Das Wichtigste in Kürze
  • Olympus bietet neben zahlreichen Systemkameras auch kleinere und v.a. für Einsteiger konzipierte Kompaktkameras an – diese gelten als besonders stoß- und wasserdicht.
  • Die von Olympus speziell entwickelten Kameralinsen sind sogenannte „Micro-Four-Third“/Olympus-Objektive, die für ihre besonders große Lichtausbeute bekannt sind.
  • Achten Sie beim Kauf neben dem für Sie am besten geeigneten Kamera-Typ auch auf die Ausstattung: Touchscreen haben und RAW-Format-fähig sind sie mittlerweile beinahe alle – mit einer Bluetooth-Anbindung sieht es bisher allerdings mager aus.

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Zwar fristen Systemkameras der Marke Olympus im Vergleich zu den großen Namen Sony und Nikon (und auch Canon) noch immer ein Schattendasein – das Interesse daran, einen Fotoapparat von Olympus zu erwerben, ist aber seit Jahren ungebrochen groß (Quelle: VuMA). Das Angebot an Kameras ist dabei auf den ersten Blick vergleichsweise groß – die Modelle ähneln sich bei näherer Betrachtung allerdings stark.

In unserem großen Olympus-Kamera-Vergleich 2020 zeigen wir Ihnen die wichtigsten Unterschiede auf und helfen Ihnen in unserer Kaufberatung, sich für das richtige Modell zu entscheiden. Sind Sie zudem unschlüssig darüber, welche Zusatz-Objektive von Olympus Sie für Ihre neue Kamera wählen sollten, haben wir auch da Antworten für Sie parat.

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1. Sind Micro-Four-Thirds speziell für digitales Fotografieren entwickelt worden?

Wer hat’s erfunden?

Das sogenannte Four-Third-System wurde speziell von Olympus zusammen mit der Firma Kodak erfunden und gilt als ein Kamerasystem-Standard, bei dem keine Rücksicht auf ansonsten übliche Sensorgrößen und Objektive genommen wurde. Mit knapp 22 mm sind MFT-Objektive halb so groß wie die Kleinbildformat-Diagonale.

Olympus setzt mit seinen Objektiven auf den Micro-Four-Thirds-Standard – nicht die Bilddiagonale ist hier namensgebend, sondern das äußere Maß des Sensors; auch das Seitenverhältnis (4:3) spielt bei der Namensgebung keine Rolle. Die Kamerahersteller Panasonic und Olympus entwickelten das Four-Third-System im Jahr 2008 weiter und bis heute greift Olympus auf sogenannte MFT-Objektive zurück.

Wichtiges Merkmal bei Micro-Four-Third-Objektiven ist ein enger Bajonett-Anschluss, was die Verwendung der Objektive an einer digitalen Spiegelreflexkamera (D-SLR) quasi nicht möglich macht. Mittlerweile veraltete Four-Third-Objektive werden von Olympus seit 2017 nicht mehr hergestellt.

Es folgt eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile des Micro-Four-Third-Sensorsystems:

  • Kameras können kleiner und leichter konstruiert werden, das Objektiv sitzt näher am Bildsensor
  • kaum Bildverluste bei Konvertierung in andere Seitenverhältnisse (bspw. 3:2, 16:9 oder 1:1)
  • bessere Lichtausbeute bei telezentrischen Objektiven
  • Verlust des optischen Suchers (dafür Live-Vorschau)
  • Autofokus vergleichsweise langsam

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2. Welche verschiedenen Kamera-Typen gibt es im Überblick?

Olympus stellt zwar – im Vergleich zur Konkurrenz wie Nikon oder Canon – keine Spiegelreflex-Kameras her, hat sich dafür aber auf andere Kamera-Typen konzentriert, die wir Ihnen an dieser Stelle näher vorstellen möchten. Bevor Sie sich eine neue Olympus-Kamera kaufen, empfehlen wir daher einen Blick auf die Vor- und Nachteile der Kameras folgender Kategorien.

Olympus-Kamera-Typ Beschreibung
Olympus-Kompaktkamera

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Kompaktkameras gelten zumeist als besonders für Einsteiger geeignet, da das Objektiv hier fest verschraubt ist, also nicht ausgewechselt werden kann. Die Modelle von Olympus allerdings gleichen dieses „Manko“ allerdings gleich mehrfach aus: Sie gelten nicht nur als besonders stoßfest (sie überleben nach Herstellerangaben einen Stoß aus bis zu 2 Metern problemlos), sondern auch staub- und v.a. wasserdicht (bis zu 15 Metern).

Zwar bieten Kompaktkameras von Olympus generell eine geringere Bildauflösung als Olympus-Systemkameras, dafür wird hier bereits auf eine hohe Video-Auflösung (4K bzw. Ultra HD) gesetzt. Gerade interessant für Fotografie-Einsteiger ist die Vielzahl an Filtern und Aufnahmeprogrammen im Vergleich zu Systemkameras, die sich eher an fortgeschrittenen Nutzern orientieren.

Olympus-Systemkamera

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Systemkameras von Olympus wurden speziell für ein fortgeschritteneres Publikum entwickelt und bieten eine Vielzahl von Funktionen, wie einen Touchscreen sowie einen Multi-Face-Zubehörschuh (auf welchem bspw. ein zusätzliches Blitzgerät oder ein Mikrofon installiert werden kann).

Wichtigstes Merkmal ist jedoch die Auswechselbarkeit der Micro-Four-Third-Objektive, wodurch Sie als Nutzer hier weitestgehend flexibel sind. Falls Ihnen eine hohe Videoauflösung wichtig ist (Sie die Olympus-Kamera also v.a. als Videokamera nutzen), sollten Sie hier genau hinschauen: Längst nicht alle Systemkameras von Olympus verfügen über eine entsprechend hohe Auflösung – Full HD und 4K/Ultra HD halten sich in etwa die Waage.

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3. Unsere Kaufberatung: Worauf sollte man achten?

Damit Sie auch schnellstmöglich zu Ihrem persönlichen Olympus-Kamera-Testsieger finden, haben wir Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten Kaufkriterien zusammengefasst.

3.1. Die richtige Wahl der Kamera-Art

Wie bereits in der Typentabelle in Kapitel 2 beschrieben, konzentriert sich Olympus bei der Produktion von Kameras vor allem auf Systemkameras – hier haben Sie auch die mit Abstand größte Auswahl. Falls Sie sich für eine Kompaktkamera entscheiden, entfällt die anschließende Suche nach einem passenden Objektiv, denn dieses ist bei Kompaktkameras bereits fest verbaut. Umso wichtiger ist hier also der Blick auf die Angaben zu Blende und Brennwert (siehe nächster Punkt).

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3.2. Je größer, desto besser? Zu Blende und Brennwert

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Je größer die Blende des Objektivs, desto höher auch die Tiefenunschärfe bzw. desto schöner das Bokeh.

Olympus liefert seine Systemkameras üblicherweise mit einem bereits passenden MFT-Objektiv – im Zweifel können Sie dieses also jederzeit gegen ein leistungsstärkeres Modell eintauschen. Folgende Richtlinien sollten Sie beachten:

  • Eine Blende von f/3,5 bzw. f/4,5 gilt als Standardwert bei Einstiegs-Objektiven.
  • Objektive mit einer Blende von f/2,8 oder größer (bzw. mit „kleinerem“ Blenden-Wert, bspw. f/2,0) sorgen bereits für eine deutlich bessere Tiefenunschärfe, was gerade bei Portrait-Aufnahmen gewünscht ist.
  • Mit einer Blende von f/1,8 (oder größer) erzielen Sie bestmögliche Aufnahmen in Sachen Tiefenunschärfe und Lichtempfindlichkeit.

Was den Brennwert anbelangt, ist die Sachlage etwas unterschiedlich. Folgende Ratschläge geben wir Ihnen hierzu auf den Weg:

  • olympus-kamera-weitwinkel

    Solche Aufnahmen gelingen nur mit einem Weitwinkelobjektiv.

    Ab etwa 18 mm (oder weniger) gilt eine Linse als Weitwinkelobjektiv.

  • Ab etwa 85 mm (und mehr) gilt ein Objektiv als Teleobjektiv – Brennweiten von 200 bis 400 mm sind hier keine Seltenheit. Diese Modelle lohnen sich nicht nur für das Ablichten von weit entfernten Objekten wie bspw. Tieren, sondern wegen der hierbei entstehenden Tiefenunschärfe auch für Portraits.
  • Je größer die Spannweite bei der Brennweite (bspw. 18 bis 200 mm), desto größer ist auch der Schärfenverlust an den Rändern der geschossenen Fotos.
  • Beste Ergebnisse erhalten Sie bei sogenannten Festbrennweiten-Objektiven (bspw. bei 24 mm, 35 mm, 50 mm oder 85 mm), da hier nur ein Spiegel verbaut ist. Hierdurch können nicht nur Unschärfen an den Bildrändern vermieden werden – diese Objektive gelten zudem als besonders lichtempfindlich, können also auch bei ansonsten ungünstigen Lichtverhältnissen zum Einsatz kommen.

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3.3. Vom Touchscreen zur RAW-Format: Zur Ausstattung

Im Vergleich zu den Profi-Kameras der Canon-EOS-Reihe gehört der Touchscreen auf den Displays von Olympus-Kameras bereits längst zum Standard und die große Mehrzahl der Systemkameras wird mittlerweile mit diesem zusammen geliefert. Achten Sie auf die Angaben zum Multi-Interface-Zubehörschuh sowie zum RAW-Format in unserer Test- bzw. Vergleichstabelle:

  • Befindet sich an Ihrer Olympus-Systemkamera ein Zubehörschuh, können Sie an diesen auch ein zusätzliches Mikrofon oder ein leistungsstärkeres Blitzgerät verbauen.
  • Ist Ihre Kamera fähig, Fotos im sogenannten RAW-Format aufzunehmen, können Sie die Eckdaten der Bilder im Nachhinein am Computer bearbeiten, ohne Verluste hinnehmen zu müssen. Sie fotografieren sozusagen ein „digitales Negativ“ – hierfür ist allerdings die Verwendung eines speziellen Bildbearbeitungsprogramms wie Adobe Photoshop nötig.

„Photoshop“ ist ein 1990 von Hersteller Adobe entwickeltes Programm zur Bearbeitung von Grafiken und Fotografien und gilt heute als wohl funktionsreichstes Fotobearbeitungsprogramm bzw. gehört zum „Industriestandard“. Die Betriebssysteme Windows wie auch macOS unterstützen Adobe Photoshop.

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4. Fragen und Antworten rund um das Thema Olympus-Kameras

An dieser Stelle haben wir noch weitere Fragen zum Thema für Sie zusammengefasst, damit Sie schnellstmöglich die für Ihre Zwecke beste Olympus-Kamera finden.

4.1. Welche anderen populären Marken und Hersteller von Kameras gibt es?

Zu den wohl bekanntesten Herstellern von Fotoapparaten und Kameras gehören die folgenden:

  • Nikon
  • Sony
  • Fujifilm
  • Panasonic
  • Olympus
  • Leica
  • Kodak
  • Pentax
  • Rollei

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4.2. Gibt es bereits einen Olympus-Kamera-Test bei der Stiftung Warentest?

Zwar gehören Tests und Bewertungen von digitalen Kameras zum Steckenpferd von der Stiftung Warentest – einen reinen Olympus-Kamera-Test haben die Kollegen dort allerdings noch nicht durchgeführt. Wie empfehlen an dieser Stelle allerdings folgenden Digitalkamera-Test vom Sommer 2018 – neben wasserdichten Digitalkameras wurden hier hochwertige Kompaktkameras wie auch Systemkameras mit/ohne Sucher auf den Prüfstand gestellt.