Das Wichtigste in Kürze
  • Das Taschenradio soll am Gürtel, im Rucksack oder in Ihrer Hosentasche mühelos Platz finden. So ist es auf Reisen und beim Sport immer dabei, ohne groß ins Gewicht zu fallen.
  • Via DAB+ empfangen Sie in ganz Europa digitale Radioprogramm ohne Rauschen. Auf UKW und Mittelwelle können Sie weltweit analoge Radiosender hören.
  • Ein Taschenradio mit Batterien zeichnet sich durch lange Laufzeiten aus und Ersatz kann problemlos gekauft werden. Wählen Sie dagegen ein Radio mit eingebauten Akku, können Sie es an jeder Steckdose wieder aufladen.

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Auf Arbeit, im Auto, im Garten oder unterwegs – das Radio spielt überall Musik. Laut einer Umfrage des IfD Allenbach gab über die letzten Jahre sehr konstant fast jeder zweite Deutsche an, täglich Radio zu hören. Zusammen mit jenen, die fast jeden Tag lauschen, sind es sogar knapp 50 Millionen.

Mit einem Taschenradio und Kopfhörern können Sie beim Sport Ihr gewohntes Programm hören. Mit dem UKW-Radio oder Digitalradio im Miniformat müssen Sie im Urlaub nicht viel Platz einplanen und haben dennoch das passende Gerät für etwas abendliche Hintergrundmusik dabei. In unserem Taschenradio-Vergleich 2020 erfahren Sie, worauf Sie insbesondere bei der Stromversorgung achten sollten und warum in Taschenradio-Tests im Internet nicht allein die Größe entscheidend ist.

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1. Ist das Taschenradio nicht nur klein, sondern auch ausdauernd?

Reduziert auf das Wesentliche kann ein typisches Taschenradio in der Regel nur analoge und digitale Programme per UKW und DAB+ empfangen. Bei den ganz kleinen Modellen wird sogar auf einen eingebauten Lautsprecher verzichtet und ausschließlich auf die Übertragung per Kopfhörer gesetzt, sodass es

Dadurch können Sie bei einigen Modellen annähernd 100 Stunden am Stück das Radio betreiben, ohne im Taschenradio die Batterie zu wechseln oder aufzuladen. Noch kleiner sind Modelle mit einem fest verbauten Akku. Dessen Laufzeit ist zumeist etwas kürzer, aber Sie können ein solches Taschenradio mit dem USB-Ladegerät vom Smartphone oder auch mit einer Powerbank unkompliziert aufladen.

Fazit: Wo vor allem Größe und Mobilität zählen, liegt das Hauptaugenmerk auf der Stromversorgung und einem einfachen Aufbau. Nichtsdestotrotz sorgen hochwertige Kopfhörer dafür, dass Sie ansprechenden Klang auf die Ohren bekommen. Mit einem Lautsprecher ist zudem jederzeit für Hintergrundmusik gesorgt.

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2. Verschiedene Arten von Taschenradios: Hat der Lautsprecher seine Grenzen?

Zwei Kategorien von Taschenradios lassen sich anhand des Aufbaus ausmachen. Durch die deutlichen Unterschiede ist ein direkter Vergleich auch in den diversen Taschenradio-Tests im Internet nicht wirklich möglich. Mit einer kleinen Übersicht zu den jeweils speziellen Eigenheiten können Sie für sich tst entscheiden, welcher Typ sinnvoller ist.

Art des Radios Eigenschaften
Taschenradio ohne Lautsprecher
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+ sehr kompakte Bauform
+ minimaler Stromverbrauch
+ mit guten Kopfhörern guter Klang
- ohne Teleskopantenne kein optimaler Empfang
- kleines Batteriefach mit weniger Kapazität
- spielt nur für Sie selbst
Taschenradio mit Lautsprecher
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+ mit Lautsprecher für mehrere Personen hörbar
+ guter Empfang durch Teleskopantenne
+ etwas größeres Batteriefach
+ mit guten Kopfhörern guter Klang
- zumeist etwas größer
- Stromverbrauch bei Lautsprecherbetrieb höher
Der Strom: Neben der Größe des Taschenradios ist auch die Stromversorgung ein wichtiges Unterscheidungskriterium. Regelmäßig im Einsatz sind Akkubetrieb und die Aufladung des Taschenradios über Micro-USB-Port praktisch. Länger haltbar und einfach zu ersetzen sind jedoch normale Batterien.

Suchen Sie ein kompaktes DAB-Radio, das auch mit einem kleinen Clip tragbar ist und Sie ins Fitnessstudio oder auf langen Bus- und Bahnfahrten begleitet, eignet sich das Mini-Format ohne Lautsprecher gut, weil hier vor allem die Größe entscheidend ist.

Wollen Sie es dagegen zum Camping mitnehmen, im Garten die Fußball-Berichterstattung verfolgen oder es auch als Radiowecker beziehungsweise Funkwecker einsetzen, lohnt sich das Modell mit eingebautem Lautsprecher. Für ein Zelt, den Wohnwagen oder einen kleinen Raum genügt die Lautstärke und es ist ebenfalls mühelos tragbar. Ist das LCD-Display ausreichend groß, können Sie zudem mühelos die per DAB+ übertragene Zeit ablesen und zum Beispiel diverse Weckerfunktionen in Anspruch nehmen.

Tipp: Achten Sie auch auf die beigelegten Kopfhörer, wenn Sie ein Taschenradio kaufen, schließlich sind sie bei Modellen ohne Lautsprecher die einzige Wiedergabemöglichkeit. Einige Hersteller wie etwa Pure oder Sony setzen auf höherwertige Modelle, die der Audio-Qualität von DAB+ gerecht werden.

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3. Kaufberatung zu den Kriterien der Taschenradios: Batterie und Akku mit unterschiedlichen Stärken

3.1. Batterien sind vor allem auf Reisen wichtig

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Je besser die Kopfhörer, umso mehr kommt der Klang des Radios zur Geltung.

5 bis 6 Stunden Laufzeit erreichen alle Radios im Kopfhörerbetrieb. Die besten Taschenradios in dieser Kategorie schaffen hingegen ein Vielfaches, spielen unter Umständen 100 Stunden und mehr, ohne dass Sie die Batterie laden müssten. Das gelingt mit besonders leistungsstarken Einweg-Batterien oder Akkus mit sehr hoher Kapazität.

Eine noch höhere Leistungsdichte besitzen Lithium-Ionen-Akkus. Da üblicherweise nur kleine und leichte Akkus verwendet werden, liegt die Spieldauer selten höher als 20 Stunden, sodass Sie für die maximale Ausdauer auf ein batteriebetriebenes Taschenradio zurückgreifen sollten.

Wie stark Ihr Nutzungsverhalten diese Zeit beeinflusst, zeigt Panasonic bei der Angabe von Laufzeiten mit unterschiedlichen Batterien beziehungsweise Empfangsarten beispielhaft mit folgender Liste:

  • 24 Stunden – Zink-Kohle-Batterie (R6), Lautsprecherbetrieb und UKW-Empfang
  • 68 Stunden – Alkali-Mangan-Batterie (LR6), Lautsprecherbetrieb und MW-Empfang
  • 94 Stunden – Alkali-Mangan-Batterie (LR6), Kopfhörerbetrieb und UKW-Empfang
  • 96 Stunden – Alkali-Mangan-Batterie (LR6), Kopfhörerbetrieb und MW-Empfang

Weitere Einflussfaktoren kommen hinzu. Ein DAB-Radio verbraucht noch ein wenig mehr Strom als ein UKW-Radio. Ein Taschenradio mit Bluetooth und Internetradio würde seinen Verbrauch erheblich steigern, weshalb insbesondere das Radio über Internet mit den kleinen, sparsamen Modellen fast nie angedacht ist.

Hinweis: Wie stromintensiv Internetradio ist, können Sie mit Ihrem Smartphone testen, dessen Akku eine wesentlich höhere Kapazität als die meisten Taschenradios aufweist. Wir von Vergleich.org empfehlen Ihnen für diese Funktion unseren Internetradio-Vergleich.

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3.2. Der Lautsprecher macht die Musik

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Im Vergleich zum Smartphone ist das Taschenradio die günstigere Variante mit zumeist längerer Akkulaufzeit.

Anders als etwa bei einem Küchenradio oder Baustellenradio muss das Taschenradio selten andere Geräusche übertönen. Ist lediglich der Kopfhöreranschluss vorhanden, verhält es sich nicht anders, als wenn Sie mit dem Smartphone Musik hören.

Die Audio-Wiedergabe über den Lautsprecher lässt dagegen keine großen Lautstärken zu. Dessen Gesamtleistung (RMS – also der Mittelwert) liegt im Grunde immer deutlich unter 1 Watt. Eine solche Leistung von 1 Watt erreichen unter anderem ganz einfache Uhrenradios, die zum Beispiel als Funkwecker oder Radiowecker in jedem Fall laut genug sind, um Sie morgens aufzuwecken.

Dieses Beispiel zeigt, dass selbst diese kleinen Lautsprecher mit minimaler Leistung für das abendliche Musikhören, die Nachrichten am Frühstückstisch oder andere Gelegenheiten in kleiner Runde vollkommen ausreichen.

Tipp: Lassen Sie sich nicht zu sehr von der Wattangabe des Lautsprechers leiten. Die Wahl der Materialien und die Verarbeitung des Treibers entscheiden ebenfalls über den Klang. Wir von Vergleich.org empfehlen Ihnen, auf Ihr subjektives Empfinden diesbezüglich zu vertrauen, aber von dem kleinen Taschenradio auch nicht zu viel zu erwarten.

3.3. Weitere Funktionen finden sich wegen der Größe kaum

Das kompakte und ausdauernde Taschenradio soll insbesondere Radio empfangen. So werden Sie kaum ein Taschenradio mit Bluetooth erwerben können, weil dadurch zum einen der Stromverbrauch steigt. Zum anderen würde ein Gerät, das die Musik sendet, zumeist auch ohne das Taschenradio Musik spielen können, da insbesondere MP3-Player und Smartphones damit ausgestattet sind.

Die Modelle mit Akku besitzen einen USB-Anschluss. Dieser wird in Form von Micro-USB aber lediglich zum Aufladen verwendet. Musikdateien können damit nicht gespielt werden.

Das Display ist vor allem bei Radios mit Digitalempfang wichtig. Hierüber lassen sich zusätzliche Infos ablesen. Groß oder hell ist es aber fast nie, da das Display ansonsten unnötig Strom verbraucht. Steht dies Batterielaufzeit sogar an erster Stelle, können Sie ganz auf in Display verzichten und stattdessen ein Modell mit analoger Skala wählen.

Auch weitere Eingänge oder Ausgänge für Abspielgeräte oder Lautsprecher gibt es nicht. Allerdings gehört der Kopfhöreranschluss zum absoluten Standard, den Sie unter Umständen auch als Audio-Ausgang nutzen können.

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4. Beeinflusst der Frequenzbereich die Programmvielfalt?

FM oder UKW?

FM bedeutet Frequenzmodulation, AM entsprechend Amplitudenmodulation. Damit werden Methoden beschrieben, Musik beim Radio oder auch Daten in einem Funksignal unterzubringen. Mit UKW, also Ultrakurzwelle, ist hingegen ein Frequenzbereich gemeint und beschreibt wesentlich exakter den Empfangsbereich für Radioprogramme.

Entscheiden Sie sich für ein Taschenradio mit digitalem und analogem Empfang, erhalten Sie die größtmögliche Sendervielfalt. Das gilt nicht nur für Deutschland, auch europaweit zählen beiden Frequenzen mittlerweile zum Standard.

Außerhalb des Kontinents wird es hingegen schon schwieriger, über DAB+ etwas zu empfangen. Neben Australien und Südkorea finden sich kaum Länder mit regulärem Betrieb.

Mit einem Radio, das auf UKW und MW Programme empfängt, müssen Sie auf Ihre bekannten lokalen Sender nicht verzichten. Diese werden im Normalfall noch lange Zeit analog ausgesendet. Auf Mittelwelle gibt es zumindest in Deutschland keinen Sender mehr, in einigen Nachbarländern aber durchaus. Mit diesem Empfangsbereich ergibt sich für Sie gerade im Urlaub im Ausland zusätzliche Vielfalt.
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5. Taschenradio-Tests bei der Stiftung Warentest: Zu klein für die Konkurrenz

Unter anderem hat das Prüfinstitut 2013 und 2018 Radios untersucht. Einen Taschenradio-Testsieger gibt es unter den untersuchten Modellen leider nicht. Da insbesondere hoher Wert auf den Ton und vielfältige Funktionen wie Bluetooth oder Internetradio gelegt wurde, hätten die typischen Taschenradios der großen und zumeist teureren Konkurrenz nichts entgegenzusetzen.

Positiv anzumerken ist jedoch, dass nur ein einziges Radio wegen schlechter Verarbeitung durchgefallen ist. Ansonsten erhielten die getesteten Radios durchweg die Noten „Gut“ und in geringerer Zahl „Befriedigend“. Relativ oft tauchte der Name „Sony“ auf den vorderen Plätzen auf.

Ein paar zusätzliche Marken-Empfehlungen finden sich auf der DABplus-Seite. Zu den Herstellern, die dort genannt werden, zählen etwa:

  • Philips
  • Panasonic
  • Sangean
  • Sony
  • AEG
  • Blaupunkt
  • Technisat
  • Muse Audio

Tipp: Absolute Bestnoten beim Empfang vergab die Stiftung Warentest an Sony, Panasonic und Sangean.

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6. Fragen und Antworten zum Thema Taschenradio

6.1. Welche Batterien eignen sich am besten für ein Taschenradio?

Die Unterschiede bei den Batterien sind enorm groß, auch wenn sie bei den Größen AA oder AAA von außen zunächst einmal identisch erscheinen. Hier haben Sie die Wahl zwischen günstiger Discountware, des bei Aldi, Lidl und in vielen anderen Geschäften gibt, hochwertigen Markenbatterien für ein Vielfaches des Preises und Akkus, die Sie immer wieder aufladen können.

Für den gelegentlichen Einsatz genügen nicht nur bei einem günstigen Taschenradio die einfachsten Batterien, die sich zudem ohne viel Aufwand nachkaufen lassen. Steht dagegen eine lange Spieldauer im Mittelpunkt, können hochwertige Batterien zwei- bis dreimal länger durchhalten. Ähnliche Unterschiede gibt es auch bei den Akkus, deren Kapazität sich dank der Angabe der mAh gut vergleichen lässt.

Tipp: Wir von Vergleich.org empfehlen den Einsatz wiederaufladbarer Batterien. Sie haben die längste Lebensdauer und das Aufladen gelingt im passenden Ladegeräte ohne Probleme. Auch Stiftung Warentest empfiehlt deren Einsatz, da Sie nicht nur 150 Einweg-Batterien mit einem Akku ersetzen, sondern auch Geld sparen können.

6.2. Was ist das besondere an einem DAB-Radio?

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Auch wenn der Rucksack schon voll ist, findet sich für ein Taschenradio noch immer Platz.

Es werden keine analogen Signale übertragen, die per Modulation in Musik umgewandelt werden können, sondern digitale Signale, die im Grunde eine komprimierte Musikdatei enthalten.

Dadurch wird aus einem DAB-Radio nie ein Rauschen zu hören sein. Ist das Signal zu schwach, verstummt es einfach. Allerdings kann durch den Einsatz verschiedener Verfahren selbst bei schlechtem Empfang noch störungsfrei Musik gespielt werden. Neben dem höherwertigen Klang im Vergleich zu UKW ist auch die Übertragung von Zusatzinformation zur gespielten Musik oder wichtigen Schlagzeilen über DAB+ umfangreicher als beim analogen Radio.