Das Wichtigste in Kürze
  • Canon kann auch Systemkamera! Die meisten Modelle verfügen über einen exzellenten APS-C-Bildsensor, aber auch Canon-Vollformat-Systemkameras können sich sehen lassen.
  • Die besten Canon-Systemkameras verfügen über eine Videoauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel (4K/Ultra HD), eine Auflösung von mindestens 24 Megapixeln sowie einen ISO-Wert von 25.600 oder mehr.
  • Achten Sie beim Kauf insbesondere auf die Konnektivität – nicht alle Modelle verfügen auch über eine Bluetooth-Verbindung.

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Systemkameras sind auf dem Vormarsch! Im Jahr 2018 gingen in der Bundesrepublik beinahe so viele spiegellose Kameras über den Ladentisch wie digitale Spiegelreflexkameras (Quelle: GfK). Und es gibt gute Gründe: Erstere sind wesentlich kleiner und handlicher als die durchschnittliche Spiegelreflexkamera und obwohl der Markt bisher insbesondere von Sony und Panasonic dominiert wird, hat auch die Kamera-Größe Canon hier einiges aufzubieten.

Canon ist zwar in erster Linie bekannt für anspruchsvolle Spiegelreflexkameras, aber an dieser Stelle widmen wir uns den spiegellosen Modellen. In unserem Canon-Systemkamera-Vergleich 2020 haben wir uns die aktuellen Kameras dieser Kategorie genau angesehen und verraten Ihnen im folgenden Ratgeber, was diese besser machen als ihre direkte Konkurrenz und zudem, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

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1. System oder Spiegelreflex? Ein kurzer Vergleich

Systemkamera oder DLSM oder was?

Lassen Sie sich nicht verwirren: Gemeint ist jeweils das Gleiche. Systemkameras sind spiegellose Digitalkameras, für gewöhnlich auch „DSLM“ abgekürzt – und das steht für „digital single lens mirrorless“. Das Gegenteil bilden die DSLRs, also „digital single lens reflex (cameras)“, die Spiegelreflexkameras.

Es muss gute Gründe geben, warum Systemkameras sich seit einigen Jahren derart großer Beliebtheit erfreuen und diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Zunächst einmal: Systemkameras sind mit einem elektronischen Sucher ausgestattet – im Unterschied zu herkömmlichen DSLRs mitsamt optischem Sucher. Der Verzicht auf jegliche Spiegel wirkt sich direkt auf die Maße aus: Digitale Spiegelreflexkameras sind deutlich größer und sperriger als DSLMs.

Bevor wir uns einer detaillierteren Gegenüberstellung beider Kamera-Systeme widmen und Sie voreilig eine Canon-Systemkamera kaufen, sei noch ein Wort zum Preis verloren: Pekuniär unterscheiden sich Spiegelreflexkameras und Systemkameras so gut wie nicht. Einsteiger-Modelle bekommen Sie bei beiden Kamera-Arten bereits für unter 400 Euro, auch wenn Sie dann mit einem deutlich abgespeckten Funktionsumfang rechnen müssen. Für High-End-Modelle in beiden Bereichen bei vollster Ausrüstung werden Sie hingegen bis zu 5.000 Euro zahlen müssen.

Beispiele für Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Kameras im Spiegelreflex-Bereich:

Einsteiger-Modelle Fortgeschrittenen-Modelle
  • Canon EOS 1100D
  • Canon EOS 1200D
  • Canon EOS 1300D
  • Canon EOS 600D
  • Canon EOS 700D
  • Canon EOS 70D
  • Canon EOS 77D
  • Canon EOS 80D
  • Canon EOS 5D

Zum Detail-Vergleich zwischen spiegellosen Systemkameras gegenüber den Spiegelreflex-Modellen (DSLR):

  • kleiner, kompakter und handlicher
  • tendenziell schnellerer Autofokus
  • Spiegelreflexkamera-Objektive lassen sich mit Hilfe eines Adapters nutzen
  • geringere Objektiv-Auswahl als beim etablierten Spiegelreflex-System
  • verbrauchen mehr Energie (auch wegen des elektronischen Displays)

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2. Crop-Format oder Vollformat? Die Sensor-Typen im Überblick

Im Vergleich zu den Systemkameras von Konkurrent Sony setzt Canon bei seinen Modellen vor allem auf Kameras mit Crop-Format, was genau aber versteht man darunter? Es ist eine Frage des in die Kamera eingebauten Bildsensors: Je größer dieser ist, desto besser (die Qualität). Das liegt vor allem daran, dass auf einem großen Bildsensor mehr Platz für die Bildpixel ist, aber mehr dazu in der folgenden Typen-Tabelle.

Sensorformat Systemkamera Beschreibung
Canon-Systemkamera Vollformat

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Systemkameras mit einem Vollformat-Sensor gelten als die Profi-Varianten und das zu Recht. Abgesehen vom teilweise deutlich höheren Preis bieten Kameras dieser Art nicht nur eine insgesamt bessere Bildqualität, sondern auch:

  • einen größeren Bildwinkel
  • eine höhere Lichtempfindlichkeit
  • ein geringeres Bildrauschen
  • eine höhere Tiefenunschärfe (ein großes Bokeh)

Außerdem wird die Umrechnung der Brennweite beim Vollformat unnötig: 50 mm auf den Vollformat-Objektiven bedeuten tatsächlich auch reale 50 Millimeter.

  • Beispiel-Kameramodell: Canon-Systemkamera EOS R
Canon-Systemkamera APS-C

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Bei Systemkameras mit einem Bildsensor im Crop-Format werden der Bildwinkel sowie der Bildausschnitt im Vergleich zum Vollformat verkleinert dargestellt – dies hat allerdings keinen Einfluss auf die Brennweite des Bildes. Der größte Vorteil von Kameras mit kleineren Bildsensoren ist vermutlich der deutlich geringere Preis, es gibt allerdings noch weitere:

  • besser geeignet für Telezoom-Aufnahmen
  • wegen höherer Tiefenschärfe eher geeignet für Sportfotografie
  • aufgrund relativ niedriger Anschaffungskosten vor allem für Einsteiger zu empfehlen

Kameramodell-Beispiele:

  • Canon-Systemkamera EOS M5
  • Canon-Systemkamera EOS M50
  • Canon-Systemkamera EOS M10
  • Canon-Systemkamera EOS M100

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3. Unsere Kaufberatung: Worauf sollte man achten?

Canons spiegellose Kameras (zumindest jene Modelle mit Crop-Faktor) unterscheiden sich im Vergleich zu Modellen von Konkurrent Sony nicht grundlegend, aber dennoch in einigen wichtigen Punkten. Damit Sie in jedem Fall schnell zu Ihrem persönlichen Canon-Systemkamera-Testsieger finden, haben wir an dieser Stelle die für Sie relevantesten Kriterien zusammengefasst.

3.1. Auflösung und ISO-Werte: Mehr ist besser, aber nicht ausschließlich

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Bei ungünstigem Licht lohnt sich der Einsatz eines hohen ISO-Wertes.

So gut wie jede aktuelle Digitalkamera kommt in Sachen Auflösung mittlerweile auf Pixelzahlen von mehr als 15 Millionen und bei einem Bildsensor des APS-C-Formats sind bspw. 18 Millionen bereits eine ganze Menge. 24 Millionen und mehr müssen es eigentlich nur sein, wenn Sie vorhaben, Ihre Fotos im Anschluss auch auszudrucken, um sie bspw. aufzuhängen oder Freunden zu präsentieren.

Grundlegend gilt auch für den ISO-Wert: Je höher, desto besser! Der Unterschied zwischen 12.800 sowie 25.600 ist im Übrigen nicht groß genug, um reale Auswirkungen zu haben; das Bildrauschen ist in jedem Fall nur marginal größer.

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3.2. Blende und Brennweite: Auf das richtige Objektiv kommt es an

Die meisten Systemkameras aus unserer Test- bzw. Vergleichstabelle werden im Normalfall zusammen mit einem Kit-Objektiv geliefert – in der Regel mit einer Brennweite von 15 bis 45 mm, auch Objektive mit 18 bis 55 mm sind keine Seltenheit (bei Spiegelreflexkameras sogar Standard).

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Mit dem richtigen Objektiv (hier mit einer Festbrennweite) und einer möglichst großen Blende lassen sich Objekte mit solch einem Bokeh (einer großen Tiefenunschärfe) ablichten.

Systemkamera-Objektive auch verschiedener Generationen sind in der Regel untereinander austauschbar. Falls Sie also bereits ein oder mehrere DSLM-Objektive von Canon besitzen, müssen Sie dieses bei einem Neukauf nicht noch einmal erwerben – für diesen Fall empfehlen wir den Erwerb einer Body-only-Systemkamera.

Auch für die Blende gilt: Je kleiner der Blendenwert (je größer also die Blende), desto besser. f/3,5 ist ein akzeptabler Wert bei Standard-Objektiven; wirklich interessante Ergebnisse (mit einer angenehm hohen Tiefenunschärfe) erzielen Sie für gewöhnlich aber erst bei Objektiven mit einem Wert von f/2,8 oder niedriger.

Insbesondere sogenannte Pancake-Objektive wie das Canon EF-M 22mm überzeugen dank einer vergleichsweise hohen Blende von f/2. Der Name stammt dabei von der überraschend flachen Form des Objektivs, das aufgrund der fest eingestellten Brennweite von 22 mm technisch relativ unkompliziert ist.

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3.3. Sonstiges: Video-Qualität, Konnektivität und der Zubehör-Schuh

Canon ist im Vergleich zu Konkurrent Sony in Sachen Videoauflösung etwas langsam – nur wenige Systemkamera-Modelle aus dem Hause Canon bieten eine Video-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln (üblicherweise als 4K oder auch Ultra HD bezeichnet), bspw. die Canon EOS M50.

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Systemkameras mit besonders hoher Videoauflösung (mit Ultra HD/4K) eignen sich bestens zum Video-Logging.

Zwar wird für solch hochwertiges Videomaterial auch viel Speicherplatz abverlangt, dafür allerdings lohnen sich 4K-Videoaufnahmen insbesondere dann, wenn Sie viel Zeit damit verbringen, Ihre Videos zu schneiden und entsprechend nachzubearbeiten.

Aufgepasst in Sachen Konnektivität! Die große Mehrheit von Canons Systemkameras verfügt mittlerweile bereits über eine WiFi-/NFC-Verbindung, einige Ausnahmen jedoch wurden noch nicht mit einer Bluetooth-Verbindung ausgestattet. Falls Ihnen dies also wichtig sein sollte, empfehlen wir, einen genauen Blick auf unsere Produkttabelle zu werfen.

Zu guter Letzt ein Hinweis für all jene, die ihre Systemkamera mit einem zusätzlichen Mikrofon (oder einem Blitz) ausrüsten wollen, bspw. für eine erhöhte Aufnahmequalität beim Vlogging (Video-Logging, also dem regelmäßigen Uploading von Videobotschaften auf entsprechende Plattformen wie YouTube oder Vimeo). Einige von Canons Kameras (bspw. die Canon EOS M10 oder die Canon-Systemkamera M100) wurden ohne einen sogenannten Multi-Interface-Zubehörschuh ausgestattet. Dieser ist jedoch notwendig, Zubehör entsprechend sicher zu befestigen.

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4. Fragen und Antworten rund um das Thema Systemkamera

4.1. Welche anderen populären Marken und Hersteller von Systemkameras gibt es derzeit?

Canon ist beileibe nicht alleine auf dem umkämpften Markt der Spiegelreflex- und Systemkameras. Zu den größten Konkurrenten der traditionsreichen Firma gehören folgende Namen:

  • Sony
  • Nikon
  • Panasonic
  • Fujifilm
  • Olympus
  • Leica
  • Kodak
  • Rollei

4.2. Gibt es bereits einen Canon-Systemkamera-Test bei der Stiftung Warentest?

Die Kollegen von der Stiftung Warentest führen regelmäßig komplexe Tests neuer Kamera-Modelle durch, allerdings wird hier selten unterschieden in System-, Spiegelreflex- oder Kompaktkameras. Ein reiner Canon-Systemkamera-Test wurde von den Kollegen bisher ebenfalls noch nicht angegangen – einen guten Überblick über Systemkameras mit Sucher verschiedener Hersteller finden Sie jedoch hier.