Das Wichtigste in Kürze
  • Dunkle Schokolade zeichnet sich im Unterschied zu Milchschokolade durch einen besonders hohen Kakaoanteil zwischen etwa 50 und 100 Prozent aus. Sie schmeckt weniger süß und ist daher bei Erwachsenen tendenziell beliebter als bei Kindern.
  • Dunkle Schokolade ohne Zucker wirkt auf den ungeübten Gaumen oft sehr bitter, kann aber in Kombination mit einem guten Kaffee oder Whisky eine Reihe komplexer Aromen entfalten. Sie passt auch zu einem Glas Rotwein.
  • Da Bitterschokolade in der Regel keine Milch enthält, ist sie oft vegan, auch wenn sie auf der Verpackung nicht als solche deklariert ist. Sicherheit gibt ein Blick auf die Zutatenliste: Sind weder Milchpulver noch Butterreinfett enthalten, ist die Schokolade auch für Veganer geeignet.
dunkle Schokolade Test

Dunkle Schokolade gilt als gesund: Sie enthält Stoffe, die vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Aber sie bleibt dennoch ein kalorienreiches Genussmittel, das nur in Maßen gegessen werden sollte.

Zwölf Kilogramm Schokolade isst jeder Deutsche pro Jahr, so die Stuttgarter Nachrichten. Der Anteil von dunkler Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 60 % am Gesamtsortiment deutscher Supermärkte beträgt dabei mittlerweile etwa ein Fünftel und steigt weiter.

Das ist vor allem einem wachsenden Bewusstsein um die ernährungsphysiologische Qualität von Bitterschokolade zu verdanken: Sie enthält weniger Zucker als Milchschokolade, ist geschmacklich herber, aber auch komplexer. Je nach Anbaugebiet des Kakaos kann dunkle Schokolade fruchtig, blumig, erdig oder sogar rauchig schmecken.

Welche Alternativen zu Raffinadezucker als Süßungsmittel in Bitterschokolade Verwendung finden und welchen Brennwert das zartbittere Genussmittel hat, erfahren Sie in unserem Vergleich dunkler Schokoladen 2020.

1. Hat dunkle Schokolade eine positive Wirkung auf Blutdruck und Herz-Kranz-Gefäße?

Dunkle Schokolade hat einen besonders hohen Kakaoanteil von durchschnittlich etwa 70 %. Sie schmeckt herber und weniger süß als Vollmilchschokolade und ist daher besonders bei Erwachsenen beliebt. Dunkle Schokolade enthält Stoffe, die dem Volksmund nach nicht nur glücklich machen, sondern auch der Gesundheit zuträglich sind. Dazu gehören:

  • Antioxidantien: binden freie Radikale im Körper
  • Flavonoide: wirken blutdrucksenkend und setzen potentiell das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko herab
  • Theobromin: hat ähnlich wie Koffein eine anregende Wirkung

2. Pur oder mit Nusssplittern, getrockneten Früchten oder Kräutern: Welche Dunkle-Schokolade-Typen gibt es?

Schokolade pur Schokolade mit Nüssen, Kräutern oder Früchten
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Schwarze Schokolade wird von vielen Herstellern und Marken pur in Tafelform angeboten. Sie passt gut zu einer Tasse Kaffee, einem Glas Rotwein oder Whiskey. Beispielsorten:

  • Rapunzel Bitterschokolade 90 %
  • Lindt Schokolade Excellence 85 % Mild
  • Ritter Sport Edelbitter-Schokolade 73 %
Wenn Ihnen der Geschmack purer Schokolade auf Dauer zu langweilig wird, verschafft Ihnen eine mit Nüssen, Früchten oder Kräutern aromatisierte Tafel Schokolade Abwechslung. Beispielsorten:

  • Edelmond Gewürzschokolade
  • Vivani Feine Bitter Orange
  • LoveChock Dunkle Schokolade mit Kakaonibs & Meersalz

3. Kaufberatung für dunkle Schokolade: Roh-Kakao liegt im Trend

3.1. Kakaoanteil: Bis zu 100 % sind möglich

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Schwarze Schokolade enthält meist zwischen 50 und 100 Prozent Kakao.

Bei dunkler Schokolade liegt der Kakaoanteil in der Regel zwischen etwa 50 und 100 Prozent. Je höher der Kakaoanteil, umso intensiver ist der Geschmack nach Kakao.

Während Milchschokolade wegen des hohen Zuckergehalts meist nur als angenehm süß im Geschmack wahrgenommen wird, offenbaren sich beim Essen von dunkler Schokolade komplexe blumige oder sogar säuerlich-fruchtige Aromen, die je nach Anbaugebiet des Kakaos variieren.

Eine kaum noch herausschmeckbare Süße hat dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von 90 % oder höher. Nicht jeder findet Geschmack an einer so herben Schokolade, doch in Kombination mit einem aromatischen Kaffee, einem guten Rotwein oder Whisky kann sie integraler Bestandteil eines besonderen Genussmoments werden.

wein-und-schokolade

Ergänzen sich gut: Ein kräftiger Portwein und eine dunkle Schokolade ohne Zucker und mit hohem Kakaoanteil.

3.2. Bio-Zertifizierung: Auch mit dem Bio-Siegel zertifizierte Produkte garantieren keine Schadstofffreiheit

bio-siegel

EU-Bio-Siegel.

Ein auf der Verpackung angebrachtes Bio-Siegel wird von vielen Konsumenten als Qualitätsmerkmal betrachtet. Jedoch sagt die Bio-Zertifizierung nicht immer zuverlässig etwas über die Qualität des verarbeiteten Kakaos aus. Einerseits können sich Kakaobauern in einigen Anbauregionen die Bio-Zertifizierung ihres Produkts gar nicht leisten, andererseits aber auch das Ausbringen teurer Pestizide nicht: Produziert wird hier ein unbelasteter, hochwertiger Kakao ohne Bio-Siegel.

Auch Bio-zertifizierte Schokolade sollten Sie nicht allzu unkritisch konsumieren: Ein Bio-Siegel ist keine Garantie auf Schadstofffreiheit.

Je nach Siegel gelten für die Herstellung pflanzlicher und tierischer Lebensmittel mehr oder weniger strenge Vorschriften hinsichtlich der Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie der Haltebedingungen von Nutztieren. Die EU-Bio-Verordnung erlaubt beispielsweise den Einsatz von Insektenschutzmitteln und natürlichen Aromen.

3.3. Vegane Bitterschokolade: Ohne Milchpulver und Butterreinfett

Vegane Schokolade enthält keinerlei tierische Produkte, also weder Kuhmilch noch tierische Fette. Bei Milchschokolade wird statt der Kuhmilch meist Reis- oder Sojamilch verarbeitet. Da hochwertige Bitterschokolade ohnehin keine Milch enthält, ist sie in der Regel automatisch auch vegan.

Tipp: Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn weder Milchpulver noch sogenanntes Butterreinfett auf der Liste der Zutaten Ihrer dunklen Schokolade zu finden sind.

3.4. Nährwerte dunkler Schokolade: Ebenso viele Kalorien wie Milchschokolade

Dunkle Schokolade hat ähnlich viele Kalorien wie Milchschokolade. Auf durchschnittlich etwa 2.300 Kilojoule bzw. etwa 550 Kilokalorien pro 100 g kommen die Sorten aus unserem Dunkle-Schokoladen-Vergleich. Selbst Sorten mit eher niedrigem Brennwert enthalten noch etwa 2.000 Kilojoule auf 100 g.

Hinweis: Ein Geheimtipp zum Abnehmen ist dunkle Schokolade daher nicht. In Maßen ist dunkle Schokolade allerdings wegen des niedrigeren Zuckergehalts eine gute Alternative zu herkömmlicher Milchschokolade.

3.5. Zucker & andere Inhaltsstoffe dunkler Schokolade: Xylit kann Raffinadezucker komplett ersetzen

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Zuckerfreie Schokolade der Marke Edelmond enthält nichts als bei niedriger Temperatur verarbeitete Kakaobohnen. Sie ist aus ernährungsphysiologischer Sicht besonders hochwertig, schmeckt aber ungewohnt bitter.

Zartbitterschokolade besteht zu großen Teilen aus Kakaobohnen: Sie werden fermentiert und anschließend meist geröstet und zusammen mit einigen Zusatzstoffen zu einer dickflüssigen Masse, der sogenannten Kakaomasse, verarbeitet. Die Kakaomasse wird einige Stunden lang gerührt („conchiert“), bis sie eine zarte, cremige Konsistenz erreicht und dann in Tafelformen gegossen.

Während einige wenige schwarze Schokoladen, wie beispielsweise die Schokolade von Edelmond, aus 100 % rohen Kakaobohnen hergestellt werden und keinerlei Zusatzstoffe enthalten, werden vielen Zartbitterschokoladen Zucker und Aromen wie Vanille zugesetzt.

Anstelle von herkömmlichem raffiniertem Zucker finden sich aber in immer mehr Sorten Alternativen wie Xylit oder gemahlene Datteln als Süßungsmittel, beispielsweise in den Schokoladen der Marken Xucker und Makri.

Schadstoffe: Mineralöl & Kadmium

Ein Test dunkler Schokoladen von Ökotest hat ergeben, dass in allen 40 untersuchten Sorten Spuren von Mineralöl und Kadmium enthalten sind. Das Kadmium gelangt über vulkanische Anbauböden in die Kakaobohne, während das Mineralöl vor allem über bedruckte Kartonverpackungen an die fertige Schokolade abgegeben wird. Gesetzlich festgelegte Grenzwerte für das gesundheitlich bedenkliche Mineralöl und Kadmium gibt es bisher nicht.

Wenn Sie eine dunkle Schokolade kaufen möchten, die ausschließlich naturbelassene Inhaltsstoffe enthält, dann ist eine mit Datteln gesüßte Bitterschokolade empfehlenswert.

Der enthaltene Fruchtzucker hat allerdings denselben Brennwert wie haushaltsüblicher Raffinadezucker, sodass Sie sich damit keinen Vorteil verschaffen, wenn Sie auf eine kalorienarme Ernährung setzen.

Xylit hat bei einem um etwa 40 % niedrigeren Brennwert dieselbe Süßkraft wie Haushaltszucker und ist daher besonders für Menschen interessant, die Wert auf eine figurbewusste Ernährung legen.

Die Vor- und Nachteile von mit Xylit statt mit Raffinadezucker gesüßter Schokolade haben wir an dieser Stelle übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • niedrigere Energiedichte
  • schützt vor Karies
  • abführende Wirkung bei übermäßigem Genuss
  • stark giftig für Haustiere wie Hunde

Hinweis: Zwar ist günstige dunkle Schokolade von Milka wegen ihres hohen Zuckergehalts unter Experten eher verpönt, für Bitterschokoladen-Einsteiger kann die besonders zartschmelzende, an Milchschokolade erinnernde Milka Zartbitter aber ein guter Startpunkt auf dem Weg zu herberen Edelbitter-Sorten sein.

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Ob zuckerfreie Schokolade oder Milchschokolade: Beides hat eine hohe Energiedichte.

4. Gibt es einen Dunkle-Schokolade-Test bei der Stiftung Warentest?

In der Ausgabe 12/2007 überprüfte die Stiftung Warentest insgesamt 25 Bitterschokoladen-Sorten in den Kategorien Geschmack, Zusammensetzung und Schadstoffe.

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Die Lindt-Schokolade Excellence 70 % landete mit der Note 2,7 im Mittelfeld.

Neben der dunklen Schokolade von Discountern wie Aldi und Lidl schneidet besonders die Edelbitter-Schokolade von Ritter Sport gut ab: Nicht nur ihre sensorische, sondern auch die mikrobiologische Qualität des Produkts überzeugte die Tester.

Lediglich die enthaltenen Schadstoffe – darunter vor allem Kadmium und Mineralöl – führten wie bei fast allen anderen getesteten Schoko-Sorten auch zu leichten Abwertungen.

Testsieger der dunklen Schokoladen wurden die Sorten Moser-Roth von Aldi sowie Fairglobe und J.D. Gross von Lidl.

5. Fragen und Antworten rund um das Thema dunkle Schokolade

  • Wie lange ist dunkle Schokolade haltbar?

    Auch die beste dunkle Schokolade ist nicht unbegrenzt lagerfähig. Bei richtiger Lagerung ist dunkle Schokolade bis zu zwei Jahre haltbar:

    • Kühl & trocken: Ideal ist eine Lagertemperatur zwischen 12 und 18 °C. Wird die Schokolade wärmer gelagert, kann sich ein weißlicher Belag aus Fett bilden. Wird die Schokolade in feuchter Umgebung gelagert, löst sich Zucker, der sich auf der Oberfläche der Tafel ablagert. Weder Fett- noch Zuckerreif sind schädlich, sie stören aber das Geschmackserlebnis.
    • Luftdicht: Dunkle Schokolade ist licht- und sauerstoffempfindlich. Lagern Sie sie daher möglichst luftdicht und dunkel verpackt.
    • Fern von geruchsintensiven Lebensmitteln wie Käse und Wurst: Vor allem weiße, aber auch dunkle Schokolade neigt dazu, fremde Gerüche – beispielsweise von Kaffee, Tee oder auch Käse und Wurst anzunehmen, wenn sie zu dicht beieinander gelagert werden. Auch hier hilft eine luftdicht verschlossene Verpackung.
  • Wie viel Eisen enthält dunkle Schokolade?

    Eine 100-g-Tafel dunkler Schokolade enthält etwa 6,7 mg Eisen. Zum Vergleich: Spinat, der nicht selten als besonders eisenreiches Gemüse gehandelt wird, kommt nur auf etwa 2,9 mg pro 100 g. Um einem Eisenmangel vorzubeugen, können Sie also ruhig öfter mal zur dunklen Schokolade oder zum ungesüßten Kakaopulver greifen.