Das Wichtigste in Kürze
  • Canon-Digitalkameras gibt es für blutige Fotografie-Anfänger, lernwillige Fortgeschrittene, kreative Videokünstler sowie eingefleischte Profis – von der kleinen Canon IXUS, die in jede Hosentasche passt und trotzdem scharfe Bilder schießt, bis zur Canon EOS 5D Mark IV, mit der Sie sich all Ihre fotografischen Wünsche erfüllen können.
  • Sie haben die Wahl zwischen Canon-Vollformat-Kameras mit höchster Bildqualität sowie Digitalkameras mit Crop-Format, die Geld sparen, dafür aber nicht ganz so exzellente Fotos schießen.
  • Achten Sie beim Kauf neben der Bildqualität auch darauf, ob Ihr persönlicher Canon-Digitalkamera-Testsieger über ein Touchdisplay oder eine Bluetooth-Verbindung verfügt.

canon-digitalkamera-test

Laut einer Umfrage der VuMA gilt Canon nicht nur noch immer als die beliebteste Marke bei Digitalkameras – die Anzahl von Haushalten, in denen ein Fotoapparat von Canon zu finden ist, steigt zudem weiterhin (von etwa 55,64 Millionen in 2014 zu knapp 59 Millionen in 2017). Das 1937 in Japan gegründete Unternehmen setzt dabei auf eine breite Front von verschiedenen Digitalkameras: von kleinen Kompaktkameras für Einsteiger bis zu hochkomplexen Profi-Modellen im Spiegelreflex-Bereich.

In unserem großen Canon-Digitalkamera-Vergleich 2020 haben wir die derzeit aktuellen und zugleich beliebtesten Modelle herausgepickt und genau unter die Lupe genommen. Im folgenden Ratgeber präsentieren wir Ihnen neben einer ausführlichen Kaufberatung zudem nützliche Hinweise darauf, welche Digicam von Canon genau die richtige für Ihre Zwecke ist und auf welche Zusatzfunktionen Sie ggf. verzichten können.

1. Ist eine Canon-Cam für jeden Nutzer und Anlass geeignet?

Canons Digitalkameras bei der Stiftung Warentest

Die Kollegen von der Stiftung Warentest haben über die Jahre immer wieder Kompakt- wie Spiegelreflexkameras analysiert, überprüft und bewertet, aber bislang gibt es auch dort noch keinen expliziten Canon-Digitalkamera-Test. Insbesondere Spiegelreflexkameras von Canon landen hier aber regelmäßig auf den vorderen Plätzen.

Canons Spektrum an Digitalkameras ist zugleich beeindruckend wie auch überwältigend für den Einsteiger – allein die Nummerierung der Spiegelreflexkamera-Modelle, obwohl höchst logisch im Vergleich zum Konkurrenten Nikon, nimmt etwas Zeit in Anspruch. An dieser Stelle wollen wir Ihnen daher die wichtigsten Quick Facts zu Canons Fotokameras präsentieren, bevor im nächsten Kapitel die einzelnen Kamera-Typen genauer beschrieben werden.

  • Canons absolute Einsteigermodelle sind die Kompaktkamera-Reihen „Canon IXUS“ sowie „Canon PowerShot“ – im Englischen auch „Point-and-shoot“-Kameras genannt
  • Für etwas erfahrenere Hobby-Fotografen lohnt sich ein Blick auf die Einsteigermodelle im Spiegelreflexkamera-Bereich, hierbei insbesondere die 4- und 3-stelligen Modelle (bspw. die Canon EOS 1300D oder die Canon EOS 200D)
  • „EOS“ ist ein von Canon erdachtes Kürzel und es steht für „Electro-Optical System“ – auf diese Weise bezeichnet Canon seine Spiegelreflexkameras mit jeweils passenden Wechselobjektiven
  • „DSLR“ ist eine allgemein gebräuchliche Abkürzung; gemeint sind schlichtweg digitale Spiegelreflexkameras aller Marken (also auch von Nikon, Sony, Olympus und Co.). Im Englischen steht es für „digital single-lens reflex (camera)“. Nicht-digitale Spiegelreflex-Modelle (wie sie bspw. auf eBay angeboten werden) werden also schlicht „SLR“ abgekürzt.

Vollformat oder APS-C/Crop-Format?

canon-digitalkamera-5d

Die Canon EOS 5D Mark III ist eine klassische Vollformat-Kamera (hier im Bild ohne Objektiv).

Schneller als Ihnen lieb ist, werden Sie in diesem Vergleich, aber auch bei vielen anderen Canon-Digitalkamera-Tests, auf die Unterscheidungen „Vollformat“ und „Crop-Format“ (APS-C) stoßen und sich zu Recht fragen, was gemeint ist.

Es geht hierbei um den verbauten Bildsensor: Das Vollformat ist deckungsgleich mit dem alten Kleinbildformat (aus analogen Tagen) und gilt heute noch immer als die Königsklasse unter den Systemkamera- und Spiegelreflex-Modellen. Vollformat-Kameras verfügen grundlegend über einen größeren Bildwinkel, ein geringeres Bildrauschen und sind sehr viel lichtempfindlicher, aber eben auch deutlich teurer.

Die meisten Digitalkameras (von Canon, aber auch allen anderen Marken) nutzen das kleinere Crop-Format. Hierbei wird der Bildwinkel bzw. Bildausschnitt etwas kleiner dargestellt, was zu einer geringeren Detaildarstellung führt, für den Anfänger und Laien allerdings weitestgehend irrelevant ist. Sobald Sie Fortschritte beim Fotografieren machen, wird jedoch früher oder später die Frage aufkommen, ob eine Digitalkamera mit Vollformat-Sensor nicht doch eine lohnenswerte Investition ist.

canon-digitalkamera-reisen

2. Welche verschiedenen Digitalkamera-Typen von Canon gibt es im Überblick?

Wie bereits erwähnt, produziert Canon für den größtmöglichen Markt und deckt mit seinen Kamera-Modellen jede Nische ab. In der folgenden Übersicht haben wir uns dabei auf die beiden wichtigsten Unterkategorien konzentriert und wollen Ihnen diese hier genau erläutern, bevor Sie sich eine neue Canon-Digitalkamera kaufen.

Digitalkamera-Typ Beschreibung
Canon-Kompaktkamera

canon-kompaktkamera-ixus-185

Wer noch nicht viel mit Fotografie zu tun hatte oder gerade erst damit beginnt, sich dafür zu interessieren, aber bereits von Freunden und/oder Bekannten weiß, dass Canon eine lohnenswerte Marke ist, wird zunächst zu einer Kompaktkamera greifen wollen.

Canons Kompaktkameras prinzipiell zu reinen Anfänger-Modellen zu degradieren, wäre aber mindestens so falsch wie fahrlässig. Hier lässt sich einerseits zwischen zwei verschieden zu bewertenden Kompaktkamera-Serien unterscheiden, andererseits sind mittlerweile sämtliche kleinere Canon-Kameras technisch derart weit fortgeschritten, dass selbst ein Fotografie-Anfänger mit einer kleinen Point-and-shoot-Kamera erstaunlich gute Fotos schießen kann.

Modelle aus der Canon-IXUS-Reihe sind besonders klein und handlich und perfekt geeignet für Fotografie-Beginner – die Bedienung ist simpel, der Automatik-Modus ist smart, sie passen in jede Hosentasche und sind im Vergleich sehr preiswert.

Canons PowerShot-Modelle hingegen ähneln mittlerweile oft bereits den deutlich größeren Spiegelreflexkameras, aber verfügen über ein fest eingebautes Objektiv, dafür aber mit einem größeren Bildsensor als die IXUS-Kameras, zudem über höhere ISO-Werte und mehr Kreativeinstellungen. Aufgrund der besseren Haptik und des vergleichsweise günstigen Preises werden diese Kameras manchmal auch als Bridgekameras bezeichnet (zwischen Kompakt- und Spiegelreflex-Modellen).

Canon-Spiegelreflexkamera

canon-eos-7d-mark-2

Canons Spiegelreflexkameras zählen zu den ganz Großen im Fotografie-Business und die High-End-Modelle sind bei selbstgelernten Hobby-Fotografen wie Profis gleichermaßen beliebt. Es muss auch nicht gleich eine Vollformat-Spiegelreflexkamera sein – auch die Crop-Format-Modelle im zweistelligen Bereich (etwa die Canon EOS 80D) schießen nicht nur erstklassige Bilder, sondern sind insbesondere als Videokameras beliebt (insbesondere wegen ihrer klappbaren Displays und der großen Bildsensoren).

Der wichtigste Unterschied zu den kleineren Kompaktkameras ist hier allerdings, dass Sie das Objektiv austauschen und je nach Anspruch (und Inhalt des Geldbeutels) an Ihre jeweiligen Bedürfnisse anpassen können.

Als Einsteiger-Modelle gelten hier die Canon EOS 1300D, die 200D, aber auch die 700D oder 800D. Oft bereits als High-End bezeichnet wird die Canon EOS 5D Mark III bzw. Mark IV. Als Flagship-Kamera dient die Canon EOS 1DX Mark II.

Systemkameras bei Canon? Auch Canon produziert so genannte Systemkameras (spiegellose Kameras, auch als DSLM bezeichnet), allerdings wird diese Sparte grundlegend eher stiefmütterlich behandelt. Insbesondere im Vergleich zu Konkurrent Sony sehen Canons Systemkameras eher alt aus. Zwar versucht Canon, hier aufzuholen, bisher allerdings scheint Sony immer ein wenig schneller und mit der Nase voraus zu eilen.

An dieser Stelle noch einmal der direkte Vergleich: Die Vorzüge und Nachteile von Canons großen Spiegelreflexkameras gegenüber den kleineren Kompakt-Modellen.

  • Fotografieren im Vollformat
  • weites Spektrum an austauschbaren Objektiven
  • großer Bildwinkel und geringe Tiefenschärfe
  • hohe ISO-Werte und zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten
  • sehr groß und sperrig
  • überfordernd für den Einstieg in die Fotografie
  • tendenziell sehr teuer, insbesondere wenn irgendwann in Objektiv-Aufrüstung und anderes Zubehör investiert werden soll

canon-digitalkamera-sonnenuntergang

3. Unsere Kaufberatung: Worauf sollte man achten?

canon-digitalkamera-classicIn den vorhergehenden beiden Kapiteln haben Sie viel über die unterschiedlichen Kamera-Typen gelernt, die Ihnen Canon zur Auswahl stellt – von sehr günstigen Canon-Digitalkameras bis zu den großen wie teuren Spiegelreflex-Modellen mit Wechselobjektiven. Damit Sie nun aber zu Ihrem ganz persönlichen Canon-Digitalkamera-Testsieger finden, empfehlen wir einen Blick auf unsere Kaufkriterien.

3.1. Zu Bildauflösung und Sensorgröße: Größer ist nur bedingt besser

Viele Kompaktkameras bieten mittlerweile eine mindestens ebenso große Bildauflösung wie die Spiegelreflex-Modelle, aber sollte es da nicht einen Unterschied geben? Ja, absolut! Dieser besteht in Form des Bildsensors, also dem für die Bildqualität entscheidenden Element.

Je größer der Bildsensor einer Digitalkamera, desto mehr Bildpunkte (gemessen in Megapixel) passen dort hinauf und desto schärfer und detailtreuer wird das Bild. Während Kompaktkameras in der Regel über relativ kleine Bildsensoren verfügen, trumpfen Spiegelreflexkameras hier auf.

Beispiel: Eine Spiegelreflexkamera mit einer Auflösung von bspw. 18 Megapixeln produziert dank ihres besseren Bildsensors in der Regel ein qualitativ hochwertiges Foto als eine Kompaktkamera mit einer Bildauflösung von vielleicht 24 Millionen Pixeln.

canon-digitalkamera-teaser

3.2. Zu den ISO-Werten: Wann sind diese wichtig?

canon-digitalkamera-maedchen

Beim Fotografieren am Tage (bzw. bei Sonnenschein) reicht ein ISO-Wert von 100 oft völlig aus.

Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, also etwa in der Dämmerung, im Morgengrauen oder sogar mitten in einer (mondlosen) Nacht reichen die Einstellungen zur Blende bzw. zur Belichtungszeit einfach nicht mehr aus, um ein scharfes Foto zu machen – in diesen Fällen sollten Sie den ISO-Wert nach oben schrauben. Aber Vorsicht! Übertreiben Sie hier, bekommen Sie schnell ein zu verpixeltes Bild – dieses kann zwar künstlerisch manchmal gewollt sein, in der Regel hat es aber negative Auswirkungen auf die Bildqualität.

Falls Sie also vorhaben, Ihre Kamera oft auch im Dunkeln zu nutzen (und falls Ihnen Aufnahmen mit Blitzlicht so sehr missfallen wie vielen Profi-Fotografen), sollten Sie eine Digitalkamera mit einem möglichst hohen ISO-Wert wählen. Je höher dieser ist, desto lichtempfindlicher ist in der Regel übrigens auch der Bildsensor.

3.3. Ultra HD (4K) oder Full HD? Zur Videoqualität

canon-digitalkamera-grasIm Vergleich zu Digitalkameras von Nikon und Sony hängt Canon ein wenig hinterher mit der Qualität von Videoaufnahmen – mit anderen Worten: Nur wenige Canon-Digitalkameras verfügen über die mittlerweile beinahe zum Standard avancierte Auflösung Ultra HD/4K, allen voran die Canon EOS 5D Mark IV sowie die Systemkamera EOS M50. Die ansonsten in vielerlei Hinsicht besten Canon-Digitalkameras kamen bislang jedenfalls gut ohne 4K-Videos aus.

Je nachdem, ob Sie viel Zeit mit Videoschnitt und bspw. dem Uploading von Reisefilmen auf Plattformen wie Vimeo oder YouTube verbringen, könnte sich eine Investition in eine Digitalkamera mit 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) durchaus lohnen. Andernfalls sollten Sie mit dem (mittlerweile) üblichen Standard Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) vollends zufrieden sein.

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Digitalkamera

4.1. Welche anderen populären Marken und Hersteller von Digitalkameras gibt es derzeit?

Neben Canon, Nikon und Sony gibt es natürlich noch einige andere wichtige Hersteller von Digitalkameras, die wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten:

  • Nikon
  • Sony
  • Fujifilm
  • Panasonic
  • Olympus
  • Leica
  • Kodak
  • Rollei
canon-digitalkamera-stativ

Mit einem zusätzlichen Stativ können Sie auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen noch verwacklungsfreie Fotos schießen.

4.2. Welches Zubehör sollte ich mir für meine Canon-Digitalkamera besorgen?

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von zusätzlichem Kamera-Equipment, dessen Anschaffung Sie früher oder später bedenken sollten, unabhängig davon, ob Sie sich für eine kleinere Kompaktkamera oder eine große Spiegelreflexkamera von Canon entscheiden.

  • canon-digitalkamera-objektive

    Canon verfügt über eine beinahe unbegrenzte Auswahl an Wechsel-Linsen: Festbrennweitenobjektive, Weitwinkelobjektive, Telezoom-Linsen und Makro-Objektive in nahezu jeder Preisklasse.

    Wir empfehlen den Kauf eines so genannten flexiblen Gorilla-Pod-Stativs. Dieses können Sie problemlos auf allen erdenklichen Hindernissen platzieren, bspw. auf Ästen, Stangen oder Zäunen. Eine Auswahl an diesen oder anderen für Sie geeigneten Stativen finden Sie in unserem Stativ-Test.

  • Obwohl die meisten Kameras dieser Tage bereits mit einem eigenen Kameragurt geliefert werden, müssen Sie es noch lange nicht beim Standard-Modell belassen. In unserem Kameragurt-Vergleich haben wir eine ganze Auswahl an ästhetisch wertvollen und mindestens so sicheren Modellen aufgelistet.
  • Eine wertige Kameratasche ist spätestens dann sinnvoll, wenn Sie vorhaben, Ihre neue Digicam mit zum Reisen zu nehmen und Sie den ganzen Tag über herumtragen. Hier ist nicht nur Platz für zusätzliche Speicherkarten, Filter oder Ersatz-Akkus, sondern zudem auch (je nach Größe der Tasche) für eine Anzahl an Wechselobjektiven: