Das Wichtigste in Kürze
  • Kalium wird von Ihrem Körper für den Zellstoffwechsel und Regulierung des Blutdrucks benötigt. Krankheiten wie Herzrhythmusstörungen können hingegen auf eine Kalium-Überdosierung hindeuten.
  • Medikamente dürfen höher dosiert sein als Nahrungsergänzungsmittel mit Kalium. Letztere sollten eine maximale Tagesdosis von 500 mg Kalium nicht überschreiten – außer Sie können die Dosis individuell reduzieren.
  • Vitaminzusätze in Kalium-Präparaten sind unnötig. Achten Sie auf reine Kalium-Kapseln, wenn Sie viel Sport treiben und Symptome eines Kaliummangels zeigen.
Kalium Test

Kalium in Form von Brausetabletten, Kapseln, Tabletten oder Pulver dient dazu, einen Kalium-Mangel auszugleichen.

In Deutschland liegt die Angst vor einem Schlaganfall auf Platz drei bei der Angst vor einer gefährlichen Krankheit – hinter der Angst vor Krebs und Demenz. Rund 22 Prozent der Deutschen haben laut einer Erhebung von Pronova BKK Angst, im Laufe ihres Lebens einen Schlaganfall zu erleiden. Wie Sie diese Angst durch Kalium etwas bändigen können, erfahren Sie in Kapitel 5.

In der Kaufberatung unseres Kalium-Vergleichs 2020 erfahren Sie außerdem, wie viel Kalium Ihr Körper für seine Stoffwechselprozesse benötigt und warum es wichtig ist, die Dosierung auf den Verpackungen genau zu lesen – Kaliumcitrat ist nämlich nicht gleich Kalium.

kalium als arzneimittel aus der apotheke

Kalium-Tabletten aus der Apotheke gehören zur Kategorie Arzneimittel. Im Vergleich zu anderen Produkten liegt hier bewusst eine Kalium-Überdosierung vor, die akute Kalium-Mangel-Symptome lindern soll.

1. Gleichen rezeptfreie Arzneimittel einen akuten Kaliummangel aus?

Kalium und Ihr Körper

Wussten Sie, dass Ihr Körper bzw. Ihre Körpermasse nur zu 0,25 Prozent aus Kalium besteht? Trotz dieser geringen Menge hat Kalium großen Einfluss zum Beispiel auf Ihren Blutdruck. Anzeichen eines Kaliummangels (auch Hypokaliämie genannt) sind u.a. Muskelkrämpfe, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen. Vor allem Diuretika (entwässernde Medikamente) können einen Mangel an Kalium hervorrufen.

In Ihrem Körper ist das Kalium recht ungleich verteilt. Rund 60 Prozent des aufgenommenen Kaliums gelangt in Ihre Muskelzellen, acht Prozent in Ihre roten Blutkörperchen (auch Erythrozyten genannt) und sechs Prozent können in Ihren Leberzellen verortet werden. Der restliche Kaliumanteil verteilt sich in Ihre übrigen Organe und Zellen.

Kalium lagert sich jedoch nicht lange ein – nach bereits acht Stunden scheiden Sie bis zu 90 Prozent des aufgenommenen Kaliums über Ihren Urin wieder aus. Während dieser Zeit trägt es in Ihrem Körper zu einem funktionieren Zellstoffwechsel bei und ist ebenfalls an der Regulierung Ihres Blutdrucks beteiligt.

Auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) finden Sie folgende Empfehlungen für die tägliche Kalium-Aufnahme:

Minimal-Empfehlung Kalium pro Tag des BfR
Säuglinge (4 bis 12 Monate) 650 mg
Ein- bis Vierjährige 1.000 mg
Vier- bis Siebenjährige 1.400 mg
Sieben- bis Zehnjährige 1.600 mg
Zehn- bis Dreizehnjährige 1.700 mg
Dreizehn- bis Fünfzehnjährige 1.900 mg
Fünfzehnjährige und Erwachsene 2.000 mg

Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) weichen etwas von diesen Angaben ab. Hier werden Erwachsenen und Jugendlichen rund 4.000 mg Kalium am Tag empfohlen. Während das BfR eine Empfehlung für die minimale Kaliumzufuhr abgibt, bezieht sich die DGE auf die optimale Dosis, daher folgt wohl diese Differenz.

Wir von Vergleich.org empfehlen Ihnen, über Ihre Ernährung täglich zwischen 2.000 und 4.000 mg Kalium aufzunehmen. Gelingt Ihnen dies nicht und hat Ihnen ein Arzt einen Kaliummangel bestätigt, können Sie diesem mit Supplementen entgegenwirken. Hierzu eignen sich die folgenden Arten: rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und registrierte homöopathische Arzneimittel.

Kategorie Beschreibung
rezeptfreie Arzneimittel
  • zugelassenes Arzneimittel

+ nachgewiesene Wirksamkeit
+ zur Behandlung eines akuten Mangels gedacht
- nicht als tägliche Nahrungsergänzung geeignet

Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
  • weniger stark kontrolliert als Arzneimittel
  • nicht zur Behandlung von akuten Mangelerscheinungen gedacht

+ in der Drogerie wie z. B. dm oder Rossmann zu kaufen
- oft zu hoch dosiert

registriertes homöopathisches Arzneimittel
  • laut dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen muss für Produkte dieses Typs kein Wirksamkeitsnachweis vorgelegt werden
  • sie sind stark verdünnt, damit sie als unbedenklich gelten

+ keine Nebenwirkungen zu erwarten
- enthalten in der Regel Zucker
- kaum eine Wirkung zu erwarten, da sie recht gering dosiert sind

Sie werden im Internet auch auf Produkte in Pharmaqualität stoßen. Diese werden auch mit pharmazeutischer Qualität umschrieben, welches ihre Reinheitsstufe beschreibt. Sie werden für die Herstellung von Arzneimitteln verwendet, sind aber selber noch kein zugelassenes Arzneimittel.

Die Hersteller dürfen auch keine Empfehlungen zur oralen Einnahme machen. Wir raten Ihnen daher vom Kauf dieser Produkte ab.

Vergleich.org empfiehlt:
Leiden Sie an einem akuten Kaliummangel, sollten Sie Kalium kaufen, das als rezeptfreies Arzneimittel gilt. Bei diesen Kaliumpräparaten wurde in klinischen Kalium-Präparate-Tests ein Beweis für ihre Wirksamkeit erbracht und Ihre Beschwerden nehmen schnell ab.

Wurden Sie seitens Ihres Arztes lediglich darauf hingewiesen, dass Sie anfällig für einen Kaliummangel sind, dann können Sie auch mit einem der anderen Produkte gegensteuern. Qualitativ sehen wir folgende Reihenfolge: Pharmaqualität, Nahrungsergänzungsmittel, registriertes homöopathisches Arzneimittel.

Bedenken Sie, dass die Bezeichnung „registriertes homöopathisches Arzneimittel“ irreführend ist. Es handelt sich hierbei nicht um ein zugelassenes Arzneimittel. Vielmehr fallen diese Produkte in die Kategorie Globuli.

kaliumcitrat als weißes pulver

Neben Kaliumcitrat sind auch Kalium phosphoricum, Kaliumcarbonat, Kaliumpermanganat und Kaliumchlorid in Nahrungsergänzungsmitteln wie Kalium-Brausetabletten zu finden.

2. Hat Kaliumcitrat die höchste Bioverfügbarkeit?

Bei Kalium handelt es sich um ein sehr reaktionsfreudiges Element, weshalb es kaum in seiner ionischen Reinform anzutreffen ist. In Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln werden Sie folgende Verbindungen antreffen: Kaliumcitrat, Kaliumcarbonat, Kaliumchlorid, Kaliumgluconat, Kaliumphosphat uvm.

In verschiedenen Kalium-Tests im Internet weist Kaliumcitrat die höchste Bioverfügbarkeit auf bzw. den größten Effekt auf Ihre Gesundheit. So erwies sich einem Kalium-Testbericht zufolge Kaliumcitrat effektiver als Kaliumchlorid als Blutdruckstabilisator.

Wir von Vergleich.org empfehlen Ihnen darum, eher zu einem Kaliumpräparat mit Kaliumcitrat zu greifen.

kalium dosierung pro kapsel

3. Entspricht der angegebene Kalium-Wert dem tatsächlichen?

Kalium liegt in den Produkten zum Einnehmen nicht in seiner Reinform vor, sondern in Verbindung z. B. mit Salzen. Dies erhöht die Bioverfügbarkeit von Kalium. Das bedeutet aber auch, dass in einer Kapsel mit 1.500 mg Kaliumcitrat nicht auch 1.500 mg Kalium enthalten ist. Je nach Produkt variiert das Verhältnis von Kalium in der vorliegenden Verbindung, liegt meist aber zwischen 35 und 45 Prozent.

Das bedeutet:

Angaben pro Tagesdosis: 1.500 mg Kaliumcitrat
Kalium-Konzentration: 37,8 %
Kalium-Anteil an der Tagesdosis: ca. 540 mg

Auf diesen reinen Kalium-Wert kommt es bei der Dosierung von Kalium-Präparaten an. Ihn müssen Sie in Beziehung zu folgenden zwei Empfehlungen setzen: empfohlene Kalium-Tagesmenge und empfohlene Höchstdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM).

Das bedeutet für Sie:

  • angemessene Tagesmenge: 4.000 mg
  • empfohlene Höchstdosierung von NEM: 500 mg
nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene ernährung

Kalium-Tabletten sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Zu diesen Kalium-Empfehlungen kamen die DGE und das BfR durch verschiedene Kalium-Tests. Bedenken Sie, dass Sie nicht Ihren gesamten Nährstoffbedarf durch die Einnahme von NEM oder Arzneimitteln decken sollen. Grundlage ist und bleibt eine gesunde Ernährung.

Wenn Sie also ein Kalium-Produkt in einer Drogerie wie dm oder Rossmann kaufen, achten Sie auf die Angabe zur Dosierung des reinen Kaliums und ob sich die empfohlene Tagesdosis innerhalb der Empfehlung für NEM bewegt.

Liegt die Tagesdosis etwas über 500 mg, setzt sich aber aus mehr als einer Kapsel zusammen, dann können Sie die empfohlene Einnahme reduzieren. Wichtig ist, dass Sie jederzeit weniger nehmen können, aber nie die empfohlene Einnahmemenge des Herstellers überschreiten dürfen.

Kalium präparate und vitaminzusätze

Vitamin C, D und E werden gern in Nahrungsergänzungsmittel gemischt, sind aber nicht notwendig. In Basentabletten ist die Kombination mit Magnesium sehr beliebt, aber auch Selen und Zink werden mit Kalium-Tabletten kombiniert.

4. Tests im Internet zeigen: Zusatzstoffe können schädlich sein

kalium mit zu viel vitamin c kann abführend wirken

Ist das Vitamin C in Kalium-Tabletten zu hoch dosiert, können Sie Magenkrämpfe erleiden.

Bei einigen wenigen Kalium-Präparaten werden Sie Bonus-Inhaltsstoffe finden. Dies können beispielsweise Vitamine wie Vitamin C sein. Dieses Vitamin benötigt Ihr Immunsystem, damit es erfolgreich Krankheitserreger abwehren kann.

Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung versorgen Sie Ihren Körper jedoch bereits ausreichend mit Vitamin C. Aus diesem Grund und weil Vitamine in Nahrungsergänzungsmittel häufig viel zu hochkonzentriert sind, kann es zu einer Überdosis kommen. Überschüssiges Vitamin C wird aus Ihrem Körper gespült, was zu Durchfall und Magen-Darm-Krämpfen führen kann.

Wir von Vergleich.org empfehlen Ihnen darum: Achten Sie, wenn Sie Kalium kaufen, auf Präparate ohne zusätzliche Vitamine.

Aber nicht nur überdosierte Vitamine können sich schädlich auf Ihre Gesundheit auswirken: Häufig verwenden Hersteller in ihren Marken-Produkten Magnesiumstearat als Trennmittel und Hilfsstoff. Es soll verhindern, dass die pulverisierten Stoffe in den Kapseln miteinander verkleben bzw. bereits bei der Produktion verkleben und die Maschinen beschädigen.

Dies ist gut für die Hersteller von Kalium-Präparaten, nicht aber unbedingt für Sie. Magnesiumstearate stehen nicht nur im Verdacht, Allergien auszulösen, sondern auch die Bioverfügbarkeit der eigentlichen Hauptwirkstoffe der Präparate zu reduzieren. Es hindert somit Ihren Körper daran, das Kalium in vollem Umfang aufzunehmen und zu verarbeiten.

Besondern häufig enthalten günstige Kalium-Produkte Magnesiumstearat, aber auch teuren Produkten zwischen fünfzehn und zwanzig Euro wird Magnesiumstearat beigemischt. Sie können sich nicht auf den Preis verlassen und sollten darum immer einen Blick auf die angegebene Zutatenliste werfen.

Bei den folgenden Marken und Herstellern finden Sie Produkte, die auch ohne Zusatzstoffe auskommen:

  • Orthomol
  • Centrum
  • Pure Encapsulations
  • Heidelberger Chlorella
  • Doppelherz
  • Verla-Pharm
  • Dr. Hettich
  • Echt Vital

kalium senkt risiko für schlaganfall und herzinfarkt

5. Kalium kann einem Schlaganfall nur bedingt vorbeugen

Wenn Sie an Bluthochdruck leiden, so haben Sie ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Begeben Sie sich bei Bluthochdruck unbedingt in ärztliche Behandlung.

Die DGE weist darauf hin, dass 3.500 bis 4.700 mg Kalium am Tag blutdrucksenkend wirken und so das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, senken können. Bedenken Sie jedoch, dass die Kalium-Einnahme alleine Sie nicht gesünder macht. Sie müssen Ihren Lebensstil ändern, sich gesund ernähren und ausreichend bewegen. Nur so können Sie Ihr Schlaganfallrisiko dauerhaft senken.

Die Stiftung Warentest hat in ihrem Kalium-Test mehrere verschreibungspflichtige Medikamente hinsichtlich ihrer Eignung bei Bluthochdruck und Herzschwäche beurteilt. So hat sie beispielsweise das Medikament „LOSARTAN Kalium TAD 12,5 mg Filmtabletten“ als „geeignet“ in beiden Fällen bewertet. Einen Kalium-Testsieger hat sie nicht gekürt.

In einer Meldung heißt es zudem, dass Kalium das Herz stärkt und die Gefahr von Schlaganfällen reduzieren kann. Auch bei Nieren-Beschwerden wie z. B. Nierensteinen kann Kalium unterstützend wirkend.

beste kalium steckt in lebensmitteln

Kalium in Lebensmittel: Vor allem Obst und Gemüse enthalten viel davon.

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Kaliumpräparate

6.1. In welchen Lebensmitteln ist viel Kalium enthalten?

Sie finden in pflanzlichen Lebensmitteln besonders viel Kalium. Vor allem Gemüsesaft, Hülsenfrüchte und Pilze sind reich an Potassium. Aber auch in vielen Obstsorten versteckt sich der wichtige Mineralstoff. Durch eine gesunde Ernährung lassen sich Kalium-Mangel-Symptome vermeiden – so können Sie das Kalium auch nicht zu hoch dosieren.

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für Lebensmittel und ihren Kaliumgehalt bezogen auf eine Menge von 100 g.

  • Sojamehl

    1.870 mg pro 100 g
  • weiße Bohnen

    1.310 mg pro 100 mg
  • Nüsse

    450 bis 840 mg pro 100 g
  • Bananen

    395 mg pro 100 g
  • Fisch

    300 bis 400 mg pro 100 g

6.2. Wie kann ein zu hoher Kalium-Wert im Blut gesenkt werden?

Während der Kaliummangel (Hypokaliämie) für Sie gefährlich sein kann, so ist zu hohes Kalium im Blut (auch Kaliumüberschuss oder Hyperkaliämie genannt) ebenfalls gefährlich. Es kann zu einer lebensbedrohlichen Elektrolytstörung, Herzrhythmusstörungen und Muskellähmungen kommen. Nierenschwäche kann ein möglicher Grund für eine Kalium-Überdosierung im Körper sein.

Eine Hyperkaliämie ist für Sie immer potenziell lebensbedrohlich und Sie sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.

Kalzium ist ein sogenannter Antagonist von Kalium. Ihr Arzt wird Ihnen wahrscheinlich eine Calciumchlorid-Lösung geben, aber dies ist natürlich abhängig von Ihrem gesamten Krankheitsbild.

Bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung besteht für Sie keine Gefahr eines solchen Kaliumüberschusses, wenn Ihre Organe gesund sind. Wenn Sie Kaliumpräparate einnehmen, dann nur nach Absprache mit Ihrem Arzt. Lassen Sie auch regelmäßig den Kalium-Wert in Ihrem Blut überprüfen, um die Dosierung gegebenenfalls anpassen zu können.

Bildnachweise: Adobe Stock/concept w, Adobe Stock/benjaminnolte, Adobe Stock/ExQuisine, Adobe Stock/Maksym Yemelyanov, Adobe Stock/morissfoto, Adobe Stock/Adiano, Adobe Stock/New Africa, Adobe Stock/photka, Adobe Stock/jozsitoeroe, (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)

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