Das Wichtigste in Kürze
  • Bodenaktivator hilft ausgelaugten Gartenflächen, die Nährstoffaufnahme zu verbessen, den pH-Wert zu optimieren und den Luft-Wärme-Wasser-Haushalt anzukurbeln.
  • Er fungiert als wichtiger Wegbereiter, damit Pflanzen besseren Zugang zu Wasser und Mineralien erhalten. Zudem werden auch Moos, Pilze und Wurzelfilz eingedämmt.
  • Meistens wird Bodenaktivator als Granulat angeboten, es gibt ihn aber auch als zu verwässerndes Konzentrat und Erdmischung. Einen Ersatz für Dünger stellt er nicht dar.

Bodenaktivator Test
Wenn etwa Ihr Rasen so aussieht wie auf dem obigen Bild, muss gehandelt werden. Doch anstatt mehr Dünger ist hier erst mal die Anwendung von Bodenaktivator günstig: Auf sanfte Art stärkt der Aktivator den Boden, indem Mikroorganismen die Bodenstruktur verbessern. Ein Dünger würde lediglich Nährstoffe hinzufügen und könnte damit sogar Faulprozesse anregen. Dies würde den Boden nur verschlechtern.

So roboterhaft, wie der Name vermuten lässt, ist das biologische Hilfsmittel jedoch nicht. Wie es im Detail wirkt und wann Granulat der flüssigen Variante vorzuziehen ist, verraten wir Ihnen im folgenden Bodenaktivator-Vergleich 2020.

1. Aktiviert Abwehrkräfte: Welche Aufgaben hat der Bodenaktivator?

BSE-Gefahr durch Dünger?

Als die BSE-Krise rund um die Jahrtausendwende viele Menschen verunsicherte, gerieten auch Düngemittel in die Schlagzeilen. Zahlreiche Hobbygärtner fürchteten, dass der Erreger der tödlichen Krankheit auch dort zu finden sein könnte, schließlich wird bei manchen Typen öfters Knochenmehl vom Schlachthof untergemischt.

Die Stiftung Warentest (Ausgabe 04/2001) recherchierte und kam zu dem Schluss, dass die Konzentration möglicher Erreger wohl zu gering sei, um eine Infektion zu ermöglichen.

Das Erdreich liefert viele Nährstoffe, Mineralien, aktive Pilzkulturen und natürlich auch Wasser, um den unterschiedlichsten Pflanzenarten den Lebenszyklus vom Samen bis zur vollen Blüte zu ermöglichen. Normaler Regen reicht als Lieferant für Nährstoffe jedoch nicht aus. Hier braucht es Unterstützung durch Sie in Form einer ordnenden Hand, die stutzt, mulcht, vertikutiert und harkt. Dazu ist die passende Dosis der richtigen Zusätze unerlässlich.

Ein für ausgelaugte Böden ganz grundlegendes Hilfsmittel ist der Bodenaktivator. Die auch als Bodenverbesserer bekannte Mischung ist dafür gedacht, dass der Untergrund wieder mit wichtigen Mineralien ausgestattet wird und auch bessere Aufnahmefähigkeiten entwickelt.

Die Vor- und Nachteile von Bodenaktivatoren im Vergleich zu reinen Düngermitteln:

  • aktiviert sanft den Boden
  • kann nicht überdüngen
  • sehr vielseitige Anwendungsbereiche
  • kann ganzjährig verwendet werden
  • Wirkung nicht so intensiv
  • recht teuer

2. Mit welchen Stoffen macht der Bodenaktivator den Boden besser?

Rasenpflege

Ein nährstoffreicher Boden ist entscheidend für gutes Wachstum.

Die meisten Bodenhilfsmittel werden von den Herstellern damit beworben, komplett organische Bestandteile zu haben und auf chemische Komponenten zu verzichten. Das kann mitunter aber trotzdem bedeuten, dass gemahlene Tierknochen aus der Schlachterei als Calcium-Lieferant dabei sind.

Zusätze aus dem Labor sind nicht per se schlecht, können aber eine Rolle spielen, wenn Sie es sich zum Ziel gesetzt haben, dass Ihr Garten auf natürliche Art versorgt werden soll. Ebenso ist es nicht verkehrt, auf rein biologische Mittel zu setzen, wenn Kinder und Haustiere im Garten spielen. Chemische Mittel bieten immer die Gefahr allergische Reaktionen auszulösen. Kleine Kinder nehmen zudem alles in den Mund.

Die genaue Zusammensetzung kann je nach Marke variieren. Zu Elementen, die immer im Mix enthalten sind, gehören:

  • basische und organische Stoffe
  • Mikroorganismen
  • Mineralien

Hier variieren einige Hersteller:

  • Kalium
  • Kalk
  • Phosphat

Kalium, Kalk oder Phosphat müssen nicht immer zwingend dabei sein. Diese Zusätze können bei speziellen Problemen wichtig werden. Zum Beispiel wenn der PH-Wert in Ihrem Boden zu hoch ist, stabilisiert Kalk den Wert wieder auf ein gesundes Level. Allerdings wird ein Bodenaktivator Testsieger bzw. Vergleichsieger auch ohne diese Zusätze.

Diese Zusammensetzung der Bodenaktivator-Inhaltsstoffe ist auch gleichzeitig die große Stärke. Sie werden universell benötigt und können das Bodenleben und die Bodenstruktur überall verbessern. Dabei spielt es also keine Rolle, ob Sie einem Obstgarten, Gemüse-garten oder Ziergarten auf die Sprünge helfen wollen. Egal, ob die Saat im Blumentopf den optimalen Start bekommen oder der Bodenaktivator für Rosen im Beet eine gute Umgebung schaffen soll, die Bodenaktivator-Anwendung erlaubt große Freiheiten.

Das können Bodenaktivatoren:

Humusbildung anregen
Kalkversorgung des Bodens (optimiert den pH-Wert)
Nährstoffmangel ausgleichen und -ausnutzung verbessern
Aufnahmefähigkeit und Austausch von Luft, Wasser und Wärme optimieren
Trockenschäden und Staunässe unterbinden
Abwehr gegen Moosflecken, Wurzelfilz und Pilzerkrankungen unterstützen

Verwechslungsgefahr: Wichtig zu betonen ist die Tatsache, dass es sich auch beim besten Bodenaktivator nicht um einen Dünger handelt. Wenn man so will, ist dieses Bodenhilfsmittel eine Kur und ein Wegbereiter, damit der Untergrund wieder in Form kommt und Nährstoffe besser speichern und verteilen kann.

Idealerweise geben Sie Ihrer Gartenerde zwei bis vier Wochen Zeit zum Verarbeiten, bevor Sie den Dünger ausbringen. Nicht verschwiegen werden sollte aber natürlich, dass es auch 2-in-1-Mischungen gibt, die Bodenaktivator mit Düngemittel kombinieren. Ob das dann genauso effektiv ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

3. Fest oder flüssig? Bodenaktivatoren gibt es in verschiedenen Formen

Bodenaktivatoren können sich bei der Handhabung und der Einfachheit der Dosierung unterscheiden. Es gibt sie als Granulat, das oft eher grob verteilt wird, als flüssiges Konzentrat zum exakten Mischen und als spezielle Erde, die in den Gartenboden eingearbeitet wird. In unserer Tabelle erläutern wir Ihnen die Vorzüge und Nachteile jeder Variante:

Form Beschreibung

Granulat

bodenaktivator-streuwagen

Als körniges Granulat bieten die meisten Hersteller ihren Bodenaktivator an. Dabei können Kunden häufig zwischen mehreren Packungsgrößen wählen, wenn Sie Bodenaktivator kaufen wollen. Natürlich spielt dabei das Ausmaß der Fläche, auf der Sie den Boden verbessern wollen, eine Rolle.

Granulat hat den Vorteil, dass es sich gut verteilen lässt und seine Inhaltsstoffe nach und nach abgibt. Zudem müssen Sie keine Zeit damit zubringen, es erst noch zu mischen; es ist direkt fertig zum Ausbringen.

Flüssigkeit

 

bodenaktivator-giesskanne

Der Bodenhilfsstoff wird von manchen Anbietern auch in flüssiger Form angeboten. Als Konzentrat geliefert, muss nach den Vorgaben des Herstellers mit Wasser verdünnt werden. Befolgen Sie das, kann auch eine 1-Liter-Flasche einige Zeit ausreichen.

Zudem ist die Dosierung einheitlicher im Blick zu behalten. Ausbringen können Sie es mit der Sprühflasche oder der Gießkanne, sodass auch die Hände nicht schmutzig werden.

Erdmischung

bodenaktivator-ausbringung

Wie der Name schon vermuten lässt, sind bei dieser Variante des Bodenverbesserers alle Inhaltsstoffe mit besonders reichhaltiger Erde (z. B. Amazonaserde) vermischt. Sie muss mit der Gartenerde vermischt und untergehoben werden, um Ihre Wirkung an Ort und Stelle zu entfalten.

Ein Nachteil ist hier, dass es sich preislich um die kostspieligste Ausführung von Bodenaktivator handelt. Zudem braucht es etwas mehr Körpereinsatz, wenn Sie alles von Hand untermischen müssen.

4. Welche Hersteller von Bodenaktivator sind beliebt?

Seit mehr als 80 Jahren spezialisiert sich der Hersteller Manna im Bereich der Düngermittel und Bodenaktivatoren. Ähnlich wie das Unternehmen Oscorna, dass mit Hornmehl und -spänen erste Schritte im Bereich der biologischen Düngermittel versuchte. Die Produktpalette ist bei beiden sehr vielfältig und die Mittel durch langjährige Erfahrungen ausgereift.

Wie Sie anhand der vorgestellten Produkte in unserer Kaufberatung erkennen, gibt es beim Gartenzubehör viele Kategorien und namhafte Konkurrenten, die mit ihren Marken gegeneinander antreten. Weitere haben wir Ihnen hier aufgelistet, die Sie nicht nur in Baumärkten wie Hornbach oder Obi finden, sondern gelgentlich auch in Supermärkten wie Aldi oder Real:

  • Oscorna
  • Neudorff
  • Compo
  • Manna
  • Hilderather
  • Cuxin
  • EMIKO
  • Vitalin
  • Greengold
  • Mikroveda
  • Phosphoderma
  • Dehner
  • Hagert
  • Azet
  • Keyzers

Zeit zur Entfaltung geben: Idealerweise geben Sie Ihrer Gartenerde zwei bis vier Wochen Zeit zum Verarbeiten, bevor Sie den Dünger ausbringen. Im Normalfall wird Bodenaktivator als Bodenhilfsstoff eingesetzt, soll also die Voraussetzungen schaffen, dass alles wieder gedeihen kann, egal ob Sie Blumen anpflanzen oder Rasen säen wollen. Bringen Sie den Rasendünger oder das Düngemittel für die geplante Be-pflanzung schon vorher oder zeitgleich aus, kann der aktivierende Effekt beein-trächtigt werden.

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Bodenaktivator

5.1. Gibt es einen Bodenaktivatoren-Test der Stiftung Warentest?

Oscorna Bodenaktivator 25kg

Eine große Vielfalt an Pflanzen profitiert vom Bodenaktivator.

Die Stiftung Warentest hat noch keinen Bodenaktivatoren-Test durchgeführt. Bereits in ihrer Ausgabe 03/2001 wies sie jedoch darauf hin, dass viele Hobbygärtner es beim Düngen übertreiben: Übermäßig Dünger mache die Pflanzen für Krankheiten anfälliger.

Viel wichtiger sei ein passender pH-Wert, der entweder durch das Hinzufügen oder Weglassen von Kalk beeinflusst werden kann. Allerdings würde hierfür ein Bodenaktivator bereits ausreichen.

5.2. Welcher Anwendungszeitraum ist am günstigsten?

Prinzipiell können Sie Bodenaktivator das ganze Jahr über anwenden. Wenn Sie etwa eine Zimmerpflanze umtopfen wollen, spielen die Jahreszeiten ohnehin keine Rolle. Die Hersteller geben unterschiedliche Anwendungszeiträume als ideal an, aber das sollten Sie allenfalls als Empfehlung verstehen.

Letztlich kommt es auf Ihre Gartenarbeit an und wofür und wann Sie sie verrichten. Möchten Sie einen tollen Halloween-Kürbis im Oktober ernten, können Sie einen Bodenaktivator im Herbst nutzen, während das Sommergemüse schon früher die Nährstoffunterstützung benötigt.

5.3. Was passiert, wenn ich zu viel Bodenaktivator benutze?

Eine Überdüngung mit Bodenaktivator ist praktisch nicht möglich. Da es sich nicht um ein Düngemittel an sich handelt, sondern nur wertvolle Stoffe für den Bodenkreislauf liefert, ihn aber nicht übersalzt, kann das nicht passieren. Allenfalls der bereits angesprochene pH-Wert kann zu sehr absinken, wenn Sie eigentlich einen sauren Boden für die dortigen Pflanzen brauchen.

5.4. Wie bringe ich Bodenaktivator am besten aus?

Das ist auch abhängig davon, in welcher Form Sie den Bodenaktivator kaufen. Ist es flüssiges Konzentrat, mischen Sie es nach Vorgabe und verteilen es mit der Gießkanne im Garten. Handelt es sich um Erdmischung, ist ein händisches Unterheben mit der normalen Erde angebracht. Beim Granulat haben Sie hingegen die Wahl zwischen dem Streuen per Hand, was etwas unpräzise ist, und einem Streuwagen.

Wie letztere beiden Varianten in der Praxis aussehen, zeigt auch dieses Video: