Die Einteilung in Gaming, Multimedia und Office ist natürlich eine fiktive. Sie beschreibt die besondere Eignung einiger Prozessoren für bestimmte Anwendungen. Das bedeutet aber nicht, dass ein hier als Multimedia-CPU eingestufter Prozessor nicht gut zum Spielen geeignet ist. Die Wahl der besten CPU für Sie hängt ganz davon ab, wofür Sie den Prozessor am häufigsten einsetzen wollen.
Sie wollen… spielen.
Egal ob zu Hause oder auf der Lan-Party – Ihnen geht es ums Spielen, und das in bester Qualität. Computerspiele profitieren besonders von einer hohen Singlecore-Performance. Sie benötigen keine CPU mit sehr vielen Kernen. Wichtig ist für Sie, dass die vorhandenen Kerne leistungsfähig sind. Dafür brauchen Sie eine hohe Taktrate.
++ Gaming-CPU
+- Multimedia-CPU
-- Office-CPU
Passende Produkte – z.B. Intel Core i5- und i7-Reihe
Sie wollen… Multitasken und Bilder, Videos oder 3D-Modelle bearbeiten.
Sie sind der Photoshop-Philip unter den Kollegen. Sie nutzen mehrere Monitore, schneiden Videos, bearbeiten Bilder oder rendern 3-D Modelle – und das möglichst zackig. Für solche komplexen Rechenaufgaben sind CPUs mit vielen Kernen sehr gut geeignet. Die Performance der einzelnen Kerne ist sekundär, hier zählt Menge und reine Rechenpower.
+- Gaming-CPU
++ Multimedia-CPU
-- Office-CPU
Passende Produkte – z.B. AMD Threadripper, Ryzen 7, Intel Core i7-Reihe
Sie wollen… einen Allrounder.
Sie spielen gerne und regelmäßig, bearbeiten aber auch hin und wieder Fotos und Videos. Da sie das aber nicht acht Stunden am Tag machen, fallen dort ein paar Minuten mehr oder weniger Bearbeitungszeit nicht ins Gewicht. Für Sie sind Gaming-CPUs und Multimedia-CPUs gleichermaßen geeignet.
++ Gaming-CPU
++ Multimedia-CPU
+- Office-CPU
Passende Produkte – z.B. AMD Ryzen 5, Ryzen 7, Core i5-Reihe
Sie wollen… surfen und einfache Anwendungen nutzen.
Ihren Computer nutzen sie zwar häufig, verlangen ihm aber nicht regelmäßig aufwändige Berechnungen wie bei Spielen und Videoschnitt ab. Für Sie eignet sich bereits eine günstige Alltags- und Office-CPU. Ein Quad-Core Prozessor mit vier Kernen sollten es aber dennoch sein. Das ist vollkommen ausreichend für die meisten Anwendungen und flüssiges Surfen mit jedem Browser.
+- Gaming-CPU
+- Multimedia-CPU
++ Office-CPU
Passende Produkte – z.B. Intel Pentium-Reihe, AMD FX-Reihe
CPU & Mainboard-Sockel: Passt die CPU in Ihren Computer?
Beim Kauf eines neues Prozessors sollten Sie immer darauf achten: Der Sockel des Prozessors muss dem Ihres Mainboards entsprechen. Wenn Sie wissen, welches Mainboard in Ihrem Computer verbaut ist, googeln Sie einfach „Mainboardname Sockel“. Um herauszufinden, welches Mainboard Sie besitzen, gibt es verschiedene Wege:
- aufschrauben und Modellname prüfen. Der Name steht meist mittig auf dem Mainboard, z.B. „Asus ROG Strix H270F“
- kostenlose System-Analyse-Programme wie SiSoft-Sandra-Lite oder CPU-Z
» Mehr Informationen Mehr CPU-Kerne = mehr Leistung?

Kern-Protze: Die AMD-Threadripper-Reihe verfügt über 8 bis 16 Kerne. Das reicht schon zur Server-CPU.
Aktuelle Spiele profitieren nicht von mehr als vier Kernen – sie sind schlichtweg nicht dafür programmiert. Spiele benötigen momentan weniger Kerne, aber dafür eine hohe Taktfrequenz pro Kern. Spiele in der Entwicklung werden allerdings für 6- und 8-Kerner optimiert, der Trend dürfte sich also ändern.
Mehr Kerne lohnen sich für Video-, Audio- und Bildbearbeitungsprogramme. Ein Leistungsunterschied macht sich hier deutlich bemerkbar. Ebenso bei Nutzern, die gleichzeitig mehrere Programme laufen haben oder mehrere Monitore nutzen. Diese Anwendungen verteilen die Rechenlast gleichmäßig auf alle Kerne. Hier gilt: je mehr Kerne, desto besser. Die Vor- und Nachteile von vielen CPU-Kernen auf einen Blick:
Vorteile- hervorragende Multicore-Performance
- sehr gut geeignet für Multi-Tasking & Multimedia
- schnelle Bearbeitung von Video, Audio & Bild
Nachteile- meist mittelmäßige Singlecore-Performance
- meist mittelmäßige Gaming-Leistung
- hoher Stromverbrauch
Mehr Kerne = mehr Zukunftssicherheit
Wer zukunftssicher investieren will, greift zu einer CPU mit möglichst vielen Kernen. Die Technik ist der Software voraus – in der Zukunft werden Spiele und andere Anwendungen zunehmend für CPUs mit sehr vielen Kernen optimiert. Wir raten zu einer CPU mit sechs Kernen – oder mehr.

» Mehr Informationen Nicht vergessen: Die CPU ist nur so stark wie die restliche Hardware
Für Gamer ist die Grafikkarte noch wichtiger als der Gaming-Prozessor. Wenn eine alte, leistungsschwache Grafikkarte verbaut ist, bringt auch der schnellste Prozessor nichts. Die Grafikkarte würde ihn nur ausbremsen.
Außerdem sollten Sie auf kompatiblen Arbeitsspeicher achten. Aktuelle Intel- und AMD-Prozessoren erfordern mindestens DDR4-RAM. Arbeitsspeicher ist in der Regel nicht ab- oder aufwärts kompatibel, alte RAM-Module können Sie also nicht nutzen.
Für flottes Hochfahren ist vor allen Dingen die Festplatte verantwortlich. Wir empfehlen aktuelle SSD-Festplatten. Wer die Arbeitsprozesse am Rechner nur ein wenig beschleunigen möchte, dem reicht bereits meist das Umsteigen auf eine SSD-Festplatte.
Vielen Dank für diesen interessanten, sehr gut verständlichen und spannenden Artikel. Ich habe selten einen so locker-leichten Artikel zu so einem vermeintlich trockenem Thema gelesen.