
Mit einem Werkzeughalter mit Knarre kann man selbst inter beengten Bedingungen ein Gewinde bohren.
Mit einem Gewindebohrersatz oder einem Einschnittgewindebohrer sind zwei Arbeitsschritte zum Bohren eines Gewindelochs nötig. Zuerst bohren sie ein Loch mit glatter Seitenwand. In dieses Loch, auch Kernloch genannt, wird anschließend mit dem Gewindebohrer das Gewinde geschnitten.
Das Kernloch bohren sie mit einem sogenannten Kernlochbohrer. Dabei handelt es sich um gewöhnliche Spiralbohrer, dessen Durchmesser Sie auf den Durchmesser des späteren Gewindes abstimmen müssen.

Die Steigung einer Schraube können Sie auch mit einer Gewindelehre bestimmen.
Da das Kernloch beim Gewindeschneiden erweitert wird, muss das Kernloch immer etwas kleiner als das spätere Gewinde gebohrt werden. Die richtige Größe des Kernbohrers finden Sie, indem Sie vom Schraubendurchmesser die Steigung des Gewindes abzieht. Die Steigung ist der Abstand zwischen zwei Gewindegängen. Die Steigung bestimmt, wie viele Millimeter sich eine Schraube pro Umdrehung eindrehen lässt.
Eine M10-Schraube hat eine Steigung von 1,5 mm. Pro Umdrehung bewegt sie sich also 1,5 mm vor. Ein Kernloch für eine M10-Schraube muss daher einen Durchmesser von 8,5 mm haben.
Falls Sie nicht jedes Mal eine Übersicht der Steigungen zu Rate ziehen möchten, empfehlen wir Ihnen, ein Gewindebohrer-Set zu kaufen, welches die zu den Gewindebohrern passenden Kernbohrer direkt beinhaltet.
Nachdem Sie das Kernloch gebohrt haben, wird als Zwischenschritt mit einem Senker ein kleiner Winkel an der Öffnung des Kernlochs angebracht. Dadurch lässt sich der Gewindebohrer einfacher und exakter einsetzen. Die Größe der Senkung sollte immer 10% größer als der Gewindedurchmesser sein. Bei einem M10-Gewinde verwenden Sie also einen 11-mm-Senker.

Mit Senkern wie diesen von Alpen wird das Kernloch vorbereitet für den Einsatz des Gewindebohrers.
Anschließend bohren Sie das Gewinde. Ein Gewindebohrersatz enthält immer drei Gewindebohrer: Vorschneider, Mittelschneider und Fertigschneider. Wie die Namen bereits andeuten, trägt jeder Bohrer nur einen Teil des Materials ab. Dadurch muss pro Arbeitsgang weniger Widerstand überwunden werden, als wenn man das gesamte Material direkt auf einen Schlag entfernen würde. Dadurch entsteht auch weniger Reibungswärme, was die Bohrer sowie das Werkstück schont.
Aufgrund des geringen Widerstands können die Gewindebohrer als Handgewindebohrer verwendet werden. Für den Handbetrieb werden die Bohrer in einen Werkzeughalter, das sogenannte Windeisen, eingespannt. Das Windeisen verfügt über zwei lange Griffe zum kraftvollen Drehen des Bohrers.
Eine weitere Variante von Gewindebohrern sind Einschnittgewindebohrer. Mit Einschnittgewindebohrern lässt sich ein Gewinde in einem Arbeitsschritt schneiden. Dabei muss aber ein höherer Widerstand überwunden werden, wodurch sie sich nur für den Einsatz in Kombination mit einer Bohrmaschine eignen. Da Einschnittgewindebohrer in der Praxis wertvolle Zeit sparen, sind sie besonders für Profis interessant.
Verwenden sie beim Bohren von Gewinden immer Gewindeschneidpaste oder Schneidöl. Es verbessert die Gleiteigenschaften des Bohrers im Werkstück und trägt auch zu seiner Kühlung bei.
Benetzen Sie dafür vor Beginn des Bohrvorgangs die Spitze des Bohrers mit etwas Schneidöl.
Das genaue Vorgehen beim Bohren eines Innengewindes zeigt das folgende Video:
» Mehr Informationen
Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Gewindeschneider Schneideisen und Gewindebohrer sind?
Lieber Herr Müller,
vielen Dank für Ihre Frage.
Genau, sowohl Schneideisen als auch Gewindebohrer sind Werkzeuge, um Gewinde herzustellen. Oft werden beide Werkzeuge zusammen in einem sogenannten Gewindeschneider-Satz angeboten.
Weiterhin gutes Gelingen,
Ihr Vergleich.org-Team