Das Wichtigste in Kürze
  • Für die dicken und teils elastischen Dämmstoffe wie Glaswolle benötigen Sie ein spezielles Dämmstoffmesser mit einer ausreichend langen Klinge. Ein glatter Schliff oder noch besser ein Wellenschliff sorgt für gute Schneideigenschaften.
  • Verwenden Sie dagegen EPS-Dämmung oder andere harte Materialien, sind Sägezähne am Dämmstoffmesser eine gute Wahl. Und stets gilt, zur Sicherheit einen Atemschutz zu tragen.
  • Wie sich der Griff des Dämmstoffmessers für Sie anfasst, entscheidet darüber, wie gut Sie damit arbeiten können. Achten Sie auf eine rutschfeste Oberfläche und eine passende Form für Ihre Hand.

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Das Cuttermesser ist zu kurz und besitzt keine ausreichend stabile Klinge. Eine Säge ist zu starr und zudem ungeeignet für weiche Materialien wie Steinwolle oder expandiertes Polystyrol (EPS). Das Dämmstoffmesser hingegen besitzt die nötige Gesamtlänge und kann dank seines Schliffes sehr gut zum Schneiden verschiedener Dämmungen eingesetzt werden.

In unserem Dämmstoffmesser-Vergleich 2020 erfahren Sie, worauf bei der Art des Schliffes zu achten ist, welche Sicherheitsregeln Sie befolgen sollten und in welchen Situationen ein Dämmstoffmesser für die Stichsäge zum Einsatz kommen kann.

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1. Hält eine rostfreie Klinge beim Dämmstoffmesser am längsten?

Nirosta

Das Kofferwort besteht aus den ersten Silben von „nicht rostender Stahl“. Die Bezeichnung findet sich auf vielen Stahlprodukten. Das Material ist sehr beständig gegen Korrosion und Säuren, erreicht aber nicht die extreme Härte etwa von Messer- oder Werkzeugstahl.

Das passende Dämmstoffmesser für Ihr Projekt suchen Sie anhand des richtigen Schliffs aus. Es gilt die Grundregel: Je härter die Dämmstoffe sind, umso kleiner und feiner sollten die Zähne der Schneide sein. Ausschließlich mit Sägezähnen versehen, kann es zudem auch als Dämmstoffsäge bezeichnet werden.

Bei der Länge werden Sie im Grunde keine Messer finden, die weniger als 200 mm lang sind. Damit ist es in der Regel deutlich länger als typische Dämmmaterialien dick sind. Wegen der Dicke und Elastizität des Schnittgutes ist manuelles Bearbeiten zudem wesentlich akkurater, als beispielsweise ein Dämmstoffmesser an einer elektrischen Säge zu verwenden.

Generell sind es am ehesten professionelle Handwerker, die mit Dämmstoffmessern für Säbelsäge oder Stichsäge arbeiten. Im täglichen Umgang gelingt das Schneiden schneller und die Präzision durch die Routine erreicht. Für Ihr Heimwerkerprojekt stellt das Handwerkzeug dagegen die bessere Wahl dar.

Gar kein Thema in den verschiedenen Dämmstoffmesser-Tests im Internet ist der verwendete Stahl für die Klinge. Das liegt zunächst einmal daran, dass auch günstige Dämmstoffmesser selbstverständlich aus rostfreiem Stahl (Nirosta) hergestellt sind. Weil darüber hinaus nur weiche und oftmals elastische Stoffe geschnitten werden, spielt zum Beispiel eine besondere gute Härte gar keine Rolle, die etwa bei Kochmessern durchaus interessant wäre.

Fazit: Das Dämmstoffmesser muss ausreichend lang sein und sollte im besten Fall keine zu starre und eine stets rostfreie Klinge aufweisen.

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2. Variabel dank zweier Schneiden: Welche Typen von Dämmstoffmessern gibt es?

Trotz des an sich sehr einfachen und übersichtlichen Aufbaus lassen sich zwei Kategorien ausmachen. Die Dämmstoffmesser von Obi, Hornbach, aus dem Internet und teils auch von Aldi oder Lidl besitzen entweder eine oder zwei Schneiden. In den diversen Dämmstoffmesser-Tests zeigen Sie unterschiedliche Vorzüge, die beispielsweise von der Dauer der Nutzung und Ihrem Vorhaben abhängen.

Aufbau der Klinge Eigenschaften
einschneidiges Dämmstoffmesser
daemmstoffmesser-einschneidig
+ optimal für die passende Dämmung
+ stabil durch dicken Messerrücken
+ weniger Verletzungsrisiko
- nicht variabel einsetzbar
zweischneidiges Dämmstoffmesser
daemmstoffmesser-zweischneidig
+ vielseitig durch mehrere Schliffe
- Klinge weniger stabil als bei einschneidigem Schliff
- Verletzungsrisiko erhöht

Wollen Sie zuhause in größeren zeitlichen Abständen an der Dämmung arbeiten, ist die vielseitigere Variante mit zwei Schneiden die bessere Wahl. Da sich die Materialien für die Wärmedämmung stets weiterentwickeln, kann es durchaus passieren, dass Sie unterschiedliche Dämmplatten einsetzen. Mit dem zweischneidigen Dämmstoffmesser haben Sie dafür stets das richtige Werkzeug zur Hand, um möglichst kraftsparend zu schneiden.

Für ein Großprojekt auf dem Dachboden zum Beispiel werden Sie in der Regel nur eine Dämmung einsetzen. Mit der einschneidigen Klinge und dem passenden Schliff entscheiden Sie sich für die stabilere Variante. Wollen Sie das Messer später erneut verwenden, kann es allerdings sein, dass das Schneiden von härterem beziehungsweise flexiblerem Material etwas schwerer vonstattengeht.

Insgesamt ist das Messer mit einer Schneide etwas robuster und verträgt hohe Krafteinwirkungen. Bei sorgsamem Umgang sind zwei Schneiden in einem Messer aber deutlich vielseitiger einsetzbar und dadurch praktischer, auch wenn Sie durch zwei Klingen vorsichtiger arbeiten müssen.

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3. Was sind die Eigenschaften der Dämmstoffmesser im Detail?

3.1. Die Klinge: Der Glattschliff lässt sich gut nachschärfen

Die Gestaltung der Schneide lässt sich grob in drei Kategorien einteilen, die sich in den meisten Dämmstoffmesser-Tests im Internet wiederfinden. Dabei gilt: Je spitzer und enger zusammen die Zähne liegen, umso besser werden harte Materialien geschnitten. Flexible Stoffe dagegen werden am besten mit einem Wellenschliff geschnitten. Noch etwas schonender gelingt das Schneiden mit dem Dämmstoffmesser mit Glattschliff, das zudem am einfachsten nachgeschliffen werden kann. Es schneidet elastische und weiche Stoffe gut.

Für die richtige Wahl lohnt sich die Auflistung verschiedener Dämmstoffe mit dem passenden Schliff der Klinge.

  • EPS – Sägeschliff
  • XPS – Sägeschliff
  • Mineralwolle – Wellenschliff
  • Glaswolle – Wellenschliff
  • Flachs – Wellenschliff
  • Kork – Wellenschliff
  • Kalziumsilikatplatte – Sägeschliff

Darüber hinaus finden sich natürlich noch viele weitere Dämmmaterialien, wobei die aufgezählten zu den typischen Stoffen für den privaten Ausbau zählen. Welches dafür jeweils das beste Dämmstoffmesser ist, kann Ihnen zudem der Verkäufer der Dämmstoffe verraten.

Als Orientierung sollten Sie für Wolle ein Dämmstoffmesser kaufen, das einen Wellenschliff oder Glattschliff besitzt. Bei Dämmung aus Schaum ist der Sägeschliff die bessere Wahl.

Tipp: Bei der Länge der Klinge in mm empfehlen wir von Vergleich.org mindestens das Doppelte der Dämmung. Ist sie 100 mm dick, sollten Sie eine Klinge mit mindestens 200 mm Länge kaufen.

Tipp: Für Glas- und Steinwolle genügt ein glatter Schliff. Bei festen Platten raten wir von Vergleich.org Ihnen mindestens zu einem sehr feinen Wellenschliffmesser.

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3.2. Die richtige Form des Griffs: Mit Gummierung am komfortabelsten

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Ungefähr vierfach erhöht sind die Heizkosten in einem ungedämmten Haus im Vergleich zu einem Haus mit guter Wärmedämmung.

Bei der Kaufberatung keinesfalls vernachlässigt werden darf die Gestaltung des Griffs. Je besser er sich anfasst und bequem in Ihrer Hand liegt, desto länger können Sie mit dem Messer arbeiten.

In Baumärkten wie Obi oder Hornbach nehmen Sie das Dämmstoffmesser vor dem Kauf sicherlich in die Hand. Das sagt jedoch nichts darüber aus, wie sich der Griff nach drei oder vier Stunden anfühlt.

Generell lässt sich hierbei sagen, dass ein schlichter Kunststoffgriff ohne sonderlich ergonomische Form mit der Zeit unbequem wird. Ein Griff aus Holz fasst sich dagegen sehr gut an und kann auch mit verschwitzten Händen gut gegriffen werden.

Optimal dagegen ist ein gummierter Griff, der sowohl Halt gibt als auch durch das flexible Material bequem gegriffen werden kann. Am haltbarsten ist allerdings Holz, das anders als Kunststoff kaum porös wird und selbst bei kurzer Hitzeeinwirkung oder im Sonnenlicht keinen Schaden nimmt.

Bei vielen Marken wie Isover, Wolfscraft oder Knauf Insulation stehen oft mehrere Griff-Typen zur Auswahl, sodass Sie die beste Form für sich selbst finden können.

Tipp: Beim einschneidigen Dämmstoffmesser empfehlen wir von Vergleich.org eine klare ergonomische Form für sicheren Halt. Mit zweischneidiger Klinge sollte der Griff dagegen symmetrisch sein, um beide Seite gleichermaßen nutzen zu können.

3.3. Sicherer Umgang gelingt mit dem passenden Zubehör

Für die sichere Aufbewahrung empfiehlt sich eine passende Messerscheide. In dieser liegt die Klinge geschützt im Schrank oder Werkzeugkoffer, ohne dass Sie sich schneiden könnten. Auch beim Transport ist das Dämmstoffmesser so am besten aufbewahrt.

Als weiteres Zubehör infrage kommen noch ein Schleifstein, Arbeitshandschuhe und die Schutzbrille.

Vorsicht: Beim Schneiden von Dämmung setzen Sie sich feinsten Partikeln aus, selbst wenn Sie auf der Terrasse oder im Garten arbeiten. Bereits mit einer einfachen Atemmaske verhindern Sie deren Eindringen in Ihre Lunge und minimieren damit Gesundheitsrisiken.

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4. Blick auf verschiedene Tests von Dämmstoffmessern im Internet: Ein guter Griff ist besonders wichtig

daemmmaterial-verlegen-mit-dem-daemmstoffmesser

Nur mit einem präzisen Verlegen verhindern Sie Wärmebrücken innerhalb der Dämmung.

Wegen des sehr speziellen und engen Anwendungsgebiets findet sich bei den großen Prüfinstituten wie Stiftung Warentest bisher noch kein Dämmstoffmesser-Testsieger. Für Sie interessant könnte dagegen ein Test von Dachdämmsystemen sein, der die Wichtigkeit von exaktem Arbeiten illustriert und die Vermeidung von Wärmebrücken thematisiert.

Auch an anderer Stelle sind die Tests eher allgemein gehalten, ohne dass Hersteller direkt miteinander verglichen werden. Trotzdem lassen sich ein paar allgemeine Erkenntnisse daraus ableiten, die mehrfach genannt werden.

Wie bereits weiter oben erwähnt, sollten Sie beim Material der Klinge insbesondere auf rostfreien Stahl achten. Er ist nicht so hart wie spezieller Messerstahl, dafür aber flexibler, biegsamer und natürlich äußerst beständig gegenüber Wasser. Hochfester Messerstahl hingegen kann Rost ansetzen, was Sie bei einem teuren Kochmesser beobachten können, wenn auch in geringem Maß.

Viel Wert sollte zudem auf die Handhabung gelegt werden, der Griff sollte also bequem zu greifen sein und sicher in Ihrer Hand liegen. Außerdem fehlt es korrekterweise nie am Hinweis zum Arbeitsschutz. Insbesondere Augen und Atemwege sind zu schützen.

Für die richtige Wahl des Dämmstoffmessers können Sie auf bekannte Marken zurückgreifen. Die Hersteller der Werkzeuge stehen im Normalfall mit ihrem Namen für eine entsprechende Qualität und Haltbarkeit ihrer eigenen Produkte. Zu dem bekannten Namen, die zum Teil als Werkzeughersteller, zum Teil als Hersteller von Isolierstoffen bekannt sind, zählen:

  • Connex
  • Isover
  • Wolfcraft
  • Lux Tools
  • Fiskars
  • Yato
  • Knauf Insulation
  • Stanley

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5. Häufige Fragen rund um das Thema Dämmstoffmesser

5.1. Was ist beim Einsatz des Dämmstoffmessers mit einer Säbelsäge zu beachten?

Insbesondere in Fachgeschäften, mitunter auch im gut sortierten Baumarkt gibt es spezielle Dämmstoffmesser für Säbelsägen. Diese sollten mit der entsprechenden, vom Hersteller der Säbelsäge empfohlenen Halterung versehen sein. Dann können Sie diese problemlos verwenden.

Da die Preise aber kaum von denen eines normalen Dämmstoffmessers abweichen, lohnt sich die Anschaffung zumeist nur für Profis, die bei hohem Arbeitsaufwand Zeit sparen können im täglichen Einsatz. Ansonsten ist das manuelle Schneiden einfacher und mit weniger Aufwand verknüpft.

Tipp: Mit einem solchen elektrischen Dämmstoffmesser schneiden Sie schneller und dadurch auch mit mehr Verschnitt. Arbeiten Sie nicht nur besonders achtsam, sondern tragen Sie unbedingt sämtliche empfohlene Schutzkleidung.

5.2. Wie lässt sich das Dämmstoffmesser schärfen?

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Verzichten Sie im Umgang mit Dämmmaterial weder auf Handschuhe noch den Atemschutz beim Schneiden.

Mit einem Wetzstein oder Wetzstahl können Sie das Dämmstoffmesser mit Glattschliff ohne Weiteres selbst nachschärfen. Am einfachsten ist der Stein zu handhaben, den Sie im Winkel von 15 Grad auf jeder Seite mindestens zehnmal entlang ziehen sollten. Regelmäßig vorgenommen, bleibt die Klinge lange Zeit scharf.

Etwas anders verhält es sich bei Dämmstoffmessern mit Wellenschliff oder Sägeschliff. Mit dem Wetzstein können Sie hier nur schwer die ursprüngliche Schärfe wiederherstellen. Stattdessen sollten Sie das Messer bei einem Messerschmied oder Schleifer in Ihrer Umgebung zum Nachschleifen abgeben. Wegen des höheren Aufwands dürften sich die Kosten auf ungefähr 10 Euro pro Klinge belaufen.