Das Wichtigste in Kürze
  • Bohrerschleifgeräte schärfen Ihre stumpf gewordenen Metallbohrer. Durch sicher geführte Vorrichtungen helfen Ihnen die Geräte, den Bohrer im richtigen Winkel an den Schleifteller zu führen.
  • Bohrerschleifmaschinen sind in erster Linie nur für Metallbohrer konzipiert. Die Spitzen von Holzbohrern oder Steinbohrern würden in diesen Maschinen stumpf werden.
  • Hohe Präzision macht die Qualität der Bohrerschärfgeräte aus. Aber auch eine weite Bandbreite an möglichen Bohrerdurchmessern sowie Spitzenwinkeln machen potenzielle Bohrerschleifgerät-Testsieger aus.

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Mehr als 50 Millionen Menschen in Deutschland besitzen laut einer Studie für das Jahr 2017 eine Bohrmaschine (Quelle: VuMA). Wer häufig in Metall mit Spiralbohrern bohrt, hat einen hohen Verschleiß an Bohrern. Alte Profis haben vermutlich noch gelernt, wie sie selber am Schleifbock ihre Metallbohrer schleifen. Dies erfordert jedoch viel Wissen und geschickte Hände.

Mit einem Bohrerschärfgerät können sogar angehende Heimwerker selber Bohrer schärfen. Gute Modelle müssen nicht teuer sein, es gibt sogar günstige Bohrerschleifgeräte für unter 100 Euro. Wer nach Präzision verlangt, der muss jedoch mehr Geld investieren.

Warum eine große Spannweite an Durchmessern das beste Bohrerschleifgerät ausmacht, erfahren Sie in unserer Kaufberatung. Unter anderem verraten wir in unserem Bohrerschleifgerät-Vergleich 2020 auch, warum Sie mit den Geräten keine Holzbohrer schleifen können.

1. Braucht Präzision Geduld?

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Die hohe Kunst des Bohrerschärfens: Alte Profis haben dies noch frei am Schleifbock gelernt. Für Laien jedoch nicht machbar.

Wer sich ein Bohrerschleifgerät kaufen will und sofort perfekte Ergebnisse erwartet, kann schnell enttäuscht werden. Selbst bei guten Bohrerschleifmaschinen braucht es ein wenig Übung, bis Sie die volle Perfektion des Gerätes ausschöpfen können.

Offiziell sind zwar keine Arten von Bohrerschärfmaschinen definiert, aber im Handel finden sich zwei unterschiedliche Bauweisen. So gibt es Bohrerschleifmaschinen, in die der Anwender die Bohrer mit einem speziellen Spannfutter in die Schärfstation einführt.

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Reihen sich in der Werkstatt stumpfe Metallbohrer, wird es Zeit für eine Bohrerschärfstation.

Durch eine sorgfältige Justierung des Bohrers im Spannfutter sind hier sehr präzise Schleifungen möglich. Auch professionelle Bohrerschärfgeräte sind so aufgebaut. Mit leichten Drehbewegungen führt der Heimwerker das Spannfutter und den Bohrer in die Schleifmaschine.

Falls hier Ungenauigkeiten auftreten, lassen sie sich bei diesem Bohrerschleifer-Typen nachträglich verbessern. Da diese Geräte etwas größer sind als die im Folgenden vorgestellten, könnte man sie als „Bohrerschärfstation“ bezeichnen (Im Rest des Ratgebers unterscheiden wird das allerdings nicht).

Bei der kleinen Kategorie der Bohrerschleifmaschinen wird der Bohrer ohne ein Spannfutter in die Schleifmaschine gesteckt. Die Bedienung ähnelt der eines elektrischen Bleistiftanspitzers. Allerdings erreichen diese Geräte-Typen selten hochwertige Ergebnisse und eignen sich nur für Bohrer, mit denen grobe Bohrungen durchgeführt werden.

Nachjustierungen sind hier nicht möglich. Daher gewinnen die kleinen Schärfgeräte auch keinen Bohrerschleifgerät-Test.

Bohrerschleifmaschinen-Typen Besonderheiten
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Schärfstation

  • erst mit Übung leicht zu bedienen
  • unterschiedlich hochwertige Modelle verfügbar
  • je nach Qualität für grobe oder präzise Bohrungen ideal
Bohrerschleifer-schärfgerät

Schärfgerät

  • besonders leicht zu bedienen
  • selten präzise
  • nur gut für grobe Bohrungen

2. Gibt es eine große Auswahl an Durchmessern und Winkeln?

2.1. Durchmesser Ihrer eigenen Bohrer müssen vorhanden sein

Die häufigsten Bohrerdurchmesser liegen zwischen 3 und 13 mm; für den Heimwerker völlig ausreichend. Doch Profi-Bohrerschleifgeräte müssen auch schmale Durchmesser fassen können (z. B. kleiner als 3 oder 2 mm), denn gerade Handwerker beanspruchen die Lebensdauer ihrer Bohrer in allen Größen jeden Tag.

Sehr dicke Bohrer werden eher von Heimwerkern als von Profis geschliffen (meist 10 bis 13 mm), da sie bei weiten Bohrungen meist Vorbohrer einsetzen. So werden große Durchmesser bei den Profis geschont (daher haben Bohrerschleifgeräte der Industrie meist eher kleine Größen).

Bohrerschleifer-Durchmesser:

  • dünne Durchmesser für Profis (kleiner als 3 mm)
  • dicke Durchmesser für Heimwerker (13 mm und dicker)
  • je mehr Auswahl, desto besser

2.2. Wenigstens zwei unterschiedliche Winkel: 118° & 135°

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Ein Spitzenwinkel von 118° ist Standard und hat jede Bohrerschleifmaschine.

Standard-Bohrerspitzen haben in der Regel einen Winkel von 118°, daher haben auch alle Schleifmaschinen für Bohrer mindestens diesen Winkel voreingestellt.

Doch besonders wenn so häufig mit Metall gearbeitet wird, dass Sie regelmäßig die Spiralbohrer schärfen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch sehr harte Metalle bearbeiten.

Harte Metallsorten wie beispielsweise Hartmetall (HM) lassen sich sauberer schneiden, wenn der Bohrer eine weite Spitze hat. 135°-Winkel sind bei harten Materialien optimal.

Aus diesem Grund empfiehlt sich, eine Bohrerschleifmaschine zu kaufen, die mindestens beide Winkel schleifen kann: 118° UND 135°. Kann die Schleifmaschine weitere Winkel, sind Sie auch für Sonderfälle gerüstet.

Suchen Sie eine Schärfstation für Ihre kleine Werkstatt, um regelmäßig Bohrer anschleifen zu können, dann lohnen sich Modelle mit einer weiten Bandbreite, die zwischen diesen Winkeln liegt und Sie nicht nur vor ein „entweder oder“ stellt.

Schneiden Sie häufig weiche Metalle wie Aluminium oder Blech, dann brauchen Sie Bohrer mit eher schmalen Bohrerspitzen: Also beispielsweise zwischen 90° und 120°. Bearbeiten Ihre Bohrer hingegen Hartmetall und legierte Stahlsorten, empfehlen sich Winkel zwischen 120° bis 140°.

Bohrerschleifer-Spitzenwinkel:

  • schmale Winkel für weiche Metalle (um die 118°)
  • weite Winkel für harte Metalle (um die 135°)
  • je weiter die Bandbreite, desto besser
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Bohrerschleifmaschinen sind für Metallbohrer konzipiert, da diese schnell abstumpfen. An sauberen Spanspiralen erkennen Sie einen gut geschliffenen Metallbohrer.

3. Ist ein Kreuzschliff für besonders hochwertige Bohrer geeignet?

Spiralbohrerschleifmaschinen sind in der Lage, sogar neuwertige Bohrer noch besser zu machen: Mit dem sogenannten Kreuzschliff erhalten die Bohrer zusätzliche Schneidlippen und die Spitze wird schmaler. Durch diese noch spitzere Bohrerspitze zentriert sich der Bohrer beim Drehen selber. Dies macht vorkörnen der Bohrstelle unnötig, da der Bohrer nun selber seinen Arbeitsbereich punktiert und sich sofort ins Material schneidet.

Der Kreuzschliff wird auch Ausspitzen genannt, da die Bohrerspitze, die vorher eher eine leichte Gerade war, nun zu einer richtigen Spitze geschliffen wird. Nicht ausgespitzte Bohrer können ohne Vorkörnen der Bohrstelle gegebenenfalls auf dem Material herumrutschen, bevor sie eindringen. Dies ist immer ein Risiko für unpräzise Bohrungen.

Vor- und Nachteile von Kreuzschliff:

  • Bohrer zentrieren sich selbst
  • Bohrungen werden präziser
  • Dauer beim Anbohren wird kürzer
  • Fehlschliffe machen den Bohrer unbrauchbar

4. Mittlere Geschwindigkeiten sind optimal, viel Watt wichtiger

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Wenn Sie sich schon eine Maschine zum Bohrerschleifen zulegen, sollte sie mindestens auch Spitzen im 135°-Winkel schärfen können.

Wer viel mit Holz arbeitet, ist es gewohnt, dass hohe Geschwindigkeiten immer gut sind. Beim Arbeiten mit Metall sind hohe Geschwindigkeiten jedoch mit Vorsicht zu genießen: Ist die Schleifscheibe sehr schnell, dann erhitzt es das zu schleifende Werkstück auch schneller. Bei Metall führen hohe Temperaturen zu einer Beschädigung der Legierung.

Zu geringe Drehzahlen sind aber ebenfalls nicht hilfreich, da der Schleifvorgang sonst sehr lange braucht. Unter Umständen würde das Schleifen beispielsweise 20 statt 2 Minuten brauchen.

In vielen Bohrerschleifgerät-Tests werden Umdrehungszahlen häufig nicht thematisiert, da die Geschwindigkeiten weniger etwas über die Qualität der Maschine aussagen und eher Hinweise über die Handhabung bieten:

  • Hohe Geschwindigkeiten eignen sich eher für Profis (höher als 7.000 U/min)
  • Niedrige Geschwindigkeiten sind für Anfänger optimal (niedriger als 2.000 U/min)
  • Mittlere Geschwindigkeiten sind für beide Anwender hilfreich (3.000 bis 6.000 U/min)

Bei hohen Geschwindigkeiten kann es dem Laien schnell passieren, dass er den Bohrer zu lange an der Schleifscheibe lässt und der Bohrer ausglüht. Dies würde zum Beispiel die Legierung bei HSS-Bohrern beschädigen und den Bohrer so brüchig werden lassen. Niedrige Geschwindigkeiten sorgen hingegen bei Profis für Frust, da Schärfvorgänge so sehr lange brauchen.

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Wattleistung und die tatsächliche Motorkraft

Hohe Wattaufnahme wird gerne mit Wattleistung bzw. einem kräftigen Motor gleichgesetzt. Dies ist nur bedingt sinnvoll: Kräftige Motoren haben häufig eine hohe Wattaufnahme, dies muss allerdings nicht immer der Fall sein. Besonders, wenn der Motor effizient gebaut ist, kann er mit nur wenig Strom viel leisten.

Wenn jedoch kein Bohrerschärfgerät-Test etwas über die Kraft des Motors verrät, bleiben nur noch die Wattzahlen als Hinweise für potenziell starke Elektromaschinen.

Zum Metallschleifen brauchen Sie unbedingt einen starken Motor, da sonst die Schleifscheibe beim Arbeiten extrem langsam wird oder sogar stoppt. Sollen Bohrer mit einer Hartmetall-Spitze geschliffen werden, brauchen Sie definitiv einen kräftigen Motor.

Motoren mit ungefähr 90 Watt Stromverbrauch sind für durchschnittliche Billig-Bohrer brauchbar. Zum gelegentlichen Anschärfen zwischendurch sind sie meistens auch eine günstige Alternative

Wenn aber härtere Bohrer geschärft oder sogar von 118°- auf 135°-Winkel umgeschliffen werden sollen, dann brauchen Sie mindestens 100 Watt. Schleifmaschinen mit mehr als 800 Watt eignen sich ideal für Hartmetall-Bohrerspitzen.

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5. Häufige Fragen zum Thema Bohrerschärfgerät

5.1. Wie schleife ich Holzbohrer?

Unsere Holzbohrer-Empfehlungen

Holzbohrer sind für Heimwerker zu aufwendig zu schleifen. Profis empfehlen statt Bohrerschleifmaschinen daher, lieber neue Bohrer nachzukaufen. Hier eine Auswahl unserer Holzbohrer-Empfehlungen:

Bohrerschleifmaschinen sind ausschließlich für Metallbohrer geeignet. Holzbohrer sollten in der Regel nicht geschliffen werden müssen. Laien empfiehlt es sich, neue zu kaufen, wenn die Spitze stumpf ist. Der Aufwand, den komplizierten Aufbau zu schärfen, wäre schlichtweg zu hoch:

Sie benötigten dafür einen speziellen Schleifbock mit Schwenkarretierung für den Holzbohrer. Außerdem müssten Sie die Außenschneiden und die Zentrierspitze in vielen unterschiedlichen Vorgängen mit höchster Präzision millimetergenau schleifen.

Um beispielsweise Schlangenbohrer zu schärfen, empfiehlt sich hingegen eher eine Handfeile als ein Elektrowerkzeug.

5.2. Wie funktioniert ein Bohrerschärfgerät?

In einem Bohrerschärfgerät steckt eine Schleifmaschine. Entweder treibt diese eine Schleifscheibe oder einen sogenannten Schleifring an. Um herkömmliche Metall-Spiralbohrer zu schärfen, müssen diese lediglich auf zwei Seiten in einem bestimmten Winkel an die Schleifmaschine herangeführt werden.

Bohrerschärfmaschinen haben dafür eine vorgefertigte Öffnung, die den Bohrer im korrekten Winkel führt. Profi-Handwerker machen dies mehr oder weniger frei an einer „nackten“ Schleifscheibe (also ohne vorgefertigte Bohrerführung). Hierbei besteht aber immer das Risiko, dass der Bohrer verschliffen und dadurch unbrauchbar wird.

Bohrerschärfstationen ermöglichen es Laien, selbst Bohrer zu schärfen. Jedoch auch bei den Schärfstationen, die den Bohrer zwangsgeführt bearbeiten, braucht es Übung. Verwenden Sie beim ersten Bohrerschärfen lieber unwichtige alte Bohrer, um ein Gefühl zu bekommen.

5.3. Welches Bohrerschleifgerät ist das Beste?

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Wenn Sie sich unsicher sind: Wählen Sie ein Bohrerschärfgerät, das mindestens 118°- und 135°-Winkel schleift.

Profi-Marken der Bohrerschleifmaschinen sind für Heimwerker zu teuer und nur sinnvoll, wenn Ihr Schwerpunkt in der Metallbearbeitung liegt. Wer also in seinem Hobbykeller oder in seiner kleinen Werkstatt viel Bleche und Stähle bohrt, für den ist unter Umständen wirklich eine Hochleistungsmaschine sinnvoll.

Hersteller wie Optimum oder Bernardo stellen Bohrerschärfmaschinen im hochpreisigen Bereich her, deren günstige Varianten sich bereits für kleine Werkstätten und nicht nur die Industrie eignen.

Dem durchschnittlichen Heimwerker empfehlen sich hingegen Maschinen, die die Standardgrößen verarbeiten. Da kommen bekannte Werkzeughersteller wie Güde, Scheppach, Holzmann und Proxxon in Frage. Deren Geräte sind zwar nicht immer sehr vielseitig, aber auf Standardgrößen hin zugeschnitten und dadurch meist auch sehr günstig. Viele Modelle kosten weniger als 100 Euro.

Drill Doctor schafft mit seiner Bohrerschleifer-Reihe eine interessante Zwischenebene: Die Maschinen sind etwas teurer als der Durchschnitt, versprechen allerdings mehr Flexibilität und Präzision. Bisher zeigte sich in diversen Bohrerschärfgerät-Tests, dass die Modelle mit jeder Generation besser werden.

So attestierte Heimwerker Praxis (die Stiftung Warentest der Heimwerker) in seinem Bohrerschärfgerät-Test dem Drill Doctor 750 X eine gute Note.

Die extrem günstigen Bohrerschleifgeräte, die elektrischen Bleistiftanspitzern ähneln, sind meistens sehr ungenau. Diese finden sich gelegentlich als Angebote bei Lidl oder Aldi. Selbst wenn Einhell und Westfalia hier Maschinen anbieten: Lassen Sie lieber die Finger davon.