Das Wichtigste in Kürze
  • Laminat ist günstig, sieht schick aus und lässt sich leicht selbst verlegen. Das macht es zu einem der beliebtesten Bodenbeläge in Deutschland.
  • Je nach Nutzungsklasse kann der Laminatboden jahrelang intensiv genutzt, ohne abgerieben zu werden. In manchen Fällen ist sogar schon eine Trittschalldämmung verbaut, damit Sie diese nicht extra hinzukaufen müssen.
  • Die Dekorschicht sorgt dafür, dass der Boden optisch zum Raum passt: Dank ihr kann das Laminat grau, schwarz, weiß oder bunt sein. Außerdem gibt es Laminat in Holzoptik, Fliesenoptik oder Steinoptik.

Laminat Test

Wer seinen Fußboden eigenständig und ohne Hilfe durch Handwerker auf dem Estrich verlegen möchte, ist mit Laminat bestens bedient: Das Produkt lässt sich einfach verarbeiten und ist zudem in vielen verschiedenen Farbvariationen erhältlich.

Rund 600 Millionen Euro setzt die Branche in Deutschland jedes Jahr mit Laminatböden um (Quelle: Kreutzer Fischer & Partner). Wie viel Sie dazu beisteuern, hängt von der Marke ab, für die Sie sich entscheiden. In unserem Laminat-Vergleich 2020 haben wir unter anderem den Quadratmeter-Preis des Laminats ausgerechnet, damit Sie den bestmöglichen Überblick haben.

Hochwertiger Laminatboden ist robuster und hält dadurch länger. Wirklich lohnen wird sich das allerdings nur bei einer intensiven Nutzung des Raumes – etwa durch eine ganze Familie. Auch bei Feuchträumen oder einer Fußbodenheizung müssen Sie die Augen offen halten, damit Sie nichts Falsches kaufen. Wir helfen Ihnen bei der Produktauswahl, erklären Fachbegriffe und geben Tipps zum Verlegen.

Ein junger Mann verlegt Laminatboden.

Besonders gut lässt sich Klick-Laminat verlegen, da die Paneele ineinander einrasten. Dieses Klick-System hat sich mittlerweile auf dem Markt flächendeckend durchgesetzt. Klebstoff ist nicht notwendig und das Material lässt sich bei Auszug aus der Wohnung leicht wieder entfernen.

1. Das beste Laminat ist robust und hält viele Jahre

Ein mühsam selbst verlegter Boden soll natürlich viele Jahre lang halten und dabei dennoch wie neu aussehen. Abnutzungsspuren sind ein Ärgernis, das Sie mit dem Kauf eines hochwertigen Bodenbelags vermeiden können.

Mit einem Bandschleifer wird Parkett abgeschliffen.

Anders als Parkett lässt sich Laminat nicht abschleifen, da es nicht aus Massivholz, sondern mehreren unterschiedlichen Materialschichten besteht. Sie würden mit einer Schleifmaschine sofort die Schutz- oder Dekorschicht zerstören.

Die allmähliche Abnutzung des Laminats wird Abrieb genannt. Sie können die Beständigkeit gegen Abrieb direkt beim Hersteller eines Laminatbodens nachschlagen, dort findet sich eine Klassifizierung von AC 1 bis etwa AC 5. Einfacher verständlich ist aber die daraus hervorgehende, sogenannte Nutzungsklasse des Laminatbodens. Sie sagt aus, für welche Räume sich das Laminat am besten eignet.

Wir erklären Ihnen kurz, wie der „Code“ dieser Nutzungsklassen aufgebaut ist. Er besteht aus mehreren, zweistelligen Zahlen.

Die erste Ziffer einer dieser Zahlen bezeichnet die Raum-Kategorie: Eine „2“ steht für Privaträume, eine „3“ für gewerbliche Räume und eine „4“ für industriell genutzte Räume.

Die zweite Ziffer sagt aus, wie gut sich das Material für diese Art von Raum eignet. Eine „1“ steht für leichte, eine „2“ für mittlere und eine „3“ für intensive Nutzung. Wir haben Ihnen alle möglichen Kombinationen nachfolgend noch einmal tabellarisch aufgelistet:

Klassifizierung Nutzung Raum-Typ
21 leichte Nutzung Privaträume
22 mittlere Nutzung
23 intensive Nutzung
31 leichte Nutzung Gewerberäume
32 mittlere Nutzung
33 intensive Nutzung
41 leichte Nutzung Industrieräume
42 mittlere Nutzung
43 intensive Nutzung
Einer „4“ werden Sie übrigens kaum begegnen, wenn Sie im Baumarkt oder im Internet Laminat kaufen, da die dort erhältlichen Produkte für Privatanwender gefertigt wurden.

Oft ist ein Laminatboden mehrfach gekennzeichnet, beispielsweise mit einer „23“ und einer „31“. Er eignet sich in diesem Fall für intensiv genutzte Privaträume sowie schwach genutzte Räume des Gewerbes.

Da so gut wie jedes Laminat mindestens die Klassifizierung „23“ erhält, ist grundsätzlich auch jeder dieser Böden in jedem Raum Ihrer Wohnung einsetzbar. Falls die Räume besonders stark belastet werden, können Sie dennoch auf die höhere Qualität eines Laminats setzen, das eigentlich für Gewerberäume ausgelegt ist.

Dieser Schritt lohnt sich insbesondere dann, wenn Sie noch lange in der Wohnung oder dem Haus bleiben werden. Ist der nächste Auszug jedoch schon am Horizont erkennbar, müssen Sie nicht in das teuerste Material investieren.

Grundriss einer Wohnung mit verschiedenfarbigen Paneelen Laminat darauf.

Sie sollten sich zunächst für einen geeigneten Typ Laminatboden entscheiden und erst danach Ihre Farbauswahl treffen. So gut wie jedes Produkt ist in zehn oder mehr Varianten erhältlich, machen Sie sich also keine Sorgen darum, sodass Sie Ihr Wunsch-Laminat in hell, dunkel, bunt oder schwarz-weiß bestellen können.

2. Wann ist eine Trittschalldämmung erforderlich?

Klack, klack, klackjeder Ihrer Schritte macht Lärm, Trittschall genannt. Dieser ist auch in der Wohnung unter Ihnen deutlich hörbar, weswegen die dort wohnenden Nachbarn wenig Freude an Ihrem nagelneuen Laminatboden haben werden. Abhilfe schafft ein passender Schallschutz, bestehend aus einer dünnen Schicht Kunststoff, die unter dem Laminat verlegt wird. Sie reduziert den Trittschall so sehr, dass Ihre Schritte außerhalb der eigenen vier Wände nicht mehr hörbar sind.

Schuhe treten auf Laminat und verursachen Lärm.

Ganz normale Schritte verursachen bei den Nachbarn unter Ihnen störende Geräusche, wenn Sie nicht mittels einer Trittschalldämmung vorbeugen.

In manchen Fällen ist diese Trittschalldämmung bereits in das Laminat integriert. Die unterste Schicht des Bodenbelags mindert den Lärm in ausreichendem Maße. Das ist natürlich praktisch beim Verlegen, denn Sie müssen keine spezielle Trittschalldämmung hinzukaufen und haben weniger Arbeit.

Die allermeisten im Handel erhältlichen Laminatböden reduzieren den Krach allerdings nur in sehr geringem Maße. Hier ist eine Trittschalldämmung unbedingt erforderlich. Sie besteht aus einer Rolle oder Platten aus Kunststoff (in manchen Fällen Kork). Das Material wird auf dem Estrich ausgerollt bzw. aneinandergesteckt und muss nicht verleimt werden. Darüber kommt dann das Laminat, welches ebenfalls nicht verleimt wird. Das Verlegen einer zusätzlichen Dämmschicht ist also auch für Laien gut zu bewältigen.

Eine integrierte Trittschalldämmung im Laminat ist zwar eine komfortable Sache, aber nicht unbedingt notwendig. Außerdem kostet eine separate Dämmung kaum mehr als zwei Euro pro Quadratmeter. In diesem Vergleich finden Sie passende Modelle:

Hände verlegen Laminat über einer Trittschalldämmung.

Die Trittschalldämmung (grün) wird einfach vor dem Laminat auf dem Boden ausgelegt.

3. Ist Laminat bei Feuchtigkeit und Fußbodenheizungen geeignet?

Nicht jedes Laminat ist für sogenannte Feuchträume geeignet. Dazu zählen unter anderem:

  • Küche
  • Badezimmer
  • Toilette
Wassertropfen auf einem Holzuntergrund.

Manches Laminat weist Wasser so gut ab, dass es sich auch für Küche oder Badezimmer eignet.

Diese Orte zeichnen sich durch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit aus, die beim Kochen oder Duschen entsteht. Außerdem bilden sich leicht Pfützen auf dem Boden, wenn Wasser verspritzt wird. Laminat für Feuchträume ist durch eine spezielle Schicht vor solchen kleinen Wassermengen geschützt.

Zwar geht auch alles übrige Laminat nicht direkt kaputt, wenn es mal kurzzeitig mit Flüssigkeiten in Berührung kommt – immerhin wollen Sie den Boden auch nass wischen.

Feuchtigkeitsbeständiges Laminat erträgt aber auch, wenn die Pfütze eine Stunde lang steht. Kleine Wasserlachen nach dem Abtrocknen sind also kein Problem.

Stellen Sie auch feuchtigkeitsbeständiges Laminat nicht unnötig auf die Probe. Der Boden sollte nicht lange Zeit unter Wasser stehen, sondern möglichst innerhalb von einer Stunde trocknen.

Zwei nackte Füße auf Laminatboden.

Eine Fußbodenheizung bedeutet großen Komfort, muss aber auch mit dem Bodenbelag kompatibel sein.

Besitzer einer Fußbodenheizung müssen ebenfalls genauer hinsehen, wenn sie Laminatboden verlegen möchten. So wie andere Bodenbeläge wirkt auch das Laminat leicht isolierend und blockiert den Wärmedurchfluss ein wenig. Dementsprechend mehr Wärme muss die Fußbodenheizung aufbringen, um den darüber liegenden Raum zu erwärmen – Energie, die verschwendet wird. Im schlechtesten Fall gibt die Heizung fast gar keine Wärme mehr nach oben ab.

Es empfiehlt sich also, ein Laminat zu kaufen, das möglichst viel Wärme der Fußbodenheizung durchlässt.

Die Einheit zum Wärmedurchlasswiderstand lautet (etwas kryptisch) Quadratmeter Kelvin pro Watt. Wir können an dieser Stelle oberflächlich bleiben und müssen nicht tiefer in die Physik eintauchen.

Konzentrieren Sie sich einfach auf die angegebene Zahl, sie liegt bei Laminat in der Regel zwischen 0,04 und 0,08 m² K/W. Für die einwandfreie Funktion einer Fußbodenheizung sollten es höchstens 0,15 m² K/W sein, also etwa das Doppelte davon. Laminat ist mit einer Fußbodenheizung gut kombinierbar.

Beachten Sie, dass weitere Schichten (wie etwa eine Trittschalldämmung) ebenfalls wärmeisolierend wirken. Sie müssen deren Durchlasswiderstand zu dem des Laminatbodens addieren und auch in der Summe unter den empfohlenen 0,15 m² K/W bleiben.

Weitere Informationen finden Sie auch im Handbuch zur Fußbodenheizung.

Falls Sie eine solche Heizung erst noch verlegen möchten, empfehlen wir auch einen Blick in unseren entsprechenden Ratgeber:

Handwerker installieren eine Fußbodenheizung.

Wenn das Laminat über einer Fußbodenheizung verlegt wird, sollte es keinen zu großen Wärmewiderstand bieten. Ansonsten muss die Heizung unnötig viel Energie aufbringen, um das Zimmer noch erwärmen zu können.

4. Lässt sich Laminat dank Klick-Laminat besonders einfach verlegen?

Großer Vorteil von Laminatboden ist natürlich, dass auch Heimwerker und fachliche Laien ihn verlegen können. So sparen Sie sich die Kosten und die Wartezeit für einen Handwerker.

Ein mann schneidet Laminat mit einer Stichsäge.

Mit einer Stichsäge kürzen Sie zu lange Paneele oder schaffen Aussparungen für Heizungsrohre und ähnliches.

Die Paneele sind an der Seite so gestaltet, dass sie ineinander passen und einrasten. Diesen Mechanismus bezeichnet man auch als Klick-System. Viele Hersteller haben sich unterschiedliche Passformen rechtlich sichern lassen und ihnen Namen wie „Easy Click“ gegeben.

Durch dieses automatische Aneinanderhaften ergibt sich der vielleicht größte Vorteil des Laminats: Es muss nicht am Boden verklebt werden, sondern „schwebt“ förmlich darauf und wird daher auch als schwimmender Bodenbelag bezeichnet. Muss das Laminat eines Tages entfernt werden, lassen sich die Paneele einfach wieder auseinander ziehen.

Der Stabilität schadet dieses System nicht. Laminatboden liegt stabil auf dem Estrich und kann nicht durch Möbelstücke oder unvorsichtige Nutzer versehentlich getrennt werden.

panta rhei

Falls eine Schicht Trittschalldämmung unter dem Laminatboden verlegt wird, schwimmt diese ebenfalls. Mehr Kontakt zu den anderen Schichten ist nicht notwendig.

Die Randbereiche verdecken Sie durch die Sockelleiste (auch Fußbodenleiste oder Scheuerleiste genannt). Sie sollten dabei etwa einen Zentimeter Abstand zwischen Wand und Laminat einhalten, damit dieses sich etwas ausdehnen kann. Aussparungen für Heizungsrohre und ähnliches sägen Sie ganz einfach mit der Stichsäge aus. Zu lange Paneele kürzen Sie ebenfalls mit der Stichsäge oder aber einem speziell dafür entwickelten Laminatschneider. Beide Produkte finden Sie in den nachfolgenden Ratgebern:

Mann nutzt einen Laminatschneider mit Schneidklinge.

Zum Kürzen des Laminats können Sie nicht nur auf die Stichsäge, sondern auch auf den speziell dafür entwickelten Laminatschneider zurückgreifen. Dieses Gerät gibt es sowohl mit Schneidklinge als auch mit Quetschklinge. Welche Vor- und Nachteile die beiden Typen mit sich bringen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Laminatschneider-Test.

5. Eine passende Farbe wertet den Raum auf

Verschiedene Problen von Laminat in einem Regal.

Soll das Laminat grau, weiß, braun oder schwarz sein? Oder eine ganz exotische Farbe haben? Die Auswahl bei den Böden ist riesig.

Dass Geschmäcker verschieden sind, haben die Hersteller längst erkannt und sich auf genau diesen Aspekt konzentriert. Aus ihren Produktionshallen kommt Laminat in allen erdenklichen Farben und Mustern. Von amerikanischer Eiche bis zu orientalischen Palast-Mosaiken ist wirklich jeder Stil dabei.

Laminatboden in Holzoptik (Dielenoptik) ist sicherlich der Klassiker, aber auch Laminatboden in Fliesenoptik und Steinoptik erfreut sich großer Beliebtheit. Ein Fliesen-Muster kann beispielsweise im Bad sehr ansprechend wirken.

Wenn Sie nicht sicher sind, was gut in den Raum passt, sollten Sie sich von einem Bekannten beraten lassen, der ein Auge dafür hat. Viele besonders bunte oder auffällige Drucke „erschlagen“ den Raum. Ein dezenter Boden ist im Zweifel immer die sichere Wahl und gegenüber grellen Farben vorzuziehen.

Mit einer gewöhnlichen Holznachbildung als Laminat – Eiche ist hier die Regel – macht man eigentlich nie etwas falsch. Hier kommt es nur noch darauf an, ob der Laminatboden hell oder dunkel ist, also eher helles oder dunkles Holz zeigt.

Laminatboden Holz

Holz ist beliebt: Ein Laminatboden, der Eiche, Walnuss oder Pinie darstellt, macht immer etwas her. Viel gesucht wird zudem die Optik „Landhausdiele“ mit matter Oberfläche, doch auch Laminatboden in Grau, Weiß oder anderen Steinfarben hat eine breite Anhängerschaft.

Ein hell-dunkel wechselnder Laminatboden aus Holz.

Ebenfalls populär: Farblich wechselnde Planken, sodass das Laminat einen Schiffsboden imitiert. Nussbaum-Holz sorgt hier für spannende Kontraste.

6. Fragen und Antworten zum Laminatboden

Sie sind sich immer noch nicht sicher, zu welchem Produkt Sie greifen sollen? Hat unsere Kaufberatung noch eine ganz bestimmte Frage offen gelassen? Vielleicht finden Sie die Antwort in diesem Kapitel. Zögern Sie ansonsten nicht, unter dem Ratgeber-Teil einen Kommentar zu hinterlassen.

6.1. Lohnt sich ein Laminat mit Trittschalldämmung?

Wenn sich bereits eine Schicht Trittschalldämmung unter dem Laminatboden befindet, ersetzt das die Folie, die Sie sonst verlegen würden. Wir haben Ihnen die Vorteile von Laminat mit Trittschalldämmung gegenüber zwei separaten Produkten kurz aufgelistet:

  • einfache Installation durch eine einzige Materialschicht
  • niedrigere Kosten, da die Dämmung sonst pro Quadratmeter etwa zwei Euro zusätzlich kostet
  • keine Freiheit bei der Auswahl des Dämm-Materials
  • falls ein besonders guter Schutz benötigt wird, kann die integrierte Trittschalldämmung zu schwach sein
Laminat auf einem Holzboden mit Trittschalldämmung dazwischen.

Laminat kann übrigens auch über einem anderen Boden (wie etwa altem Parkett) verlegt werden, sofern dieser glatt und sauber ist.

6.2. Gibt es einen Laminat-Test von Stiftung Warentest?

Der letzte Laminat-Test der Stiftung liegt schon etwas länger zurück, er fand im Jahr 2009 statt. Darin getestet wurde unter anderem Laminat von Parador, Laminat von Egger und Laminat von Krono Original. Ebenfalls im Laminat-Test enthalten waren viele Eigenmarken, die Sie sonst nur im Baumarkt finden und deren Qualität manchmal zweifelhaft ist.

Ein Boden der Marke Classen wurde Laminat-Testsieger, dieser ist heute allerdings nicht mehr im Handel erhältlich. Die Marke selbst existiert aber noch und ist mit vielen Produkten auf dem Markt vertreten.

Im Mittelpunkt stand die Haltbarkeit der Böden, daneben spielten auch Gesundheitsaspekte und eine möglichst einfache Verlegung eine Rolle.