Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Trittschalldämmung dämpft Lärm aus über der Wohnung liegenden Räumen, welcher durch ganz normales Gehen, aber auch anderen Geräuschquellen entsteht: Etwa das Umherrollen eines Drehstuhls oder Hüpfen von Kindern.
  • Bei einigen Bodenbelägen ist eine Schall-Dämmung bereits integriert, beispielsweise in Form eines speziellen Klebers. Andere benötigen eine zusätzliche Trittschalldämmung. Diese Dämmung wird unter Laminat, Vinyl oder Parkett verlegt.
  • Einige Trittschalldämmungen lassen sich auch auf einer Fußbodenheizung verlegen. Da bereits das Laminat eine Wärmedämmung ausübt (bzw. das Parkett), ist auf einen besonders niedrigen Wärmedurchlass-Widerstand zu achten – ansonsten ist die Heizung wirkungslos.

Trittschalldämmung Test

Lärm ist nicht nur störend, sondern kann auch krank machen. Laut statista sind über zehn Millionen Menschen in Deutschland von Verkehrslärm betroffen, viele weitere Millionen von Schienen- und Fluglärm. Doch genauso unangenehm ist es, wenn die Geräuschquelle aus dem eigenen Haus kommt. Fast jeder kennt das Problem lauter Nachbarn, die nachts die Musik aufdrehen oder Sonntagfrüh Nägel in die Wände hämmern.

Kaufberatung Trittschalldämmung Laminat

Laminat mit Trittschalldämmung schont die Ohren und den Frieden in der Nachbarschaft.

Doch genauso störend, durchdringend und vor allem unaufhörlich können die Schritte der Nachbarn sein – der sogenannte Trittschall. Keine Wohnung ist perfekt schallisoliert, aber bei Bodenbelägen ohne integrierte Schalldämmung ist das Aufsetzen der Sohlen auch im Raum darunter zu hören – wofür die Nachbarn natürlich keine Schuld tragen. Die Lösung für das Problem ist eine Trittschalldämmung, welche unter dem Laminat, Parkett oder Vinyl liegt.

Trittschalldämmung wird gelegentlich – und abhängig von der Art der Dämmung – auch als Dämmverstärkung, Dämmunterlage oder Laminatunterlage bezeichnet. Wichtig ist, dass die Dämmung die richtigen Eigenschaften und Dicke für Ihren individuellen Bedarf besitzt. Damit Sie sich einen guten Überblick über die Produkte verschaffen können, stellen wir als nächstes kurz die wichtigsten Kaufkriterien sowie einige beliebte Dämm-Materialien vor:

  • Schaumfolie
  • Rippenpappe
  • Kork

1. Faktoren

Die verschiedenen Trittschalldämmungen unterscheiden sich hauptsächlich durch Gehschallreduzierung/Trittschallminderung, Dicke, Druckstabilität und Material. Hier haben wir diese Elemente etwas näher erklärt, damit Sie sich in obiger Tabelle leichter zurechtfinden, wenn Sie auf der Suche nach einer passenden Trittschalldämpfung sind.

Faktor Erläuterung
Dicke
Icon Dicke Trittschalldämmung
Die Stärke des Dämmungsmaterials hat einen Einfluss darauf, wie gut es Schall blockt und Wärme isoliert.

Wichtiger noch ist jedoch die Art des Materials. Orientieren Sie sich daher nicht primär an der Dicke, sondern an den Angaben zu Wärmedurchlasswiderstand und Schallminderung.

Druckstabilität
Icon Druckstabilität Trittschalldämmung
Nicht alle Dämmstoffe sind gleich stabil. Einige halten hohen Gewichten besser stand als andere. Allerdings sind selbst die günstigen Trittschalldämmungen völlig ausreichend für die Bedürfnisse eines durchschnittlichen Mieters – sie widerstehen mehreren Tonnen pro Quadratmeter.

Wir möchten Ihnen die Information dennoch nicht vorenthalten und haben Sie daher in die Tabelle zur Übersicht über Trittschalldämmung-Tests eingeflochten.

Trittschallminderung
Trittschallmindesrung Trittschalldämmung
Dieser Wert gibt an, wie stark der Trittschall reduziert wird, welcher durch den Fußboden nach unten dringt. Die physikalische Einheit, welche zur Messung von Lautstärke verwendet wird, ist Bel, ein Zehntel davon ist das Ihnen vermutlich geläufige Dezibel (dB).

Die meisten Trittschalldämmungen verringern den Geräuschpegel um etwa 20 dB. Das macht bereits einen deutlich hörbaren Unterschied aus.

Trittschalldämmplatte oder -rolle
Icon Rolle Trittschalldämmung
Welche dieser Trittschalldämmungen die beste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Gehen Sie in erster Linie nach dem Material – es gibt die Art des Baustoffs meist schon vor. Nur in einigen Fällen, etwa bei Kork, kann hier eine Auswahl getroffen werden.

Beim Verlegen stauben Platten leichter, dafür rollt sich das in einer Rolle gelieferte Material leicht wieder zurück. In einen sauren Apfel müssen Sie beißen.

Dampfbremse / Dampfsperre
Icon Dampfsperre Trittschalldämmung
Böden aus Holz sollten nicht nur von oben, sondern auch von unten vor Wasser geschützt werden, damit das Holz nicht beschädigt wird. Eine sogenannte Dampfbremse verringert das Durchdringen von Wasser.

Der Begriff „Dampfsperre“ wird oft synonym verwendet, bezeichnet aber eigentlich einen perfekt abschirmenden Stoff, also eine Art „perfekte Dampfbremse“.

Den Wärmedurchlasswiderstand, welcher eine große Rolle bei Fußbodenheizungen spielt, finden Sie in Kapitel 4 erläutert.

2. Materialien

Es gibt mehrere Typen von Trittschaldämmungen, die sich durch unterschiedliche Eigenschaften auszeichnen. Hier haben Sie die wichtigsten auf einen Blick.

Schaumvlies / Schaumfolie

Schaumfolie Trittschalldämmung

Schaumfolie ist ein besonders günstiger Dämmstoff.

Dieser Kunststoff ist feuchtigkeit- und temperaturresistent, vor allem aber: billig. Wenn die Renovierung nicht zu schwer auf dem Geldbeutel lasten soll, ist Schaumstoff der Dämmstoff Ihrer Wahl. Dafür kann er nicht so viel Schall absorbieren wie andere Materialien.

Die meisten Produkte aus den diversen Trittschalldämmung-Tests sind solche Kunststoffe.

Rippenpappe / Wellpappe

Pappe isoliert Wärme fast überhaupt nicht. Damit empfiehlt sie sich besonders für Räume mit Bodenheizungen. Sie ist, so wie die Kunststoff-Folie, günstig in der Anschaffung.

Kork

Kategorie Kork Trittschalldämmung

Auf diesen Korkplatten liegt ein Stück Rinde der Kork-Eiche. Kork ist natürlich und belastbar.

Kork ist ein natürlicher Rohstoff, welcher aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird. Dank seiner Belastbarkeit und Langlebigkeit eignet sich Kork zur Trittschalldämmung. Er fault praktisch nicht.

Als Trittschalldämmung ist Kork zwar gut verwendbar, häufiger taucht der Rohstoff jedoch als eigenständiger Bodenbelag auf. Die besten Kork-Bodenbeläge haben wir in einem eigenen Vergleich für Sie unter die Lupe genommen.

Kork wird recycelt und ist daher besonders umweltfreundlich. Sogar alte Korken von Weinflaschen können zu Sammelstellen gebracht werden, wo sie zerkleinert und zu Dämmstoff umgewandelt werden.

3. Wie lässt sich eine Trittschalldämmung verlegen?

Trittschalldämmung verlegen

Wenn die Trittschalldämmung ein Muster hat, lassen sich einfacher genaue Schnitte machen.

Sorgen Sie zunächst dafür, dass der Untergrund so glatt wie möglich ist. Zwar versprechen Hersteller gern, dass auch kleine Unebenheiten mit Ihrem Produkt ausgeglichen werden können, aber mit einem glatten Boden sind Sie auf der sicheren Seite.

Breiten Sie die Trittschalldämmung gemäß Anleitung auf dem Boden aus. Sie wird nicht fest verklebt, sondern höchstens mit Klebeband an den Boden geheftet. Zuletzt kann über der Trittschalldämmung Laminat oder Parkett verlegt werden.

Damit Trittschalldämmung auf Estrich verlegt werden kann, sollte dieser erst ausreichend getrocknet sein. Beschleunigt werden kann der Trocknungsprozess durch den Einsatz eines sogenannten Bautrockners. Die besten Modelle haben wir bereits in einem eigenen Bautrockner Vergleich vorgestellt.

Soll die Trittschalldämmung unter dem Estrich (und nicht etwa darüber) angebracht werden, benötigen Sie ein anderes Dämm-Material, welches nicht „schwimmt“.

4. Ist Trittschalldämmung für die Fußbodenheizung immer kombinierbar?

Fußbodenheizung

Die Rohre einer Fußbodenheizung führen warmes Wasser. Hier: Trockenbau.

Die Fußbodenheizung besteht aus Rohren, die im Estrich liegen und warmes Wasser führen. Die Energie wird auf den Boden übertragen und erhitzt auf diese Weise das Zimmer darüber. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn das Laminat über der Rohr-Heizung möglichst dünn ist und die Wärme nicht zurückhält. Insofern ist es widersinnig, weitere Schichten (darunter die Trittschalldämmung) hinzuzufügen, welche die Heizung noch stärker vom Hausbewohner trennen.

Ist die Trittschalldämmung besonders dick, weist sie die Wärme ab und macht damit die Fußbodenheizung nutzlos. Bei einer dünnen Schicht ist die Heizung nur leicht beeinträchtigt. Hier ist eine Kombination möglich.

Da die Stärke der Trittschalldämmung allerdings noch nicht alles über die Wärmedurchlassung aussagt (es kommt insbesondere auch auf die Art und Dichte des Materials an), gibt es einen genaueren Wert, welchen der Verbraucher zur Hand nehmen kann: Den Wärmedurchlasswiderstand.

Wärmedurchlasswiderstand

Hier wird es ein wenig technisch. Der Wärmedurchlasswiderstand verrät, kurz gesagt, wie gut die Trittschalldämmung Wärme isoliert. Sie wird in der Einheit m² K/W angegeben. Hohe m² K/W bedeutet starke Isolation und voraussichtlich Probleme mit der Fußboden-Heizung. Niedrige m² K/W bezeichnet einen einfachen Wärme-Durchlass und daher Kompatibilität mit der Fußbodenheizung. Wo genau die Grenze liegt, hängt nicht zuletzt von der Heizung selbst ab.

Rechtliches

Stiftung Warentest macht auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs aufmerksam, in welchem Mietern das Ersetzen von Teppich durch Parkett gestattet wurde, obwohl das lauter für die Nachbarn ist. Allgemeingültig ist das allerdings nicht: Es hängt von den rechtlichen Mindestanforderungen an den Trittschall der Gebäude ab, welche wiederum vom jeweiligen Baujahr abhängig sind.

Zur Berechnung: Die Einheit m² (Quadratmeter) ist Ihnen vermutlich bereits bekannt, mit ihr wird die Fläche gemessen. Das K steht für Kelvin, eine Temperatur-Einheit. Hat ein Glas Wasser 20 Grad Celsius (°C), also ungefähr Raumtemperatur, entspricht das gleichzeitig 293,15 Kelvin (K). Die Einheit wird in der Wissenschaft oft verwendet – und eben auch bei der Wärmedämmung. Die letzte Einheit ist Watt (W) und bezeichnet die physikalische Leistung. Sie ist Ihnen von verschiedenen elektrischen Geräten im Haushalt und der Stromrechnung bekannt: Hat ein Gerät einen Verbrauch von 1.000 W, dann ist nach einer Stunde eine Kilowattstunde (kWh) verbraucht, was bei derzeitigem Marktpreis etwa 30 Cent entspricht.

Übrigens: Der Wärmedurchgangswiderstand (über welchen Sie während Ihrer Fußbodenplanung stolpern könnten) bezeichnet die Summe aller Wärmedurchlasswiderstände – die dünne Kunststoffplatte ist ja nicht der einzige Stoff zwischen zwei Wohnungen. Hinzu können auch andere Widerstände kommen, etwa von Estrich, Laminatboden oder Holzbalkendecke.

5. Welche Trittschalldämmung-Hersteller sind bekannt?

Aus unserem Trittschalldämmung Vergleich 2021 kennen Sie bereits einige Marken und Namen. Der Vollständigkeit halber folgt an dieser Stelle eine etwas ausführlichere Liste, die neben diversen Trittschalldämmung Testsiegern und der für Sie besten Trittschalldämmung, vom Nischen-Hersteller bis zum Platzhirsch, viele Anbieter anführt.

  • Bachl
  • BB Verpackungen
  • Ewifoam
  • Haro
  • HARO
  • HEXIM
  • Parador
  • Selit
  • Trecor

Korkplatten Dämmung

6. Häufige Fragen und passende Antworten

Falls unser Überblick über Trittschalldämmung-Tests noch Fragen zu Schallschutz, Bodenbelägen oder anderen Themen offen gelassen hat, finden Sie die passenden Antworten vielleicht hier, damit Sie den besten Trittschalldämmung kaufen.

6.1. Was ist eine EPS-Trittschalldämmung?

Styropor EPS

Ein Elefant aus EPS, auch Styropor genannt, der (noch) nicht zu Dämm-Material verarbeitet wurde.

Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der Dämmstoff expandiertes Polystyrol, der üblicherweise unter dem Namen Styropor bekannt ist. Er isoliert zwar Wärme, leitet aber Geräusche vergleichsweise gut weiter.

Übrigens: 2016 kam es auf vielen Baustellen zu ungewollten Verzögerungen (Quelle: Spiegel) da Styropor nicht mehr entsorgt werden konnte. Der Grund dafür ist ein unappetitlicher: Styropor enthält das giftige Brandschutzmittel HBCD und darf seitdem nicht mehr zusammen mit anderem Bauschutt entsorgt werden, sondern wird gesondert verbrannt. Viele Müllverbrennungsanlagen besaßen jedoch noch nicht die dafür notwendigen, ausdrücklichen Zulassungen.

6.2. Kann ich die Trittschall-Dämmung unter Laminat selbst verlegen?

Ja, wenn Sie handwerklich nicht unbegabt sind. Die Laminat-Dämmung ist einfacher zu verlegen als das Laminat selbst. Das Material ist in der Regel leichter zu schneiden und schräge Wände oder komplizierte Ecken bereiten Ihnen so weniger Kopfzerbrechen.

Glätten Sie zunächst den Boden soweit wie möglich und entfernen Sie allen Schmutz, der sonst Unebenheiten verursacht. Breiten Sie danach die Trittschalldämmplatten oder den gerollten Dämmstoff auf dem Untergrund aus. Im Anschluss kommt auf die Dämmung das Laminat und fertig ist der Fußboden. Zum Zurechtsägen des Laminats empfehlen wir den Einsatz einer Stichsäge, den entsprechenden Vergleich finden Sie über diesen Link.

6.3. Ist eine Fußbodenheizung mit Trittschalldämmung versehbar?

Prinzipiell schon. Wichtig ist, dass Sie ein Produkt erwerben, dass speziell für diesen Verwendungszweck ausgelegt ist. Dämmungen, die Wärme stark isolieren, eignen sich hier nicht. Der Tabelle am Anfang dieses Artikels entnehmen Sie ganz einfach, welche Dämmungen sich anbieten.

6.4. Lohnt sich eine Trittschalldämmung?

Ja – und in vielen Fällen ist Schallschutz sogar rechtlich vorgeschrieben. Im folgenden Video können Sie den Unterschied zwischen Parkett mit Trittschalldämmung und solchem ohne gut nachvollziehen.

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Ergänzend zu unserem Vergleich empfehlen wir Ihnen folgende Trittschalldämmung Tests: