3.1. Steckplatz
Heißer Stecker
Der PCIe-Steckplatz verfügt über eine Hotplug-Funktion, d.h. dass Geräte im laufenden Betrieb angeschlossen und entfernt werden können. Für Heim-PC-Anwender ist diese Funktion jedoch eher uninteressant.
Der gängige Standard bei PC-Peripheriegeräten ist der PCI-Steckplatz. PCI steht für Periphal Component Interconnect und ist seit 1991 die gängige Schnittstelle für zusätzliche Komponenten in Computersystemen. Der mittlerweile gängige PCI-Express-Bus ist eine Erweiterung des Standards, der unter anderem schnellere Datenraten und verschiedene Bauarten ermöglicht. In vielen aktuellen Mainboards existieren keine PCI- sondern nur noch PCI-Express-Steckplätze.
Wenn Sie sich für den Kauf einer TV-Karte entscheiden, stellen Sie sicher, dass in Ihrem Gehäuse noch ausreichend Platz für ein solches Gerät ist und Ihr Motherboard über einen freien PCIe-Steckplatz verfügt. Wie ein Einbau vor sich geht, sehen Sie im folgenden Video:
3.2. Kompatibilität

Das Media Center von Windows ordnet gemachte Aufzeichnungen übersichtlich an.
Grundsätzlich lassen sich die Modelle in unserem TV-Karten-Vergleich in jegliches Computersystem einbauen, das über einen freien PCI-Express-Steckplatz verfügt. Die meisten Betriebssysteme können die gängigen TV-Karten-Chipsätze ansprechen (die PC-Karten werden unter Windows 10 fast ausnahmslos erkannt). Viele Modelle sind zudem unter Linux funktionstüchtig. Die Installation der Treiber ist in diesen Fällen jedoch etwas aufwändiger und erfordert einige Sachkenntnis.
Für Windows-Nutzer ist die Installation der Karten recht einfach: Nach dem Herstellen des Kontakts per Einstecken in den PCI-Steckplatz erkennt das BIOS (Firmware des Mainboards) die Karte und hat in den meisten Fällen bereits eine Möglichkeit, das Gerät anzusprechen. Über Windows müssen dann noch Treiber sowie eine Software zur Interpretation der Signale installiert werden. Bei vielen Geräten in unserem TV-Karten-Vergleich sind diese Installationsvorgänge sehr benutzerfreundlich gehalten und in wenigen Schritten abgeschlossen.
Hinweis: Apples hermetische Hardware-Architektur lässt die Installation einer TV-Karte nicht zu. Auch werden keine Treiber für MacOS angeboten. Für Apple-Nutzer bietet sich daher womöglich ein DVB-T-Stick an, um PC-Fernsehen zu genießen.
3.3. Art des Tuners

Neben SAT- können Sie mit der richtigen TV-Karte auch Kabel- und terrestrisches Fernsehen schauen.
Da die verschiedenen digitalen Videosignale nicht untereinander kompatibel sind, müssen Sie sichergehen, die richtige Karte mit dem für Sie gültigen Signal auszuwählen. Stellen Sie also sicher, dass Sie die DVB-Karte für Ihre Anlage auswählen. Hier noch einmal die Empfangsarten im Überblick:
- DVB-C/C2: digitales Kabelfernsehen
- DVB-S/S2: digitales Satellitenfernsehen
- DVB-T/T2: digitales terrestrisches Fernsehen
Manche Modelle sind zudem mit einem Dual-Tuner ausgestattet (auch Twin-Tuner genannt). Diese können das Signal von zwei Quellen gleichzeitig aufnehmen und interpretieren. In den meisten Fällen haben die Twin-Tuner zwei verschiedene Empfangskanäle, sodass Sie z.B. gleichzeitig über DVB-T und DVB-S fernsehen.
3.4. Weiteres Zubehör
Neben dem Hauptaugenmerk, das beim Kaufen einer TV-Karte auf dem Tuner und der Mainboard- sowie OS-Kompatibilität liegen sollte, können Anwender auf weitere nützliche Features Acht geben. Diese betreffen weniger die Kernfunktionen des Geräts als vielmehr die zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten.
Die mitgelieferte Software bietet eine wichtige Komponente beim TV-Erlebnis am Computer, obwohl sie nicht zur Hardware gehört – sie spricht den Tuner an und nimmt damit einen wichtigen Platz ein. Wenn die Software nicht gut programmiert ist, kann sich das auf die Freude beim Fernsehen auswirken. So berichten einige Nutzer von langen Umschaltzeiten bei der Nutzung ihres TV-Karten-Testsiegers. Diese lassen sich mitunter aber auf die mangelhafte Codierung der TV-Karten-Software zurückführen.
Viele der Marken in unserem TV-Karten-Vergleich legen dem Lieferumfang ihres Produkts eine Abspielsoftware bei. Nicht in jedem Fall ist diese jedoch das Optimum in Sachen Nutzerfreundlichkeit und Performance. Es lässt sich jedoch mit verschiedenen Freeware-Programmen nachhelfen (siehe Punkt 4 unseres Ratgebers).

Ein Infrarotempfänger wird meist mit einem Klinkenanschluss an die TV-Karte gekoppelt.
Einige Modelle verfügen zudem über eine Fernbedienung. Diese haben ein klassisches Layout und können mithilfe der Software angepasst werden. Einige Modelle verfügen zudem über programmierbare Tasten, sodass sich die Fernbedienung der TV-Karte auch für die Steuerung des Computers, z.B. Hoch- und Herunterfahren, nutzen lässt.
Wichtig ist, dass die TV-Karte auch einen Anschluss für den Infrarot-Empfänger der Fernbedienung besitzt (vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine Bluetooth-Fernbedienung). Dieser besteht aus einem Kabel, an dessen Ende der Signalempfänger sitzt. Dieser sollte gut sichtbar aufgestellt werden, sodass eine Sichtverbindung zur Fernbedienung möglich ist.
Wenn die TV-Karte über einen eigenen Hardwaredekoder verfügt, kann sie die Satellitensignale (respektive terrestrischen oder Kabelsignale) ohne die Hilfe der Grafikkarte in Bild-Ton-Signale umwandeln. Wenn die Karte diese Fähigkeit besitzt, können Sie direkt von der TV-Karte aus Bilder auf einen Monitor laden. In einem solchen Fall bräuchten Sie auch keine Software, die die Signale interpretiert. Da die meisten Modelle in unserem TV-Karten-Vergleich jedoch ohne einen Hardware-Dekoder auskommen, finden Sie kaum Modelle mit externen Schnittstellen. Eine TV-Karte mit HDMI-Eingang ist zumindest eine sehr exotische Vorstellung, auf dem Markt jedoch nicht verfügbar.

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