Das Wichtigste in Kürze
  • Wer an Parkettboden denkt, hat oft das klassische Massivparkett im Hinterkopf, welches aus einem Stück Holz besteht. Es wird aufwendig zusammengelegt und muss anschließend noch mit Öl oder Lack behandelt werden.
  • Immer beliebter wird allerdings Mehrschichtparkett, ein Fertigparkett mit dünner Nutzschicht. Es ist nicht ganz so langlebig, dafür aber wesentlich preiswerter und kann auch von Laien verlegt werden.
  • Das Holz, aus dem der Parkettboden hergestellt wird, benötigt eine Versiegelung, entweder durch Öl oder Lack.

Parkett Test

Schon vor Jahrhunderten erfreute sich Parkett in Deutschland großer Beliebtheit. Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der professionellen Parkettleger beständig gestiegen – zuletzt gab es knapp 8.000 solcher Betriebe im Bundesgebiet (Quelle: ZDH).

Parkettboden aus Holz im Flur.

Wohnen schick gemacht: Ein Parkettboden sieht immer edel aus.

Doch es muss nicht unbedingt ein Fachmann herangezogen werden, um diesen Boden zu verlegen. Fertigparkett mit einfachem Klick-System ist sehr weit verbreitet und auch vom geübten Heimwerker gut zu handhaben.

In unserem Parkett-Vergleich 2020 finden Sie eine große Auswahl dieser Bodenbeläge in allen möglichen Formen und Farben. Ob Eichenparkett in Stäbchen-Form, Echtholzparkett mit Klick-Technik oder fertiges Parkett in Eiche natur: Wir informieren Sie über jeden Typ.

Falls es doch lieber Laminat, PVC oder Kork sein soll, legen wir Ihnen auch folgende Ratgeber ans Herz:

Parkett verlegen mit Set

Mit einem Verlege-Set bauen auch Sie leicht einen Parkettboden ein.

1. Massivholz ist die Ausnahme

Zwei Varianten von Parkettböden sind auf dem Markt erhältlich: Massivparkett und Mehrschichtparkett. Sie müssen sich vor dem Kauf für eine Kategorie von Parkett entscheiden.

Mehrschichtparkett (auch Fertigparkett genannt) gibt es erst seit dem letzten Jahrhundert. Es besteht – wie der Name schon sagt – aus mehreren Materialschichten, die miteinander verklebt sind. Die Buchen- oder Eichen-Schicht, welche dem Parkett seine charakteristische Optik verleiht, ist hier sehr dünn. Darunter wird ein günstiges Holz eingesetzt (etwa Fichte), welches dem Boden Stabilität verleiht.

Die Nutzschicht hat nur eine Dicke von drei bis vier Millimetern. Wenn Sie den Parkettboden schleifen, verringert sie sich noch weiter. Anders gesagt: Mehrschichtparkett ist nicht für die Ewigkeit gedacht. Nach ein bis zwei Überarbeitungen mit der Schleifmaschine ist das Grundmaterial erreicht und der Boden muss raus. In der Konsequenz wird dieses günstige Parkett bevorzugt schwimmend verlegt, also nicht miteinander verklebt, sondern nur zusammengesteckt. Solcher Klick-Parkettboden lässt sich leicht wieder entfernen und durch einen neuen ersetzen.

Massivparkett besteht hingegen nur aus einer einzigen Art von Holz, welches in kleine Stäbchen geschnitten wurde (auch Stabparkett genannt) und beim Verlegen zusammengesetzt und verklebt wird. Oft werden auch schon werkseitig jeweils um die 50 Stäbchen miteinander verklebt. Da Eiche und Buche sehr langsam wachsen, sind für solch edlen Parkettboden die Preise entsprechend höher.

Dafür ist diese Schicht viel dicker; acht Millimeter sind hier üblich. Ein solch hochwertiger Parkettboden kann also wieder und wieder abgeschliffen werden und erzielt so eine besonders lange Nutzdauer. Umso wichtiger ist, dass ein Muster ausgewählt wird, welches auch in Jahrzehnten nicht hoffnungslos veraltet wirkt. Ein Stabparkett in Eichen-Optik ist beispielsweise eine sichere Wahl.

2. Lässt sich Klick-Parkett am einfachsten verlegen?

Kleber für das Verlegen von Parkett

Falls der Boden nicht schwimmend verlegt wird, benötigen Sie Parkettkleber.

Sie können auch selbstständig Parkettboden verlegen, um die Kosten eines Handwerkers zu sparen. Ein routinierter Heimwerker wird daran nicht scheitern. Dieses Unterfangen empfiehlt sich aber nur dann, wenn das Material per Klick-System verbunden wird.

Klick-Parkett (ob Eiche, Buche oder Ahorn ist egal) hat seitlich eine hervorstehende Verankerung, welche in der Nut der daneben liegenden Diele einrastet. Die Teile werden anschließend nicht verklebt, sondern halten allein mechanisch zusammen.

Klick-Parkett Eiche

„Combat Country“-Eiche-Klick-Parkett. Gut zu erkennen: Die seitliche Verankerung, über die der Boden später zusammenhält. Dieses Fertig-Parkett wurde nicht geölt, sondern lackiert.

3. Welches schöne Muster rundet den Boden ab?

Aus den Stücken Fertigparkett oder den Stäbchen Massivparkett, die Sie kaufen, entsteht am Ende ein Muster. Die Dielen sind nicht auf gleicher Höhe, sondern zueinander versetzt. Sie haben bei der Gestaltung manchmal Spielraum.

Wir stellen Ihnen einige typische Verbände vor:

Verband Darstellung Beschreibung
Schiffsboden Parkettboden Schiffsboden-Verband Die Dielen liegen parallel, die Abstände sind unregelmäßig. Es entsteht der rustikale Charme eines Schiffsdecks.
Englischer Verband Parkettboden Englischer Verband Bei diesem Parkettboden verlaufen die Dielen ebenfalls parallel, aber die Abstände sind regelmäßig und jeweils um die Hälfte versetzt.
Oxford-Verband Parkettboden Oxford-Verband Wie der englische Verband, aber nur um ein Drittel versetzt. Wirkt ebenfalls sehr geordnet.
Fischgrätverband Parkettboden Fischgrät-Verband Die Stäbe liegen nicht parallel, sondern im 90°-Winkel zueinander (manchmal auch weniger).
Würfelverband Parkettboden Würfelverband Auch als Schachbrett-Verband bezeichnet. Mehrere Stäbe bilden kleine Quadrate.
Nicht jedes Produkt eignet sich für jeden Verband. Bei Klick-Systemen sind nur Parallel-Verbände möglich. Stäbchen werden hingegen zu Mosaiken gelegt.

4. Versiegelt ist meist besser als geölt

Parkettboden muss behandelt werden, damit er nicht beschädigt wird. Zwei Optionen stehen hier zur Verfügung: Ölen und Versiegeln.

Lackierter Parkettboden in Eichen-Optik.

Parkett, Eiche, lackiert.

Bei versiegeltem Parkett wird ein Lack aufgetragen, der einen schützenden Belag bildet. Diese Schicht ist recht undurchdringlich, sodass der Boden (genau wie etwa Laminat oder Vinyl) feucht gewischt werden kann. Pfützen sollten aber dennoch nicht stehen bleiben. Es besteht immer die Möglichkeit, dass die Schutzschicht kleinere Lücken aufweist.

Mit dieser Art von Versiegelung erhalten Sie einen ziemlich robusten Bodenbelag, der außerdem wenig Pflege benötigt. Eine Auswahl an Parkettlacken haben wir hier untersucht:

Die Alternative zum Lack ist geöltes Parkett. Hier kommt ein spezielles Hartöl zum Einsatz, welches den Boden imprägniert. Es bildet keine undurchlässige Schicht, sondern bleibt offenporig. Wasser (etwa vom Putzen) kann also viel leichter in das Holz eindringen und es gegebenenfalls beschädigen.

Parkettboden Eiche geölt

Parkett, Eiche, geölt.

Bei der Bodenreinigung sollten Sie daher auf Holzbodenseife zurückgreifen. Anschließend empfiehlt sich das Auftragen eines Pflegeöls. Hartwachsöl haben wir uns ebenfalls genauer angeschaut:

Unterm Strich ist der Reinigungsaufwand wesentlich größer, wenn der Parkettboden geölt und nicht versiegelt ist. Warum sich also überhaupt für geöltes Parkett entscheiden? Viele Anwender empfinden die Oberfläche von geöltem Parkettboden als natürlicher und angenehmer unter den Fußsohlen.

Lackierter Holzboden ist hingegen glatt und macht einen vergleichsweise künstlichen Eindruck. Legen Sie Wert auf einen natürlichen Touch, ist das Parkettöl also die erste Wahl, ansonsten aber der Lack als pflegeleichte Alternative zu bevorzugen.

5. Lässt sich Fertigparkett ohne Nachbehandlung verlegen?

Wenn Sie Parkett kaufen, können Sie zwischen behandeltem und unbehandeltem Holzboden auswählen.

Buche Parkett geölt.

Parkett, Buche, geölt.

Die meisten Hersteller bieten behandeltes Fertigparkett an. Hier kann die Verlegung direkt beginnen.

Entscheiden Sie sich hingegen für unbehandelten Parkettboden, können Sie selbst den Schutzbelag Ihrer Wahl auftragen. Ist das Material schon behandelt, ersparen Sie sich natürlich einiges an Arbeit, müssen aber mit dem leben, was der Fabrikant zur Behandlung ausgewählt hat.

In der Produkttabelle am Anfang dieser Kaufberatung haben wir jeweils angegeben, ob es sich um ein Fertigparkett in Eichen-, Buchen- oder Ahorn-Optik handelt oder aber eine Nachbehandlung notwendig ist.

Die Beschichtung ist prinzipiell nicht vom Material-Typ unabhängig. Es kann sowohl ein Parkettboden aus Eiche als auch einer aus Buche oder Esche geölt werden.

Parkett Eiche grau

Eine Farbe, die oft überrascht: Grauer Parkettboden sieht sehr elegant aus. Auch hier lässt sich noch feiner unterscheiden, denn Parkettboden ist nicht einfach nur grau, sondern hellgrau oder dunkelgrau oder ähnelt einem Holz, so wie beispielsweise dieses Eichenparkett in Grau.

Ahorn-Parkettboden

Eher die Ausnahme, aber trotzdem schick: Parkettboden aus Ahorn-Holz.

6. Eiche und Buche sind am populärsten

Selbst billiger Parkettboden hat eine Stärke von drei Millimetern (Nutzschicht), hält ziemlich lange und sollte daher mit Bedacht ausgewählt werden. Und auch das beste Parkett mag irgendwann veraltet wirken.

Parkett Eiche hell.

Parkettboden aus heller Europäischer Eiche, weiß geölt. Weißer Holzboden dieser Art ist eher die Ausnahme.

Eine sichere Wahl, die Sie wahrscheinlich auch nach Jahren nicht bereuen werden, treffen Sie mit dem Klassiker: Eichenparkett – ob rustikal, grau, hell, dunkel oder einer anderen Tonart – ist beliebt wie eh und je.

Die Wahlmöglichkeiten sind schier unbegrenzt. Sie können entweder Echtholzparkett im Eiche-Look kaufen (müssen aber gegebenenfalls darauf achten, dass das Eichenparkett anschließend noch geölt oder lackiert wird). Aber auch ein fertiger Dielenboden im Eiche-Stil ist eine gute Wahl und obendrein einfach zu verlegen.

Neben Eiche wird auch Buche gern als Parkett verwendet. Hier haben Sie ebenfalls eine große Auswahl aus hell, dunkel, Natur- und anderen Tönen.

Soll der Parkettboden nach Buche aussehen, können Sie sich auch bei den Eichen-Produkten umsehen. Oft wird derselbe Typ Parkett in Buche, Eiche, Esche, Ahorn und vielen weiteren Farben angeboten.

Eichenparkett rustikal

Parkett Eiche rustikal sortiert, dunkel gespachtelt, Landhausdiele.

Parkett Eiche rustikal

Parkettboden Eiche rustikal, Landhausdiele.

7. Fragen und Antworten rund um Parkettböden

Haben Sie noch eine Frage zu Material, Versiegelung oder dem Preis von Parkettboden? Vielleicht finden Sie die Antwort in diesem Teil.

7.1. Gibt es einen Parkett-Test von Stiftung Warentest?

Rechtliches

Steht im Mietvertrag, dass Sie einen Parkettboden nach zehn Jahren abschleifen müssen, ist diese Klausel schlicht unwirksam.

Die Stiftung hat in jüngster Zeit keinen Parkett-Testsieger in einem Parkettboden-Test gekürt. Allerdings gibt es einen Parkett-Test aus dem Jahr 2005, in welchem Fertigparkett geprüft wurde. Parkettboden-Testsieger wurde Meister. Bei den übrigen Produkten handelte es sich hauptsächlich um Eigenmarken aus verschiedenen Baumärkten, aber auch Parador war im Parkett-Test vertreten (und schnitt recht durchschnittlich ab).

7.2. Wer zahlt für Schäden am Parkettboden?

Zu diesem Thema hat sich die Stiftung Warentest ausführlich geäußert und mehrere Gerichtsurteile zusammengefasst.

Eiche hell Parkett

Ist der Holzboden weiß, sieht man Beschädigungen schneller als auf einem Parkettboden, der schwarz ist. Daher sehen viele Käufer auch von einem Parkett in Eiche hell ab. Parkett lässt sich aber auch mehrmals abschleifen.

Für normale Gebrauchsspuren wie etwa Kratzer oder Dellen muss der Mieter nicht aufkommen. Ist der Boden bei Auszug abgenutzt, trägt der Vermieter die Kosten für die Renovierung der Böden.

Auch das Tragen von Straßenschuhen ist kein Problem. Kniffliger wird es allerdings bei ungewöhnlichen Flecken, etwa durch Rotwein. Hier sind Sie gut beraten, Vorsicht walten zu lassen. Auch durch Wasser aufgequollener Parkettboden kann dem Mieter in Rechnung gestellt werden (wenn nicht gerade ein Schaden an der Heizung oder ähnliches ursächlich ist).

7.3. Sollte das Parkett besser versiegelt oder geölt werden?

Falls Sie nicht auf die besondere Oberfläche eines geölten Parkettbodens bestehen, empfiehlt sich ein Lack. Wir haben Ihnen kurz die Vor- und Nachteile eines versiegelten gegenüber eines geölten Parketts zusammengefasst:

  • einfache Reinigung auch mit dem Wischmopp
  • keine aufwendige Pflege nach dem Reinigen
  • besserer Schutz etwa vor Feuchtigkeit
  • weniger natürliches Gefühl an den Füßen

Im Idealfall fragen Sie Bekannte, welche Art von Schutz sie für ihren Boden ausgewählt haben und prüfen die Oberflächenstruktur des Bodens mit Ihrer Handfläche.