Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Sappie ist eine Mischung aus Wendehaken und Hammer und erleichtert das Bewegen und Aufschichten von schweren, unhandlichen Rundhölzern.
  • Sappies werden in einer Länge von 40 bis 90 cm angeboten. Welche Größe die richtige für Sie ist, hängt von Ihrer Körpergröße ab.
  • Bei den meisten Sappies ist der Griff entweder aus Metall oder aus Holz. Metall-Sappies sind durch das geringere Gewicht besser für lange Arbeitstage geeignet.

sappie test

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 9 Millionen Kubikmeter Brennholz erzeugt, so das statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat). Meist wird das Brennholz in Stücken von einem Meter Länge verkauft, den sogenannten Meterhölzern. Um diese in einem herkömmlichen Kaminofen verfeuern zu können, müssen Sie zuerst auf eine Länge von 25 oder 33 cm gebracht und gespalten werden.

Holzhacken ist eine anstrengende Arbeit, bei der man sich häufig bücken muss, um das nächste Rundholz auf den Hackklotz zu legen. Viele klagen daher nach dem Holzhacken über Rückenschmerzen. Ein Sappie kann Abhilfe schaffen. Diesen schlagen Sie einfach in das Rundholz ein und heben es damit auf den Hackklotz, ohne sich zu bücken. Auch kleinere Baumstämme lassen sich so besser bewegen. Damit ist ein Handsappie das perfekte Werkzeug in Wald und Garten.

Was Sie sonst noch über das traditionelle Forstwerkzeug aus der Alpenregion wissen sollten, erklären wir Ihnen in unserem Sappie-Vergleich 2020.

meterhoelzer im forst

1. Kaufberatung: Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie ein Sappie kaufen möchten, ist es oft gar nicht so leicht, sich für ein bestimmtes Werkzeug zu entscheiden. Wir erklären Ihnen im folgenden Abschnitt, wo die Unterschiede liegen – nämlich bei der Länge, dem Material, aus dem der Stiel gefertigt ist, und dem daraus resultierenden Gewicht.

1.1. Die Länge des Stiels sollte zu Ihrer Körpergröße passen

handsappie holz hacken

Zur Unterstützung beim Holzhacken werden meist Handsappies mit einem kürzeren Stiel empfohlen.

Einer der auffälligsten Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von Sappies ist die Länge des Stiels. Die kleinsten Sappies haben nur einen Sappiestiel, der ungefähr 40 Zentimeter lang ist. Bei größeren Sappies können es auch schnell 80 oder 90 Zentimeter werden – gerade für große Menschen jenseits der 1,90 m ideal.

Und jede dieser Größen hat ihren Platz. Ein kurzer Handsappie wird vor allem als „Verlängerung des Armes“ zum Heben, Tragen und Heranziehen von Holzstücken genutzt. Ein längeres Sappie kommt dagegen zum Einsatz, wenn größere und schwerere Hölzer bewegt werden müssen. Außerdem können Sie damit auch Hölzer, die sich verkeilt haben, freihebeln.

Tipp: Welches der beste Sappie für Sie ist, hängt aber auch von Ihrer Armlänge und Ihrem individuellen Geschmack ab. Führen Sie also unbedingt einen persönlichen Sappie-Test mit verschieden großen Sappies durch, falls Sie die Möglichkeit dazu haben.

1.2. Das Material des Stiels ist ausschlaggebend für das Gewicht

holz sappie esche

Für Stiel und Griff eines traditionellen Tiroler Sappies wird oft das besonders harte Holz der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) verwendet.

Entscheidend für die Handhabung des Sappies ist außerdem das Material des Stiels. Denn dies bestimmt, wie schwer der Sappie insgesamt ist. Es gibt Sappiestiele aus Kunststoff, Metallen wie Stahl oder Aluminium und verschiedenen Hölzern.

Neben dem schmaleren hohlen Stiel haben Metall-Sappies üblicherweise auch einen weniger massiven Kopf, da dieser besser am Stiel befestigt werden kann. Das führt dazu, dass gerade Alu-Sappies deutlich leichter sind – zum Teil wiegt gar das gesamte Werkzeug weniger als der Kopf eines klassischen Tiroler Holz-Sappies allein.

Besonders wenn Sie an einem Arbeitstag mehrere hundert Mal den Sappie schwingen müssen, werden Sie abends den Alu-Sappie zu schätzen wissen.

Es gibt aber auch Nachteile: Denn durch das geringere Gewicht müssen Sie mehr Kraft aufwenden, wenn Sie den Alu-Sappie in ein härteres Holz schlagen wollen. Um im Winter gefrorenes Buchenholz umzuschichten, sollten Sie also eher zu einem Sappie mit Holzstiel greifen.

Holz-Sappie Metall-Sappie
holzrücken werkzeug sappie forstzubehör alu sappie
lässt sich auch in Harthölzer gut einschlagen sehr leicht, ermöglicht ausdauerndes Arbeiten
x relativ schwer x kommt bei Harthölzern an seine Grenzen

2. Holz anheben leicht gemacht: Wie wird ein Sappie benutzt?

brennholz mit sappelstiel aufgeschichtet

Mit einem Handsappie können Sie Ihr Brennholz aufschichten, ohne sich ein einziges Mal bücken zu müssen.

Ein Sappie wird vor allem beim Anheben und Aufschichten von Baumstämmen und Brennholz benutzt. Auch wenn Sie mit der Spaltaxt Brennholz spalten, erleichtert ein Sappie die Arbeit ungemein.

Möchten Sie zum Beispiel verschiedene Meterhölzer zur Lagerung stapeln, müssten Sie sich ohne Sappie für jedes Holzstück bücken. Nach einem langen Arbeitstag können Rückenschmerzen die Folge sein.

Mit einem Sappi bewegen Sie spielend leicht auch große Holzklötze. Um ein Meterholz vom Boden aufzuheben und zum Beispiel auf einen Holzspalter oder die Ladefläche eines Pick-Up-Trucks zu laden, müssen Sie nur die folgenden einfachen Schritte durchführen.

  1. Hauen Sie die Spitze des Sappies in das Hirnholz – das ist die durch das Abschneiden des Baumes entstandene Fläche.
  2. Richten Sie das Meterholz senkrecht auf und ergreifen Sie es mit einer Hand.
  3. Ziehen Sie die Spitze des Sappies aus dem Holz.
  4. Hauen Sie den Sappie in das untere Ende des Holzes.
  5. Nun können Sie das Meterholz bequem anheben und tragen.

Im folgenden Video sehen Sie auch noch einmal, wie das Arbeiten mit einem Handsappie in der Praxis aussieht.

3. Sapie, Sappl, Sapine: Das praktische Werkzeug hat viele Namen

Wenn Sie sich über Sappies informieren, werden Sie feststellen, dass der Name dieses Forstwerkzeugs stark variiert. Je nach Region werden unterschiedliche Begriffe genutzt.

Zur Herkunft des Wortes Sappie

Das Wort Sappie wird vom italienischen zappa „Hacke, Haue“ abgeleitet, genauer gesagt von der Form zappina „kleine Hacke“ – besonders gut sehen Sie das an der Form Sapine. Interessanterweise heißt das Werkzeug in Italien allerdings tiratronchi.

  • In Deutschland sagt man meist Sappie oder Sapie.
  • In Tirol spricht man von einem Sappel, Zapin oder Zappel, manchmal auch von einer Sappen oder einer Sapine.
  • In Ost- und Oberösterreich nennt man das Werkzeug einen Sapin (manchmal auch Zapin oder Zappin geschrieben).
  • In der Schweiz heißt es Zappi oder Zapin.
  • Der englische Begriff ist übrigens vollkommen anders. Dort heißt es pickaroon oder hookaroon.

4. Forstzubehör im Überblick: Was braucht ein Holzfäller sonst noch?

So praktisch ein Sappie auch ist – allein mit diesem Holzwerkzeug fällen Sie noch keine Bäume im Wald. Und auch das spätere Zerteilen und Zuschneiden können Sie mit einem Sappie nur unterstützen. Forst- und Holzarbeiter nutzen daher noch viele weitere Typen von Werkzeug:

  • holzfäller schnittschutzkleidung

    Mit Schnittschutzkleidung und einer Motorsäge ist jeder professionelle Forstarbeiter ausgestattet.

    Äxte sind des Holzfällers wichtigstes Werkzeug. Neben der Spaltaxt nutzen viele auch noch die Holzaxt, die Forstaxt, das Handbeil oder das Campingbeil. Auch Spalthammer und Spaltkeil (oder auch Fällkeil) gehören im weiteren Sinne in diese Kategorie.

  • Sägen werden in jeder Phase der Holzbearbeitung eingesetzt. Im Wald kommen vor allem die Astsäge und die Motorsäge (meist eine Benzin-Kettensäge) zum Einsatz, später in der Werkstatt dann die Kreissäge, die Bandsäge oder die Stichsäge – gelegentlich auch die Lochsäge oder der Forstnerbohrer.
  • Nicht nur Sappies helfen beim Bewegen der gefällten Bäume. Je nach Geschmack und individueller Ausstattung kommen dabei auch Wendehaken, Fällheber, Stammheber, Holzgreifer oder Handpackzangen zum Einsatz.
  • Schnittschutzkleidung hilft, Verletzungen beim Arbeiten mit Holz zu vermeiden. Für Forstarbeiter gehören Schnittschutzhosen, Schnittschutzstiefel und Forst-Schutzhelme zur Grundausstattung.
  • Mit einem Häcksler werden am Schluss die Holzabfälle im Garten zerkleinert.

5. Welche Sappie-Hersteller sind wichtig?

Auch wenn der Sappie ein vergleichsweise einfaches Forstwerkzeug ist, gibt es eine ganze Reihe Marken, die Sappies produzieren und vertreiben. Als besonders hochwertig gelten die Sappies der Marke Ochsenkopf, einem Tochterunternehmen des Remscheider Werkzeugherstellers Gedore. Auch der Forstzubehör-Hersteller Stihl, der die bekannten Timbersports-Wettkämpfe sponsort, hat Sappies im Programm.

Und selbst die günstigen Sappies der Marke Bison überzeugen laut Kundenrezensionen. Wir haben Ihnen die wichtigsten Hersteller von Sappies zusammengestellt:

  • Bahco
  • Biber
  • Fiskars
  • Husqvarna
  • Ochsenkopf
  • Stihl
  • Stubai

6. Häufige Fragen zum Thema Sappie

  • Was schreibt die Stiftung Warentest über Sappies?

    Einen Sappie-Test hat die Stiftung Warentest bislang nicht durchgeführt. Wir können Ihnen also an dieser Stelle keinen offiziell von der Stiftung Warentest bestimmten Sappie-Testsieger nennen. In der Ausgabe 12/2011 hat die Stiftung Warentest Holzspalter getestet. Es wurde allerdings mit keinem Wort darauf hingewiesen, dass ein Sappi die Arbeit mit dem Gerät deutlich erleichtern kann.
  • Ist es möglich, ein Sappie selbst zu bauen?

    Ja, mit etwas handwerklichem Geschick und dem nötigen Werkzeug können Sie sich Ihren Sappie auch selber bauen. Auf Youtube finden Sie viele praktische Anleitungen, wenn Sie nach „sappie bauen“ oder (falls Sie Englisch sprechen) „making a pickaroon“ suchen. Sie benötigen dazu nur ein geeignetes Stück Metall für den Kopf und einen Stiel aus Holz. Neben alten Axtblättern sind angeschliffene 140-mm-Schrauben sehr beliebt für den Sappie-Eigenbau.