Das Wichtigste in Kürze
  • Ein günstiger Kaffeevollautomat, mit dem sich nicht nur Espresso, sondern auch Cappuccino und Latte macchiato zubereiten lassen, muss nicht mehr als 300 Euro kosten.
  • Statt eines vollautomatischen Milchschaumsystems haben günstige Automaten aber meist nur eine Milchschaumdüse, die etwas Handarbeit bei der Zubereitung erfordert.
  • Wer nicht jeden Tag den gleichen Kaffee trinken möchte, sondern gern einmal verschiedene Bohnensorten ausprobiert, sollte eine Maschine wählen, die eine Variation von Mahlgrad, Kaffeestärke und Brühtemperatur ermöglicht.

Kaffeevollautomat bis 300 Euro Test

Kaffeevollautomaten halten unaufhaltsam Einzug in deutsche Haushalte: Im Jahr 2016 war einer Statista-Umfrage zufolge in fast jeder zweiten Küche bereits ein Vollautomat vorhanden. Eine herkömmliche Filterkaffeemaschine, die früher zur Standardausstattung gehörte, besaßen nur noch etwa 20 % der Befragten.

Wer bei diesem Kaffee-Trend für zuhause mithalten, aber nicht mehr Geld als nötig dafür ausgeben möchte, der kann zu einem günstigen Kaffeevollautomat greifen, ohne Abstriche beim Design und bei der Zubereitungsqualität machen zu müssen. Auf welche Ausstattungsmerkmale Sie beim Schnäppchenkauf meist verzichten müssen, erfahren Sie in unserem Vergleich der Kaffeevollautomaten bis 300 Euro 2020.

1. Verzichten günstige Vollautomaten auf automatische Milchschaumsysteme?

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Den Melitta Caffeo Solo gibt es in verschiedenen Farben, damit er zu jeder Kücheneinrichtung passt. Ebenso vielfältig in der Farbauswahl, aber in der Anschaffung deutlich teurer ist die Variante „Caffeo Solo & Milk“ mit Milchschaumdüse.

Zwar erfahren althergebrachte Arten der Kaffeezubereitung mit Handfilter, French Press und Filterkaffee-Maschine von Zeit zu Zeit eine Wiederbelebung: Wer Wert auf eine hochwertig ausgestattete Küche und moderne Geräte legt, greift aber mittlerweile häufig zum Kaffeevollautomaten für zuhause. Zudem es muss nicht immer ein gastronomietaugliches Gerät für einen vierstelligen Preis sein.

Von einem Kaffeevollautomat, der 200 bis 300 Euro kostet, können Sie bereits einiges erwarten: Der Mahlgrad der Bohnen, die zum Aufbrühen verwendete Menge des frisch gemahlenen Kaffeepulvers und die Brühtemperatur lassen sich in der Regel einstellen, sodass Sie großen Einfluss auf den Geschmack Ihres Getränks nehmen können.

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Der Philips-Vollautomat lässt dem Nutzer viele Auswahlmöglichkeiten zur Feinjustierung des Kaffeearomas.

Viele gute und günstige Kaffeevollautomaten im 200- bis 300-Euro-Rahmen lassen auch eine Milchschaumdüse für Cappuccino, Latte macchiato und andere Spezialitäten nicht vermissen. Ganz selbstverständlich reinigen und entkalken sich nahezu alle Geräte in dieser Preisklasse auf Knopfdruck selbst.

Was die meisten Kaffeevollautomaten unter 300 Euro dagegen nicht bieten können, sind Nutzerprofile zum Speichern von individuellen Zubereitungseinstellungen, die das immer wieder Neuauswählen der gewünschten Aromastärke überflüssig machen. Auch eine über App gesteuerte Kaffeezubereitung und vollautomatische Milchschaumsysteme mit Milchbehälter finden Sie eher bei den höherpreisigen Vollautomaten.

Wer Milchschaum will, kommt im Kaffeevollautomaten-bis-300-Euro-Test zuhause um ein wenig Handarbeit nicht herum. Für Personen des Typs „Schwarztrinker“ gibt es aber auch Automaten ganz ohne integriertes Milchschaumsystem:

Kaffeevollautomat mit Milchschaumdüse Kaffeevollautomat ohne Milchschaumdüse
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Kaffeevollautomaten für bis zu 300 Euro sind sehr häufig mit einer Milchschaumdüse ausgestattet. Mithilfe eines Milchkännchens und dem heißen Wasserdampf aus der Düse lässt sich so cremiger Schaum für Cappuccino und Co. zubereiten.

+ größere Auswahl verschiedener Kaffeespezialitäten

- erhöhter Reinigungsaufwand

Einige günstige Kaffeeautomaten kommen vollständig ohne Milchschaumsystem aus. Manchmal sind diese Kaffeevollautomaten sogar für unter 200 Euro zu haben. Sie bereiten Kaffee und Espresso zu. Auf Milchschaum müssen Sie dabei verzichten.

+ geringerer Reinigungsaufwand

- Milchschaum muss bei Bedarf manuell zubereitet werden, z. B. mit einem Milchaufschäumer

2. Je mehr Nutzer, umso größer sollten Bohnen- und Wasserbehälter sein?

Je mehr Wasser und Bohnen in die dafür vorgesehenen Behältnisse im Inneren des Vollautomaten hineinpassen, umso seltener müssen Sie nachfüllen. Vor allem in Haushalten mit mehreren Kaffeetrinkern oder in der Kaffeeküche kleiner Büros erweisen sich Geräte mit Platz für mindestens 250 g Kaffeebohnen und 1,8 Liter Wasser als potentielle Kaffeevollautomat-bis-300-Euro-Testsieger.

Vergleich.org empfiehlt: Für Single-Haushalte reicht in der Regel auch ein kleiner Vollautomat mit 1-Liter-Tank. Häufig sind solche Geräte dank einer kompakteren Bauweise auch leichter in die Küchenzeile integrierbar.

3. Direktwahltasten: Kaffee und Espresso auf Knopfdruck können die meisten

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Zu den Delonghi-Kaffeevollautomaten bis 300 Euro gehört auch der Magnifica S ECAM 22.110.B mit praktischen Direktwahltasten für Kaffee und Espresso.

Wenn es morgens schnell gehen muss, haben Sie vermutlich keine Lust, sich intensiv Gedanken darüber zu machen, nach welcher Aromastärke und Brühtemperatur Ihnen heute der Sinn steht.

Viele Kaffeevollautomaten sind mit Direktwahltasten ausgestattet, die eine bis zwei Tassen Kaffee oder Espresso mit nur einem Knopfdruck aufbrühen.

Auch eine Heißwasserfunktion per Direktwahltaste ist bei manchen Geräten integriert. Damit können Sie sich bequem und schnell einen Tee kochen und sogar die Anschaffung eines Wasserkochers einsparen.

Vergleich.org empfiehlt: Interessieren Sie sich nicht übermäßig für den Einfluss von Mahlgrad und Brühtemperatur auf das Aroma Ihres Kaffees, sondern möchten morgens einfach einen schnellen Wachmacher auf Knopfdruck, dann sollten Sie unbedingt ein Gerät mit Direktwahltasten für Espresso und Kaffee kaufen.

4. Kaffee ganz nach Ihrem Geschmack dank regulierbarer Stärke und Temperatur

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Experimentierfreudige kitzeln mithilfe des einstellbaren Mahlgrads ungeahnte Aromen aus ihren Bohnen heraus. Der Mahlgrad lässt sich bei den Geräten der meisten Marken und Hersteller einstellen.

Gemahlener Kaffee gehört nicht in den Bohnenbehälter

Kaffeepulver sollten Sie keinesfalls in den Bohnenbehälter Ihres Vollautomaten geben, denn dabei kann das Mahlwerk Schaden nehmen. Für den Fall, dass bei Ihnen öfter mal eine Tchibo-Packung unter dem Weihnachtsbaum liegt, haben einige Geräte ein spezielles Kaffeepulver-Fach.

Die besten Kaffeevollautomaten bis 300 Euro überlassen einige Zubereitungsdetails wie Aromastärke und Getränketemperatur Ihrem persönlichen Geschmack.

Mithilfe des Mahlgrads und der Kaffeestärke lässt sich das Aroma Ihres Kaffees beeinflussen: Je feiner der Mahlgrad, umso stärker und bitterer wird der Kaffee je nach Kontaktzeit mit dem Wasser. Aus einem etwas gröber gemahlenen Kaffee lösen sich beim Aufbrühen weniger Bitterstoffe. Gerät das Kaffeepulver beim Mahlen allerdings zu grob, schmeckt Ihr Kaffee womöglich wässrig.

Ein gesundes Mittelmaß ist empfehlenswert, letztendlich entscheidet aber Ihr ganz persönlicher Geschmack darüber, welcher Mahlgrad der richtige ist. Ähnlich verhält es sich mit der Brühtemperatur. Als optimal für einen guten Kaffee gelten 86 bis 96 °C. Die genaue Temperatur richtet sich aber nach der verwendeten Kaffeesorte, dem Mahlgrad und natürlich Ihrer individuellen Präferenz.

Vergleich.org empfiehlt: Experimentierfreudige Kaffeegenießer sollten einen günstigen Kaffeevollautomaten bis 300 Euro kaufen, der ihnen etwas Spielraum beim Einstellen von Mahlgrad und Brühtemperatur lässt.

5. Gibt es einen Kaffeevollautomaten-bis-300-Euro-Test bei der Stiftung Warentest?

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Bei der Stiftung Warentest schneiden Kaffeevollautomaten bis 300 Euro im Test nicht unbedingt schlechter ab als teurere Geräte: Entscheidend für das Testergebnis ist vor allem die sensorische Qualität von Kaffee und Milchschaum und nicht unbedingt der Funktionsumfang.

Kaffeevollautomaten gehören zu den Produkten, die von der Stiftung Warentest regelmäßig getestet werden, zuletzt in der Ausgabe 12/2018. Von professionellen gastrotauglichen Geräten von Saeco oder Siemens bis hin zu kleinen Maschinen für den Heimgebrauch ist alles dabei. In der Kategorie Kaffeevollautomaten bis 510 Euro fanden wir immerhin fünf Produkte, die bereits für 300 Euro zu haben sind.

Mit der Gesamtnote „gut“ abgeschnitten hat beispielsweise der Krups EA 8108, der im Kaffeevollautomaten-Test der Stiftung Warentest vor allem durch eine gute sensorische Qualität des zubereiteten Espressos und Milchschaums positiv auffiel.