Das Wichtigste in Kürze
  • Microanlagen sind nicht nur als erste Musikanlage für Kinder bestens geeignet, sondern auch für die musikalische (oder informationstechnische) Bereicherung im Arbeits-, Wohn- oder Badezimmer.
  • Wir haben sowohl kleine HiFi-Anlagen mit fest in das Gehäuse integrierten als auch mit über Kabel verbundenen, frei beweglichen Boxen getestet – kompakte Musikanlagen beider Kategorien haben ihre Vor- und Nachteile.
  • Bevor Sie eine Microanlage kaufen, sollten Sie auf die genaue technische Ausstattung achten: Nicht jedes Modell verfügt über eine Bluetooth-Anbindung oder einen SD-Karten-Slot.

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Niemand verzichtet gern auf Musik und nur wenige auf Nachrichten – mit einer kompakten Microanlage ist Ihnen beides gegönnt. Laut einer Umfrage ist das Interesse an Stereogeräten bzw. Micro-HiFi-Anlagen in der Bundesrepublik zudem seit Jahren ungeschmälert; im Jahr 2017 etwa war knapp ein Viertel der Befragten sehr oder zumindest etwas daran interessiert, ein neues Stereogerät zu erwerben (Quelle: VuMA).

Da es nicht immer eine große Musikanlage braucht und diese im Zweifel gar nicht in jede Räumlichkeit hineinpasst, haben wir uns in unserem Microanlagen-Test 2020 auf kleine Modelle konzentriert: vergleichsweise preisgünstige Alleskönner für das Arbeits- oder Kinderzimmer, das Badezimmer oder die Küche. Nach Lektüre unserer Kaufberatung sollte es nicht schwerfallen, Ihren persönlichen Microanlagen-Testsieger zu ermitteln.

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1. Microanlagen-Test 2020 – Fazit: Große Unterschiede in der Ausstattung!

Unser Fazit: Die große Mehrzahl der von uns getesteten HiFi-Kompaktanlagen lässt sich relativ unkompliziert bedienen und der Klang ist zumindest akzeptabel genug für Geräte (und Boxen) dieser Größe – besonders audiophile Kunden können bei den meisten Anlagen die Lautsprecherboxen gegen leistungsstärkere austauschen.

Die größten Unterschiede zwischen den Testmodellen gibt es in deren Ausstattung: Während eine Fernbedienung sowie ein CD-Player Standard sind, können die wenigstens auch auf DVDs und Kassetten zugreifen – bei entsprechendem Bedarf sollte man also genau aufpassen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Radioempfang: Wer mehr will als den UKW-Standard, sollte explizit nach einer Microanlage mit DAB+ Ausschau halten. Mp3-Dateien können quasi überall abgespielt werden und auch für einen USB-Anschluss ist in den meisten Fällen gesorgt. Slots für SD-Karten hingegen sind eine Seltenheit und selbst Bluetooth ist nicht überall zu haben.

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Typische Displays an den Modellen unseres Microanlagen-Tests. Auch die besten Microanlagen verfügen allerdings nicht über ein Touch-Display.

2. Kompaktanlagen-Test 2020 – So haben wir getestet

microanlage2018-testkriterienWir haben unsere Microanlagen auf folgende Kriterien hin untersucht:

  • Bedienung und Klang: Wie einfach bzw. unkompliziert ist die Bedienung und wie sauber bzw. rauschfrei ist der Klang der Boxen?
  • Ausstattung: Über welche Abspielgeräte und Anschlüsse verfügt die getestete Microanlage? Der CD-Player gehört zum Standard, aber was ist mit DVDs, Kassetten, mp3, USB sowie Verbindungen über Bluetooth oder gar NFC?
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Die MEDION P64122 Kompaktanlage mit Bluetooth-Funktion auf der Rückseite.

3. Microanlagen-Typen: Mit frei stehenden oder integrierten Boxen

Zwar gibt es keine prinzipiell unterschiedlichen Typen von Microanlagen, allerdings unterscheidet man zwischen Modellen mit integrierten bzw. fest angebauten Boxen. In der folgenden Tabelle haben wir dies für Sie genauer veranschaulicht.

Microanlagen-Typ Beschreibung
Microanlage mit frei stehenden Boxen

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Diese Art Microanlagen gehören zu den Klassikern: In der Mitte des Tisches bzw. Regals steht die zentrale Anlage und die Boxen werden mit Kabeln an die gewünschte Stelle positioniert.

+ Position der Boxen kann frei gewählt werden
+ größere Flexibilität
+ mitgelieferte Boxen können durch leistungsstärkere Modelle ersetzt werden

- höhere Anfälligkeit für Defekte durch zusätzliche Kabel

Microanlage mit integrierten Boxen

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Audioanlagen mit fest eingebauten Boxen sind kompakter und nehmen insgesamt weniger Platz ein, haben aber auch einige Nachteile.

+ kompakteres Design
+ kein Kabelsalat

- Boxen können nicht flexibel aufgestellt werden
- integrierte Boxen können nicht ausgetauscht werden

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DAB-Kompaktanlagen mit integrierten Boxen sind im Vergleich deutlich platzsparender – im Zweifel allerdings auf Kosten des Klangs. Hier im Bild zwei Microanlagen in Weiß – Schwarz ist allerdings noch immer die beliebteste Farbe, gefolgt von Microanlagen in Silber.

Welcher Anlagen-Typ ist jetzt der richtige für mich? Zählen Sie sich eher als Bastler und sind gerne bereit, zusätzliches Geld für kräftigere Boxen mit mehr Watt auszugeben, oder können gar noch auf ältere Boxen zurückgreifen? Dann empfehlen wir Ihnen eine Audioanlage mit frei stehenden Boxen. Falls Sie es lieber bequem und möglichst unkompliziert haben, ist eine Kompaktanlage mit bereits eingebauten Boxen genau das Richtige für Sie.

4. Bedienung und Klang: Unkompliziert und klar sollte es sein!

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Jedes Modell aus unserem Kompaktanlagen-Test wird mit einer Drahtantenne geliefert, die für deutlich besseren Klang sorgt. Von einem richtigen „Soundsystem“ kann man bei unseren Test-Anlagen dennoch nicht sprechen.

Zunächst zum Klang unserer Test-Musikanlagen: Hier gab es überraschende Unterschiede zwischen relativ gutem Sound mit ausgeglichenen Höhen und Tiefen, Modellen mit akzeptablem Rauschverhalten und jenen, die trotz gut verkabelter Drahtantenne einfach kein klares Signal empfangen wollten. Um hier keinen Fehler zu begehen, empfehlen wir einen Blick auf die jeweiligen Angaben in unserer Produkttabelle.

Niemand verschwendet gern Zeit mit der Sendersuche bei einer Musikanlage. Wir haben uns diese Funktion bei jedem Test-Modell genau angesehen und bewerteten die Anlagen entsprechend, bei denen es besonders lange dauerte, den Sender zu wechseln. Im Vergleich zu modernen Smartphones mit ihren Touchscreens wirkt die Bedienung bei Microanlagen allerdings etwas aus der Zeit gefallen.

Vergleich.org rät: Nicht nur im Klang, auch in der Bedienung gibt es teilweise deutliche Unterschiede zwischen den Modellen aus unserem Mini-Stereoanlagen-Test. Um insbesondere bei der Sender-Auswahl einen kühlen Kopf bewahren zu können, sollten Sie eine Microanlage mit möglichst guter Bewertung der Bedienelemente auswählen.

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Die wenigsten Mini-HiFi-Anlagen verfügen noch über ein zusätzliches Kassettendeck (hier im Bild die GLR5150 Design-Stereoanlage von Grundig) – selbst bei Microanlagen mit Bluetooth eine praktisches Funktion.

5. Ausstattung: CDs kann jeder – Bluetooth leider nicht

Was ist DAB+?

Das Kürzel steht zunächst für „Digital Audio Broadcasting“ und es bezeichnet den Standard für das vor einigen Jahren eingeführte Digitalradio. Zum Ende des Jahrzehnts sollten mehr als 90 % der Landesfläche digital abgedeckt sein, was bedeutet, dass Sie auch in ansonsten abdeckungsschwachen Regionen keine Probleme mehr mit dem Empfang von digitalen Radioprogrammen haben sollten.

Wir haben beim Überprüfen dieses Bewertungskriteriums unterschieden zwischen der grundlegenden Ausstattung sowie zusätzlichen Empfangsmöglichkeiten und Anschlüssen. Zwar verfügen die von uns getesteten Bluetooth-Musikanlagen grundsätzlich über einen CD-Player, DVDs oder gar alte Musik-Kassetten, abspielen können allerdings die wenigsten. Achten Sie hier bei Bedarf genau auf die Angaben in unserer Mini-HiFi-Anlagen-Testtabelle.

Zum Radioempfang: UKW gilt selbstverständlich als Standard, das digitale Radioformat DAB+ hingegen ist bei den Modellen aus unserem Kompaktanlagen-Test weit weniger verbreitet. Wir haben entsprechend markiert, welche Microanlage DAB+ unterstützt. Für Musikanlagen mit Internetanschluss müssen Sie in den allermeisten Fällen auf moderne Internetradios zurückgreifen.

Der neue Übertragungsstandard NFC (bzw. Airplay): Das Kürzel steht für „Near Field Communication“ (Nahfeldkommunikation) und ist vielen bereits durch die Datenübertragung bei Smartphones und Digitalkameras oder auch beim bargeldlosen Bezahlen mit der Kreditkarte bekannt. Microanlagen mit NFC bieten also bspw. die Möglichkeit, Musik vom Smartphone abzuspielen, ähnlich der Verbindung via Bluetooth.

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Jedes Modell aus unserem Kompaktanlagen-Test wird mit einer Fernbedienung geliefert – die Hersteller setzen dabei auf verschiedene Größen.

Vergleich.org empfiehlt: Die meisten Modelle aus unserem Mini-HiFi-Anlagen-Test verfügen über mindestens folgende Ausstattung: CD-Player, Fernbedienung, einen USB-Anschluss und die Möglichkeit, mp3s abzuspielen. Microanlagen mit Bluetooth sind noch immer kein Standard, hier lohnt sich also ein genauer Blick in die Tabelle.

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Die Pioneer Micro HiFi Anlage X-CM35BT-W auf der Rückseite.

6. Fragen und Antworten rund um das Test-Thema Microanlage

6.1. Was sind die beliebtesten Hersteller und Marken von Mini-Anlagen?

Zu den populärsten Herstellern von Micro-HiFi-Anlagen gehören die folgenden großen Namen:

  • Grundig
  • Medion
  • Sony
  • Philips
  • Panasonic
  • Pioneer
  • Haiser
  • Dual
  • auna
  • Teufel
  • LG
  • Onkyo
  • Sharp
  • Telefunken

Aber auch die folgenden weniger bekannten Firmen sind nicht zu unterschätzen, gelten sie doch als ebenso verlässlich:

  • OneConcept
  • Denon
  • Aiser
  • Karcher
  • Bennett & Ross
  • DIGITNOW
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Aufgepasst bei den Maßen: Die Hersteller setzen auf Boxen in ganz verschiedenen Größen.

6.2. Gibt es bereits einen Microanlagen-Vergleich bzw. -Test von der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest gilt allgemein als äußerst technikaffin und tatsächlich existiert bereits ein Mini-Stereoanlagen-Test im Repertoire der Kollegen dort. Das Resultat eines Tests aus dem Jahr 2018 weist Folgendes auf: Nur eine Anlage von getesteten 15 schnitt „sehr gut“ ab, bei zehn weiteren mussten einige Abstriche gemacht werden und vier waren hingegen nur „befriedigend“.

Die Tester wiesen u.a. darauf hin, dass besonders große Musikboxen zwar voluminöser klingen, aber eben auch nicht so einfach ins gewünschte Regal passen. Bei Kompaktanlagen mit Bluetooth wird darauf verwiesen, dass – sollte das Smartphone mit der Anlage verbunden sein – die Musik bei einem Anruf unterbrochen wird.