Das Wichtigste in Kürze
  • Unkrautvernichter, auch Herbizide genannt, werden häufig in der Landwirtschaft und in Privatgärten zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, um die dortigen Kulturpflanzen zu schützen. Die Unkrautvernichter greifen zur Unkrautbekämpfung in den Stoffwechsel des Unkrauts ein, indem sie beispielsweise die Photosynthese unterbinden.
  • Unkrautvernichter gibt es in unterschiedlichen Kategorien. Es gibt sie auf biologischer oder auf chemischer Basis. Bei den chemischen Unkrautvernichtern unterscheidet man zudem noch die selektiven Mittel, die gegen bestimmte Pflanzen wirken und den Breitband- oder Totalherbiziden, die gegen auf sehr viele Pflanzen wirken.
  • Der Einsatz von Unkrautvernichtern zur Unkrautbekämpfung unterliegt strengen Regelungen. Die Herbizide dürfen nur auf landwirtschaftlichen und gärtnerischen Flächen zum Pflanzenschutz eingesetzt werden. Auf öffentlichen Flächen wie Wegen, Plätzen, Bürgersteigen und Parkplätzen ist ihr Einsatz verboten. Zuwiderhandlung wird mit empfindlichen Bußgeldern geahndet.

unkrautvernichter test jäten

Das folgende Problem kennen wahrscheinlich viele Gartenbesitzer. Gerade nach dem langen Winter investiert man viel Mühe und Zeit in die Gartengestaltung. Doch leider sind die ausgesäten Rasensamen und die mühsam eingepflanzten Blumenzwiebeln nicht das Einzige, was jetzt im Frühling hinter dem Haus anfängt zu wachsen. Löwenzahn und andere Arten von Unkraut wachsen munter mit. Dabei sieht es nicht nur unschön aus, es entzieht der Blumenerde auch wichtige Nährstoffe, die eigentlich für die kultivierten Pflanzen gedacht sind. Manchmal handelt es sich also im wahrsten Sinne des Wortes wirklich um einen regelrechten „Unkrautbefall“. Wem aber das Hacken und Jäten neben der sowieso anfallenden Gartenarbeit jetzt zu umständlich erscheint, der kann mit Unkrautvernichter Abhilfe schaffen. Aber es ist hier Vorsicht geboten: denn viele Mittel vernichten nicht nur Unkraut, sondern auch andere Pflanzen. Außerdem gibt es auf dem Markt eine riesige Auswahl von Produkten. Damit sie in dem Produktedschungel nicht so leicht den Überblick verlieren, haben wir an dieser Stelle die besten Unkrautvernichter in unserem Unkrautvernichter-Vergleich 2020 für sie zusammengestellt. Neben dem Unkrautvernichter-Vergleich – mit unserem Unkrautvernichter Vergleichssieger – finden Sie im Folgenden Ratgeber alles, was Sie zum Thema Unkrautvernichter und Pflanzenschutz wissen müssen.

1. Was ist ein Unkrautvernichter?

Bei Unkrautvernichtern, auch Herbiziden genannt, handelt es sich um Substanzen, die störende Pflanzen abtöten sollen. Sie werden bevorzugt in der Landwirtschaft zum Pflanzenschutz eingesetzt. Kulturpflanzen stehen in der Regel nämlich in einer dauernden Konkurrenz mit Unkräutern um Wasser, Licht und Nährstoffe aus dem Boden. Unkraut kann generell mit Maschinen und Gartenwerkzeugen oder mit chemischen Mitteln eliminiert werden.

2. Welche Typen von Unkrautvernichtern gibt es?

Bei der Unkrautvernichtung kann man folgende Arten unterscheiden:

mechanische Unkrautvernichter biologische Unkrautvernichter chemische Herbizide
  • Gartenkralle, Unkrautstecher, Spaten, Grabegabel Wildkrautbürsten, Walzenbürsten, thermische Mittel (Heißluft, Wasserdampf, heißes Wasser, Heißwasser-Hochdruckreiniger, Gasflamme)
  • umweltschonende Unkrautvernichtung
  • mühsam
  • Wurzelgeflecht bleibt oft erhalten
  • nach Regenguss leichter, da der Boden aufgeweicht ist
  • natürliche Mittel (Maleinsäurehydrazid, Pelargonsäure)
  • Insekten (aber wenig wirksam)
  • künstlich im Labor hergestellte Pilzsporen(kosteninstensiv)
  • oft spezialisiert auf einzelne Unkrautarten
  • biologisch abbaubar
  • sogenannte Herbizide
  • selektive Herbizide (nur bestimmtes Unkraut)
  • Breitbandherbizide (Vielzahl von Unkraut)
  • meist wässrige Suspensionen oder Wirkstoffemulsionen in Pulvern und Emulgatoren
  • greifen in Stoffwechsel des Unkrauts ein (Hemmung der Photosynthese)
  • Problem: unterscheiden nicht zwischen Unkraut und Kulturpflanze
  • nur an trockenen Tagen einsetzbar

Der Einsatz von Herbiziden bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile:

  • erzielen gute Ergebnisse
  • einfacher einzusetzen
  • dauerhafte Wirkung
  • unterscheiden nicht zwischen Unkraut und Kulturpflanzen
  • Belastung für die Umwelt

3. Kaufberatung für Unkrautvernichter: Darauf müssen Sie achten

3.1. Produktart

Zunächst sollten Sie sich überlegen, welche Art von Unkrautvernichter Sie genau benötigen. Die Überlegung sollte dabei sowohl den Einsatzort, als auch die Unkrautart mit einbeziehen. Wenn Sie das Unkraut beispielsweise von ihrem Rasen entfernen möchten, sollten Sie zu einem Rasen–Unkrautvernichter greifen. Die meisten dieser Produkte, wie unser Unkrautvernichter Vergleichssieger von Compo aus unserem Unkrautvernichter-Vergleich, arbeiten besonders rasenschonend. Hier gibt es auch Produkte, die mit einem Rasendünger kombiniert sind. Handelt es sich um einen Einsatz abseits des Rasens, zum Beispiel in einem Ihrer Blumenbeete, eignet sich ein Blattherbizid gut. Es gibt auch spezielle Produkte für einzelne Unkrautarten, wie Giersch-Unkrautvernichter oder Moosvernichter. Anregungen finden Sie im obigen Unkrautvernichter-Vergleich.

Finalsan Unkrautfrei Plus von Neudorff

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3.2. Inhaltsstoffe

Lesen Sie sich die Inhaltsstoffe vor dem Kauf Ihres persönlichen Unkrautvernichter Testsiegers gut durch. Es gibt Produkte, die auf einer biologischen Basis arbeiten und natürliche Stoffe enthalten. Dann gibt es Produkte, die auf einer rein chemischen Basis arbeiten. In diesem Fall müssen Sie selbst entscheiden, welches Produkt Sie in Ihrem Garten verwenden. Die chemischen Unkrautvernichter erzielen erfahrungsgemäß bessere Ergebnisse. Weil wir den Anspruch verfolgen, Ihnen die besten Unkrautvernichter in unserem Unkrautvernichter-Vergleich 2020 zu präsentieren, haben wir uns auf diese bei unserer Auswahl beschränkt. Sie finden jedoch sowohl im Gartencenter als auch im Internet biologische Alternativen. Diese sind leichter abbaubar und umweltschonender. Besonders bei den chemischen Mitteln gibt es umstrittene Inhaltsstoffe wie Glyphosat. Unlängst ist eine starke Debatte über die Substanz ausgebrochen, da sie im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Den Artikel finden sie hier. Wenn es um die Qualität und Sicherheit von Produkten geht, lohnt sich auch immer ein Abstecher zu den Unkrautvernichter-Tests von Stiftung Warentest. Das Team von Stiftung Warentest testet in regelmäßigen Abständen Hilfsmittel für den Garten.

Tipp: Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie ein Unkrautvernichter kaufen, auf dem „bienenschonend“ steht.

3.3. Darreichungsform

Die meisten Modelle aus gängigen Unkrautvernichter-Tests, finden Sie im Handel in flüssiger Form. Es gibt jedoch auch Granulate zu kaufen. Diese werden dann vor dem Gebrauch in Wasser aufgelöst. Man verteilt den Unkrautvernichter meist mit einer Kanne, oder was wesentlich einfacher zu handhaben ist, mit einem Sprühkanister. Bei länger andauernden Arbeiten zeichnet sich diese Form durch eine wesentlich angenehmere Handhabung aus. Eine Ausnahme bildet übrigens der Unkrautvernichter mit Rasendünger. Diesen gibt es meist als Granulatgemisch zum streuen.

Zum Abschluss stellen wir Ihnen auch noch einmal die wichtigsten Hersteller vor. Einige davon finden Sie auch in unserem Unkrautvernichter-Vergleich.

  • Bayer
  • Celaflor
  • Roundup
  • WOLF-Garten
  • Compo
  • Dr. Stähler
  • Substrahl
  • Frunol Delicia
  • Neudorff

4. Wie lässt sich Unkrautvernichter selber machen?

Unkrautfrei Speed von Roundup

Unkrautfrei Speed der Marke Roundup

Neben den Produkten aus unserem Unkrautvernichter-Vergleich zeigen wir Ihnen hier, wie Sie sich Ihren Unkrautvernichter mit einigen Hausmitteln auch selber mischen können. Hausmittel sind ein guter Tipp für alle, die nichts Chemisches in ihrem Garten haben möchten.

4.1 Salz

  • Mischen Sie ein Päckchen Salz mit 2 Liter Wasser.
  • Gießen Sie das Gemisch anschließend direkt auf die Pflanze.

4.2 Essig

  • Mischen Sie Essigessenz mit Wasser im Verhältnis 1:3.
  • Sprühen Sie das Gemisch mit Hilfe einer Sprühflasche auf das Unkraut.

4.3 Brennnesseljauche

  • Brennnessel pflücken.
  • Schneiden Sie die Stiele klein.
  • Füllen Sie sie in einen Eimer und diesen dann ganz mit Wasser auf.
  • Lassen Sie die Jauche 10 Tage gären; sie ist fertig, wenn sie nicht mehr schäumt.
  • Gießen Sie die Jauche über das Unkraut.

Achtung: Auf gärtnerisch genutzten Flächen ist ein Einsatz von Salz und Essig in geringen Dosen gestattet, nicht jedoch auf versiegelten Flächen wie Einfahrten, Terrassen und Gehwegen. Dort können Sie als Alternative kochendes Wasser verwenden.

5. Wie wird der Unkrautvernicher richtig genutzt?

Unkrautentstehung verhindern

Ein Mittel gegen die Entstehung von Unkraut ist die Rindenmulchanwendung. Rindenmulch verdunkelt den Boden, sodass sich kein Unkraut bilden kann. Sie können auch Stroh, Grasschnitt oder Kompost verwenden.

Die meisten Mittel müssen vor der Anwendung mit Wasser verdünnt werden. Dann füllen Sie die Flüssigkeit in eine Gießkanne oder einen Rückenspritzer. Grenzen Sie anschließend das Gebiet, welches Sie behandeln möchten, der Übersichtlichkeit halber ab. Danach sprühen Sie das Mittel direkt auf das Unkraut, das Sie vernichten möchten. Achten Sie dabei darauf, dass Sie das gesamte Blatt benetzen, ohne dass das Mittel heruntertropft. Sprühen Sie das Mittel nicht bei starkem Wind, da es sich sonst in Ihrem Garten verteilt. Schützen Sie auch unbedingt Haut und Augen. Die Einwirkzeit beläuft sich meist auf ca. 2 Stunden. Am besten wirkt der Unkrautvernichter, wenn Sie ihn im Frühjahr verwenden. Gerade die Blattherbizide werden über die Blätter aufgenommen.

Wenn die Blätter besonders grün sind und sich das Unkraut im Wachstum befindet, kann man es deshalb besonders leicht abtöten. Wenn Sie das Mittel auf dem Rasen anwenden möchten, sollten Sie ihn vorher nicht mähen. Sie können das Herbizid bis in den Herbst hinein verwenden. Die Temperaturen sollten aber noch nicht unter 15 Grad Celsius gesunken sein. Wie bei allem gilt auch hier: Beachten Sie die auf der Verpackung angegebenen Herstellerinformationen.

Tipp: Für Kleingärten gibt es gebrauchsfertige Mischungen im Gartenfachhandel. Verwenden Sie nicht ein und dasselbe Mittel über Jahre hinweg. Es kann sonst zu einer Resistenz des Unkrauts kommen.

Das folgende Video zeigt, wie man Unkraut auch ohne Mittel mechanisch bekämpfen kann:

6. Sind rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten?

Der Einsatz von Unkrautvernichtern unterliegt strengen Regelungen. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern geahndet. Unkrautvernichter dürfen nur auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen verwendet werden. Öffentliche Wege, öffentliche Plätze, Einfahrten von Häusern, Bürgersteige oder Parkplätze gehören dabei nicht zur gärtnerischen Nutzung. Zudem kann auf ihnen der Wirkstoff nicht in den Boden einsickern und biologisch abgebaut werden.

Bei Regen werden die Mittel abgeschwemmt und gelangen über den Gully in die Kanalisation und damit auch in unser Grundwasser. Informieren Sie sich vor Benutzung beim Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes. Dort sind Informationen über Einsatz und Ausnahmeregelungen hinterlegt. Die Regelungen gelten übrigens nicht nur für chemische, sondern auch für Mittel mit naturidentischen Stoffen.

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7. Fragen und Antworten rund um das Thema Unkrautvernichter

7.1. Gibt es einen hundeverträglichen Unkrautvernichter?

Alle Unkrautvernichter, die sie selber herstellen können, wie zum Beispiel Salzwasser, Essigessenz und Brennesseljauche, können Sie verwenden, wenn sich anschließend Tiere im Garten aufhalten sollten. Übrigens: Falls Sie Schädlinge im Keller oder in der Wohnung haben, kann eine Mausefalle weiterhelfen.

Rasenunkraut-Vernichter Banvel M von Compo

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7.2. Wie lange dürfen meine Kinder nicht auf den Rasen, wenn ich Unkrautvernichter mit Dünger verwendet habe?

Halten Sie eine Wartezeit von 10 bis 12 Tagen ein. Wässern Sie den Rasen 1 bis 2 Tage nach dem Ausstreuen, damit Körnchen von Grashalmen und Unkrautblättern abgewaschen werden können. So entfaltet sich die Bodenwirkung des Mittels. Nach 8 bis 10 Tagen können Sie dann den ersten Rasenschnitt vornehmen.

7.3. Kann ich mit Unkrautvernichter behandeltes Gras nach dem Mähen verfüttern?

Im Verwendungsjahr sollten sie das Gras nicht verfüttern. Der Wirkstoff hält sich in den Grashalmen längere Zeit. Halten Sie unbedingt auch Tiere wie Kaninchen so lange von der Fläche fern.

7.4. Wann sollte ich bei Verwendung von Unkrautvernichtern düngen?

Verwenden Sie erst den Unkrautvernichter und bearbeiten Sie dann den Rasen mit einem Vertikutierer. Danach können Sie den Rasen düngen. Oder Sie verwenden gleich ein Kombiprodukt.

7.5. Wie halte ich mein Gemüsebeet unkrautfrei?

Verwenden Sie ein Unkrautvlies bevor Sie das Gemüse anpflanzen. Unter der Folie kann kein Unkraut wachsen.