Das Wichtigste in Kürze
  • Rasenkalk normalisiert den pH-Wert übersäuerter Böden und verbessert die Sauerstoff- sowie Nährstoffzufuhr. Mit Zusätzen von Magnesium und Mikroorganismen und im ganzjährigen Einsatz – auch im ökologischen Anbau – ermöglicht Rasenkalk schnelle und nachhaltige Verbesserungen in Wuchs und Farbe Ihres Rasens.

1. Wozu braucht man Rasenkalk?

Ihr Rasen erscheint Ihnen farblos und gelbstichig, obwohl Sie ihn ausreichend wässern? Sie beobachten vermehrte Moosbildung statt eines üppigen Rasens? Schuld daran könnte ein Mangel an Sauerstoff und/oder Nährstoffen im Boden sein. Wenn dem Boden aufgrund hoher Dichte Sauerstoff fehlt und kein Zersetzen stattfindet, übersäuert der Boden, was eine erschwerte Nährstoffaufnahme und ein langsames Wachstum des Rasens zur Folge hat. Dabei schafft Rasenkalk Abhilfe. Denn er neutralisiert den pH-Wert des Bodens und belebt den Rasen.

2. Welche Kriterien sind bei Rasenkalk zu beachten?

Je nachdem, wie viel Rasenfläche Sie kalken möchten, können Sie Rasenkalk in 25-kg-Säcken genauso bekommen wie in 5-kg-Paketen. Je nach Hersteller variiert die Reichweite um einige Quadratmeter. Bei der angegebenen Reichweite müssen Sie berücksichtigen, dass es sich hierbei um einen allgemeinen Richtwert handelt: In Abhängigkeit von der Bodenart (sandig oder lehmig) sowie vom individuellen pH-Wert Ihres Rasens müssen Sie mehr oder weniger Kalk pro Quadratmeter verwenden. Dabei gilt, je niedriger der pH-Wert (und je verdichteter der Boden), desto mehr Kalk ist vonnöten.

Einige Rasenkalk-Produkte sind tatsächlich ausschließlich für den Rasen einsetzbar. Die allermeisten Gartenkalke auf dem Markt sind jedoch für alle Gartenkulturen geeignet und somit auch in Beet und Co. einsetzbar. Dabei sollte jedoch zwingend auf die dort stehenden Pflanzen geachtet werden, da nicht alle Gartenkulturen gleichermaßen auf Kalk angewiesen sind und schlimmstenfalls sogar eingehen könnten.

Rasenkalk gegen Moos und Co. soll darum möglichst nur den Boden und die Pflanzen berühren, für die er auch eingesetzt wird. Damit der Kalk nicht durch Wind auf empfindliche Pflanzen getragen werden kann, sind viele Rasenkalke in Online-Tests gekörnt bzw. geperlt. Was bedeutet, dass der Kalk eher grobkörnig ist und auch beim Auftragen und Ausschütten nicht staubt.

Grundsätzlich ist Kalkstein ein Naturprodukt und verursacht keine Umweltschäden. Dennoch kann auch bei Rasenkalk noch einmal unterschieden werden in Bio-Rasenkalke, die für den ökologischen Anbau geeignet und damit absolut chemiefrei sind, oder Rasenkalke, die explizit aussprechen, dass der Rasen direkt nach dem Ausstreuen für Mensch und Tier absolut unbedenklich ist.

Ein Großteil der Rasenkalke auf dem Markt gleicht sich sehr stark, jedoch gibt es auch Produkte, die auf Zusatzstoffe wie Magnesium oder Mikroorganismen bauen. Diese gleichen zusätzliche Nährstoffmängel in Ihrem Rasen aus.

Ein Kriterium, welches sich jedoch bei vielen Produkten nur schwerlich nachweisen lässt, ist die Reaktivität. Dies bedeutet die Löslichkeit des Kalkes. Laut deutschem Düngemittelrecht sind mindestens 10% Reaktivität vorgeschrieben, da sich anderenfalls keine Wirkung einstellen kann.

3. Wann Rasenkalk verwenden?

Nicht jeder Rasen benötigt zwangsweise und zu jeder Zeit Rasenkalk. Denn zu viel Kalk führt dazu, dass der Boden alkalisch wird, was ebenfalls nicht förderlich für den Pflanzenwuchs ist. Zudem variieren die verschiedenen Bodentypen in ihrem pH-Wert: Sandige Böden haben einen neutralen pH-Wert von 5,5, schwere und lehmige Böden einen pH-Wert von 6,5.

Aus diesem Grund sollte Rasenkalk nur dann verwendet werden, wenn der pH-Wert des Bodens getestet wurde. Dies geht unproblematisch über einen Schnelltest. Wenn dieser bestätigt, dass der Boden übersäuert ist, empfiehlt sich die Verwendung von Gartenkalk nach dem Auflockern des Bodens im Frühjahr. Viele Rasenkalk-Produkte im Test lassen sich jedoch auch ganzjährig anwenden. Grundsätzlich sollte der Boden vor der Anwendung trocken und frostfrei sein, sodass der Kalk auch in alle Bodenschichten eindringen kann.

4. Welche Arten von Gartenkalk gibt es?

Kohlensaurer Kalk – aus Calciumcarbonat – besteht aus natürlichem Kalkstein. Er wirkt vergleichsweise langsam, ist dafür aber sehr schonend und kann im Vergleich zu den beiden anderen Rasenkalk-Arten nicht überdosiert werden. Kohlensaurer Kalk löst sich auf neutralem oder gar alkalischen Boden kaum auf. Er wird in den allermeisten Fällen für den Hausgebrauch verkauft.

Branntkalk – aus Calicumoxid – entsteht, wie der Name vermuten lässt, durch das Brennen von Kalkstein. Er wirkt ausgesprochen schnell, da er wasserlöslich ist. Jedoch ist er in gleichem Maße aggressiv und kann bei Überdosierung zum Abtöten von Pflanzen und Bodenlebewesen führen. Aus diesem Grund wird reiner Branntkalk eher nicht für den Hausgebrauch empfohlen.

Mischkalk besteht sowohl aus Calicumcarbonat als auch aus Calciumoxid. So wirkt er schnell, jedoch weniger aggressiv. Doch auch Mischkalk muss man aufgrund des enthaltenen Branntkalks vorsichtig dosieren.