Das Wichtigste in Kürze
  • Achten Sie bei Fully-Mountainbikes auf gut verarbeitete Komponenten. Da bereits gute Schaltgruppen, Federelemente und Bremsen nicht ganz günstig sind, sollten Sie sehr preiswerte Produkte eher skeptisch betrachten. Hochwertige Fullys fangen etwa bei knapp unter 1.000 Euro an, wobei die Preisgrenze nach oben hin offen ist.
  • Natürlich können Sie auch ein preiswertes Bike für wenige hundert Euro erwerben, allerdings sollten Sie dieses aus Sicherheitsgründen dann nur auf leichten Strecken und nicht in schwierigem Gelände verwenden.
  • Der Federweg spielt für den Einsatzzweck Ihres Mountainbikes eine wichtige Rolle. Grundsätzlich gilt, dass bei steilen Abfahrten auf unbefestigten Wegen größere Federwege von Vorteil sind. Bei häufigen Bergauffahrten und Touren wird hingegen eine weniger starke Federung als angenehm empfunden.

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Full-Suspension-MTBs sind aus dem Mountainbike-Sport bereits seit etlichen Jahren nicht mehr wegzudenken. Dieser hat sich über die Jahrzehnte derart rasant weiterentwickelt, dass sich neben komplett ungefederten Rigid-Bikes auch sogenannte Hardtail- (also nur an der Gabel gefederte) und Full-Suspension- (also vollgefederte) Mountainbikes herausgebildet haben.

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Egal ob Fully-Mountainbike mit 29 Zoll oder 26 Zoll: Full-Suspension-Mountainbikes eignen sich besonders für steile Bergabfahrten.

Viele Disziplinen im modernen Mountainbike-Sport sind mittlerweile ohne MTB-Fully nicht mehr ausführbar. Hierzu gehören u. a. Downhill, Freeride oder Enduro. Die zunehmende Spezialisierung hat jedoch auch dazu geführt, dass jede Sportart andere Anforderungen an Ihr Mountainbike und dessen Ausstattung und Gewicht stellt.

Verschiedene Fully-Mountainbike-Tests im Internet zeigen bspw., dass der Federweg ein entscheidendes Kriterium für Sie ist, wenn Sie sich ein vollgefedertes Mountainbike zulegen möchten. In unserem MTB-Fully-Vergleich 2020 haben wir hierzu die wichtigsten Angaben übersichtlich für Sie aufbereitet. Unsere anschließende Kaufberatung klärt Sie zudem über relevante Komponenten auf und sagt Ihnen, welcher Federweg sich für welche Einsatzgebiete besonders gut eignet.

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1. Verarbeitungsqualität: Setzen Sie auf wertige Komponenten

Carbon als Material

Im hochpreisigen Bereich sind MTB-Fully-Rahmen häufig aus Carbon gefertigt. MTB-Fully-Tests haben gezeigt, dass dieses Material gegenüber Aluminium oder Stahl einige wichtige Vorteile mit sich bringt.

Zum einen lassen sich dadurch sehr leichte Fahrräder herstellen, wie sie bspw. beim Cross Country benötigt werden. Aber auch All-Mountain- oder Enduro-Fullys können dank eines Rahmens aus Carbon ein deutlich geringeres Gewicht auf die Waage bringen als Bikes aus Aluminium. Zum anderen sind Carbonräder komplett korrosionsfrei.

Ein wesentlicher Nachteil des Materials ist neben dem hohen Preis lediglich seine Empfindlichkeit bei Stürzen. Sollten Sie also Extremsituationen suchen, bei denen es häufiger zu Stürzen 0der heftigen Schlägen kommen könnte, sollten Sie ggf. lieber auf Produkte aus Aluminium zurückgreifen.

Unabhängig davon, ob Sie sich für ein Bike einer bekannten Marke wie Ghost, Scott, Cube, Haibike oder Bulls entscheiden oder doch lieber zu einem Produkt eines Ihnen bis dahin unbekannten Herstellers greifen, sollten Sie unbedingt die Verarbeitungsqualität im Auge behalten. Für die Praxis bedeutet das, nicht unmittelbar zu besonders günstigen Fully-Mountainbikes zu greifen, sondern eher etwas höherpreisige Modelle zu wählen.

Zwar ist nicht zwingend das beste MTB-Fully immer auch das teuerste, dennoch gilt, dass ein höherer Kaufpreis die Ausstattung des Fahrrades mit hochwertigen Komponenten garantiert. Stellen Sie sich die Zusammensetzung des Gesamtpreises als Addition der Kosten sämtlicher Komponenten vor. Falls Sie nun bspw. ein MTB-Fully kaufen, das Sie bei Lidl für 200 oder 300 Euro gefunden haben, kann man sich gut vorstellen, dass Bremsen, Schaltung oder Federelemente nicht sonderlich gut verarbeitet sein können.

In der Regel kosten nämlich bereits gute Schaltungen von Shimano oder SRAM mehr als 100 Euro. Hochwertige Federgabeln der Hersteller Fox oder RockShox liegen sogar häufig komplett über dem Gesamtbudget eines günstigen Full-Suspension-MTBs. Entsprechend sollten Sie besonders preiswerte Bikes höchstens für normale Touren auf befestigten Straßen einsetzen. Für den Einsatz in schwierigem Gelände sind die oft nur durchschnittlich verarbeiteten Komponenten nämlich kaum geeignet.

Qualität hat ihren Preis: Ein ordentliches MTB-Fully werden Sie vermutlich nur selten für unter 1.000 Euro finden. Richtig gute Modelle fangen etwa ab 1.300 Euro an. Preislich gesehen sind nach oben kaum Grenzen gesetzt.

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2. Schaltung und Gänge: Warum sollte man die Schaltgruppen-Qualität und Übersetzung beachten?

Immer wieder hält sich vor allem bei Neulingen im Mountainbike-Sport die Behauptung, dass eine höhere Anzahl an Gängen ein Indiz für eine gute Schaltung ist. Fakt ist jedoch, dass dies an der Realität vollkommen vorbeigeht. Ob eine Schaltung hochwertig ist oder nicht, entscheidet sich nämlich vor allem durch die Schaltgruppe selbst.

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MTB-Schaltgruppen gibt es für diverse Bikes in unterschiedlichen Qualitäten und Preisklassen.

Die führenden Hersteller in diesem Bereich sind vor allem Shimano und SRAM. Egal ob 29-Zoll-, 27,5-Zoll oder 26-Zoll-Fully – beide Produzenten haben unabhängig von Reifen- und Rahmengröße für jedes Mountainbike passende Schaltgruppen parat.

Diese unterscheiden sich hinsichtlich des verwendeten Materials ebenso wie bei Gewicht und Qualität, um den verschiedensten Bedürfnissen gerecht zu werden, sodass sowohl anspruchslose Einsteiger, ambitionierte und fortgeschrittene Hobbyfahrer als auch professionelle Mountainbiker mit hohen Ansprüchen garantiert fündig werden.

Was ist eine Schaltgruppe? Eine Schaltgruppe umfasst nicht nur eine einzelne Komponente eines Fahrrades, sondern eine thematisch zusammenhängende Gruppe. Hierzu gehören bei Schaltungen normalerweise Schaltwerk, Kurbel, Schalthebel, Kassette, Kette, Innenlager und Umwerfer.

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Bei günstigen Fullys werden Sie häufig die Shimano-Schaltgruppe Tourney vorfinden. Diese ist nicht MTB-spezifisch, sondern findet auch an anderen Fahrrad-Typen Verwendung (im Bild: Bergsteiger Kodiak).

Bei der Bewertung der Leistungsfähigkeit von Schaltungen ist außerdem der Gesamtübersetzungsbereich ein relevantes Kriterium. Er bezeichnet das Verhältnis vom niedrigsten zum höchsten Gang, setzt also die Strecke, die bei einer Kurbelumdrehung in beiden Gängen jeweils zurückgelegt wird, in Beziehung zueinander.

Angegeben wird die Übersetzungsbreite in der Regel in Prozent, wobei eine besonders große Übersetzung eine vielseitigere Nutzung Ihres vollgefederten Mountainbikes erlaubt, als wenn diese eher klein ausfällt. Dies spielt vor allem bei Touren-Bikes (All-Mountain oder Enduro) eine größere Rolle, bei Downhill- oder Freeride-Fullys hingegen weniger.

Vergleich.org hält zudem eine möglichst gleichmäßige Abstufung bei den Gängen für empfehlenswert, da dies wesentliche Auswirkungen auf den Schalt- und Fahrkomfort hat.

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3. Bremsen: Sorgt Hydraulik für bessere Bremswirkung?

Vermutlich werden Sie auf dem Markt kaum mehr ein vollgefedertes Mountainbike finden, das nicht über Scheibenbremsen verfügt. Das liegt daran, dass Scheibenbremsen effektiver als Felgenbremsen arbeiten und darüber hinaus einen weiteren wesentlichen Vorteil mit sich bringen: Sie verschleißen kein tragendes Bauteil (Felge), sondern lediglich eine extra dafür konzipierte Bremsscheibe, die sich jederzeit problemlos und kostengünstig austauschen lässt.

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Scheibenbremsen gehören an guten Fully-MTBs mittlerweile zum Standard.

Innerhalb der Gruppe der Scheibenbremsen lassen sich hingegen mechanische und hydraulische Modelle voneinander unterscheiden. Mechanische Bremsen arbeiten mit einem sogenannten Bowdenzug, einem schmalen Drahtseil, das bei Betätigung des Bremshebels spannt und die Bremsbacken an die rotierende Bremsscheibe führt. Hydraulische Scheibenbremsen arbeiten hingegen mit einer Bremsflüssigkeit.

Grundsätzlich gilt: Hydraulische Bremsen sind mechanischen überlegen, da sie Reibungsverluste minimieren und sich die Bremskraft besser dosieren lässt. Dafür kostet diese Art der Scheibenbremsen in der Regel auch deutlich mehr. Problematisch ist zudem die höhere Komplexität, die bei Defekten (insbesondere, wenn es Probleme mit der Bremsflüssigkeit gibt) nur erfahrenen Kennern eine entsprechende Reparatur erlaubt.

Vergleich.org rät: Sollten Sie ein Fully-Mountainbike mit Felgenbremsen für den Kauf in Betracht ziehen, möchten wir Ihnen mit Nachdruck davon abraten. Felgenbremsen gelten vor allem für die Ansprüche im Mountainbike-Sport als nicht (mehr) geeignet, sodass Sie ausschließlich ein Modell mit Scheibenbremsen wählen sollten.

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4. Federweg: Je schwerer das Gelände, desto mehr Federung ist nötig?

Mit dem Federweg wird der Weg bezeichnet, den die Federelemente maximal zurücklegen können, um Schlaglöcher im Boden auszugleichen. Der Einsatz von Federungen dient in erster Linie einer höheren Fahrstabilität, dem erhöhten Komfort, aber auch der Entlastung des menschlichen Körpers. Stöße und Schläge sollen bestmöglich abgefangen und nicht in ihrer gesamten Intensität auf den Fahrer übertragen werden.

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Bei steilen Bergabfahrten ist ein großer Federweg von Vorteil.

Vor allem bei Federgabeln an MTB-Fullys ist der Federweg stark abhängig vom jeweiligen Einsatzgebiet. MTB-Fully-Tests im Internet haben ergeben, dass vor allem bei Bergauffahrten ein Zuviel an Federweg eher als störend empfunden wird, wohingegen insbesondere bei Bergabfahrten im Freeride- und Downhill-Bereich ein möglichst großer Federweg für höhere Stabilität und Sicherheit sorgt.

Für die verschiedenen Einsatzzwecke halten wir folgende Federwege für das vordere Federelement (Gabel) für empfehlenswert: Für Cross Country und Four Cross sollte diese etwa bei 65 bis 110 bzw. 80 bis 120 Millimetern liegen. All-Mountain-Bikes sollten hingegen ca. 120 bis 160, Enduro-Fullys sogar bei 150 bis 180 Millimeter aufweisen.

Den größten Federweg benötigen Sie, wenn Sie Freeride oder Downhill als Sportart betreiben. Hier sollten Sie auf jeden Fall ein Modell mit 165 bis 200, bzw. 180 bis 250 Millimeter Gabeltauchtiefe wählen.

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5. Fragen und Antworten rund um das Thema Fully-Mountainbike

5.1. Welche Alternativen zum Fully-Mountainbike gibt es?

Ihnen ist beim Lesen möglicherweise aufgefallen, dass vielleicht ein anderer Mountainbike-Typ besser zu Ihnen passt? Dann schauen Sie, ob Sie in unserer nachfolgenden Tabelle eine passende Alternative zur Kategorie der Full-Suspension-Mountainbikes ohne entsprechende Federung des Rahmens finden:

Alternative Eigenschaften und Einsatzgebiete
Hardtail-Mountainbike

hardtail-mountainbike

  • Hardtail-Mountainbikes haben im Gegensatz zu vollgefederten Mountainbikes nur ein Federelement.
  • Sie verzichten auf eine Federung des Fahrradrahmens wie es beim Fully-MTB der Fall ist und verfügen somit lediglich über eine Federgabel.

Eignung:

+ gut für Four-Cross und Cross-Country geeignet (Rennen auf unbefestigten Straßen)
+ als Dirt-Jump oder Pumptrack-Bike geeignet (Tricks und Sprünge über Erdhügel)
- nicht als All-Mountain- oder Enduro-Mountainbike geeignet (Touren in den Bergen, im Flach- und Hügelland)
- nicht als Freeride- oder Downhill-Mountainbike einsetzbar (schnelle Abfahrten in schwierigem Gelände)
- nicht für Trial geeignet (Geschicklichkeitssprünge über und auf verschiedene Hindernisse)

Rigid-Mountainbike

rigid mountainbike

  • Rigid-Mountainbikes gelten als die klassische Variante der MTB, die komplett ohne Federelemente auskommen.
  • Diese frühen Formen der Mountainbikes sind in ihren Einsatzbereichen stark beschränkt.

Eignung:

+ gut für Trial geeignet (Geschicklichkeitssprünge über und auf verschiedene Hindernisse)
- nicht für All-Mountain- oder Enduro geeignet (Touren in den Bergen, im Flach- und Hügelland)
- nicht auf Freeride- oder Downhill-Strecken einsetzbar (schnelle Abfahrten in schwierigem Gelände)
- nicht für Dirt-Jump oder Pumptrack geeignet (Tricks und Sprünge über Erdhügel)
- nicht für Four-Cross und Cross-Country geeignet (Rennen auf unbefestigten Straßen)

Doch lieber ein Hardtail- oder Rigid-Mountainbike? In diesem Fall empfiehlt die Vergleich.org-Redaktion: Werfen Sie doch mal einen Blick in unseren Mountainbike-Vergleich oder unseren 29-Zoll-Mountainbike-Vergleich. Hier werden Sie bestimmt fündig.

5.2. Gibt es auch E-Bikes als Fully-Version?

Selbstverständlich finden Sie unter den Modellen der zahlreichen Marken und Herstellern auch E-MTB-Fullys. Besonders wenn Sie häufig steile Anstiege in den Bergen zu bewältigen haben, kann sich die Anschaffung eines entsprechenden E-Fully-Mountainbikes für Sie lohnen.

5.3. Hat die Stiftung Warentest bereits einen MTB-Fully-Test durchgeführt?

Die Stiftung Warentest hat bisher keinen Fully-Mountainbike-Testsieger gekürt und sich bisher auch nicht mit dem Thema Mountainbikes auseinandergesetzt. Der letzte Test zum Thema Fahrräder liegt beim bekannten Prüfinstitut auch bereits etwas zurück. Im Jahr 2017 testete die Stiftung 20 Trekkingräder jeweils in der Herren- und Damenvariante.