Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Reisezoom-Kamera entgehen Ihnen auch kleine Details beim Fotografieren und Filmen nicht mehr. Mit sehr kompakten Abmessungen, einem vergleichsweise geringen Gewicht sowie einem großen Zoom-Bereich eignen sich Kameras mit Reisezoom bestens für große und kleine Trips.
  • Eine Bildauflösung von 18 Megapixeln sowie ein optischer Sucher, der eine Vergrößerung von mindestens 10x erlaubt, sollte Standard sein. Ein großer Digitalzoom kann nicht schaden, erwarten Sie hier allerdings keinen Ausgleich für einen geringeren optischen Zoom.
  • Achten Sie beim Kauf insbesondere auf die Konnektivität: Während die wenigstens Reisezoom-Kameras über eine Bluetooth-Verbindung verfügen, sind NFC und WLAN wesentlich gebräuchlicher. Auf diese Weise können Sie Ihre Fotos über Ihr Smartphone direkt auf sozialen Netzwerken verbreiten.

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Das Fotografieren während der Urlaubszeit und beim Reisen ist beliebter denn je. Zwar schwindet die Anzahl der Deutschen, die dabei auf eine reguläre Kamera zurückgreifen seit einiger Zeit (von etwa 1,9 Mio Digitalkameras im Jahr 2013 zu ca. 1,12 Mio in 2017; Quelle: VuMA), aber anstelle von Digitalkameras wird stattdessen öfter zum Smartphone gegriffen. Dieses hat allerdings trotz hoher Bildauflösung einen großen Nachteil: Der Zoom lässt mehr als zu wünschen übrig. Aber es gibt Alternativen…

In unserem großen Reisezoom-Kamera-Vergleich 2020 haben wir uns die derzeit beliebtesten Digitalkameras mit extra-starkem Zoom genauer angeschaut und verraten Ihnen im folgenden Ratgeber genau, worauf Sie beim Kauf neben der Auflösung besonders achten sollten – bspw. auf die Lichtstärke (bzw. die mögliche Blendengröße) sowie die angegebene Brennweite.

1. Ist eine Reisezoom-Kamera der perfekte Allrounder?

Heutige Travelerzoom-Kameras halten, was der Name verspricht: Sie sind dank ihrer vergleichsweise kompakten Maße und ihrer hohen Leistungsfähigkeit perfekt geeignet zum Reisen. Im Folgenden haben wir die Vor- und Nachteile von Reisezoom-Kameras gegenüber dem handelsüblichen Smartphone gegenübergestellt:

  • sehr viel höhere Bildauflösung
  • sehr viel leistungsstärkerer Zoom
  • höhere ISO-Werte
  • größere Blende
  • sehr viel höhere Brennweite
  • etwas schwerer
  • weniger kompakt
  • ggf. kein WLAN
  • weniger für Selfie-Shots geeignet
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Nur 8K-Ultra-HD bietet eine noch höhere Auflösung – 4K-UHD ist allerdings selbst für professionelle Filmer mehr als ausreichend.

Ein weiterer gewichtiger Vorteil von Zoom-Kameras ist das fest verbaute Objektiv. Anders als bei Spiegelreflexkameras müssen Sie also nicht je nach Situation die passende Linse aus Ihrer Tasche ziehen, sondern können direkt los fotografieren. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Bildqualität einer Spiegelreflexkamera noch immer um einiges höher ist, was vor allem am deutlich lichstärkeren Bildsensor liegt.

Die Videoqualität bei Reisezoom-Kameras liegt je nach Modell und Hersteller zwischen dem noch immer gebräuchlicheren Full HD sowie dem deutlich höher aufgelösten Ultra-HD (besser bekannt als „4K“). Da die meisten modernen Smartphones mittlerweile ebenfalls auf eine 4K-Videoauflösung setzen, ist dieses Feature bei Zoom-Kameras allerdings kein besonderer Vorteil mehr. Die Video-Auflösungen in der Übersicht:

  • Full HD: 1.920 x 1.080 Pixel
  • Ultra HD/4K: 3.840 x 2.160 Pixel

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2. Kaufberatung: Worauf ist zu achten?

Was bedeutet denn Vollformat?

Vollformat-Kameras bieten prinzipiell eine höhere Lichtempfindlichkeit, geringeres Bildrauschen, kräftigere Farben und einen größeren Bildwinkel. Bei Zoomkameras mit Festobjektiven spielt dies allerdings keine Rolle.

Im Unterschied zu Spiegelreflex- oder Systemkameras unterscheidet man Zoom-Cams nicht nach der Größe Ihrer Bildsensoren in unterschiedliche Typen à la Vollformat oder Crop-Format – diese grundsätzliche Frage brauchen Sie sich hier also nicht zu stellen. Für gewöhnlich werden Reisezoom-Kameras nicht in besondere Arten oder spezielle Kategorien unterteilt – die Modelle der wichtigsten Hersteller (Panasonic, Canon und Sony) unterscheiden sich allerdings anderweitig.

2.1. Bildauflösung und ISO-Wert: Mehr ist besser, aber nur bedingt

Die meisten mittlerweile im Handel erhältlichen Zoomkameras verfügen mindestens über eine Auflösung von 18 Millionen Pixel, einige sogar über mehr als 21 Millionen. Zum Vergleich mit der 4K-Auflösung bei Videoaufnahmen: 20 Megapixel bieten umgerechnet 5.152 x 3.846 Pixel – genug, um ein Foto mit den Maßen 200 x 150 cm auszudrucken.

Aber aufgepasst: Die Anzahl der Megapixel ist nicht alles: Es kommt auch auf den Bildsensor an! Und dieser ist bei Smartphone-Kameras meist noch deutlich schwächer als bei Digitalkameras mit Reisezoom.

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Gerade in der Dunkelheit lohnt sich der Einsatz eines höheren ISO-Wertes.

Ähnlich verhält es sich mit dem ISO-Wert: Diese Angabe bezeichnet die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors und ist insbeosndere dann relevant, wenn Sie vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren wollen. Für bewölkte Tage oder Innenräume sind Werte bis 800 völlig ausreichend. Je dunkler es wird, desto besser ist ein höherer ISO-Wert. Denken Sie aber daran, dass ein aufgehelltes Bild immer auch mit einem Grundrauschen „erkauft“ wird.

2.2. Optischer und digitaler Zoom: Optisch immer besser als digital

Der Unterschied zwischen dem so genannten optischem sowie dem digitalen Zoom ist schnell erklärt: Der optische Zoom bezeichnet die durch das Zoom-Objektiv technisch tatsächlich mögliche Vergrößerung, während beim digitalen Zoom die integrierten Bild-Prozessoren der Kamera das Bild anhand der verfügbaren Informationen hochrechnen, was letztlich immer auf Kosten der Bildauflösung geht und nur in Ausnahmesituationen ein zufriedenstellendes Ergebnis liefert.

Achten Sie hier in erster Linie auf die Angaben zum optischen Zoom! – der Digitalzoom ist zweitrangig.

2.3. Blende und Brennweite: Bei 700 mm entgeht Ihnen nichts mehr!

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Die meisten Reisezoom-Kameras verfügen über ein praktisches Klappdisplay, durch welches sich auch Selfies machen lassen.

Eine niedrige Blendenzahl bedeutet vor allem: eine hohe Lichtempflichkeit! Werte von 1:3,3 sollte Ihr persönlicher Reisezoom-Kamera-Testsieger mindestens aufbringen, bestenfalls sogar 1:2 oder besser.

Je höher die Werte bei der Brennwerte, desto weiter können Sie mit Ihrer Kamera in die Ferne zoomen. Werte unter 100 mm sind dabei vergleichsweise wenig, 700 mm und mehr hingegen sind mehr als genug; hier entgehen Ihnen auch kleinste Details nicht mehr.

2.4. Ausstattung und Konnektivität: WLAN ist ein Muss!

Eine Reisezoom-Kamera mit Bluetooth-Verbindung ist eine bisweilen eher seltene Erscheinung – der Übertragungsstandard NFC ist mittlerweile bereits sehr viel geläufiger. Die besten Reisezoom-Kameras verfügen in jedem Fall über eine WLAN-Verbindung. Gerade beim Reisen ist dies ein nicht zu unterschätzendes Feature, da Sie auf diese Weise Ihre Urlaubsfotos bspw. direkt auf Ihr Smartphone übertragen können, bereits für den Upload auf Social Networks wie Facebook, Instagram, Snapchat oder Flickr.

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3. Warum eine Reisezoom-Cam statt HD-Camcorder?

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Darf in keinem Reisezoom-Kamera-Test fehlen: eine Panasonic Lumix DMZ-TZ101EGK: hohe Videoauflösung kombiniert mit großem ISO-Wert und großer Bildauflösung.

Ihre Weltreise steht kurz bevor und Sie sind auf der Suche nach passenden Kameras, um Ihre Eindrücke visuell festzuhalten? Bevor Sie sich nun auf die Online-Läden stürzen und neben einem neuen Camcorder auch eine möglichst günstige Reisezoom-Kamera kaufen, sollten Sie überdenken: Moderne Zoom-Cams sind nicht nur sehr fähige Fotoapparate, sondern auch gut zum Filmen geeignet.

Insbesondere, wenn Sie sich für eine Reisezoom-Kamera mit 4K-Auflösung entscheiden, sollte dem Festhalten von kleinsten Details nichts mehr im Wege stehen – abgesehen vielleicht von ungünstigen Lichtverhältnissen und einem fehlenden Stativ. Bei einer entsprechend hohen Bildauflösung sowie einem optischen Zoom von mindestens 30-facher Vergrößerung ersparen Sie sich den Kauf eines HD-Camcorders.

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4. Fragen und Antworten zum Thema Reisezoom-Kameras

4.1. Was sind die wichtigsten Hersteller und Marken von Zoom-Kameras?

Zu den wichtigsten Herstellern von Reisezoom-Kameras gehören die folgenden Firmen:

  • Sony
  • Canon
  • Fujifilm
  • Panasonic mit seiner LUMIX-Reihe

4.2. Gibt es bereits einen Reisezoom-Kamera-Test der Stiftung Warentest?

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Mehr Zoom geht (fast) nicht: Canons Megazoom-Kamera PowerShot SX540 HS zeigt mit ihrem 50-fachen optischen Zoom, wo es lang geht.

Bisher haben die Kollegen von der Stiftung Warentest noch keinen expliziten Reisezoom-Kamera-Test durchgeführt, dafür allerdings Telezoom-Objektive unterschiedlichster Hersteller untersucht. Für diese Wechselobjektive benötigen Sie allerdings eine Spiegelreflex- bzw. eine Systemkamera – die in unserer Test- und Vergleichstabelle berücksichtigten Modelle sind allesamt mit einem festen, nicht wechselbaren Objektiv versehen.

4.3. Was ist das beste Zubehör für meine Reisezoom-Kamera?

In der folgenden Tabelle haben wir Ihnen das unserer Meinung nach praktischste Kamera-Zubehör zum Reisen aufgelistet:

Kamera-Zubehör Beschreibung
Gorilla-Pod-Stativ

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Gerade durch hohe Brennweiten und damit einen weiten Zoom kommt es schnell zu unerwünschten Verwacklungen und Unschärfen. Mit einem Stativ können Sie dem leicht entgegenwirken – und ein so genannter Gorilla-Pod von Joby ist dabei besonders hilfreich, da Sie diesen dank der hochflexiblen Beine überall quasi einsetzen können, insbesondere auf Zäunen, Stangen oder Ästen.

Mehr Auswahl finden Sie in unserem Stativ-Test.

Kameratasche

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Gerade beim Reisen ist eine geeignete Tasche für Ihre Zoom-Kamera eine gute Idee – hier haben Sie wichtiges Zubehör wie Ersatzakkus und Speicherkarten zu jeder Zeit griffbereit.

Eine Auswahl von kleinen wie großen Modellen finden Sie in unserem Kamerataschen-Test.

Kameragurt

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Die meisten Kameras werden zwar mit einem bereits integrierten Kamera-Gurt geliefert, aber dieser entpuppt sich oft als unschönes Accessoire und manch eine/r möchte auch kein zusätzliches Werbebanner am Hals tragen.

Eine Auswahl an zusätzlichen Schultergurten und Handschlaufen finden Sie in unserem Kameragurt-Vergleich.