Das Wichtigste in Kürze
  • Gusseisenpfannen haben ein hohes Eigengewicht und sind für alle Herdarten geeignet. Speziell auch für Induktionsherde.
  • Sie brauchen länger zum Erhitzen, können diese Hitze dann aber sehr lang und gleichmäßig halten und abgeben.
  • Gusseisenpfannen eignen sich insbesondere zum „scharfen Anbraten“ und Schmoren von Lebensmitteln, wie z.B. Steaks und Kartoffeln.

Gusseisen-Pfanne Test

Gesunde und ausgewogene Ernährung ist für viele Menschen ein wichtiges Thema, denn sie trägt maßgeblich zur Steigerung der Lebensqualität bei. Für 35 % der Deutschen Grund genug, Zuhause regelmäßig zu kochen. Dabei steht heutzutage nicht mehr nur die Qualität und Herkunft der Lebensmittel, die verarbeitet werden, im Vordergrund, sondern immer häufiger auch die Frage nach der richtigen Zubereitungsart.

Häufig wird in diesem Zusammenhang auch die Frage nach der „richtigen“ Bratpfanne gestellt. Aber welche Pfanne ist denn nun die „richtige“? Möchte man beispielsweise ein gutes Steak oder ein knuspriges Kartoffelgericht zubereiten, ist diese Frage recht einfach zu beantworten: Es sollte eine Pfanne aus Gusseisen sein! Aber auch Crêpes, Pfannkuchen und Poffertjes lassen sich wunderbar darin zubereiten. Im folgenden Gusseisen-Pfannen-Vergleich 2020 verraten wir Ihnen darum gern die Vor- und Nachteile der gusseisernen Klassiker, die es schon zu Omas Zeiten gab.

1. Was ist eine Gusseisenpfanne?

Wofür steht die Wärmeleitfähigkeit?

Der Begriff „Wärmeleitfähigkeit“ gibt die Wärmemenge an, die in einer Sekunden durch eine ein Meter dicke Materialschicht, hier Gusseisen, fließt. Umso besser ein Material also diese Wärmemenge transportiert, desto höher fällt die „Wärmeleitfähigkeit“ aus.

Bei Gusseisenpfannen handelt es sich um eine Kategorie von Bratpfannen, die anders als beispielsweise Keramikpfannen, aus einem Metall, hier Gusseisen, hergestellt werden. Grundsätzlich eignen sich Gusseisenpfannen (früher auch „Gußeisenpfanne“) besonders gut zum Braten und Schmoren von Lebensmitteln, denn sie können ihre Temperatur nach einer längeren Erhitzungsphase sehr gleichmäßig und lang halten.

Da es für ein fachgerechtes Braten und Schmoren unerlässlich ist, dass Flüssigkeiten, die beim Braten und Schmoren aus den Lebensmitteln austreten, schnell reduziert werden, ist darauf zu achten, dass eine ausreichend große Pfanne gewählt wird. Dann gelingt auch das sogenannte „scharfe Anbraten“ problemlos.

Dabei ersetzen Gusseisenpfannen aber nicht die klassische Grillpfanne, denn sie haben beispielsweise kein typisches Rillenprofil im Pfannenboden. Gusseisenpfannen werden manchmal auch als Steak- oder Crêpespfannen bezeichnet.

Bei regelmäßiger Verwendung der Gusseisenpfanne entwickelt dieser Pfannen-Typ eine natürliche Antihaftbeschichtung, die auch als „Patina“ bezeichnet wird. Wer auf eine Bratpfanne ohne eine künstliche Antihaftbeschichtung Wert legt, kann also eine Pfanne aus Gusseisen bevorzugen. Selten sind allerdings auch gusseiserne Pfannen mit einer künstlichen Antihaftbeschichtung (meist aus Emaille) zu erhalten. Diese sollten allerdings nicht über 230 Grad erhitzt werden. Darüber hinaus sind Pfannen aus Gusseisen prinzipiell für alle Herdarten geeignet. Dies schließt Induktionsherde mit ein.

2. Was sind die Vor- und Nachteile von Gusseisenpfannen?

  • für alle Herdarten geeignet
  • kann Hitze gut und lang halten
  • fettarme Zubereitung
  • künstliche Antihaftbeschichtung oder natürliche Antihaftbeschichtung
  • einfache Reinigung
  • langlebig und robust
  • hohes Eigengewicht
  • braucht länger, um heiß zu werden
  • für natürliche Antihaftbeschichtung muss die Pfanne vor der ersten Nutzung „eingebrannt“ werden

3. Welche Pfannen-Typen gibt es sonst noch?

Material Überblick
Aluminium
Aluminiumpfanne
Pfannen aus Aluminium sind recht leicht und grundsätzlich beschichtet. Handelt es sich um eine PTFE-Beschichtung, ist darauf zu achten, dass die Bratpfanne nicht über 230 Grad erhitzt wird.
Edelstahl
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Pfannen aus Edelstahl sind schwerer und robuster als Aluminium-Pfannen. Es kann zwischen Pfannen mit und ohne Beschichtung gewählt werden. Ist die Beschichtung nicht PTFE-haltig, kann die Pfanne stark erhitzt werden.

Allgemein verfügt Edelstahl nicht über optimale Wärmeleitfähigkeiten, weshalb beim Kauf einer Edelstahl-Pfanne zwei Dinge beachtet werden sollten: 1. Der Boden der Bratpfanne sollte mehrschichtig sein und 2. der Kern der Pfanne sollte aus Aluminium oder Kupfer bestehen.

Kupfer
Kupferpfanne
Pfannen aus Kupfer gibt es sowohl in leichten als auch auch in schweren Varianten. Kupfer-Pfannen sollten über eine Beschichtung verfügen, damit kein Kupfer direkt an die Lebensmittel gelangt. Kupfer hat eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit, weshalb starkes und gleichmäßiges Erhitzen möglich ist.

Gleichzeitig kühlt Kupfer auch schnell ab. Aus diesem Grund werden Kupfer-Pfannen gern von Profis verwendet, da sie beim Kochen eine relativ genaue Regulierung der Temperatur ermöglichen. Pfannen aus Kupfer müssen mittels einer speziellen Politur gepflegt werden.

Eisen

Eisenpfanne

Pfannen aus Eisen haben ein hohes Gewicht, außerdem findet man nur selten Exemplare mit Beschichtung. Eine künstliche Beschichtung ist auch nicht notwendig, da Eisen-Pfannen ab der ersten Verwendung eine sogenannte „Patina“ entwickeln. Diese „Patina“ übernimmt die Funktion einer natürlichen (Antihaft-)Beschichtung. Um die „Patina“ nicht zu beschädigen, dürfen Eisen-Pfannen nur mit Wasser und einem Tuch gereinigt werden. Auf Spülmittel und den Geschirrspüler muss verzichtet werden!

Die Wärmeleitfähigkeit von Eisen ist eher durchschnittlich. Das heißt, dass die Erhitzung der Pfanne einige Zeit in Anspruch nimmt, wobei auch hohe Temperaturen erlaubt sind. Die Hitze kann lang gespeichert werden.

Fazit des Überblicks: Jeder Pfannen-Typ bringt seine eigenen Vor- und Nachteile mit sich, die sich ein Käufer vor dem Kauf bewusst machen sollte.

4. Kaufberatung: Worauf sollte beim Kauf einer Gusseisenpfanne geachtet werden?

4.1. Der Verwendungszweck und der Durchmesser

Bratpfanne Gusseisen Bratkartoffen

Bratkartoffeln werden schön braun und knusprig, wenn die Gusseisenpfanne nicht zu voll ist.

Bevor Sie eine Gusseisen-Pfanne kaufen, sollten Sie sich die Frage stellen, wie viele Menschen damit bekocht werden sollen. Denn grundsätzlich gilt die Faustregel, dass Pfannen aus Gusseisen ihre besten Ergebnisse erzielen, wenn sie nicht mit zuviel Inhalt gefüllt werden.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Zubereitung von Bratkartoffeln. Diese werden besonders knusprig und braun, wenn alle Kartoffelscheiben in der Pfanne genug Raum haben, um den Pfannenboden zu berühren. Werden die Bratkartoffeln in einem Single- oder Pärchenhaushalt zubereitet, reicht dafür – je nach Appetit – vielleicht schon eine kleinere Pfanne aus.

Soll dagegen das Abendessen für die gesamte Familie zubereitet werden, muss eine möglichst große gusseiserne Pfanne gewählt werden. Gusseisen-Pfannen können in verschiedenen Größen erworben werden. Das heißt, die Pfannen können auch anhand ihres Durchmessers unterschieden werden.

  • Pfanne mit einem Durchmesser ab 24cm → Entspricht einer eher großen Pfanne.
  • Pfanne mit einem Durchmesser unter 20cm → Entspricht einer eher kleinen Pfanne.

4.2. Der Pfannengriff

Ergänzend sollte man sich die Frage stellen, was mit der Gusseisen-Pfanne zukünftig noch passieren soll. Soll zum Beispiel ausschließlich auf dem Herd gearbeitet werden? Dann müssen Sie sich nicht weiter mit dem Pfannengriff beschäftigen.

Möchten sie die Gusspfanne hingegen für Ofengerichte oder zum Überbacken verwenden, ist es zwingend notwendig, sich den Pfannengriff näher anzuschauen. Es sollten dann nämlich ofenfeste Griffe gewählt werden, zum Beispiel aus Aluminium oder Gusseisen. Holzgriffe sind hingegen nicht geeignet. Eine gute Alternative sind allerdings auch gusseiserne Pfannen mit abnehmbaren Griffen. Diese können auch besonders platzsparend verstaut werden.

Tipp: Wenn ihre gusseiserne Pfanne ofenfeste oder abnehmbare Griffe hat, kann sie auch zum Überbacken oder für Ofengerichte verwendet werden. Pfannen mit Holzgriff sollten hingegen nicht in den Ofen gestellt werden, so zeigen es verschiedene Gusseisen-Pfannen-Tests.

4.3. Die Antihaftbeschichtung

Gusseisen-Pfannen Test

Vor dem Erwerb einer Gusseisen-Pfanne sollte man sich darüber klar werden, ob man eine Pfanne mit künstlicher Antihaftbeschichtung kaufen möchte oder aber die natürliche „Patina“ bevorzugt. Liebhaber von Steaks und Bratkartoffeln mit einem guten Röstaroma sollten sich hier prinzipiell für eine Gusspfanne mit natürlicher „Patina“ entscheiden.

Gusseisen-Pfannen mit künstlicher Antihaftbeschichtung, bei welchen es sich zumeist um emaillierte Pfannen handelt, waren in unserem Gusseisen-Pfannen-Vergleich grundsätzlich auch nur sehr selten zu finden.

4.4. Die Form des Pfannenbodens

Der Boden einer Pfanne sollte beim Kauf möglichst plan aufliegen. Eine leichte Wölbung nach innen ist erlaubt. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass keine Wölbung des Bodens nach außen auftritt, denn dann kann die Pfanne nicht plan auf dem Herd aufliegen. Dies könnte die Verteilung der Hitze und damit das Brat- und Schmorverhalten negativ beeinflussen.

5. Was ist unter dem „Einbrennen“ einer Gusseisenpfanne zu verstehen?

Beliebte Marken und Hersteller

Carl Victor, Le Creuset, Skeppshult, Karl Krüger, Lodge, Tornwald-Schmiede uvm.

Eine Pfanne aus Gusseisen muss vor der ersten Nutzung einmalig „eingebrannt“ werden. Dies gilt zum Beispiel auch für eine Grillpfanne aus Gusseisen. Das „Einbrennen“ sorgt für die Entstehung der ersten Schicht der „Patina“.

Damit sich diese natürliche, stärkehaltige Schutzschicht entwickeln kann, sollte in der gusseisernen Pfanne zunächst ein hoch erhitzbares Bratfett oder Salz erhitzt werden. Dann müssen rohe Kartoffelscheiben oder – schalen hinzugefügt werden. Die Kartoffelscheiben beziehungsweise -schalen werden solang erhitzt, bis sie schwarz sind (ca. 10 bis 15 Minuten). Dabei kann es zu einer Rauchentwicklung kommen. Feuermelder sollten vor dem Einbrennen also kurzzeitig ausgeschaltet werden. Gleichzeitig ist anzuraten, mindestens ein Fenster in der Nähe zu öffnen.

Sind die Kartoffeln schwarz, können sie aus der Gusseisenpfanne genommen werden. Um den Prozess des „Einbrennens“ erfolgreich zu beenden, muss die gusseiserne Pfanne jetzt noch mit heißem Wasser abgespült werden, wobei auf gar keinen Fall Spülmittel verwendet werden darf. Anschließend kann die Pfanne mit einem Geschirrtuch abgetrocknet werden.

Die „Patina“ verhindert langfristig, dass die Gusseisenpfanne rostet. Grundsätzlich sollten Lebensmittel nach dem Braten nicht in einer Gusseisenpfanne mit natürlicher „Patina“ aufbewahrt werden, da es sonst zu einer Zersetzung der „Patina“ kommen kann. Als klassische Servierpfannen sollten Gusspfannen also eher nicht verwendet werden. Übrigens müssen auch schmiedeeiserne Pfannen auf diese Weise eingebrannt werden.

6. Reinigungs- und Pflegetipps für Gusseisenpfannen

Gußeisenpfanne

Die Reinigung von Gusseisen-Pfanne (und auch schmiedeeisernen Pfannen) ist unkompliziert. Ist die Pfanne nur leicht verschmutzt, reicht es meist aus, die Pfanne mit einem Küchenpapier und gegebenenfalls Salz auszureiben. Die Stiftung Warentest gibt zur Pflege von gusseisernen Pfannen außerdem die Empfehlung, die Pfanne nach dem Abtrocknen mit etwas Speiseöl einzureiben.

Bei starken Verschmutzungen kann die Gusseisen-Pfanne ausnahmsweise auch mit einer Bürste und heißem Wasser gereinigt werden. Bei Pfannen mit natürlicher Antihaftbeschichtung sollte dies allerdings wirklich nicht zu oft geschehen, denn die oberste Schutzschicht der „Patina“ wird dadurch abgetragen. Gusseisen-Pfannen bitte auf keinen Fall in den Geschirrspüler stellen!

7. Gusseisenpfannen bei der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat bisher keinen Test für Gusseisenpfannen durchgeführt und dementsprechend auch keinen Gusseisen-Pfannen-Testsieger benannt. In der Ausgabe 03/2015 wurden allerdings zehn Bratpfannen mit einem Durchmesser von 28 cm und künstlicher Antihaftbeschichtung getestet. In diesem Test ist keine der beschichteten Pfannen durchgefallen.

Die Testsieger waren beschichtete Bratpfannen von Fissler, Gastrolux und Tefal. Entscheidet man sich am Ende für eine dieser Pfannen, erhält man laut Urteil des Prüfinstituts also eine Bratpfanne mit angemessener Qualität. Ähnliches zeigte sich auch im Fall unseres eigenen Gusseisen-Pfannen-Vergleichs.

8. Fragen und Antworten rund um das Thema Gusseisenpfannen

  • Welche Gusseisenpfanne ist die beste?

    In unserem Gusseisen-Pfannen-Vergleich haben wir festgestellt, dass vor allem Hersteller beziehungsweise Marken, wie zum Beispiel Le Creuset, Skeppshult, Karl Krüger, Lodge und Tornwald-Schmiede gute oder auch die besten Gusseisen-Pfannen herstellen.
  • Wir reinigt man eine Gusseisenpfanne?

    Gusseisenpfanne-Tests empfehlen: Bei leichten Verschmutzungen reicht eine Reinigung mit Küchenpapier und etwas Salz. Bei starken Verschmutzungen ist auch eine Reinigung mit Wasser und Bürste erlaubt. Diese Art der Reinigung sollte allerdings nur selten durchgeführt werden, denn sonst wird die natürliche „Patina“ angegriffen.
  • Wie pflegt man eine Gusseisenpfanne?

    Gemäß der Stiftung Warentest, Ausgabe 01/2011, können Gusspfannen zur Pflege mit Öl eingerieben werden. Auch schmiedeeiserne Servierpfannen können so gepflegt werden.
  • Welches Öl sollte man zum Braten in Gusseisenpfannen verwenden?

    Beim Braten mit hohen Temperaturen sollte darauf geachtet werden, dass auch die verwendeten Öle hohe Temperaturen verkraften, wie z.B. Sonnenblumen- oder Rapsöl. Dies gilt unabhängig davon, ob eine Gusspfanne oder eine andere Bratpfannen-Kategorie. wie etwa eine schmiedeeiserne Pfanne, verwendet wird.
  • Sind Gusseisepfannen für Induktionsherde geeignet?

    Ja! Um auf einem Induktionsherd funktionieren zu können, muss der Boden der verwendeten Pfanne magnetisierbar sein. Diese Voraussetzung wird von Gusseisen-Pfannen erfüllt.