Einige Unterschiede lassen sich auf einen ersten schnellen Blick ausmachen, doch die über Qualität entscheidenden Feinheiten lassen sich erst bei genauer Betrachtung erspähen. Viele Modelle schneiden am Anfang schnell in Aluminum oder Eisen, doch ein Metallbohrer-Testsieger zeigt seine Stärke darin, dass er anschließend noch lange scharf bleibt. In unserem Metallbohrer Vergleich 2026 helfen wir Ihnen, die feinen Unterschiede zu erkennen.
3.1. Sichtbare Kriterien: gefräst vs. gewalzt
Anhand der Färbung können Sie schnell ausmachen, ob der Bohrer gefräst oder rollgewalzt wurde. Mit den silbernen haben Sie die besten Chancen, dass der Bohrer scharf ist und Sie kein sogenanntes Montagsprodukt als HSS-Metallbohrer erwischen.
Für den Hobby-Handwerker kann ein günstiges Metallbohrer-Set sicherlich ausreichend sein. Allerdings muss ihm dann klar sein, dass er den einen oder anderen Metallbohrer neu kaufen muss, da einige ab Werk bereits stumpf sind.
Vor- und Nachteile der gefrästen Metallbohrer:
Vorteile- ab Werk selten Fehler
- sehr robust
- bleiben lange scharf
3.2. Auch Oberflächliches ist wichtig: Titan bitte!

Goldstück unter den Metallbohrern: Durch eine Titannitrit-Beschichtung bleiben sie länger scharf.
Eine Titannitrit-Beschichtung (TiN-Beschichtung) macht die gefrästen, silbernen Bohrer golden. Durch diese Beschichtung erhöht sich die Standzeit der Metallspiralbohrer. Die Standzeit steht dafür, wie lange ein Werkzeug funktionstüchtig bleibt. Bei Bohrern meint dies, wie lange sie scharf bleiben.
Diese Beschichtung beschränkt sich auch bei extra langen Bohrern in der Regel auf die Bohrerspitze. Der Schaft bleibt in seiner originalen Farbe: silber.
Neben Titan gibt es auch Beschichtungen mit Kobalt. Diese verleiht den silbernen Bohrern einen Regenbogenschimmer. Zwischen den beiden Vergütungen gibt es laut Online-Tests von Bohrern kaum nennenswerte Unterschiede: Sie machen den Bohrer etwas teurer, aber dafür auch haltbarer.
Eher selten sind Beschichtungen mit Titan-Aluminium-Nitrit (TiAlN) mit einer violetten und Titan-Carbon-Nitrit (TiCN) mit einer braunschwarzen Färbung. Alle vier Beschichtungen gehören zu den PVD-Beschichtungen. In dem aufwendigen PVD-Verfahren wird das Beschichtungsmaterial als Gas an den Werkstoff angelagert, daher sind sie auch so teuer.
Häufige Titan-Beschichtungen im Überblick:
- TiN (Titan-Nitrid)
- TiCN (Titan-Carbon-Nitrit)
- TiAlN (Titan-Aluminium-Nitrit)
3.3. Harter Kern: HSS ist Muss
HSS-Varianten
Auf der Verpackung von Bohrer-Sets oder einzelnen Bohrern ist gelegentlich die Abkürzung „HSS“ mit einem Buchstaben erweitert:
- HSS-G steht für gefräste Werkstoffe aus HS-Stahl
- HSS-R steht für rollgewalzte Werkstoffe aus HS-Stahl
- HSS-E steht für HS-Stahl mit Kobaltlegierung (gelegentlich auch HSS-CO)
Gutes Werkzeug sollte aus Hochleistungsschnellarbeitsstahl hergestellt sein (kurz: HSS). In seltenen Fällen finden Sie aber noch Werkzeuge, die aus den veralteten Stahlsorten Schnellarbeitsstahl (SS) oder Werkzeugstahl (WS) gefertigt wurden. HS-Stahl ist diesen immer überlegen und rostfrei. Eisenbohrer sind im Handel nicht mehr zu finden.
Ist der HS-Stahl zudem noch mit einem weiteren Stoff, wie zum Beispiel Titan, Kobalt oder Molybdän legiert und nicht nur beschichtet, dann verbessert sich auch die Stabilität des Stahlbohrers und ist zum Beispiel für extra lange Bohrer eine gute Wahl.
Gelegentlich werden Sie auch Bohrer aus Chrom-Vanadium-Stahl (CV-Stahl) oder Hartmetall (HM) antreffen. CV-Stahl ist nicht so robust wie HS-Stahl und kommt eher bei Holzbohrern zum Einsatz. Bohrer aus Hartmetall halten zwar höhere Geschwindigkeiten als HSS-Bohrer aus, doch sind diese auch ein wenig schwerer und nur bei Industriebohrern anzufinden.
3.4. Durch Dick und DIN: Norm 338

DIN 338 ist die Standardform bei Metallbohrern, wie hier auf der Verpackung der Bosch Metallbohrer aus HSS-CO angegeben.
Die DIN 338 ist eine Norm für Form, Länge und Durchmesser von Spiralbohrern. Bohrer, die diese Norm erfüllen, haben eine Form, die am häufigsten vertreten ist und in alle Spannbohrfutter passt. Allerdings ist die DIN 338 kein Garant für einen Testsieger, da hier bereits mittelmäßige Werte die Norm erfüllen und nichts über die Verarbeitung oder den Werkstoff aussagt.
Wenn Sie allerdings auf die Schnelle einen Bohrer für zwischendurch suchen, dann ist die DIN 338 ein guter Hinweis, dass das Werkzeug nicht wortwörtlich beim Arbeiten querschlägt und Sie keinen exotischen Bohrer in den Händen halten.
Eher ungewöhnliche Formen haben zum Beispiel Bohrer nach der:
- DIN 1897 mit extra kurzem Schaft
- DIN 340 mit langem Schaft
- DIN 1869 mit extra langem Schaft
3.5. Im richtigen Winkel: Spitz und Drall-Winkel
Wie im ersten Kapitel erwähnt, haben Metallbohrer eine konische Spitze mit zwei Schneiden. In welchem Winkel diese beiden Schneiden zur Spitze liegen, ist entscheidend für das Bohren: Der Spitzenwinkel entscheidet darüber, wie der Span abgetragen und Kraft sowie Wärme auf den Bohrer verteilt wird.

Der Spitzenwinkel wird meist auf der Verpackung wie in diesem Bild angegeben.
Der Standardwinkel bei Metallbohrern ist 118°. Er ist besonders gut für unterschiedliche Metallhärten geeignet. Durch die sehr spitze Form kann er auch gut tiefe Bohrungen schneiden.
Je schmaler die Spitze (und somit auch der Spitzenwinkel) ist, desto mehr Schneidarbeit wird auf die seitlichen Schneiden des Bohrers verteilt. Dadurch verteilt sich zwar die Belastung über die Länge des Bohrers, aber er wird damit auch weniger stabil.

Die Krone-Metallbohrer aus diesem Set weisen eine Beschichtung auf, die ihre Haltbarkeit verlängert.
Ein Spitzenwinkel von 135° ist gut bei eher weichen Metallen. Dieser Winkel findet sich in der Regel bei Bohrern, die einen Kreuzanschliff haben (auch DIN 1412 C genannt). Dieser Winkel ist außerdem bei Bohrern, die auch für Beton geeignet sind, zu finden. Allerdings sollten Sie den Metallbohrer trotzdem nicht zweckentfremden, da ihm die verstärkte Spitze fehlt, die für alle Steinbohrer typisch ist.
Wärmeverteilung: Nicht nur die Belastung, sondern auch die Reibungswärme verteilt sich über den ganzen Bohrer, was gut ist. Würde die Wärme sich in der Spitze stauen, würde der Bohrer schneller zu glühen beginnen. Bohrer mit breiten Spitzen (130 bis 140°) sind zwar stabiler, leiten Wärme aber auch schlechter ab als dünnere (80 bis 118°).
Drallwinkel
In seltenen Fällen wird bei den Metallbohrern auch der sogenannte Drallwinkel angegeben. Er ist zudem als Spanwinkel bekannt. der Drallwinkel gibt an, in welchem Winkel der Span abgehoben wird. Normalerweise erfolgt die Bezeichnung mit den Buchstaben N, W und H:
- Typ-N = normale Härte; 30°
- Typ-W = weicher Werkstoff; 40°
- Typ-H = harter Werkstoff; 18°
Ein Typ für alle Fälle: Die meisten Bohrer geben den Span im 30° Winkel ab (Typ-N) und sind damit universell einsetzbar. Der Drallwinkel wird erst entscheidend, wenn besonders tief gebohrt wird.
3.6. Stabile Qualität: Bohrergenauigkeit

Metallbohrer zeigen erst im Einsatz ihre wahre Qualität.
Wie genau ein Stahlbohrer bohrt, zeigt erst ein Metallbohrer-Test. Auf das Bohrergebnis haben mehrere Faktoren Einfluss: Wie gerade wurde der Bohrer hergestellt? Wie präzise ist der Anschliff gelungen? Und wie verhält sich der fertige Bohrer beim Arbeiten?
Auf eine hochwertige Herstellung kann bereits über das Material geschlossen werden: Geschliffene HSS-Bohrer sind ein vielversprechender Hinweis. Bei rollgewalzten Bohrern ist das Werkzeug eher mal unscharf. Praxiserfahrungen runden das Bild des Bohrers ab, daher lohnt immer ein Blick in einen Metallbohrer-Test. Wurde eine Modell-Reihe dort bereits für gut befunden, dann sind alle anderen Modelle in der Regel meist ebenso gut.
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