zu hoch eingestellt ist.

Allerdings liegen diese Anlagen beim Preis in niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, was selbst im Vergleich zu den besten Pooltesters ein Vielfaches darstellt. Für die Wasserqualitätsmessung lassen sich bei einem Pooltester außerdem weitere Werte ermitteln, was in vielen Fällen zu einem sparsameren Einsatz von Zusatzstoffen für den Pool führen kann.

5.2. Wo im Swimming Pool wird am besten gemessen?

Eine geeignete Wasserprobe oder den richtigen Platz für den pH-Teststreifen finden Sie nicht zu nah am Rand und nicht zu dicht unter der Oberfläche. Am besten tauchen Sie den Arm von Rand komplett schräg ein, dann sollten die Wert annähernd repräsentativ für den gesamten Pool gelten.

Zu nah an der Wasseroberfläche würden sowohl der Austausch mit der Luft als auch die Energie des Sonnenlichts, welche Chlormoleküle spaltet, Ihre Messergebnisse verfälschen.

Tipp: Haben Sie gerade Chlor oder einen pH-Senker ins Wasser gegeben, empfehlen wir von Vergleich.org, 12 Stunden zu warten, bis Sie einen erneuten Test im Pooltester durchführen. Mindestens aber sollte der gesamte Poolinhalt zweimal die Filterpumpe passiert haben.