Das Wichtigste in Kürze
  • Holzleim wird in vier Klassen eingeteilt, welche die Belastung bei Wassereinfluss wiedergeben. Ein wasserfester Holzleim für außen und innen hat die Kennzeichnung D4. Wenn es keine Rolle spielt, ob der Holzkleber wasserfest ist, kann bedenkenlos auch zu Produkten der Kategorien D2 und D3 gegriffen werden.
  • Nach dem Aushärten wird der Leim in der Regel transparent, nur bei einigen Produkten bleibt er milchig-weiß. Wenn Sie befürchten, dass Überreste sichtbar bleiben könnten, sollten Sie in unserer Tabelle diese Zeile speziell im Blick behalten.
  • Auch die Zeit, welche der Kleber zum Trocknen benötigt, variiert mitunter deutlich. Leider ist ein schnell trocknender Holzleim (beispielsweise Ponal Express) zumeist nicht wasserfest und daher nur im Innenbereich verwendbar.

Holzleim Test

Ein vernünftiger Holzleim hält zwei Bretter für die Ewigkeit fest zusammen. Allerdings ist nicht jeder Holzleim wasserfest und außen und innen gleichermaßen gut zu verwenden: Manche Produkte benötigen einen trockenen Untergrund wie auch trockene Raumluft.

Weißleim ist Holzleim

Aufgrund seiner Farbe wird der klassische Holzleim oft auch als Weißleim bezeichnet und vermarktet.

Die dafür verwendete Kennzeichnung verwirrt viele Verbraucher eher. In unserem Holzleim-Vergleich 2020 klären wir über die Codierung auf und informieren Sie auch über Lösemittel und andere Aspekte dieses unverzichtbaren Klebers.

Falls es etwas anderes als reines Holz sein soll, empfehlen wir eher einen Sekundenkleber oder – ganz nach Material – auch ein anderes Produkt:

1. Was bedeuten die D-Kennziffern?

Nahaufnahme Etikett einer Soudal-Holzleim-Flasche

Nicht vom Marketing irreführen lassen: Nur weil waterproof (also „wasserdicht“) draufsteht, ist der Leim noch lange nicht komplett unempfindlich. „D3“ schützt nicht vor dauerhafter, sondern nur vorübergehender Wassereinwirkung.
Im Bild: Holzkleber Soudal Pro 30D

Holzkleber werden nach einer europäischen Norm (EN 204) geprüft und in vier Beanspruchungsgruppen unterteilt: D1, D2, D3 und D4.

Diese Abkürzungen können für den Anwender verwirrend sein, wir schlüsseln sie daher für Sie auf.

Im Prinzip funktioniert die Reihenfolge der Bezeichnungen wir folgt: Die erste Gruppe, D1, bezeichnet Klebstoffe, die nur in trockenen Räumen eingesetzt werden dürfen. Ein D4-Leim ist hingegen auch für den Außenbereich geeignet (etwa den Garten) und hält selbst starker Witterung wie etwa Regen stand.

Nachfolgend erläutern wir alle vier Gruppen für Sie im Einzelnen:

Typ Anwendungsgebiet
Holzleim D1
„trockenfest“
Trockene Räume, die sich zudem nicht allzu stark aufheizen. Die Feuchtigkeit des Holzes darf 15 % nicht übersteigen. Bad und Küche sind tabu.
Holzleim D2
„feuchtfest“
Die meisten Räume sind in Ordnung. Bei Feuchträumen – Bad und Küche – ist Vorsicht geboten. Eine Zimmertür kann behandelt werden, aber kein Mobiliar, dass dauerhaft der Nässe ausgesetzt ist.
Holzleim D3
„kaltwasserfest“
Auch für Feuchträume geeignet, sofern die Wassereinwirkung nicht zu lange anhält. Ebenfalls im Garten und in sonstigen Außenbereichen einsetzbar, die allerdings nicht Regen oder sonstiger Witterung ausgesetzt sind.
Holzleim D4
„feuchtwasserfest“
Besonders widerstandsfähiger Holzleim, selbst in sehr nassen Räumen einsetzbar. Im Außenbereich (auch im Garten) für Fenster(-rahmen) und Türen geeignet, die häufig vorübergehend nass werden.
Flasche Holzleim von Soudal

Beispiel für einen Holzleim, der wasserfest ist. Rechts auf der Flasche können Sie bei näherem Hinsehen die Bezeichnung „D4“ erkennen.
Im Bild: Bester wasserfester Holzleim der Marke Soudal, der Pro 45P.

Tube Holzleim Ponal wasserfest

Schützt auch noch recht gut vor gelegentlichen Wasserspritzern: Holzleim der Klasse D3 (in diesem Fall einfach „Stufe 3“ genannt).
Im Bild: Ponal Holzleim wasserfest.

2. Warum sollte auf übelriechende Lösemittel verzichtet werden?

Etikett auf einem Eimer Ponal Leim für Holz

Nicht immer auf den ersten Blick erkennbar: Ist Lösemittel im Leim enthalten?
Im Bild: Holzleim Ponal Classic.

Lösungsmittel (auch: Lösemittel) sind nicht per definitionem schädlich – ganz gewöhnliches Wasser kann ebenfalls als Lösungsmittel wirken. Allerdings gibt es viele Lösungsmittel, die giftig oder umweltschädlich sind und übel riechen. Sicherlich haben Sie auch schon mit Lacken gearbeitet, bei denen einem ganz blümerant zumute werden konnte.

In der Tabelle am Anfang unserer Kaufberatung finden Sie auf einen Blick alle Angaben dazu, welche der Holzkleber frei von schädlichen Lösungsmitteln (und damit auch den entsprechenden Gerüchen) sind. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss noch nicht, dass die übrigen nicht verwendbar wären. Gegebenenfalls ist es aber besser, Schutzkleidung zu tragen – insbesondere Schutzhandschuhe und Schutzbrille.

Etikett eines schnelltrocknenden Holzleims von UHU

Mancher Kleber trocknet schneller als anderer – und wird auch von den Herstellern entsprechend vermarktet.
Im Bild: UHU Express Express.

3. Tut’s auch die kleine Flasche?

Ein Eimer Holzleim von Ponal.

Leim ist lange haltbar. Das Problem bei Vorratspackungen ist der Platz für die Aufbewahrung.
Im Bild: Ponal Express, nicht wasserfest.

Sparen Sie Geld, indem Sie nur so viel Leim kaufen, wie Sie tatsächlich brauchen, auch wenn es ein günstiger Holzleim ist.

Bei größeren Mengen gibt es zwar einen gewissen Rabatt, aber wirklich spürbar wird dieser erst bei Eimern mit fünf Kilogramm Inhalt – eine durchaus übliche Gebindegröße, die jedoch für Tischlereien und andere Handwerksbetriebe bestimmt ist und bei gewöhnlichen Anwendern nur zu großen Restmengen führt.

Dabei bieten alle Hersteller ihre Produkte auch in kleineren Tuben, Flaschen und Dosen an, bei denen Sie ein paar Euro sparen können. Meist sind sogar mehrere ähnliche Größen vorhanden – Ponal-Holzleim etwa gibt es in 120-g- und 225-g-Flaschen – damit Sie die perfekte Menge Holzleim kaufen können.

Holzleim ist sehr lange haltbar – mitunter kann er noch nach Jahrzehnten verwendet werden.

Hier sind die Vorteile eines großen Eimers PU-Kleber für Holz noch einmal zusammengefasst:

  • geringere Kosten durch Mengenrabatt
  • Reserve, wenn der Baumarkt mal nicht offen hat
  • Restmengen werden irgendwann entsorgt
  • nimmt dauerhaft viel Platz in der Werkstatt weg
Holzkleber Test

Holzleim, auch Weißleim genannt, wird nach dem Trocknen in der Regel transparent.

4. Fragen und Antworten rund um den Holzleim

Was muss ich beim Auftragen beachten?

Das Auftragen an sich ist recht unkompliziert, aber in ein paar Fallen können Sie trotzdem tappen. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie ein paar Tipps, was beim Kleben von Holz beachtet werden sollte.

Tipp Erläuterung
Lacke entfernen Die beiden Oberflächen, welche miteinander verleimt werden, sollten keine Lacke oder ähnliche Beschichtungen aufweisen. Rauen Sie die Oberfläche gegebenenfalls auf.

Feuchtigkeit anpassen Das Holz sollte in einer ähnlichen Luftumgebung lagern wie dort, wo es später zum Einsatz kommt. Ansonsten kann es aufquellen oder sich zusammenziehen und der Holzkleber dieser Belastung nicht standhalten.
Einseitig auftragen Nur bei Harthölzern ist ein beidseitiges Auftragen sinnvoll.
Druck ausüben Mit Schraubzwingen müssen die Werkstück an ihrem Platz gehalten und fest aneinander gepresst werden. Auch der beste Holzleim braucht etwas Zeit, bis er vollständig trocken geworden ist.

Holzleim wird pur aufgetragen und muss nicht verdünnt werden.

Die Stiftung Warentest hat bislang keinen Holzleim-Test (ob wasserfest oder für den Innenbereich) durchgeführt und keinen Holzleim-Testsieger gekürt.