Das Wichtigste in Kürze
  • Der Schleifroller ist praktisch, wenn eine unebene oder strukturierte Oberfläche abgeschliffen werden soll, die beispielsweise bei Geländern vorzufinden ist. Er ist auch als Bürstenschleifer bekannt.
  • Lamellenrollen-, Schleifhülsen- und Bürstenaufsätze eignen sich für unterschiedliche Oberflächen. Schleifroller sind in erster Linie zur Bearbeitung von Holz gedacht, mit dem richtigen Aufsatz aber auch bei Metalloberflächen einsetzbar.
  • Gute Geräte für Haus und Garten sind bereits für 100 Euro oder sogar noch weniger zu haben. Nur Profi-Maschinen für den gewerblichen Einsatz kosten noch mehr.

Schleifroller Test

Möchten Sie ein filigranes Geländer im Treppenhaus neu anstreichen, muss zunächst der alte Lack runter. Wo der klassische Exzenterschleifer zu klobig und unhandlich ist, findet der Schleifroller seine Nische.

Festool Bürste für Schleifroller

Für jeden Einsatz den passenden Aufsatz: Das zeichnet den Schleifroller aus.
Im Bild: Drahtbürste für den Festool-Rustofix-Schleifroller.

Im Schleifroller-Vergleich 2020 von Vergleich.org haben wir die Daten vieler Schleifmaschinen dieser Kategorie miteinander verglichen, damit Sie schnell ein passendes Modell finden können. Für die meisten Einsätze genügt der Abtrag einer sechs Zentimeter breiten Bürste, nur im professionellen Einsatz kann es mehr sein.

Wichtig ist, dass das Gerät über zentrale Ausstattungsmerkmale wie etwa eine Staubabsaugung oder einen Zusatzhandgriff verfügt. Moderne Schleifer gestatten sogar einen Aufsatz-Wechsel ganz ohne Werkzeug. Daneben sind aber auch Aspekte der Handhabung wichtig, die wir im hinteren Teil dieser Kaufberatung behandeln.

Falls Sie während der Lektüre zu dem Schluss kommen, dass es doch ein anderes Schleifgerät sein muss, finden Sie den passenden Typ vielleicht in einem dieser Ratgeber:

1. Je breiter der Aufsatz, desto höher der Abtrag?

Die meisten Schleifroller können einen maximal 60 mm breiten Aufsatz aufnehmen.

Bosch Schleifwalze an einer Holzwand

Mit dem passenden Aufsatz stellt auch eine solche Nut kein Problem dar.
Im Bild: Schleifroller von Bosch.

Für Heimwerker-Einsätze ist das vollkommen ausreichend. Überspringen Sie dieses Kriterium in unserer Datentabelle also einfach, wenn Sie nicht jetzt schon wissen, dass es genau für Ihre Arbeit relevant sein wird.

Nur Profi-Maschinen überschreiten diese Grenze und haben mitunter Bürsten, die doppelt so breit sind. Sie können aber bei Werkstücken, die so viel Fläche bieten, einfach weiter zum klassischen Exzenterschleifer oder gegebenenfalls einer anderen Schleifmaschine greifen.

Wichtiger ist hingegen, dass Sie auch ein paar schmale Aufsätze parat haben, um nicht an Engstellen zu verzweifeln. Viele sind nur etwa einen Zentimeter breit. So können Sie auch Nuten ausbessern, die keinen Platz für größere Werkzeuge lassen.

schmale Lamellenrolle in einem Varo-Schleifroller

Mit einer schmalen Rolle dringen Sie in jede Ritze und jeden Winkel vor.
Im Bild: Lamellenrolle in einem Schleifer der Marke Varo.

Schleifroller Bosch PRR 250 ES an einem Metall-Werkstück

Schmalen Drahtbürsten gibt es natürlich auch für Metall. Hier wird ein Gitter wieder hübsch gemacht.
Im Bild: Bosch-Schleifroller PRR 250 ES, in dieser Funktion als Bosch-Bürstenschleifer.

2. Schont eine regelbare Drehzahl das Material?

Muss die Bürste immer im Rekordtempo drehen? Natürlich nicht.

Je nach Empfindsamkeit des Werkstücks möchten Sie lieber einen Gang zurückschalten. Furniere werden durch zu viel Kraft leicht beschädigt und ein Lack soll manchmal nur etwas aufgeraut werden.

Hier finden Sie tabellarisch einige Arbeiten aufgelistet, die teils mehr, teils weniger Kraft benötigen.

Stufe typische Anwendungen
niedrig Lack grundieren, Holzfurnier schleifen
mittel Lack entfernen, Hart- oder Weichholz schleifen
hoch Rost von Stahl entfernen
Genauere Abstufungen entnehmen Sie am besten der Bedienungsanleitung.
Batavia Maxxroll, Detailaufnahme

Die Drehzahl-Regelung hat normalerweise fünf bis sechs Stufen.
Im Bild: Schleifmaschine Maxxroll von Batavia.

In unserem Ratgeber haben wir uns auf Schleifgeräte für Holz konzentriert. Für eine optimale Bearbeitung von Edelstahl benötigen Sie eine Satiniermaschine (auch Satinierer genannt).

Schleifroller von Batavia auf Metall-Oberfläche

Mit dem Schleifroller lassen sich auch Metalloberflächen bearbeiten, wenn Sie einen passenden Aufsatz verwenden. Das ideale Werkzeug für Edelstahl-Oberflächen ist und bleibt jedoch die Satiniermaschine.
Im Bild: Batavia-Schleifroller Maxxroll.

3. Clevere Technik: Werkzeugloser Rollenwechsel

Selbst der aus Sicht der reinen Leistung beste Schleifroller verfügt nicht unbedingt über die neuesten Tricks und Kniffe.

Lamellenrolle von Bosch

Bei manchen Maschinen muss der Aufsatz einfach nur aufgesteckt werden – kein Festschrauben erforderlich.

Die Hersteller erneuern Ihre Produktpalette in eher langen Abständen und die Technik stammt dementsprechend oft aus dem letzten Jahrzehnt.

Das zeigt sich beispielsweise beim Rollenwechsel: In der Regel wird die Bürste durch eine Schraube auf dem Aufnahmeschaft gehalten, welche mit einem Inbusschlüssel gelöst werden muss. Dieses System ist umständlich und wurde etwa bei Stichsägen längst abgelöst.

Beim Bosch-Schleifroller sowie einigen anderen Marken liegt mittlerweile ein SDS-System vor. Hier entriegeln Sie ganz einfach auf Knopfdruck. Selbst günstige Schleifroller können damit ausgestattet sein.

4. Was ist neben Zusatzhandgriff, Staubabsaugung und Transportkoffer sonst noch wichtig?

Ein zweiter, seitlich montierter Handgriff verbessert die Führung der Maschine. Bei eher kleinen Schleifrollern mit wenig Watt Leistung können Sie den Griff vernachlässigen, bei schweren Bürstenschleifern ist er hingegen unverzichtbar.

SPTA Bürstroller Schleifmaschine

Der Zusatz-Handgriff gewährt Ihnen noch bessere Kontrolle über die Schleifmaschine.
Im Bild: Bürstmaschine von SPTA.

Die Staubbildung bei Schleifarbeiten ist nicht zu unterschätzen.

Makita Bürstenschleifer

An die Schleifmaschine sollte nach Möglichkeit ein Werkstattsauger angeschlossen werden.
Im Bild: Makita-Bürstenschleifer 9741.

Schließen Sie bei der Arbeit nach Möglichkeit immer einen Werkstattsauger an. Das schont zum einen Ihre Lungen, die sonst eine gehörige Portion Schleifstaub abbekommen. Zum anderen bleibt auch die Werkstatt schön sauber, über die sich sonst mit jedem Einsatz eine neue Staubschicht legt.

Falls Sie keinen entsprechenden Sauger haben, tragen Sie zumindest einen Mundschutz, um das Gröbste fernzuhalten.

Werkstattsauger finden Sie in einem anderem Ratgeber auf Vergleich.org:

Varo PowerPlus Schleifroller

Im Transportkoffer findet der Schleifroller samt Zubehör-Set Platz.
Im Bild: Koffer für den Varo-Schleifroller POWX0495.

Makita MAKPAC für Schleifroller bzw. Bürstenschleifer

Die Transportkoffer können sogar stapelbar sein. Dies ist besonders für Profis interessant, die ihr Werkzeug platzsparend unterbringen möchten.
Im Bild: MAKPAC-Koffer der Größe 3 für den Bürstenschleifer 9741J von Makita. Ist kein Koffer im Set enthalten, heißt dieser Schleifroller von Makita einfach nur 9741.

5. Gut in der Hand liegen alle Schleifroller, aber manche sind leichter

Manche Profi-Schleifroller sind Kraftprotze und auch dementsprechend schwer – vier Kilogramm oder mehr sind da eher die Regel als die Ausnahme.

Schutzkleidung ist Pflicht

Verzichten Sie bei der Arbeit nicht auf Schutzbrille, Gehörschutz und gegebenenfalls Atemschutzmaske. Auch Handschuhe können sinnvoll sein.

Bei den kleinen handlichen Geräten gibt es aber größere Unterschiede, als man denken würde. Bei gut verarbeiteten Produkten konnten die Hersteller an Gewicht sparen, sie wiegen weniger als eineinhalb Kilo, bei den schweren sind es hingegen um die drei. Je länger Sie arbeiten, desto mehr wird sich das in Ihrem Arm bemerkbar machen.

Die Lautstärke unterscheidet sich ebenfalls, hängt aber stark von Aufsatz und Oberfläche ab. Tragen Sie auf jeden Fall einen Gehörschutz! Schäden am Gehör durch ständige Überbelastung machen sich teilweise erst nach Jahren bemerkbar.

Softgrip bei Varo-Schleifroller

Durch den gummierten Griff (hier schwarz gefärbte Teile des Handstücks) haben Sie noch besseren Halt.
Im Bild: Schleifroller der Marke Varo.

6. Fragen und Antworten zum Schleifroller-Vergleich

Haben Sie selbst nach der Lektüre unseres Ratgebers noch Fragen? Mit ein wenig Glück können wir sie in diesem Abschnitt beantworten.

Sind Sie nicht sicher, welches Zubehör Sie benötigen? Oder suchen Sie nach einem bestimmten Schleifroller-Test? Finden Sie die Antwort hier auch nicht, schreiben Sie uns gerne im Kommentarbereich von Vergleich.org am Ende dieser Seite.

6.1. Welches Zubehör benötige ich für den Schleifroller?

Wenn Sie einen Schleifroller kaufen, sollten Sie auch gleich an die passenden Aufsätze denken, damit das Schleifgerät Holz und Metall gut bearbeiten kann.

Nylonbürste von Fartools

Eine Nylonbürste zum Schleifen und Polieren von Metall-Oberflächen.

Zum Schleifen von Holz oder Metall oder dem Entfernen von Lacken empfiehlt sich zunächst die Schleifhülse. Ist die Oberfläche nicht glatt, greifen Sie besser zur Lamellenrolle. Mit einer schmalen Lamellenrolle kommen Sie zudem gut in die Zwischenräume.

Die Lamellenrollen eignen sich allerdings nur für Holz. Bei unebenem Metall ist eine Metallbürste oder Nylonbürste besser geeignet. Mit letzterer lässt sich übrigens auch Holz schön strukturieren.

Mit einem Schleiffleece lässt sich überdies Metall gut polieren.

5 mm Lamellen-Rolle von Bosch

Mit einem entsprechend schmalen Aufsatz kommen Sie in alle Ritzen.
Im Bild: Fünf Millimeter breite Bosch-Lamellenrolle.

Bosch Schleifroller mit Schleifhülse

Auch eine Packung Schleifhülsen sollten immer parat liegen. Die Schleifhülse wird einfach über die Schleifwalze übergestülpt.
Im Bild: Schleifroller Bosch PRR 250 ES.

6.2. Lohnt es sich, einen teuren Schleifroller zu kaufen?

Heimwerkern legen wir eher einen Roll-Elektroschleifer mit 60-mm-Rolle nahe. Vorteile gegenüber den Profi-Geräten sind:

  • preiswerter in der Anschaffung, für 100 Euro zu haben
  • geringeres Gewicht, liegt angenehmer in der Hand
  • nicht ganz so kräftig bei harten Oberflächen
  • langsamer Arbeitsfortschritt bei großen Flächen

Die Stiftung Warentest hat bis jetzt noch keinen Schleifroller-Testsieger erkoren und auch das Magazin Öko-Test keinen Schleifroller-Test durchgeführt.