Das Wichtigste in Kürze
  • Damit Sie sich im Frühjahr am saftigen Grün Ihres Rasens erfreuen können, benötigt der Boden schon im Herbst Zuwendung und die richtige Mischung an Nährstoffen. Herbstrasendünger enthält besonders viel Kalium, welches dem Rasen dabei hilft, unbeschadet durch den Winter zu kommen.
  • Der Stickstoffanteil sollte im Herbstrasendünger dagegen grundsätzlich etwas niedriger ausfallen, um das Graswachstum in der kalten Jahreszeit nicht unnötig anzukurbeln.
  • Mineralischer Herbstrasendünger wirkt sofort und sorgt für eine besonders schöne Grünfärbung des Rasens im Frühling. Umweltschonender und nachhaltiger nähren Sie Ihren Rasen aber mit einem organischen Rasendünger, der sich nur aus natürlich pflanzlichen und tierischen Bestandteilen zusammensetzt.

Herbstrasendünger Test

Viele Hobby-Gärtner ärgern sich im Frühjahr über einen blassen Rasen mit vielen kahlen Stellen. Der lange Winter mit wenig Licht, niedrigen Temperaturen und einer nassen Schneedecke kann dem Rasen schwer zusetzen. Stärken Sie die empfindlichen Pflanzen bereits vor dem Einbruch der kalten Jahreszeit rechtzeitig mit wichtigen Nährstoffen, dann kommen sie besser durch den Winter.

Vergleich.org verrät Ihnen in einer umfassenden Kaufberatung, welche Vorteile organischer gegenüber mineralischem Herbstrasendünger hat und warum ausreichend Kalium besonders wichtig ist, um den Rasen winterfest zu machen.

In unserem Herbstrasendünger-Vergleich 2020 erfahren Sie außerdem, wieso es beim Düngen von Rasen im Herbst vor allem auf die richtige Dosierung ankommt: Blasses Gras kann ebenso das Ergebnis einer Überversorgung wie einer Unterversorgung mit Nährstoffen sein.

1. Organischer Dünger mit Langzeitwirkung: Welche Herbstrasendünger-Typen gibt es?

Natürlich spricht nichts dagegen, einfach in den nächsten Gartenmarkt zu gehen und sich den erstbesten OBI- oder Hornbach-Herbstrasendünger zu kaufen. Selbst Discounter wie Aldi und Lidl bieten Herbstrasendünger an. Wenn Sie aber vorab etwas mehr über die Unterschiede zwischen den Kategorien “organischer Herbstrasendünger“ und “mineralischer Herbstrasendünger“ erfahren möchten, sind Sie hier richtig.

Im folgenden Abschnitt fassen wir für Sie zusammen, warum nicht nur die Umwelt, sondern auch Kinder und Haustiere von der Wahl eines organischen Düngers aus rein natürlichen Inhaltsstoffen profitieren.

organischer Herbstrasendünger mineralischer Herbstrasendünger
organischer-duenger mineralischer-duenger
Organischer Rasendünger besteht aus natürlich pflanzlichen und bzw. oder tierischen Materialien. Im Boden lebende Mikroorganismen wandeln den Dünger nach und nach in Nährstoffe um, die von der Pflanze aufgenommen werden können.

+ keine Umweltschädigung durch Nitrat-belastetes Grundwasser

+ keine Gefahr für auf dem Rasen spielende Kinder und Haustiere

+ keine Überdosierung mitsamt Schädigung des Rasens möglich

+ lange Wirkung über mehrere Monate

- kein gezielter Nährstoffmangel-Ausgleich möglich

Mineralischer Rasendünger ist ein industriell hergestellter Kunstdünger, der sich aus verschiedenen chemischen Komponenten wie Stickstoff, Kalium und Phosphor zusammensetzt. Kommt der Dünger in Kontakt mit Wasser, werden die Nährstoffe freigesetzt und können von der Pflanze aufgenommen werden.

+ schnelle Wirkung

+ besonders günstiger Herbstrasendünger

+ sorgt für eine intensive grüne Farbe des Rasens

- Risiko der Grundwasserbelastung mit Nitrat

- Gesundheitsgefährdung für Kinder und Haustiere bei falscher Anwendung

2. Füllmenge & Ergiebigkeit: Die besten Herbstrasendünger auf mineralischer Basis düngen 50 m² pro kg

Herbstdünger gibt es je nach Bedarf in handlichen 3-kg-Packungen bis hin zu großen 25-kg-Säcken zu kaufen. Wenn Sie Herbstrasendünger kaufen, sollten Sie vor allem auf die Ergiebigkeit des Produkts achten: Von den Herstellern wird in der Regel angegeben, wie viele Quadratmeter Rasenfläche Sie mit einer Packung Rasen-Herbstdünger versorgen können.

Besonders ergiebige – meist mineralische – Düngermischungen lassen sich pro Kilogramm auf 50 m² Fläche ausbringen. Organischer Dünger bringt es oft nur auf 20 m² pro kg oder weniger.

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Vergleich.org empfiehlt: Präzise dosieren lässt sich das Düngemittel-Granulat mithilfe eines Streuwagens. Zu viel von einem mineralischen Herbstrasendünger von Compo oder anderen Herstellern kann den Rasen verbrennen. Organische Produkte wie den Neudorff-Azet-Herbstrasendünger können Sie kaum überdosieren.

3. Anwendungszeit: Sind September und Oktober die besten Monate?

Wenn Sie sich fragen, wann Sie Ihren Herbstrasendünger ausbringen sollten, hilft oft schon ein Blick auf die Verpackung des Düngemittels. Viele Hersteller geben den Anwendungszeitraum von September bis Oktober an. Produkte anderer Marken können laut Packungsbeilage sogar schon ab Juli oder bis in den Dezember hinein ausgebracht werden. In der Praxis ist entscheidend, dass die Pflanze noch vor dem Kälteeinbruch gestärkt wird – eine Düngung im Dezember lohnt sich also höchstens in sehr milden Wintern.

Vergleich.org empfiehlt: Möchten Sie Ihren Rasen kalken, um den pH-Wert des Bodens zu senken, so sollten Sie das etwa drei Wochen vor dem Ausbringen des Herbst-Rasendüngers tun. Einen übersäuerten Boden, der Rasenkalk benötigt, erkennen Sie beispielsweise an starkem Moosbefall.

4. Zusammensetzung: Sind viel Kalium, wenig Stickstoff und Phosphor ideal?

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Neben Licht und Wasser benötigt Ihr Rasen auch Stickstoff, Phosphor und Kalium in ausreichender Menge für ein gesundes Wachstum.

Zu den unverzichtbaren Nährstoffen, mit denen Sie Ihren Rasen im Allgemeinen versorgen sollten, gehören Stickstoff, Phosphor und Kalium:

  • Stickstoff (N): fördert das Rasenwachstum.
  • Phosphor (P): regt das Wurzelwachstum an.
  • Kalium (K): erhöht die Resistenz gegen sehr niedrige und sehr hohe Temperaturen sowie gegen Krankheiten.

Im Herbst gilt es, den Rasen vor der bevorstehenden Frostperiode zu schützen, sodass Sie besonders auf eine ausreichende Kalium-Zufuhr achten sollten. Stickstoff benötigt das Gras erst im Frühjahr wieder in größerer Menge für ein üppiges Wachstum. Daher ist Herbstrasen-Dünger besonders reich an Kalium, enthält aber im Idealfall nur wenig Stickstoff und Phosphor.

Wenn Sie einen an sich üppigen Rasen vor dem Winter stärken möchten, brauchen Sie beispielsweise kaum Phosphor, aber ausreichend Kalium. So bietet u.a. Compo eine Mischung mit 0% Phosphor, aber mit reichhaltigen 19% Kalium an.

Tipp: Viele Böden in deutschen Kleingärten sind bereits von Natur aus mit ausreichend Phosphor versorgt oder sogar überversorgt, sodass Sie auf eine Düngung Ihres Rasens mit diesen Nährstoffen verzichten könnten. Ein zu hoher Gehalt an Phosphor oder Kalium im Boden kann das gesunde Wachstum des Rasens sogar behindern. Gewissheit bringt Ihnen die Untersuchung einer Bodenprobe, wie sie von vielen Gartencentern angeboten wird.

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Damit der Garten im Frühjahr und Sommer in frischem Grün erstrahlt, ist die Rasenpflege im Herbst unerlässlich: Ob Sie dabei Herbstrasendünger von Compo, Neudorff-Herbstrasendünger oder ein günstiges Düngemittel von Aldi oder Lidl verwenden, ist dabei unerheblich. Entscheidend ist die Zusammensetzung des Herbstdüngers.

5. Gibt es einen Herbstrasendünger-Test der Stiftung Warentest?

Organische Dünger bei ÖKO-TEST

Mit “sehr gut“ abgeschnitten hat in der Untersuchung von ÖKO-TEST nur ein Produkt: “Wolf Garten Natura Bio Rasendünger“. Im Handel erhältlich ist darüber hinaus auch ein spezieller Herbstrasendünger der Testsieger-Marke.

Zwar hat die Stiftung Warentest bisher keinen eigenen Herbstrasendünger-Test durchgeführt, dafür gibt sie aber in der Ausgabe 09/2019 Tipps für die Pflege des Rasens im Herbst: Damit er den Winter gesund übersteht, benötigt er vor allem ausreichend Kalium als Frostschutz, so die Stiftung Warentest.

Eine zusätzliche Versorgung des Bodens mit Stickstoff ist dagegen unnötig, denn sie würde nur das Graswachstum ankurbeln, was zu dieser Jahreszeit überflüssig ist. Stattdessen empfiehlt sich das Vertikutieren der Grasnarbe und das Ausgleichen kahler Stellen im Rasen mit Rasensaat.