Das Wichtigste in Kürze
  • Ihr Kugelkopf muss zur Kamera passen. Für eine Kompaktkamera kann ein kleiner Stativkopf mit Kugel gerade unterwegs besonders geeignet sein. Bei einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) steht dagegen die Stabilität im Vordergrund.
  • Fast unbesorgt können Sie bei den verbauten Gewinden sein. Nahezu jedes Stativ hat einen 3/8-Zoll-Anschluss, während Fotokameras in der Regel 1/4 Zoll große Gewinde besitzen.
  • Die exakte Ausrichtung gelingt mit einer Wasserwaage. Meist Libelle genannt sorgt sie für die horizontale Ausrichtung, die vor allem im Gelände ansonsten schwierig sein kann.

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Vom perfekten Panoramabild bis zur Mehrfachbelichtung in fester Position erweitert der Kugelkopf Ihre Möglichkeiten bei der Fotografie mit Stativ deutlich. Wegen der geringen Größe, die üblicherweise 10 cm nicht überschreitet, findet er in jedem Fotorucksack Platz und ergänzt Ihre Ausrüstung sinnvoll.

Lesen Sie in unserem Kugelkopf-Vergleich 2020, welche Besonderheiten beim Kugelgelenk zu beachten sind, wann eine hohe Belastbarkeit wirklich wichtig wird und wie Sie die richtige Schnellkupplung auswählen.

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1. Was muss jeder Stativkopf mit Kugelgelenk leisten?

Nicht nur in der Kameratasche eines Profifotografen ist ein Kugelkopf für das Stativ gut aufgehoben. Die feste Arretierung und die schwenk- sowie drehbare Konstruktion erlauben in den verschiedensten Situationen genau die richtige Position, den optimalen Kamerawinkel einzustellen. Mit einem Neiger als Stativkopf gelingt das ebenfalls, aber während dort die Winkel einzeln eingestellt werden für maximale Präzision, können Sie den Kugelkopf mit einer Schraube bewegen und feststellen.

Selbst die kleinsten Kugelköpfe sind üblicherweise starr genug für jede Kompaktkamera und mit der passenden Halterung auch für Smartphone oder Action-Cam. Das Gewinde am Kugelkopf mit 1/4 Zoll passt fast immer und im Boden findet sich im Allgemeinen ein 3/8-Zoll-Anschluss. Beide Gewindegrößen sind Standardwerte, die eigentlich stets eingehalten werden. Deshalb lässt sich im Grunde jeder Kugelkopf mit beliebigen Stativen und Kameras unabhängig von der Qualität, Größe und dem konkreten Anwendungsfall verbinden.

Fazit: Wenn Sie nicht gerade Fotos auf einer Feier schießen oder auf Städtereise sind, gibt es stets Gelegenheiten, in denen der Kugelkopf in der Fototasche nicht fehlen sollte. Das passende Stativ vorausgesetzt, gelingen auch mit einer ganz normalen Kamera Makroaufnahmen und Langzeitbelichtungen deutlich besser und individueller, wenn Sie bei der Einstellung der Betrachtungswinkel so frei sind wie mit einem Kugelkopf.

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2. Variieren die Bestandteile der Kugelköpfe stark?

Wie sich auch in den verschiedensten Kugelkopf-Tests im Internet nachverfolgen lässt, gibt es beim grundlegenden Aufbau der Kugelkopf-Typen kaum größere Unterschiede. Erst im Detail treten die Abweichungen auf, die darüber entscheiden, wie vielseitig Sie den Kugelkopf einsetzen können. Eine genaue Auswertung zu den wichtigen Komponenten und ihren Funktionen ist deshalb sehr hilfreich.

Bestandteil Eigenschaften
Basis
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  • 3/8-Zollgewinde am Kugelkopf für das Stativ
  • zusätzliches Drehgelenk mit Gradanzeige für Panorama
  • Libelle zur horizontalen Ausrichtung des Stativs
Kugelgelenk
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  • senkrecht kippbar über Hochkantaussparung
  • große Kugel besonders stabil
  • mit einer Friktionskontrolle lassen sich schwere Kameras besser handhaben
  • längerer Griff an der Oberseite erleichtert genaues Einstellen
Kameraplatte
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  • mit 1/4-Zoll-Gewinde am Kugelkopf gelingt Anschluss an fast jede Kamera
  • zwei Libellen erlauben genaue Ausrichtung
  • mit zusätzlichen Schnellwechselplatten können Kamera und Zubehör leicht getauscht werden
Nicht alles ist wichtig: Selbst der beste Kugelkopf muss nicht alle diese Eigenschaften besitzen. Für Porträts oder Makros braucht es zum Beispiel keine Wasserwaagen. Auch das Drehgelenk an der Basis kommt wegen der frei beweglichen Kugel nicht immer zum Einsatz.

Weniger der Platz im Fotorucksack als vielmehr die Größe der Kamera entscheidet über die richtige Wahl. Zu einer kleinen Kamera passt auch ein kleiner Stativkopf mit Kugelgelenk besser, der ähnlich leicht und kompakt ist und vor allem kaum Gewicht halten muss. Dann bleibt zum Beispiel die Einstellbarkeit der Reibungskraft in der Regel ungenutzt und Sie sind mit einem günstigen Kugelkopf mit weniger Funktionen unter Umständen besser beraten.

Arbeiten Sie zum Beispiel mit zusätzlichen Halteschienen oder mehreren Kameras parallel, sind eine überdurchschnittliche Tragfähigkeit und mehrere Wechselplatten wichtige Kaufargumente. Auch die exakte Positionierung, das Nachjustieren und eine horizontale Ausrichtung sind speziell im professionellen und semiprofessionellen Bereich wichtiger als bei der Hobbyfotografie.

Tipp: Wenn Sie einen Kugelkopf kaufen, um erste Erfahrungen damit zu sammeln, muss er zwar nicht gleich von Aldi stammen, aber wir von Vergleich.org empfehlen ein Modell mit weniger Extras. Wichtig sind zunächst einmal alle Drehgelenke, während mehrere Libellen oder Friktionskontrolle eher selten gefragt sind.

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3. Kaufberatung zu den Eigenschaften des Kugelkopfs

3.1. Die Kugel ist von zentraler Bedeutung

Friktion

Damit ist schlicht die Reibung zwischen der Kugel und ihrem Lager gemeint. Lässt diese sich in ihrer Kraft verändern, können Sie auch schwere Kameras leicht bewegen, ohne immer wieder die Feststellschraube zu lösen und anzuziehen.

Am Kugeldurchmesser lässt sich insbesondere die Stabilität ablesen. Je höher der Wert ist, umso geringer wirken sich zum Beispiel die Hebelkräfte aus, die durch eine seitlich oder schräg positionierte Kamera erzeugt werden.

Noch deutlicher nimmt mit dem Durchmesser zudem die Oberfläche der Kugel zu. Das Lager der Kugel wird dadurch größer ebenso wie die Auflagefläche für die Arretierschrauben und die Friktionskontrolle, sofern eine vorhanden ist.

Eine hohe Tragfähigkeit und Stabilität während der genauen Positionierung werden Sie nur mit einer entsprechend großen Kugel erreichen. 40 mm sind dabei ein guter Richtwert. Aber auch mit einem Mini-Kugelkopf und dem passenden Tripod lassen sich Kompaktkameras und kleine Systemkameras gut verwenden.

Einige Hersteller setzen darüber hinaus ganz besondere Materialien für die Kugel ein, wie Gitzo es mit Wolframdisulfid vormacht. Die Vorteile sprechen für sich, sind aber nicht immer gefragt:

  • sehr hart für lange Haltbarkeit
  • hohe Tragfähigkeit durch robustes Material
  • Alterung der Oberfläche fast ausgeschlossen
  • sehr hohe Herstellungskosten
  • nur im Dauereinsatz sinnvoll

3.2. Technische Daten nicht nur auf Reisen wichtig

fotografieren-mit-stativ-und-kugelkopf

Mit Kugelkopf können Sie die Kameraposition beliebig einstellen und Ihr Motiv perfekt einfangen.

Wollen Sie auch in einer kleinen Fototasche Stativ und Kugelkopf mitnehmen, stehen das Gewicht in g und die Höhe in mm im Mittelpunkt. Anhand der Marke Manfrotto lassen sich die Unterschiede deutlich illustrieren: Während der Manfrotto-Kugelkopf MH492-BH nur 140 g wiegt und 65 mm lang ist und in die Kategorie „Mini“ fällt, bringt der MHXPRO fast das Vierfache auf die Waage und ist doppelt so lang.

In einer kleinen Kameratasche, in der schon der kompakte Tripod nur mit Mühe zu verstauen ist, ist ein ebenso kleiner und leichter Kugelkopf natürlich sinnvoll. Andererseits ist selbst der größte und schwerste Kugelkopf in einer umfangreichen Fotoausrüstung noch eines der kleinen Bestandteile.

Arbeiten Sie mit einem großen Kamerastativ, dann sollte vor allem die Tragfähigkeit des Kugelgelenks im Mittelpunkt stehen. Während kleine Stativköpfe oft nur wenige kg aushalten, was speziell für Kompaktkameras vollkommen genügt, erreichen große Kugelköpfe 10 oder mehr kg. Damit können Spiegelreflexkameras mit Teleobjektiven und andere schwere Technik mühelos fixiert werden.

Tipp: Haben Sie weiteres Zubehör wie zum Beispiel Befestigungsschienen im Einsatz, wirken zusätzliche Hebelkräfte auf den Stativkopf. Wir von Vergleich.org empfehlen deshalb, bei der Tragfähigkeit lieber deutlich über dem Gewicht der Kamera anzusetzen als ein instabiles Gelenk zu riskieren.

3.3. Libellen zeigen die Ausrichtung an

Mit Wasserwaagen können Sie die genaue Ausrichtung der Kamera einstellen. Mindestens zwei solcher Libellen sollten am oberen Teil des Kugelkopfs vorhanden sein, damit die Kamera genau in horizontale Ebene gebracht werden kann. Je länger jede Libelle dabei ist, umso einfacher lässt sie sich ablesen und auch einstellen.

Bei einigen Kugelköpfen findet sich auch an der Basis eine Libelle. Diese dient dazu, auch das Stativ selbst horizontal ausrichten zu können, um beispielsweise eine 360-Grad-Fotografie zu generieren. Viele Dreibeine besitzen jedoch bereits eine eingebaute Wasserwaage, sodass dieses Extra gar nicht notwendig ist.

Tipp: Grundlegend genügt eine einzelne punktförmige Libelle, um die Kamera auszurichten. Haben Sie jedoch die Wahl, empfehlen wir von Vergleich.org zwei separate Anzeigen, da die Ausrichtung damit wesentlich genauer wird.

3.4. Anbauteile bringen zusätzliche Funktionen

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Bei schwierigen Lichtverhältnissen sind Stative mit Kugelkopf sehr hilfreich.

Wie unterschiedliche Kugelkopf-Tests im Internet zeigen, darf auch der Blick auf die Extras und Zusatzausstattungen nicht fehlen. Besonders wichtig sind hierbei die Schnellkupplungen, die einen zügigen Auf- und Abbau erlauben und Ihnen das Schrauben ersparen.

Vor allem bei Einsatz mehrerer Kameras sind vormontierte Schnellwechselplatten sinnvoll eingesetzt. Mit einer Einrastfunktion sitzen Sie in der Regel fest und sicher, aber natürlich niemals genauso fest wie durch das direkte Einschrauben in das Gewinde der Kamera.

Obwohl die meisten Modelle „Arca-Swiss-kompatibel“ sind, also einem Standard folgen, zeigt zum Beispiel der Blog augenblicke-eingefangen, dass es Ausnahmen gibt und es leider keine Universal-Platte für alle Stativköpfe und Kameras gibt. Um keinen teuren Sturzschaden zu riskieren, ist es deshalb am sichersten, Platten und Verschluss immer vom selben Hersteller zu nehmen.

Einige Anbauten erlauben zusätzlichen Komfort. Statt kleiner Einstellrädchen gibt es mitunter längere Griffe zum Einstellen der Kugelköpfe. Mit diesen können Sie genauer eine Position bestimmen und fixieren, was besonders bei schwerer Kameratechnik wichtig wird.

Mit einem Blitzschuh-Adapter haben Sie bei kleinen Kugelköpfen die Möglichkeit, diese etwa auf einer Spiegelreflexkamera zu montieren oder dort eine zusätzliche Videokamera oder LED-Licht variabel anzubringen.

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4. Verschiedene Kugelkopf-Tests im Internet: Steht die Tragfähigkeit im Mittelpunkt?

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Selbst der biegsamste Tripod wird erst mit Kugelkopf wirklich variabel.

Bei Stiftung Warentest finden sich leider keine näheren Informationen zu Stativköpfen und deshalb auch keine Kugelkopf-Testsieger. Sehr ausführlich, aber leider auch ziemlich unübersichtlich ist der Kugelkopf-Test bei Traumflieger.de gestaltet.

Er konzentriert sich sehr stark an der Belastbarkeit des Kugelgelenks, woraus sich die weiteren Werte ergeben. Sollten Sie also kein allzu schweres Equipment mit 10 kg oder mehr nutzen, bleibt die Aussagekraft überschaubar. Interessant bleibt aber die Preis-Leistungs-Angabe, bei der ebenfalls die Tragfähigkeit hineinspielt. Gleich drei Kugelköpfe von Rollei liegen hier auf den ersten drei Plätzen.

Generell können Sie sich an den bekannten Hersteller von Fotoausrüstung orientieren. Diese stehen mit ihrem Namen für die jeweiligen Produkte ein und auch bei der Kompatibilität der Schnellkupplungen werden wahrscheinlich keine bösen Überraschungen warten.

Zu den populären Marken zählen etwa:

  • Manfrotto
  • Joby
  • Rollei
  • Nikon
  • Panasonic
  • Mantona
  • Sirui
  • Novoflex
  • Benro
  • Gitzo

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5. Häufig gestellte Fragen zum Thema Kugelkopf

5.1. Welche Libellen sind am wichtigsten beim Kugelkopf?

Kommen Sie nur selten in die Verlegenheit, Ihre Kamera exakt auszurichten, genügt eine einzelne Libelle an der Kameraplatte, um relativ verlässlich eine horizontale Einstellung zu gewährleisten.

Bei aufwendigen Panorama-Aufnahmen dagegen sollten Sie eher auf zwei lange Wasserwaagen in rechtwinkliger Anordnung vertrauen und an der Basis sollte eine weitere Wasserwaage sein. So können Sie Stativ und Kamera präzise einstellen und erzielen die gewünschten Ergebnisse.

Übrigens: Libelle kommt vom lateinischen libella und bedeutet Ebene. Die Libelle wurde wegen des ähnlichen Kopfes wahrscheinlich nach diesem Instrument zur Bestimmung der Ebene benannt.

5.2. Gibt es standardisierte Wechselplatten für Kugelköpfe?

In der Regel geben alle Hersteller an, dass die Platten für die Schnellkupplung „Arca-Swiss-kompatibel“ sind. Das bedeutet, dass zum Beispiel Kugelköpfe von Rollei mit Schnellkupplung zu den Wechselplatten von Manfrotto passen sollten.

Bevor Sie eine solche gemischte Kombination verwenden, prüfen Sie deren Passgenauigkeit und Stabilität aber genau. Bei manchen Platten hat sich gezeigt, dass die Verriegelung zum Beispiel nicht mehr exakt und zuverlässig funktioniert, was bei der teuren Fototechnik natürlich fatal enden kann.