Das Wichtigste in Kürze
  • Das Hauptkriterium zur Differenzierung von Objektiven ist die Brennweite. So wird unterschieden zwischen Objektiven, mit denen man zoomen bzw. die Brennweite verändern kann und jenen mit fester Brennweite. Beide Objektiv-Arten haben ihre Vorzüge und Nachteile.
  • Für jedes erdenkliche Einsatzgebiet existiert das passende Objektiv. Neben dem Standardobjektiv gibt es Teleobjektive, Makroobjektive, Weitwinkelobjektive und (in der extremeren Variante) Fisheye-Objektive. Bei allen Varianten gibt es Nikon-Objektive mit Festbrennweite oder Zoomfunktion.
  • Während sich Standardobjektive am besten für Alltags-, Reise- oder Stadt-Aufnahmen eignen, werden Weitwinkel-Objektive bspw. für Architektur-, Landschafts- oder Panoramaaufnahmen genutzt.

nikon-objektiv test

Kameraobjektive werden von verschiedenen Herstellern produziert, aber längst nicht alle sind auch mit jeder Kamera kompatibel. Ein Nikon-Objektiv bspw. funktioniert prinzipiell nur mit einer Kamera von Nikon. Zwar existieren mittlerweile Adapter für die Nutzung von bspw. Nikon-Objektiven auf fremden Kamera-Typen, allerdings raten wir hierzu aus Gründen der Stabilität eher ab.

Einige Anbieter wie bspw. Tamron oder Sigma produzieren Objektive, die neben Kameras von Nikon auch Modelle von Canon, Pentax, Sony oder Olympus abdecken. Die hier aufgeführten Modelle aus unserem Nikon-Objektiv-Vergleich 2020 stammen hingegen allesamt auch aus dem Hause Nikon. In unserem Vergleich finden Sie zudem alle gängigen Objektiv-Typen: Tele-, Makro-, Weitwinkel- oder Standardobjektive.

Der Ratgeber zu unserem Nikon-Objektiv Vergleich verrät Ihnen nicht nur, welche Objektive sich für welches Einsatzgebiet am besten eignen, sondern gibt auch einen Einblick in die Geschichte der Objektive und wartet neben Tipps zur Pflege auch mit einer Kaufberatung auf, mit der Sie leicht das für Sie beste Nikon-Objektiv ermitteln können. So ersparen Sie sich einen eigenen Nikon-Objektiv-Test. Achten Sie zudem auch auf unsere Vergleiche zu folgenden Themen:

1. Was ist ein Objektiv und wie funktioniert es?

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Das Objektiv befindet sich immer im vorderen Teil der Kamera. Auf diesem vermerkt sind standardmäßig die Angaben zur maximalen Lichtstärke und zur Brennweite.

Unter einem Objektiv versteht man ein sammelndes optisches System, das eine reelle Abbildung eines Objektes (bspw. eines Menschen oder eines Gebäudes) erzeugen kann. Es ist das relevanteste Teilstück so genannter „abbildender optischer Geräte“, zu denen die folgenden gehören:

  • Kameras
  • Mikroskope
  • Teleskope
  • Ferngläser
  • Projektoren

Zu den Bestandteilen eines Objektivs gehören entweder Linsen oder Spiegel. Zu den Hauptmerkmalen zählen: Brennweite, Abbildungsqualität, Streulichtempfindlichkeit, Lichtstärke, Naheinstellgrenze und Apertur (die Öffnungsweite der Blende).

Unser Ratgeber konzentriert sich auf Objektive für Kameras. Diese können entweder mechanisch, elektrisch oder elektronisch über ein Gewinde oder ein Bajonett an Kameragehäuse angeschlossen werden:

objektivgewinde-nikon

Objektivgewinde, die mit Ihrer Nikon-Kamera kompatibel sind, gibt es in den unterschiedlichsten Größen, bspw. im Durchmesser von 37/43/52/62/72 mm.

  • Ein Gewinde ist ein standardisierter, herstellerunabhängiger Objektivanschluss für Wechselobjektive (auch Objektivadapter genannt).
  • Ein Bajonett ist ein heute verbreitetes System für Wechselobjektive, das je nach Hersteller unterschiedlich ausgeführt ist (Nikon bezeichnet seine Bajonette bspw. Nikon 1 oder Nikon F; bei Konkurrent Canon spricht man vom EF- oder EF-S-Bajonett).

Über elektrische Anschlüsse können Brennweite oder Bildstabilisierung, z.B. durch Motoren zur Objektweiten-Veränderung, eingestellt werden.

Über elektronische Anschlüsse können digitale Informationen zwischen Objektiv und Kameragehäuse übermittelt bzw. ausgetauscht werden; etwa bei Autofokus-Objektiven, bei denen elektrische Motoren die Entfernungseinstellungen steuern und regeln. Auch die Brennweite bei Objektiven ohne Festbrennweite (Zoomobjektive) ist über Motoren regulierbar.

An dieser Stelle möchten wir Sie gerne auf weitere von uns erstellte Vergleiche zu folgenden verwandten Produkten aufmerksam machen:

1.1. Zur Geschichte des Objektivs

sammellinse

Zu den simpleren Objektiv-Varianten gehört die Sammellinse, die bereits im 17. Jahrhundert in klassischen Fernrohren verbaut wurde.

Objektive gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert, allerdings wurden sie damals noch als Objektivglas bezeichnet. Ein Objektivglas steht zwischen Objekt und Abbildung. Als simpelste Art eines Objektivs gilt die Sammellinse, die bereits 1608 für Fernrohre Verwendung fand.

Fortschritte machte die Fotografie vor allem im 19. Jahrhundert. Die vermutlich erste, haltbare Fotografie der Welt stammt von dem Franzosen Joseph Nicéphore Nièpce – der Erfinder der Heliografie, der ersten fotografischen Technik – aus dem Jahre 1826. Der deutsch-ungarische Mathematiker Josef Maximilian Petzval berechnete 1840 das erste lichtstarke Objektiv für Portrait-Aufnahmen.

1948 wurde vom schwedischen Erfinder und Fotografen Victor Hasselblad die erste Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven angefertigt. Zu den darauf folgenden Meilensteinen im Verlauf der Objektiv-Entwicklungsgeschichte ab 1950 gelten die folgenden:

  • 1954: erste Leica-Kamera mit Bajonettverschluss für Objektive
  • 1959: erstes serienmäßig produziertes Zoomobjektiv (der Firma Voigtländer)
  • 1962: erstes in Serie produziertes Fischaugenobjektiv (der Firma Nikon)
  • 1995: erstes Objektiv mit eingebautem Bildstabilisator

1.2. Zur Funktionsweise eines Objektivs

Ein Objektiv besteht grundlegend aus einer Anordnung verschiedener Linsen (Sammel- oder Zerstreuungslinsen) in unterschiedlicher Zahl und mit speziellen Eigenschaften.

Der Unterschied zwischen Sammel- und Zerstreuungslinse: Während eine Sammellinse auftreffendes Licht in einem Punkt bündelt, der sich hinter der Linse befindet, verteilen („zerstreuen“) Zerstreuungslinsen das auftreffende Licht, als käme es von einem sich vor der Linse befindlichen Punkt.

Das Unternehmen
Nikon Corporation

Nikon ist ein weltbekannter, aber ursprünglich aus Japan stammender Hersteller von Fotoapparaten, Objektiven und anderen sog. optischen Präzisionsgeräten wie Ferngläsern oder Mikroskopen. Seit 1917 stellt die Firma optische Gläser her und seit 1925 baut Nikon Objektive, also bereits 8 Jahre vor Gründung des anderen großen, ebenfalls in Japan sitzenden Konkurrenz-Unternehmens Canon.

Bis 1988 nannte sich der Konzern im Übrigen noch Nippon Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha (etwa: Japanische Optische Technik AG, kurz: Nippon Kogaku K. K.). Bereits seit 1961 jedoch ist Nikon auf dem europäischen Markt vertreten und gilt heute als eines der weltweit bedeutendsten Unternehmen für Fototechnik.

Durch das Linsensystem fällt Licht in die Kamera und damit durch die Blende auf so genannte Blendenlamellen. Diese sorgen dafür, dass sich die Öffnung der Blende vergrößern oder verkleinern kann. Auf diese Weise wird die Lichtmenge steuerbar. Es gilt: Je größer die Öffnung der Blende, desto mehr Licht kann einfallen.

Im hinteren Teil der Kamera befinden sich Spiegel, Verschlussvorhang und Bildsensor. Der Spiegel projiziert ein Bild auf ein kleines Sichtfenster (Sucher), welches sich hinten an der Kamera befindet. Sobald Sie den Auslöser drücken, öffnet sich der Verschluss und lässt für die vorher manuell bestimmte Zeit Licht auf die Bildebene fallen, bevor der Verschluss sich erneut schließt. Sie selbst haben als Fotograf die Kontrolle über die Länge der Belichtungszeit sowie die Größe der Blende, was direkt Auswirkungen auf die angefertigte Fotografie hat.

Bei einer digitalen Spiegelreflexkamera bzw. Digital Single Lens Reflex (im Englischen mit DSLR abgekürzt) nutzt der Bildsensor das einfallende Licht und wandelt dieses in digitale Werte um.

Weitere (und noch detailliertere) Informationen zur Funktionsweise von Objektiven vermittelt das folgende Lehr-Video:

2. Nikon-Objektive: Was bedeuten AF, DC, NIC und VR?

Falls Sie sich schon immer gefragt haben, wofür AF, NIC und VR eigentlich stehen, ist dieses Kapitel wie für Sie gemacht. Wie auch Canon mit seinen ganz speziellen Abkürzungen (bspw. EF, STM oder USM), verfügt Nikon über ganz eigene Bezeichnungen, Kurzformen und Abkürzungen elementarer Funktionen und Begriffe. Diese möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten und präsentieren sie in der folgenden Tabelle:

Abkürzung Bedeutung
1:3 Der Abbildungsmaßstab würde hier 1:3 betragen. Die erste Zahl (vor dem Doppelpunkt) bezeichnet die Größe der Abbildung in Relation zur zweiten Zahl, die die Größe des Originals beschreibt. In anderen Worten: Im Maßstab 1:3 wäre eine 30 mm große Libelle auf dem Foto 10 mm groß.
24 – 70 mm Die minimale Brennweite (f) beträgt in diesem Fall 24 mm und die maximale Brennweite 70 mm.
CRC Dies ist die Abkürzung für Close Range Correction und stellt bei Nikon die Optimierung für den Nahbereich dar.
AF Das steht für den AutoFokus, also die automatische Scharfstellung.
AF-S Hierbei handelt es sich um eine besonders lautlose Variante des AutoFokus (das S steht für „Silent“).
f/3,5-15 Hier beträgt die niedrigste Blendenzahl bei kürzester Brennweite (f) 3,5 und die niedrigste Blendenzahl bei längster Brennweite 15.
DC DC steht für Defocus image Control und beschreibt den am Objektiv einstellbaren Weichzeichner-Effekt.
DX Die Abkürzung bezeichnet Objektive für Nikon-Digitalkameras mit einem speziellen Sensor (CCD genannt), die – trotz einer mechanischen Kompatibilität mit dem F-Bajonett – nicht zum Gebrauch an Kleinbildkameras empfohlen werden.
Nikkor Dies ist die generelle Bezeichnung für die meisten Objektive von Nikon.
NIC Dies steht für Nikon Integrated Coating. Hierunter versteht man bei Nikon die firmeneigene Technik der so genannten Mehrschichtvergütung.
E Die E-Serie bezeichnet eine Reihe von preiswerten Objektiven mit weniger anspruchsvoller Mechanik, aber dafür herausragend guter Optik. Die entsprechenden Objektive heißen nicht Nikkor, sondern Nikon Series E.
VR Das steht für Vibration Reduction und bezeichnet Objektive mit eingebautem elektronischem Bildstabilisator.

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3. Objektiv-Typen: Ist die Brennweite das Hauptkriterium?

Das Hauptkriterium, nach welchem viele Nikon-Objektiv-Tests Objektive in unterschiedliche Kategorien einzuteilen pflegen, ist die Brennweite. Diese wird in Millimetern (mm) angegeben und bezeichnet die Entfernung zwischen Objektiv-Ebene und Aufnahme-Ebene. Je größer die Brennweite ist, desto kleiner ist auch der Bildausschnitt (also das, was letztendlich auf dem aufgenommenen Bild zu sehen ist).

In unserem Nikon-Objektiv-Vergleich haben wir sowohl Modelle mit fester als auch mit veränderbarer Brennweite aufgenommen, so genannten Zoomobjektiven (mit Dreh-Zoom).

Was sind nun aber die Vorzüge und Nachteile von einem Nikon-Objektiv mit Festbrennweite gegenüber einem Nikon-Objektiv mit Zoom?

  • lichtstärker als Zoomobjektive
  • verbesserte optische Auflösung
  • Schärfentiefe geringer und schöneres Bokeh (Unschärfebereich im Foto)
  • weniger flexibel als Zoomobjektiv
  • Wechsel zwischen Brennweiten nicht möglich (mitunter ungeeignet für Action-, Sport- und Naturfotografie)
  • logistischer Mehraufwand (mehrere Objektive für verschiedene Brennweiten nötig)

In der folgenden Tabelle stellen wir Ihnen die relevantesten Objektiv-Typen vor und geben zudem an, für welche Arten der Fotografie sich diese am besten eignen:

Objektiv-Typ Brennweite Einsatzgebiete
Standardzoomobjektiv
(Normalobjektiv)
nikon-af-s-nikkor-50-mm
  • Brennweiten von ca. 50 mm
  • im Bereich der Brennweite des menschlichen Auges (natürliche Bilddarstellung)
  • Alltags-Fotografie
Portraitobjektiv
nikon-af-s-nikkor-105-mm
  • Brennweite zwischen 70 und 105 mm und vereinzelt bis 135 mm
  • verzerrungsfreie Abbildung, verringerte Schärfentiefe
  • Portrait-Fotografie
Standardteleobjektiv
Nikon-AF-S-DX-18-135
  • Brennweiten zwischen 135 und 200 mm
  • Stativ sinnvoll bei schlechten Lichtverhältnissen
  • Reise-Fotografie
  • Natur-Fotografie
Superteleobjektiv
nikon-af-s-nikkor-ed-vr-200-500-mm
  • Brennweiten ab 200 und 300 mm
  • aufgrund des hohen Gewichts lassen sich diese Objektive zumeist nur mit Stativ nutzen
  • Tier-Fotografie
  • Sport-Fotografie
Weitwinkelzoomobjektiv
(Reportage-Objektiv)
24-35-objektiv-fuer-nikon-kamera
  • Brennweiten von 24 bis 35 mm
  • größere Schärfentiefe, geringe Verzerrung
  • Reportage-Fotografie
  • Natur-Fotografie
  • Landschafts-Fotografie
Ultraweitwinkelobjektiv
nikon-af-s-zoom-nikkor-14-24mm
  • Brennweiten zwischen 12 und 24 mm
  • größere Bildverzerrung
  • Architektur-Fotografie
  • Landschafts-Fotografie
  • Panorama-Fotografie
  • Reise-Fotografie
Fisheye-Objektiv
nikon-fisheye-objektiv
  • Brennweiten unter 10 mm
  • Verzerrung der Horizontal-Linie im Bild
  • Kunst-Fotografie (aber auch vor sperrigen Objekten, etwa in der Architektur)
Makrozoomobjektiv
nikon-af-s-dx-nikkor-10-24mm
  • Brennweiten zwischen 10 und 180 mm
  • viele Zoomobjektive bieten eine Makro-Funktion
  • echte Makroobjektive schaffen eine Vergrößerung von 1:1, unechte hingegen nur von etwa 1:2
  • Aufnahmen kleiner Objekte, bspw. kleine Lebewesen
Objektiv mit
Festbrennweite
nikon-af-s-nikkor-50-mm
  • Brennweiten von bspw. 24 mm, 35 mm, 50 mm, 70 mm oder 100 mm
  • deutlich lichtstärker als Objektive mit veränderbarer Brennweite
  • Aufnahmen bei Dämmerlicht (Niedrig-Licht-Fotografie)
  • Portrait-Fotografie
Makroobjektiv mit Festbrennweite
nikon-af-s-micro-nikkor-105mm
  • als Makro-Normalobjektiv mit etwa 60 mm Brennweite
  • als kurzes Makro-Teleobjektiv mit etwa 105 mm Brennweite
  • als langes Makro-Teleobjektiv mit ca. 200 mm Brennweite
  • Stillleben
  • Aufnahmen von kleinen Lebewesen mit Fluchtverhalten
  • formatfüllende Portraits

Die Brennweite definiert den Bildwinkel eines Fotos. In der natürlichen Wahrnehmung haben Menschen einen Bildwinkel von ca. 40 bis 50 Grad (was einem Normalobjektiv entspricht). Ein Weitwinkelobjektiv hat dabei eine kürzere Brennweite und einen größeren Bildwinkel, womit weit entfernte Objekte kleiner dargestellt werden. Bei einem Teleobjektiv hingegen verhält es sich genau andersherum.

4. Kaufberatung für Nikon-Objektive: Worauf sollte man Acht geben?

nikon-kamera-body

Die gängigsten Nikon-Kamera-Modelle werden auch gänzlich ohne Objektive ausgeliefert – für den Fall, dass Sie diese separat kaufen möchten.

Zu Recht werden an ein gutes Objektiv sehr hohe Anforderungen gestellt. Ihr Kamera-Body mag noch so modern und hochwertig sein – ohne ein vernünftiges Objektiv werden Sie keine befriedigenden Ergebnisse erzielen können, weshalb wir Ihnen ans Herz legen, sich ausreichend Zeit bei der Auswahl der besten und günstigsten Nikon-Objektive zu lassen und auf Details zu achten.

Unseren Nikon-Objektiv-Vergleichssieger konnten Sie bereits aus unserer Vergleichstabelle ersehen, allerdings sind auch die anderen Modelle allesamt sehr hochwertig und die Auswahl fällt vermutlich schwer.

Prinzipiell besitzt das beste Nikon-Objektiv für viele sowohl eine große Lichtstärke als auch eine gute Bildqualität. Unabhängig davon, ob sie Nahaufnahmen machen oder Landschafts-Fotografie betreiben, sollte solch ein Objektiv einen großen Brennweitenbereich abdecken. Außerdem wäre wohl wünschenswert, dass es nicht zu schwer, in seinen Abmessungen kompakt und auch vom Preis her nicht zu hoch ist.

Falls Sie ein Nikon-Objektiv kaufen möchten, sollte Ihnen klar sein, dass sich all diese Dinge nur schwer kombinieren lassen. Insbesondere eine hervorragende Bildqualität sowie eine kleine Bauform zum günstigen Preis in Kombination werden sich nur schwer realisieren lassen. Daher bieten wir Ihnen im Folgenden einen Überblick über die Kriterien, auf die es wirklich ankommt.

4.1. Objektiv-Typen: Normal-, Weitwinkel-, Tele- oder Makro-Objektiv?

Sie haben anhand der Tabelle aus Kapitel 3 bereits ersehen können, dass die Typen von Objektiven sehr vielfältig sind. Zunächst sollten Sie sich also überlegen, was Sie eigentlich fotografieren wollen.

fisheye-objektiv

Mit einem so genannten Fischaugen-Objektiv lassen sich faszinierende Urban-Aufnahmen machen.

Weitwinkelobjektive mit ihrer sehr kurzen Brennweite eignen sich perfekt für Landschafts- und Architektur-Fotografie und auch Personenaufnahmen (fernab des klassischen Portraitformats) lassen sich damit realisieren. Diese Art Objektiv ist in der Herstellung sehr aufwendig und verlangt daher auch einen stolzen Preis (ab etwa € 700).

Das Fisheye-Objektiv stellt eine extreme Ausreizung des Weitwinkelobjektivs dar. Hier passen maximal 180 Grad auf Ihr Foto und das Bild wird unnatürlich stark verkrümmt und verzeichnet abgebildet, was in diesem Fall aber gewollt ist. Überlegen Sie sich gut, ob Sie sich für solch ein Modell entscheiden sollten, da es eher nicht für den Alltagseinsatz konzipiert wurde, sondern für interessante Effekte und Kunst-Fotografie.

Ein Standard- oder Normalobjektiv entspricht mit einer Brennweite von 50 mm am ehesten dem Sehempfinden eines Menschen und Objektive für Nikon mit dieser Brennweite gehören zu den günstigeren Modellen (ab etwa € 120). Dieser Objektiv-Typ ist insbesondere für Einsteiger geeignet.

Teleobjektive kommen in diversen Einsatzgebieten zum Einsatz, bspw. bei der Reise-, Natur- und Tier-Fotografie. Weit entfernte Motive lassen sich hier leicht heranholen und es gilt: Je mehr Sie zu einem Objekt heranzoomen, desto unschärfer wird der Hintergrund. Zudem wird der Bildvordergrund kleiner und die Hintergrundobjekte größer.

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Mit einem Makro-Objektiv entlocken Sie auch kleinsten Tieren detailreiche Aufnahmen.

Ein Makroobjektiv ist vergleichsweise teuer (ab etwa € 800), weshalb Sie sich hier als Einsteiger genau überlegen sollten, ob dies das richtige Objektiv für Sie ist. Sollten Sie ein Fan der Natur-Fotografie sein und Spaß daran haben, kleine Tiere wie bspw. Insekten abzubilden, sind Sie hier allerdings genau richtig. Der Nachteil ist, dass solche Objektive nur bedingt alltagstauglich sind. Makroobjektive mit einer Brennweite von 50 mm eignen sich durch ihren kleinen Schärfebereich ebenfalls für die Portrait-Fotografie.

Tipp: Auch mit vielen Standardobjektiven können Sie mit durchaus zufriedenstellendem Erfolg auf der Makroebene fotografieren, allerdings kommt solch ein Objektiv auch irgendwann an seine Grenzen. Von Makrofähigkeit spricht man üblicherweise ab einem Abbildungsmaßstab von 1:4.

4.2. Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen: Blende und Lichtstärke

Je größer die Blendenöffnung ist, desto größer ist auch die Lichtstärke des Objektivs. Angegeben wird die Lichtstärke in einer der beiden (beispielhaften) Varianten:

  • 1:2,5 oder 1:2,5-3,5
  • f/2,5

Es gilt: Je kleiner die Zahl unterhalb des Bruchstrichs, desto größer ist die Lichtstärke.

Zu hohen Lichtstärken gelten Blenden-Werte von 1:0,9 bis 1:2,8. Objektive mit Brennweiten zwischen 35 und 80 mm haben dabei die höchsten Lichtstärken. Diese sind notwendig, wenn Sie bevorzugt Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen (etwa im Dämmerlicht) machen.

4.3. Scharfe Bilder: Autofokus vs. manueller Fokus

Um den Schärfebereich vor einer Aufnahme einzustellen, können Sie entweder den Autofokus (AF) nutzen oder ihn mit dem manuellen Fokus (MF) selbst setzen. Beachten Sie, dass nur digitale Kameramodelle über einen Autofokus verfügen.

sport-fotografie-jpg

Insbesondere bei der Sport-Fotografie ist es hilfreich, via Auto-Fokus einen bestimmten Bildbereich scharf zu stellen.

Nikon-Objektive mit einer AF-Funktion können das Fotografieren erheblich erleichtern. Über unterschiedliche AF-Felder können Sie dabei zudem festlegen, welche Bildbereiche genau fokussiert werden sollen. Dies ist vor allem ideal, um sich bewegende Objekte möglichst scharf festzuhalten. Dazu gehören u.a. die Sport-, Kinder- und Tier-Fotografie.

Über einen kleinen Schalter auf Ihrem Objektiv können Sie beliebig zwischen manuellem und automatischem Fokus wählen. Wählen Sie den manuellen Fokus, können Sie den gewünschten Bildbereich über den so genannten Schärfering am Objektiv verändern und entsprechend Ihren Wünschen einstellen.

Tipp: Der manuelle Fokus eignet sich vor allem für die folgenden Motive:

  • Flächen mit wenig Struktur, bspw. Hausfassaden und Oberflächentexturen
  • Schneefall oder Regen, da der Autofokus hier schnell überfordert sein wird
  • Dunkelheit und Dämmerlicht, da der AF hier entweder gar nicht oder nur ungenau arbeitet
  • im Fall, dass sich zwischen Hauptmotiv und Kamera ein halbdurchlässiges Objekt befindet (bspw. eine schmutzige Glasscheibe oder eine Gardine)

4.4. Schutz vor unscharfen Fotos: Bildstabilisator

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Bei Schnee und Regen (wie hier in der Altstadt im norwegischen Bergen) lohnt sich der Einsatz des manuellen Fokus.

Ein an Ihrem Nikon-Objektiv eingebauter Bildstabilisator vermeidet etwaige Verwacklungsunschärfe, verhilft Ihnen also zu schärferen Bildern. Zwar verfügen nicht alle Objektive über eine Bildstabilisierung, allerdings existieren auch Kameragehäuse, die mit einer solchen Vorrichtung ausgerüstet sind. Auf ein Modell ohne Stabilisator sollten Sie nur setzen, falls Sie über eine Nikon-Kamera verfügen, in die diese Vorrichtung bereits integriert ist.

Ein Bildstabilisator funktioniert über Bewegungssensoren, welche ständig die horizontale und vertikale Erschütterung messen. Über einen eingebauten Prozessor wird daraufhin berechnet, wie schwerwiegend diese Erschütterungen sind und ob diese ggf. Kompensation bedürfen.

Wir raten Ihnen insbesondere dann beim Kaufen eines Nikon-Objektivs auf diese praktische Zusatzfunktion zu achten, wenn Sie…

  • Aufnahmen von sich bewegenden Objekten planen.
  • kein Stativ besitzen oder keines nutzen wollen.
  • für Ihre Fotografien gerne zoomen, denn je größer die Brennweite Ihres Objektivs ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Schärfe des Bildes beeinträchtigt wird.

5. Was sind die besten Pflegetipps für Nikon-Objektiv-Reinigung?

Um für langjährige Freude an Ihrem Nikon-Objektiv zu sorgen und eine kostspielige Reparatur zu vermeiden, sollten Sie Ihr neues Objektiv auch regelmäßig reinigen und pflegen, denn: Staubkörner und Wasserspritzer können sich auf die Qualität Ihrer geschossenen Bilder auswirken. Durch eine starke Verschmutzung der Linse dringt weniger Licht zum Sensor durch, was zu unscharfen und kontrastarmen Bildern führen kann.

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Bei der Reinigung Ihrer Objektive können Sie auch ein Wattestäbchen verwenden.

Die folgende Anleitung zur Säuberung sollten Sie beherzigen, wenn Sie auch weiterhin Fotos in bestmöglicher Qualität produzieren wollen:

  1. Staub von der Linse können Sie mit einem Blasebalg wegblasen, sobald Sie die Fassung und den Frontdeckel entfernt haben. Verwenden Sie möglichst kein Tuch, da auf diese Weise der Schmutz direkt in die Linse hineingerieben wird und diese zusätzlich zerkratzt werden kann.
  2. Nutzen Sie bestenfalls einen Pinsel für das Entfernen von Staub auf Linse, Fassung und Frontdeckel.
  3. Nur bei äußerst hartnäckigen Flecken auf Ihrem Objektiv sollten Sie mit etwas Flüssigkeit nachhelfen. Sorgen vor dem Reinigen stets dafür, mit frisch gewaschenen sowie absolut sauberen und fettfreien Händen zu agieren.

Achtung: Vergessen Sie bei der Reinigung Ihres Nikon-Objektivs nicht, dass dies nicht nur aus einer großen Frontlinse besteht, sondern dass es fast noch wichtiger ist, das Rückteil des Objektivs zu reinigen. Vor allem die Linsen, die sich in der Nähe des Sensors befinden, üben Einfluss auf die Bildqualität aus.

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Nikon-Objektive

6.1. Gibt es bereits einen Nikon-Objektiv-Test von der Stiftung Warentest?

Bisher existiert noch kein expliziter Nikon-Objektiv-Test der Stiftung Warentest, deswegen können wir Ihnen an dieser Stelle leider keinen Nikon-Objektiv-Testsieger präsentieren. Allerdings testete die Stiftung in der Ausgabe März/2016 38 Objektive mit Zoom und fester Brennweite von unterschiedlichen Marken (neben Nikon bspw. Canon, Olympus, Panasonic und Sony). Die Verbraucherorganisation bestätigt dabei, dass Objektive mit einer Festbrennweite zwar sehr lichtstark sind, es ihnen aber eben auch an Flexibilität mangelt. Weitere Kriterien sind: Preis, Maße, Gewicht und Detailtreue. Bei Standardzoomobjektiven ist nach Meinung der Stiftungs-Experten die Bildqualität oft vom Preis abhängig. Auch wurde das Zubehör der Objektive in die Wertung miteinbezogen.

6.2. Welche Nikon-Kameras unterstützen meine Vollformat-Objektive?

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Dieses klassische Teleobjektiv von Nikon ist mittlerweile eine wahre Rarität.

Der in Ihrer Nikon-Kamera verbaute elektronische Bildsensor wird dann als Vollformatsensor bezeichnet, wenn dessen Bildformat dem des 35-mm-Kleinbildfilms entspricht, also ca. 24 x 36 mm. Die Bildsensoren der ersten digitalen Kameras wiesen deutlich kleinere Größen auf und entwickelten sich erst im Anschluss aus dem in der analogen Fotografie bekannten Kleinbild-Format.

Zu den Digitalkameras von Nikon mit Kleinbild-Vollformatsensoren gehören die folgenden (nach dem Zeitpunkt ihrer Erscheinung geordneten) Modelle:

Nikon D3, D700, D3X, D3s, D4, D600, D4S, D810, D750, D810A, D5.

6.3. Wie lange ist die Garantie bei Nikon-Objektiven?

Nikon gewährt nach eigenen Angaben eine einjährige so genannte „Europäische Kundendienst-Garantie“ für ihre digitalen Produkte. Um Anspruch auf Garantie zu erheben, benötigen Sie allerdings eine Nikon-Garantiekarte, die im Normalfall zusammen mit dem von Ihnen bestellten Produkt bereitgestellt oder ggf. auch auf der Rückseite des jeweiligen Benutzerhandbuchs aufgedruckt ist.

naheinstellgrenze-nikon-objektiv

Achten Sie bei Fotos wie diesem auf die korrekte Naheinstellgrenze Ihres Nikon-Objektivs, um das Objekt der Begierde (hier: gesammelte Pilze) auch scharf genug abbilden zu können.

6.4. Was sagt die Naheinstellgrenze bei Nikon-Objektiven aus?

Die Naheinstellgrenze ist der kleinste Fokussierabstand und beschreibt den Mindestabstand zwischen Motiv und Sensorebene. Wenn die Naheinstellgrenze bspw. 0,35 m beträgt, müssen Sie zum Objekt, das Sie fotografieren möchten, mindestens 35 cm Abstand halten, um ein scharfes Foto machen zu können. Es gilt: Je niedriger die Naheinstellgrenze, desto besser können nahe Objekte scharf abgelichtet werden.