Das Wichtigste in Kürze
  • Gewindebohrer sind ein spezieller Typ von Bohrern. Sie dienen dazu, Innengewinde anzufertigen, in die beispielsweise eine Schraube geschraubt werden kann.
  • Es gibt Gewindebohrer, die Sie wie einen gewöhnlichen Bohrer in eine Bohrmaschine einspannen können. Eine zweite Kategorie von Gewindebohrern lässt sich von Hand bedienen.
  • Um ein Innengewinde zu bohren, muss man standardmäßig zuerst ein gewöhnliches Loch vorbohren, in das man dann mit dem Gewindebohrer das Gewinde schneidet. Für Anwender, bei denen Zeit eine wichtige Rolle spielt, gibt es heute auch sogenannte Kombi-Gewindeschneider, die diese beiden Aufgaben in einem Arbeitsschritt erledigen..

gewindebohrer test

Mehr als 50 Millionen Deutsche besaßen 2016 Heimwerker- oder Bohrmaschinen, so eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse.

Ein Dübelloch in die Wand zu bohren, gehört sicherlich zu einer der häufigsten Anwendungen, für die man eine Bohrmaschine benötigt. In den meisten Fällen ist diese Aufgabe mit einem guten Steinbohrer schnell gelöst.

Häufig werden Gewindebohrer im Kfz-Bereich benötigt, aber auch bei der Reparatur von Fahrrädern kann ein Gewindebohrer nützlich sein. Neben dem kompletten Neubohren von Gewinden nutzt man Gewindebohrer auch zur Gewindereparatur. So können beispielsweise beschädigte Gewindegänge nachgebohrt oder – bei sehr starker Beschädigung – in einem etwas größeren Durchmesser komplett neugebohrt werden. Weniger gebräuchliche Bezeichnungen für Gewindebohrer lauten auch Gewindeschneidbohrer, Schraubbohrer oder auch Mutterbohrer.

Worauf Sie achten müssen, wenn Sie den für Ihre Anwendungen besten Gewindebohrer kaufen möchten, verraten wir Ihnen in unserem Gewindebohrer-Vergleich 2020. Auch erklären wir Ihnen den Unterschied zwischen einem Gewindebohrer und einem Gewindeschneider und geben Ihnen Tipps, wie Sie einen abgebrochenen Gewindebohrer aus der Wand herausbekommen.

1. Was unterscheidet Gewindebohrer von Spiralbohrern?

projahn gewindebohrersatz

Ein Gewindebohrersatz enthält Gewindebohrer und die dazu passenden Spiralbohrer.

Herkömmliche Spiralbohrer haben glatte Flanken und an ihrer Spitze meist zwei Schneidflächen. Dadurch entstehen glatte Löcher, in die sich etwa Runddübel problemlos einführen lassen.

Gewindebohrer hingegen haben an den Flanken scharfe Zähne. Diese tragen beim Bohren Material von den Seitenwänden des Bohrlochs ab. Dadurch entstehen die Gewindegänge, in die dann eine Schraube geschraubt werden kann. Das entstandene Gewinde nennt man Innengewinde, da es sich im Bohrloch befindet.

Die verschiedenen Gewindebohrer inkl. ihrer jeweiligen Eigenschaften stellen wir Ihnen in der folgenden Kaufberatung vor.

2. Gewindebohrer Unterschiede im Überblick: Von Gewindebohrersatz bis Kombi-Gewindebohrer

Es gibt verschiedene Gewindebohrer, die für unterschiedliche Anwendungen geeignet sind. Die folgende Tabelle fasst die Eigenschaften der wichtigsten Gewindebohrer-Typen sowie ihre Vor- und Nachteile zusammen.

Art Merkmale
Gewindebohrersatz

gewindebohrer gewindeschneidsatz

Enthält immer drei Gewindebohrer: Vorschneider, Mittelschneider und Fertigschneider.

Gewinde werden in drei Stufen Geschnitten: sehr materialschonend.

Gewindebohersätze auch für Sacklöcher verfügbar.

Gewindebohrer lassen sich in Werkzeughalter einspannen und als Handgewindebohrer nutzen: auch für Einsteiger geeignet.

x Kernloch muss vorgebohrt werden.

x Arbeiten mit drei Gewindebohrern ist zeitaufwendig.

Einschnittgewindebohrer

gewindebohrer einschnittgewindebohrer

Gewindeschneiden in einem Arbeitsgang möglich: sehr zeitsparend.

x Kernloch muss vorgebohrt werden.

x Hoher Widerstand beim Schneiden: nur mit der Bohrmaschine verwendbar.

Kombi-Gewindebohrer
kombi-gewindebohrer
Bohren, Gewindeschneiden & Senken in einem Arbeitsgang: große Zeitersparnis

x Nur für Durchgangslöcher geeignet.

x Hoher Widerstand beim Schneiden: nur mit der Bohrmaschine verwendbar.

3. Metrische Gewindebohrer sind die Regel

Die genaue Beschaffenheit von Gewinden ist durch Normen festgelegt. Schrauben mit metrischen Abmessungen sind die Regel. Die wichtigste Kennzahl ist dabei der Außendurchmesser einer Schraube. Diese wird in Millimetern angegeben. Vor diese Angabe wird ein M gesetzt, um die das Gewinde als metrisches Gewinde zu kennzeichnen. M12 bedeutet beispielsweise, dass die Schraube einen Durchmesser von 12 Millimetern hat.

Zu den jeweiligen Schrauben gibt es auch entsprechend dimensionierte Gewindebohrer. Ein Gewindebohrer M2 passt entsprechend zu einer M2-Schraube, ein Gewindebohrer M3 zu einer M-3-Schraube usw. In Gewindebohrer-Sets sind die folgenden Gewindegrößen üblich: M3, M4, M5, M6, M8, M10 und M12.

Zudem gibt es für Spezialisten auch Zoll-Gewindebohrer-Sets, mit denen man Gewinde mit Zollabmessungen bohren kann. Zollgewinde sind besonders im Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Kanada verbreitet.

4. HSS: Der Stahl der Wahl für Gewindebohrer

Kurz erklärt: HSS

HSS steht für „Hochleistungsschnellarbeitsstahl“.

Ursprünglich leitet sich die Abkürzung vom englischen Begriff „High Speed Steel“ ab, was wörtlich übersetzt „Hochgeschwindigkeitsstahl“ bedeutet.

Gerade Maschinengewindebohrer werden beim Bohren durch die hohe Reibung sehr warm. Dieser Effekt steigert sich, je härter das Material ist, in das Sie ein Gewinde schneiden. Besonders beansprucht werden Gewindebohrer, wenn Sie in Stahl bohren.

Daraus ergeben sich besondere Anforderungen an das Material, aus dem der Bohrer besteht. Der Bohrer-Stahl muss besonders robust und hart sein und auch hohen Temperaturen widerstehen. HS-Stahl erfüllt genau diese Bedingungen. Aus diesem Grund handelt es sich heute bei einem Großteil der Gewindebohrer um HSS-Bohrer.

Während die meisten Hersteller sich lediglich auf die Angabe „HSS“ beschränken, werden einige Hersteller auch konkreter. So steht HSS-R für rollierte Stähle. Beim rollieren handelt es sich um ein Glattwalzverfahren, bei dem der Stahl unter hohem Druck zwischen rotierenden Walzen geformt wird.

Noch hochwertigere Gewindebohrer bestehen aus HHS-G. Diese Bohrer werden durch Schleifen in Form gebracht. Dadurch können noch feinere Toleranzen erzielt werden. Dadurch erhält man maßgenaue aber auch etwas teurere Bohrer.

Profis, die häufig Gewinde schneiden, werden eher zu HHS-G-Bohrern greifen. Für Heimwerker, die nur gelegentliche Gewinde schneiden, reichen rollierte Bohrer in der Regel aus.

Die Vor- und Nachteile von HS-Stahl:

  • besonders widerstandsfähig
  • besonders hart
  • hält lange die Schärfe
  • verkraftete auch hohe Temperaturen von bis zu 600 °C
  • schwer nachschärfbar, wenn einmal stumpf

5. Maschinengewindebohrer & Handgewindebohrer: Was machen die zwei Betriebsarten aus?

Ruko 245048RO gewindebohrer set

Ein Maschinengewindebohrer-Satz inkl. der passenden Kernbohrer. Die Gewindebohrer passen in das Bohrfutter einer gewöhnlichen Bohrmaschine.

Wenn Zeit für Sie eine wichtige Rolle spielt, raten wir Ihnen zu Maschinenbohrern. Idealerweise verwenden Sie direkt Kombi-Maschinenbohrer in ihrer Bohrmaschine. Damit erledigen Sie Senken, Bohren und Gewindeschneiden in einem Arbeitsgang.

Wenn der Faktor Zeit für Sie eine untergeordnete Rolle spielt, raten wir Ihnen zu Handgewindebohrern. Durch das besonders materialschonende Verfahren erzielen Sie auch eine etwas höhere Präzison, als mit Kombi-Maschinenbohrern.

Durch den Handbetrieb ist diese Verfahren zudem sehr sicher und daher auch sehr gut für Einsteiger geeignet.

6. Eignen sich Gewindebohrer aus diversen Tests auch für Stahl?

Weiche Materialien wie Kunststoffe und weiche Metalle wie Kupfer oder Aluminium sind für Gewindebohrer kein Problem.

Aber auch für harte Materialien wie Stahl eignen sich die schneidfreudigen Bohrer. Je härter das Werkstück ist, desto mehr Power brauchen Sie.

Für besonders harte Stähle benötigen Sie eine Bohrmaschine. Achten Sie darauf, dass Sie diese in einen Bohrständer einspannen. Nur so erreichen Sie ein sauber und gerade verlaufendes Gewinde.

7. Was unterscheidet Gewindeschneider und Gewindebohrer?

Mannesmann Gewindeschneidsatz

Gewindeschneidsätze enthalten neben den runden Schneideisen und dem dazu passenden Werkzeughalter häufig auch Gewindebohrer.

Gewindeschneider ist der Oberbegriff für Werkzeuge, mit denen man Gewinde herstellen kann.

Ein Gewindebohrer bezeichnet immer einen Bohrer, mit dem man Innengewinde bohrt. Mit einem Schneideisen hingegen schneidet man ein Außengewinde. Damit kann man also auf einem Rundstab ein Gewinde schneiden und erhält somit eine Gewindestange.

Das Hauptwerkzeug eines Gewindeschneidersatzes ist das Schneideisen. Im Zentrum des runden Werkzeugs befindet sich eine mit scharfen Zähnen versehene Bohrung. Nachdem man das Schneideisen in den dazugehörigen Werkzeughalter eingespannt hat, setzt man es auf den Rundstab. Durch gleichmäßiges Drehen an den zwei langen Griffen des Werkzeughalters schneidet man dann das Gewinde in den Stab.

Häufig werden Gewindebohrer und Schneideisen zusammen in sogenannten Gewindeschneider-Sätzen bzw. Gewindeschneider-Sets angeboten. Für besonders kleine Gewinde gibt es auch Mini-Gewindeschneider. Ebenfalls werden Gewindeschneider-Sets für Zoll-Gewinde angeboten. Profis finden zudem auch einen Gewindeschneidsatz für Links-Gewinde.

8. Hersteller & Marken

Das 1918 in Paris gegründete Unternehmen Facom genießt dank seiner Handwerkzeuge, die u. a. im Motorsport beliebt sind, weltweit einen sehr guten Ruf. Unter den meist hochpreisigen Artikeln des Facom-Programms befinden sich auch einige Gewindebohrer.

Das österreichische Unternehmen Alpen ist in Europa der einzige Anbieter von Bohrwerkzeugen, die komplett aus eigener Fertigung stammen. Die Alpen Gewindebohrer zeichnen sich durch eine besonders hohe Qualität aus.

Auch die deutsche Marke Garant setzt ganz auf Premium-Qualität und hat so international schon diverse Preises eingesammelt, darunter der iF Award, der Ret Dot Award oder den German Design Award.

Das 1936 gegründete Wuppertaler Unternehmen Wera produzierte Werkzeuge in einem Design mit hohem Wiedererkennungsgrad. Auch Wera hat Gewindebohrer im Programm.

Weitere bekannte Hersteller von Gewindebohrern sind u. a. Wiha und Hazet.

Maschinengewindebohrer

Das Bohren von Durchgangslöchern mit einem Maschinengewindebohrer.

Die Stiftung Warentest hat zuletzt in der Ausgabe 05/2017 einen Bohrer- und Stichsägen-Test durchgeführt. Einen Gewindebohrer-Test und einen dazugehörigen Gewindebohrer-Testsieger sucht man dort aber leider vergeblich.

9. Antworten zu häufigen Fragen rund um Gewindebohrer

9.1. Wie bohrt man ein Gewinde mit einem Gewindebohrer?

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Mit einem Werkzeughalter mit Knarre kann man selbst inter beengten Bedingungen ein Gewinde bohren.

Mit einem Gewindebohrersatz oder einem Einschnittgewindebohrer sind zwei Arbeitsschritte zum Bohren eines Gewindelochs nötig. Zuerst bohren sie ein Loch mit glatter Seitenwand. In dieses Loch, auch Kernloch genannt, wird anschließend mit dem Gewindebohrer das Gewinde geschnitten.

Das Kernloch bohren sie mit einem sogenannten Kernlochbohrer. Dabei handelt es sich um gewöhnliche Spiralbohrer, dessen Durchmesser Sie auf den Durchmesser des späteren Gewindes abstimmen müssen.

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Die Steigung einer Schraube können Sie auch mit einer Gewindelehre bestimmen.

Da das Kernloch beim Gewindeschneiden erweitert wird, muss das Kernloch immer etwas kleiner als das spätere Gewinde gebohrt werden. Die richtige Größe des Kernbohrers finden Sie, indem Sie vom Schraubendurchmesser die Steigung des Gewindes abzieht. Die Steigung ist der Abstand zwischen zwei Gewindegängen. Die Steigung bestimmt, wie viele Millimeter sich eine Schraube pro Umdrehung eindrehen lässt.

Eine M10-Schraube hat eine Steigung von 1,5 mm. Pro Umdrehung bewegt sie sich also 1,5 mm vor. Ein Kernloch für eine M10-Schraube muss daher einen Durchmesser von 8,5 mm haben.

Falls Sie nicht jedes Mal eine Übersicht der Steigungen zu Rate ziehen möchten, empfehlen wir Ihnen, ein Gewindebohrer-Set zu kaufen, welches die zu den Gewindebohrern passenden Kernbohrer direkt beinhaltet.

Nachdem Sie das Kernloch gebohrt haben, wird als Zwischenschritt mit einem Senker ein kleiner Winkel an der Öffnung des Kernlochs angebracht. Dadurch lässt sich der Gewindebohrer einfacher und exakter einsetzen. Die Größe der Senkung sollte immer 10% größer als der Gewindedurchmesser sein. Bei einem M10-Gewinde verwenden Sie also einen 11-mm-Senker.

alpen senker

Mit Senkern wie diesen von Alpen wird das Kernloch vorbereitet für den Einsatz des Gewindebohrers.

Anschließend bohren Sie das Gewinde. Ein Gewindebohrersatz enthält immer drei Gewindebohrer: Vorschneider, Mittelschneider und Fertigschneider. Wie die Namen bereits andeuten, trägt jeder Bohrer nur einen Teil des Materials ab. Dadurch muss pro Arbeitsgang weniger Widerstand überwunden werden, als wenn man das gesamte Material direkt auf einen Schlag entfernen würde. Dadurch entsteht auch weniger Reibungswärme, was die Bohrer sowie das Werkstück schont.

Aufgrund des geringen Widerstands können die Gewindebohrer als Handgewindebohrer verwendet werden. Für den Handbetrieb werden die Bohrer in einen Werkzeughalter, das sogenannte Windeisen, eingespannt. Das Windeisen verfügt über zwei lange Griffe zum kraftvollen Drehen des Bohrers.

Eine weitere Variante von Gewindebohrern sind Einschnittgewindebohrer. Mit Einschnittgewindebohrern lässt sich ein Gewinde in einem Arbeitsschritt schneiden. Dabei muss aber ein höherer Widerstand überwunden werden, wodurch sie sich nur für den Einsatz in Kombination mit einer Bohrmaschine eignen. Da Einschnittgewindebohrer in der Praxis wertvolle Zeit sparen, sind sie besonders für Profis interessant.

Verwenden sie beim Bohren von Gewinden immer Gewindeschneidpaste oder Schneidöl. Es verbessert die Gleiteigenschaften des Bohrers im Werkstück und trägt auch zu seiner Kühlung bei.

Benetzen Sie dafür vor Beginn des Bohrvorgangs die Spitze des Bohrers mit etwas Schneidöl.

Das genaue Vorgehen beim Bohren eines Innengewindes zeigt das folgende Video:

9.2. Wie bekommt man einen abgebrochenen Gewindebohrer raus?

Gewindebohrer sind zwar hart, dadurch aber auch spröde. Wenn sie beim Eindrehen verkanten, können sie daher leicht abbrechen. Gerade wenn man mit einer Bohrmaschine arbeitet.

Wenn der im Bohrloch verbliebene Rest des Gewindebohrers über das Bohrloch ragt, kann man ihn mit einer Zange greifen und aus dem Bohrloch drehen.

Ist der Gewindebohrer so abgebrochen, dass man beim Blick ins Bohrloch in die Nuten des Bohrers blicken kann, können Sie einen sogenannten Gewindebohrer-Ausdreher verwenden, auch Gewindekrone genannt. Dieser hat Stifte, die in die Nuten reichen.

Sehen Sie hingegen eine geschlossene Fläche beim Blick ins Bohrloch, hilft nur noch ein Gewindebohrer-Ausbohrer. Diese Spezial-Bohrer sind aus einem speziellen Hochleistungsstahl, der zumindest für kurze Zeit in HSS bohren kann.

Spannen Sie Ihre Bohrmaschine beim Ausbohren unbedingt in einen Bohrständer ein. Tragen Sie zu Ihrem eigenen Schutz unbedingt eine Schutzbrille.

9.3. Gibt es Werkzeughalter mit Knarre für Gewindebohrer?

Gerade in engen oder unzugänglichen Stellen kann für ein normales Windeisen nicht genügend Platz sein, für eine Bohrmaschine erste recht nicht.

In diesen Situationen hilft ein Werkzeughalter mit Ratsche weiter, auch Knarre genannt. Eine Ratsche können Sie jederzeit zurückdrehen, ohne dass sich Ihr Werkzeug mitdreht. So können sie den Bohrer auch bei beengten Verhältnissen vorantreiben.

9.4. Gibt es Gewindebohrer für Sacklöcher?

TERRAX by RUKO 7-teiliger Maschinengewindebohrer Satz, 245058

Die spitzen Bohrer im Vordergrund eignen sich für Durchgangsgewinde. Die Bohrer mit dem flachen Kopf nutzt man für Sacklöcher.

Ein Sackloch ist ein Loch, welches im Werkstück endet. Das Gegenteil eines Sacklochs ist ein Durchgangsloch. Dieses zieht sich durch das gesamte Werkstück hindurch.

Abhängig davon, ob man ein Innengewinde in ein Sackloch oder ein Durchgangsloch bohren möchte, fällt auch die Wahl des Gewindebohrers aus. Denn für ein sauber geschnittenes Gewinde ist die korrekte Spanabfuhr entscheidend.

Bohrt man ein Sackloch, müssen die Späne nach oben abgeführt werden. Andernfalls würden sie das Bohrloch verstopfen. Bei einem Durchgangsloch können Sie vor der Bohrerspitze nach unten aus dem Loch hinausfallen.

Für Sacklöcher empfehlen wir Ihnen daher einen Gewindebohrer mit rechtsgedrehter Spiralnut. Diese ermöglicht die Abfuhr der Späne oberhalb der Bohrung. Für Durchgangslöcher wählen sie hingegen einen Gewindebohrer mit einem sogenannten Schälanschnitt.