Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einem DA-Wandler können Sie digitale Tonquellen wie PC, Smartphone oder BluRay-Player mit Ihrer analogen Stereo-Anlage verbinden.
  • Ein guter Digital-Analog-Wandler liefert deutlich bessere Klangqualität als die integrierten Soundkarten von Laptop oder Tablet.
  • Mit einem Bluetooth-fähigen DA-Wandler können Sie Sound über Ihre Stereo-Anlage abspielen, egal wo im Raum Sie sich befinden.

DA-Wandler Test

Mit der Einführung der Audio-CD in den 1980er-Jahren begann der Siegeszug der digitalen Musik, der bis heute ungebrochen anhält. Schnell verdrängte die (digitale) CD die (analoge) Schallplatte. Später wurde die CD wiederum von digitalen Musikdateien und Streaming-Angeboten verdrängt. Im Jahr 2016 erwirtschaftete die Musikindustrie die Hälfte ihrer weltweiten Umsätze über digitale Vertriebskanäle, so eine Statistik des Bundesverbandes Musikindustrie.

Abgespielt wird die digitale Musik über CD-Player, Fernseher, Computer – und immer mehr über Smartphones oder Tablets. All diese Abspielgeräte haben zwar einen Digital-Analog-Wandler integriert, doch oft ist die Klangqualität nur mäßig. Abhilfe schaffen externe DA-Wandler, die ein Audio-Signal von digital auf analog umsetzen und an einen analogen Audio-Ausgang schicken. Auf diese Weise können digitale Klangquellen einfach mit analoger Musik-Elektronik verbunden werden, ohne dass Sie einen teuren Netzwerkplayer benötigen. Ein DA-Wandler haucht jeder alten Hifi-Anlage neues Leben ein.

1. DA-Wandler & Hifi: Warum sollte man einen DAC kaufen?

DA-Wandler-Vergleich: Klinkenbuchsen am Laptop

Zwar haben Laptops auch einen DA-Wandler integriert, doch die Qualität lässt meist zu wünschen übrig.

Für viele Anwender reichen die integrierten DA-Wandler in Laptop oder iPhone wahrscheinlich aus. Wenn Sie damit ohnehin nur Spotify-Streams über günstige Computer-Lautsprecher oder die Earbuds von Apple hören, wird auch ein guter DA-Wandler kaum einen Unterschied machen.

Falls Sie aber Geld in eine ordentliche Anlage und ein paar Hifi-Lautsprecher investiert haben und viel Wert auf gute Klangqualität legen, sollten Sie definitiv über die Anschaffung eines Digital-Analog-Wandlers nachdenken. Die günstigen DACs, die in Notebooks und Smartphones verbaut sind, können die Tonqualität nämlich negativ beeinflussen:

  • durch schlechtes Schaltkreis-Design können bei der DA-Wandlung Störgeräusche entstehen
  • der Ton kann durch Timing-Probleme des integrierten DAC-Wandlers verzerrt werden (dieses Phänomen nennt man Jitter)
  • hochwertige Audio-Dateien müssen runtergerechnet werden, da der DAC-Chip die Auflösung und Abtastrate nicht unterstützt

Bis auf die Anschaffungskosten, deren Höhe an Ihren eigenen Ansprüchen hängt, hat ein externer DA-Wandler außerdem keine nennenswerten Nachteile.

Vorteile gegenüber integrierten Digital-Analog-Umsetzern:
  • bessere Klangqualität durch höherwertige DAC-Chips
  • oft mit integriertem Kopfhörer-Verstärker, der hoch-ohmige Kopfhörer betreiben kann
  • guter Sound auch vom Smartphone
  • unterstützen höhere Datenraten
  • Anschaffungskosten

Falls Sie auch Musik aufnehmen möchten, benötigen Sie zusätzlich einen AD-Wandler. Am besten Sie kaufen in diesem Fall ein sogenanntes Audio-Interface. Das ist eine externe Soundkarte. Hochwertige Audio-Interfaces haben auch gute Digital-Analog-Converter verbaut. Hier geht es zu unserem Audio-Interface-Vergleich.

digital analog wandler tv

2. Kaufberatung: Auf welche Kriterien sollte man achten?

Wenn Sie einen DA-Wandler kaufen wollen, gilt es einiges zu bedenken. Damit Sie am Ende nicht mit dem falschen Gerät dastehen, haben wir die wichtigsten Kriterien für Sie zusammengestellt.

2.1. Wählen Sie die richtigen Eingangsbuchsen für Ihre Geräte

Beim Kauf eines Digital-Analog-Wandlers sind die vorhandenen digitalen Eingänge das wichtigste Kriterium. Diese bestimmen, welche Kategorien von Klangquellen an den Digital-Wandler angeschlossen werden können. Überlegen Sie sich also gut, welche Geräte sie über den DA-Wandler mit dem Hifi-Receiver verbinden wollen. In der folgenden Tabelle finden Sie die gängigen Digital-Anschlüsse und übliche Nutzungs-Szenarien dafür.

Digitaler Eingang Erklärung und kompatible Geräte
Koaxial (S/PDIF)

Cinch-Kabel (RCA)

Der koaxiale S/PDIF-Anschluss besteht aus einer einzelnen Cinch-Buchse. Darüber kann ein unkomprimiertes digitales Stereo-Signal oder komprimierter Surround-Sound (z.B. DTS) übertragen werden.

Typische Geräte:

Optisch (TOSLINK-S/PDIF)

Optisches Kabel (Toslink)

Das optische TOSLINK-Kabel ist die zweite Möglichkeit, S/PDIF-Daten zu übertragen. TOSLINK-Kabel bestehen im Gegensatz zu Koaxial-Kabeln aus Glasfasern und nicht aus Metall. Optische Kabel haben keine Probleme mit Interferenzen oder Verlust der Signalstärke, dafür sind sie weniger robust als Koaxial-Kabel.

Typische Geräte:

HDMI

HDMI-Kabel

HDMI kennt jeder vom Heimkino. Über das HDMI-Kabel werden dort sowohl Video- als auch Audio-Daten übertragen. Ein HDMI-DA-Wandler fängt das HDMI-Signal ab, zweigt die Audio-Daten ab und gibt den Video-Stream wieder über HDMI aus.

Typische Geräte:

  • Blu-Ray-Player
  • Spielkonsolen
USB

USB-Kabel

Über USB kann ein digitales Audio-Signal von einem Computer ausgegeben werden. Der USB-DAC funktioniert in diesem Fall als externe Soundkarte und muss in den System-Einstellungen entsprechend angewählt werden.

Typische Geräte:

Bluetooth

Bluetooth-Logo

Bluetooth ist ein Standard für Kurzstrecken-Funkverbindungen, den heute die meisten Smartphones und Computer beherrschen. So kann ein Abspielgerät drahtlos mit dem Digital-Analog-Wandler verbunden werden. Allerdings ist die Bandbreite begrenzt, so dass die maximale Auflösung und Abtastrate niedriger ist als bei Verbindungen per Kabel.

Typische Geräte:

2.2. Bei den Audio-Ausgängen gibt es kaum Unterschiede

Nach der Digital-Analog-Wandlung muss das analoge Audio-Signal ausgegeben werden. Der Audio-Ausgang ist bei allen Produkten in unserem DA-Wandler-Vergleich 2020 entweder als 3,5-mm-Klinkenbuchse oder als Paar von Cinch-Buchsen realisiert. In der Praxis macht das aber keinen Unterschied, da die Signalübertragung in beiden Fällen asymmetrisch ist.

TIPP: Falls der Aux-Eingang Ihrer Stereo-Anlage von einem anderen Typ als der Audio-Ausgang Ihres DA-Wandlers ist, können Sie ohne Qualitätsverlust ein Klinke-auf-Cinch-Kabel verwenden.

dac kopfhörerverstärker

2.3. DAC als Kopfhörerverstärker

Falls Sie oft unterwegs Musik hören oder zuhause wegen Kindern oder empfindlichen Nachbarn oft zum Kopfhörer greifen müssen, sollten Sie einen DA-Wandler mit Verstärker erwerben. Im Übrigen sind viele als Kopfhörerverstärker beworbene Produkte auch gleichzeitig Digital-Analog-Wandler für Audio.

2.4. Auflösung und Abtastrate: Klangqualität in Zahlen

Abtastrate und Auflösung

Die Abtastrate (oder Samplerate) beschreibt, wie viele Messwerte für die digitale Datei genutzt werden und wird in Hz (also Messwerte je Sekunde) angegeben. Die Auflösung (oder Bitrate) beschreibt, wie fein diese Messwerte abgestuft werden können und wird in Bit angegeben. Bei einer Auflösung von 16 Bit gibt es 65.536 Abstufungen, bei 24 Bit schon 16.777.216.

Wenn man ein analoges Signal in eine Audio-Datei umwandelt, wird versucht, ein möglichst genaues digitales Abbild der Schallwelle zu schaffen. Es kann sich aber immer nur um einen Näherungswert handeln. Wie präzise die analoge Welle digital reproduziert wurde, wird durch zwei Werte angegeben: die Auflösung und die Abtastrate.

Je höher die Werte sind, desto naturgetreuer ist das digitale Abbild – aber desto größer ist auch die Datei. Der CD-Standard ist 16 Bit Auflösung bei einer Abtastrate von 44,1 kHz. Das beherrschen auch alle Produkte in unserem großen DA-Wandler-Vergleich 2020. Viele Digital-Analog-Audio-Konverter beherrschen aber auch größere Formate mit Bitrates von 24 oder 32 Bit und 96 oder 192 kHz als Samplerate. Die besten DA-Wandler gehen sogar noch darüber hinaus.

ACHTUNG: Damit Sie dies auch wirklich nutzen können, brauchen Sie auch die entsprechenden Musikdateien. Seit einigen Jahren gibt es aber Anbieter, die High-Resolution-Audiofiles verkaufen.

Näheres zu den verschiedenen Audio-Dateiformaten erfahren Sie weiter unten im entsprechenden Ratgeber-Kapitel.

DA-Wandler für Smartphone

2.5. Guter Klang überall: Unterstützung für mobile Geräte

Sehr oft wird Musik heutzutage von mobilen Geräten abgespielt. Oft sind die dort verbauten DA-Wandler aber besonders schlecht, da Sie neben dem günstigen Preis auch noch besonders Energie-effizient sein müssen. Einige Digital-Analog-Wandler können daher auch mit Android- oder iOS-Geräten genutzt werden. So müssen Sie auch unterwegs nicht auf guten Sound verzichten – sei es über die hochwertigen Studio-Kopfhörer oder wenn Sie Ihr Smartphone bei Freunden an die Stereo-Anlage anschließen.

ACHTUNG: Bei einigen DA-Wandlern benötigen Sie zusätzlich ein Camera Connection Kit (für iOS-Geräte) oder OTG-Kabel (für Android-Geräte), um Ihr Smartphone anschließen zu können. Informieren Sie sich unbedingt vor dem Kauf, wie der Hersteller die Unterstützung für mobile Geräte realisiert hat.

2.6. Ausstattung: Kleine Details überzeugen in der Praxis

FiiO Olympus 2 (E10K)

Der FiiO E10K verfügt über einen großen Drehregler für die Lautstärke.

Wenn die technischen Eckdaten übereinstimmen, können Details den Unterschied ausmachen, welches Modell der beste Digital-Analog-Wandler für Sie ist. Ein kleiner Drehregler für die Lautstärke ist im Alltag ungemein praktisch, gerade im mobilen Betrieb.

Wenn ein DA-Wandler durch besonders ungewöhnliche Anschlüsse hervorsticht, ist es von Vorteil, wenn die entsprechenden Kabel direkt mitgeliefert werden – wie die Mini-TOSLINK-Kabel mit Klinken-Stecker beim Sound Blaster E5 von Creative. Auch Zubehör (wie Tischständer oder Transporttasche) im Lieferumfang ist für sich gesehen kein Hauptkriterium, kann bei zwei gleichwertigen DAC-Wandlern aber den Ausschlag geben.

audio digital analog wandler

3. Welche digitalen Audio-Formate gibt es?

Damit Sie aus Ihrem Digital-Analog-Konverter auch wirklich alles rausholen, sollten Sie auf möglichst gute Audio-Dateien achten. Doch sich in dem Wirrwarr an Datei-Formaten zurechtzufinden, ist gar nicht so einfach – zumal zwischen Qualität und Speicherbedarf abgewogen werden muss.

3.1. Verlustbehaftete Kompression: Klein, aber mit großen Schwächen

Die verlustbehaftete Kompression (Englisch: „lossy compression“) nutzt Erkenntnisse der Psychoakustik, dass nicht alle Töne gleich wichtig wahrgenommen werden. Frequenzen über 20 kHz nimmt der Mensch zum Beispiel überhaupt nicht wahr, daher werden diese während des Komprimierungsvorgangs gelöscht. Eine vollständige Rekonstruktion des ursprünglichen Signals ist dann aber nicht mehr möglich. Das bekannteste verlustbehaftete Dateiformat ist MP3.

ABER: Die Grenzen sind fließend und auch nicht bewusst wahrnehmbare Frequenzen können den Gesamteindruck beeinflussen! Für audiophilen Hörgenuss ist verlustbehaftete Kompression eher ungeeignet.

  • MP3

    Das MP3-Format wurde 1982 am Frauenhofer-Institut in Erlangen entwickelt. Da es sehr hohe Kompressionsraten erreicht, wurde es mit der aufkommenden Nutzung des Internets in den 1990er-Jahren sehr populär. Anfangs wurden wegen der geringen Bandbreite über Modem und ISDN hauptsächlich MP3s mit einer Bitrate von 128 kBit/s verwendet.
    Dies ist heute allerdings qualitativ zu schlecht. Falls Sie MP3s nutzen, sollten diese mindestens eine Bitrate von 192 kBit/s oder besser noch das Maximum von 320 kBit/s haben. Auch dann ist die Speicherplatzeinsparung noch immens.
  • AAC

    AAC wurde 1997 als Nachfolger der MP3 entwickelt, konnte diese aber nie vollständig verdrängen. Dennoch ist AAC heute allgegenwärtig, auch wenn dies den meisten nicht bewusst ist. Youtube und iTunes setzen zum Beispiel auf AAC-Kompression.
  • OGG (Vorbis)

    Das OGG-Format ist ein Multimedia-Container, der meistens mit dem Vorbis-Codec komprimierte Audio-Daten enthält. Auch Ogg Vorbis hat sich bei Endnutzern nie wirklich durchgesetzt, auch wenn der Open-Source-Codec bessere Ergebnisse liefert als die meisten anderen. Mittlerweile setzen Streaming-Anbieter wie Spotify und Soundcloud auf das Ogg-Vorbis-Format für ihre Streams.

3.2. Verlustfreier Sound: FLAC und ALAC ersetzen WAV

Echte Musikliebhaber greifen mittlerweile lieber zu verlustfrei komprimierten Formaten (sogenannten „Lossless-Dateien“), die alle Daten erhalten, aber dennoch Platz sparen.

  • WAV

    WAV (für „Waveform Audio File Format“) ist ein von Microsoft entwickeltes Container-Format, das hauptsächlich dazu genutzt wird, unkomprimiertes Audio-Daten (im PCM-Format) zu speichern. Dies ist heute hauptsächlich noch für Musiker sinnvoll, alle anderen sollten zu Formaten wie FLAC greifen.
  • AIFF

    AIFF (für „Audio Interchange File Format“) ist das Apple-Pendant zu WAV und enthält ebenfalls PCM-Daten. Wie auch WAV ist AIFF hauptsächlich für Musikproduzenten relevant.
  • FLAC

    FLAC (für „Free Lossless Audio Codec“) ist ein verlustfrei komprimiertes Audio-Format. FLAC-Dateien sind bis zu 50 % kleiner als die unkomprimierten Ausgangsdaten. FLAC unterstützt Auflösungen bis 32 Bit und Abtastraten bis 655 kHz.
  • ALAC

    ALAC (für „Apple Lossless Audio Codec“) hat ähnliche Eigenschaften wie FLAC. Es wurde 2004 von Apple als proprietäres Format entwickelt, ist aber seit 2011 Open-Source und gemeinfrei. ALAC unterstützt Auflösungen bis 32 Bit und Abtastraten bis 384 kHz.

DA-Wandler-Test an Hifi-Receiver

4. Häufige Fragen zu Digital-Analog-Wandlern

4.1. Welcher DAC hat bei der Stiftung Warentest am besten abgeschnitten?

Mit DA-Convertern hat sich die Stiftung Warentest bislang noch nicht befasst. Auch Kopfhörerverstärker oder Audio-Interfaces, die diese Funktionalität übernehmen könnten, wurden nicht getestet. Daher können wir Ihnen an dieser Stelle leider keinen DA-Wandler-Testsieger nennen.

4.2. Die Klangqualität meines Fernsehers ist schlecht, kann ein DA-Wandler helfen?

Viele Flachbildfernseher haben nur relativ schlechte Boxen verbaut, besitzen aber keinen analogen Audio-Ausgang mehr. Falls Ihr Fernseher über einen digitalen Audio-Ausgang verfügt, können Sie das Signal von digital zu analog konvertieren. Dafür müssen Sie einen Digital-Analog-Wandler am TV anschließen (höchstwahrscheinlich an der optischen TOSLINK-Buchse) und dessen analogen Ausgang mit Ihrem Verstärker (zum Beispiel in der Stereo-Anlage) verbinden. So können Sie auch Prime-Time-Filme im TV mit Kino-Klang genießen.

4.3. Was sind die wichtigsten DA-Wandler-Hersteller?

Aufgrund des extrem großen Preisspektrums lässt sich diese Frage gar nicht so einfach beantworten. Immerhin gibt es günstige DA-Wandler wie von kwmobile schon ab 20 €, Profi-DACs im High-End-Bereich von Marken wie Marantz, Mytek oder RME können dagegen sogar einige Tausend Euro kosten. Wir haben Ihnen einige zentrale Hersteller zusammengestellt, mit denen Sie sich definitiv befassen sollten.

  • Audiolab
  • AudioQuest
  • Cambridge Audio
  • Chord
  • Creative Labs
  • FiiO
  • Fostex
  • kwmobile
  • Marantz
  • Mytek
  • Neoteck
  • Oehlbach
  • RME
  • Sabaj
  • SMSL
  • Swissonic