Das Wichtigste in Kürze
  • Liegt das Grundwasser tiefer als acht Meter, muss das Wasser mit Hilfe einer Tiefbrunnenpumpe gefördert werden. Normale Gartenpumpen haben zu wenig Leistung, um Wasser aus größeren Tiefen zu gewinnen.
  • Das Bewässern des Gartens ist einfach und unkompliziert mit einem eigenen Brunnen. Auch das Befüllen des Pools oder Teiches ist ohne Probleme möglich.
  • Um die beste Tiefbrunnenpumpe kaufen zu können, sollten Sie sich zuvor versichern, wie tief Ihr Brunnen ist und wie viel Wasser Sie durchschnittlich fördern möchten.
Den Garten bequem bewässern. Tiefbrunnenbumpe sei Dank.

Den eigenen Garten unkompliziert bewässern dank Brunnen.

2016 verbrauchte jeder Deutsche etwa 123 l Wasser pro Tag. In einem Haushalt mit vier Personen ist das also eine Menge von ca. 180 m³ Wasser, die umgerechnet etwa 464 € kostet. Im Jahr 2020 und den folgenden Jahren sind steigende Wasser- und Abwasserpreise möglich. Ein eigener Brunnen zur Wasserversorgung lohnt sich da.

Jeder Mensch benötigt Wasser zum Überleben, immerhin besteht der menschliche Körper aus etwa 70 % Wasser. Zwar gilt Deutschland als eines der wasserreichsten Länder der Welt, trotzdem steigen die Wasser- und Abwasserpreise stetig. Mithilfe eines Brunnens kann die Wasserversorgung des eigenen Haushalts wenigstens zum Teil in die eigenen Hände genommen werden. So spart man nicht nur Geld, sondern weiß, wo das Trink- und Brauchwasser herkommt.

Des Weiteren können kleinere Modelle von Tauch- oder Gartenpumpen Wasser bis maximal 8 m Tiefe fördern. Das liegt zum größten Teil am Druckhöhenverlust beim Pumpen von Wasser aus größeren Tiefen. Tiefbrunnenpumpen können, je nach Modell und Leistung, Wasser aus einer Tiefe von bis zu 20 m pumpen.

Im Garten einiger Hobbygärtner werden nicht nur Tiefbrunnenpumpen benötigt, sondern auch Pumpen, die den Gartenteich mit genug Sauerstoff versorgen oder das Wasser im Pool umwälzen. Vielleicht finden Sie in unseren Vergleichen zu eben diesen Pumpen Ihren persönlichen Favoriten, der schon bald bei Ihnen zu Hause zum Einsatz kommt.

In unserem Tiefbrunnenpumpen-Vergleich zeigen wir Ihnen, welche Typen für welche Brunnen nutzbar und welche Marken und Hersteller auf dem Markt vertreten sind. Unsere Kaufberatung soll Ihnen dabei helfen, die beste Tiefbrunnenpumpe, die auch als Tauchdruckpumpe bezeichnet werden kann, für Ihr Haus und Ihren Garten zu finden.

1. Ist der Brunnendurchmesser entscheidend?

Tiefbrunnenpumpen-Test

Ein Modell eines Bohrbrunnens. Die Pumpe sollte nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Platz im Rohr haben.

Beim Kauf einer Tiefbrunnenpumpe müssen Sie auf den Durchmesser Ihres Brunnens achten. Besonders Bohrbrunnen (künstlich angelegte, besonders tiefe Brunnen) können bis zu 8 cm schmal sein.

Die gängigen Modelle von Tiefbrunnenpumpen fallen jedoch in die Kategorie der 3 oder 4 Zoll Pumpen, sind also zwischen 7,6 bis 10,1 cm breit. Stellen Sie sicher, dass das verbaute Brunnenrohr einen Mindestdurchmesser von ca. 11 cm hat.

3 Zoll Brunnenpumpen weisen ein kleineres Volumen auf, als 4 Zoll Pumpen, daher drehen sie schneller. Die Drehzahl der 3 Zoll Modelle liegt bei durchschnittlich 11.000 U/min. Das ist etwa viermal so schnell wie 4 Zoll Tiefbrunnenpumpen.

So können Sie beide Pumpenmodelle nutzen, ohne Sorge zu haben, dass die Pumpe nicht in den Brunnen passt oder zu viel Spiel hat.

2. 10 m Förderhöhe = 1 bar Arbeitsdruck

Kennlinie Erklärung zur Korelation zwischen Fördermenge und Förderhöhe.

Die Pumpenkennlinie beschreibt das Verhältnis zwischen Förderhöhe und Fördermenge

Die maximale Förderhöhe wird zwar in Metern angegeben, bezieht sich aber auf den maximalen Druck, den die Tiefbrunnenpumpe aufwenden kann, um Wasser zu fördern. Pro 10 m Förderhöhe wird der Förderdruck um 1 bar reduziert.

Um den Verschleiß der Pumpe so gering wie möglich zu halten, ist zu empfehlen, die Pumpe nie dauerhaft auf Höchstleistung bzw. mit dem höchst möglichen Arbeitsdruck laufen zu lassen.

Damit die Pumpe so effizient wie möglich arbeitet, sollte der benötigte Förderdruck bei 70 – 80 % der maximalen Förderhöhe liegen. Bei einer maximalen Förderhöhe von 100 m wären das also zwischen 7 und 8 bar.

Die maximale Förderhöhe sollte nie kleiner sein, als Ihr Brunnen tief ist. Ist Ihr Brunnen beispielsweise 20 Meter tief, sollte die maximale Förderhöhe nicht unter 30 Meter liegen. Anderenfalls kann der Druckverlust dazu führen, dass auf Dauer zu wenig Wasser gefördert wird, um bequem Ihren Garten zu wässern oder Ihr Haus mit Brauchwasser zu versorgen.

Sollte der Hersteller keine Angabe zur Förderhöhe gemacht haben, können Sie aus der Angabe zum Arbeitsdruck die Förderhöhe ableiten, denn: 10 m Förderhöhe = 1 bar Arbeitsdruck.

3. Wie viel Wasser benötigen Sie?

Keine Abwassergebühr, wenn Sie Wasser zum Gießen verwenden.

Der Garten verbraucht vor allem in der Sommerzeit viel Wasser.

Damit Sie die beste Tiefbrunnenpumpe finden, sollten Sie zuvor sicher sein, wie viel Wasser sie benötigen. Verwenden Sie das Brunnenwasser nur zum Bewässern Ihres Gartens oder nutzen Sie es auch als Brauchwasser im Haus?

Als Faustregel gilt, dass Pflanzen in der Sommerzeit (ca. 20 Wochen) etwa 20 l/m² pro Woche benötigen. Bewässern Sie also einen etwa 400 m² großen Garten, brauchen Sie im Jahr eine Wassermenge von ungefähr 160 m³ (160.000 l).

Eine Tiefbrunnenpumpe sollte daher über eine Mindestfördermenge von 4000 l/h verfügen, damit Sie effizient Ihren Garten wässern können.

Bei solchen Wassermengen, die nicht in das Abwassersystem geleitet werden, sondern im Boden versickern, lohnt sich eine zweite Wasseruhr, die nur den Verbrauch und nicht das Abwasser verzeichnet. Der Preis pro m³ Abwasser beträgt zur Zeit 2,46 € in Berlin. Dank eines zweiten Zählers sparen Sie dabei erheblich. Quelle: Stiftung Warentest

4. Sind 20 m Tauchtiefe ausreichend?

Hochwertige Verarbeitung für eine lange Lebensdauer.

Ein Edelstahlgehäuse hält viel Druck aus.

Die Tiefbrunnenpumpe muss komplett ins Wasser eingetaucht werden, damit sie richtig funktionieren kann. Die Tauchtiefe gibt dabei an, in welcher Tiefe die Pumpe maximal hängen darf, ohne dass sie Schaden nimmt.

Diese Angabe ist wichtig, da der Wasserdruck pro Meter um 0,1 bar zunimmt. Das klingt zu Anfang wenig, hochgerechnet auf 20 m Wassertiefe sind das allerdings 2 bar. Umgerechnet bedeutet das, dass eine konstant eine Kraft mit umgerechnet 2 kg pro cm² auf die Pumpe einwirkt.

Entschließen Sie sich also für den Kauf einer Tauchpumpe, sollten Sie auf eine gute Verarbeitung und die Verwendung von hochwertigem Material achten. Des Weiteren sollte eine Tauchdruckpumpe für eine Mindesttauchtiefe von 15 Metern ausgelegt sein.

Gegenüber herkömmlichen Tauchpumpen, haben Tiefbrunnenpumpen einige Vorteile:

  • privat bis zur maximalen Brunnentiefe nutzbar
  • auch tiefer liegendes Grundwasser erreichbar
  • Pumpen sind stabil und langlebig
  • nicht gewerblich einsetzbar

5. Sollte die Pumpe sandresistent sein?

Ton, Schluff und Feinsand gehören zu Sedimenten mit einer sehr kleinen Korngröße. Auch gute Filter und Filterschichten zwischen Erdreich und Brunnenrohr können nicht alle diese Feinsedimente herausfiltern.

Kleinere Schmutz- und Kleinstpartikel von max. 2,5 mm sollten für einen potentiellen Tiefbrunnenpumpen-Testsieger kein Problem darstellen. Leben Sie in einem Gebiet mit stark sandhaltigem Grundwasser, empfiehlt sich der Kauf einer Tiefbrunnenpumpe, die Korngrößen von bis zu 2,0 mm standhält. Das heißt, je größer die Sedimentkörner im Wasser, desto schneller verschleißt Ihre Pumpe. Sie sollten trotzdem Ihre Tiefbrunnenpumpe regelmäßig säubern und auf Beschädigungen und Verstopfungen kontrollieren, damit Ihre Pumpe so lang wie möglich funktioniert.

Sediment Größe (in mm) Vergleich
Fein- bis Grobsand 0,63–2 kleiner als Streichholzköpfe, größer als Getreidegrieß
Mittelsand 0,2–0,63 wie Grieß
Feinsand 0,063–0,2 wie Mehl (~ 150 μm) und kleiner, aber mit bloßem Auge noch erkennbar
Fein – bis Grobschluff 0,020–0,063 mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar
Fein- bis Grobton < 0,0002 – 0,00063 mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar
Quelle: Wiki der Bodenkunde

6. Pumpenräder bewegen das Wasser

Verbaute Pumpräder in einer Tiefbrunnenpumpe.

Schematische Darstellung der Pumpräder in einer Tiefbrunnenpumpe.

Pumpenräder erhöhen den Druck und die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Das bedeutet, dass je größer die Anzahl der Pumpenräder, desto schneller kann Wasser gefördert werden.

Durch die Drehbewegung der Pumpräder wird das Wasser nach außen getrieben, wo das Wasser durch das Gehäuse der Pumpe gestoppt wird. Das hat zur Folge, dass das Wasser radial nach oben gedrängt wird.

Die benötigte Anzahl der Laufräder hängt außerdem von der Menge des zu fördernden Wasser ab. Wollen Sie nur wenig Wasser fördern, zum Beispiel zum Bewässern des Gartens, sind sechs Pumpräder genug.

Soll die Tiefbrunnenpumpe zum Fördern von Brauchwasser für Ihr Haus genutzt werden, sollten Sie eine Pumpe kaufen, in der mindestens 10 Pumpräder verbaut sind.

In einem potenziellen Tiefbrunnenpumpen-Test sollte festgestellt werden, welchen Unterschied die Anzahl der verbauten Pumpräder macht.

7. Länge der Netzleitung

Die Länge der Netzleitung sollte wenige Meter länger sein, als Ihr Brunnen tief ist. Sollte das Kabel kürzer sein, muss ein spezielles, wasserfestes Kabel verlegt werden.

Da Brunnen zur privaten Nutzung in Deutschland maximal 20 m tief sein dürfen, sollte das Netzkabel mindestens 20 m lang sein.

8. Bohrungen nur durch einen Fachbetrieb

Brunnenbohrungen:

Eine Bohrung kann trocken oder nass, als Spülbohrung, durchgeführt werden. Das Bohrloch wird bei der Bohrung entweder durch Stahlrohre oder durch nach außen drückendes Medium wie Beton gestützt. Die Stützen werden dann, wenn die gewünschte Tiefe des Brunnens erreicht ist, durch ein Plastikrohr und seitlichen Filterschichten oder Filterrohren ersetzt.

Anders als Schachtbrunnen erreichen Bohrbrunnen größere Tiefen und fördern stark gefiltertes Wasser.

Das Anlegen eines Bohr- oder Schachtbrunnens sollte durch einen Fachbetrieb vorgenommen werden. Mithilfe des richtigen Equipments wird ein Brunnen schnell und effizient angelegt.

In vielen Regionen Deutschland liegt das Grundwasser tiefer als acht Meter. Herkömmliche Bohrgeräte können eine solche Tiefe nicht erreichen.

Des Weiteren muss ein Brunnen in der Gemeinde angemeldet werden. Sollte das nicht geschehen, können Bußgelder erhoben werden.