Das Wichtigste in Kürze
  • Gerade auf Reisen kann ein Stativ wichtig werden – extra für solche Zwecke entwickelte Reisestative sind dabei vergleichsweise leichtgewichtig und weisen ein kleines Packmaß auf.
  • Klassische Dreibeinstative (Tripods) eignen sich bestens für Naturfotografie, mit Einbeinstativen (Monopods) hingegen können Sie auch ansonsten schwer einsehbare Orte einsehen und die Kamera beim Filmen bereits deutlich gleichmäßiger halten.
  • Achten Sie beim Kauf eines Mini-Stativs für Ihre Reisen auf einen möglichst unkomplizierten Aufbau und – falls Sie eine größere Kamera mit schweren Objektiven verwenden – auf eine entsprechend hohe Standfestigkeit.

reisestativ-test

Der Umsatz mit Reisestativen steigt in der Bundesrepublik seit einiger Zeit bereits stetig an (Quelle: GfK/Photoindustrie-Verband) – und dafür gibt es gute Gründe: So modern der Sensor Ihrer Kamera auch sein mag – gegen schlechte Lichtverhältnisse helfen auch die besten ISO-Werte nicht. Damit Ihre Fotos auch beim Reisen scharf bleiben und die Motive nicht verwackeln, ist das richtige Mini-Stativ unabdingbar.

In unserem Reisestativ-Vergleich 2020 haben wir die derzeit besten Reisestative genauer unter die Lupe genommen und verraten Ihnen in der folgenden Kaufberatung nicht nur, welcher Stativ-Typ der richtige für Sie ist, sondern auch, welche Zusatz-Ausstattung relevant sein kann und auf welche Sie notfalls verzichten können.

1. Perfekt für unterwegs: Gibt es für jeden Anlass das richtige Reise-Stativ?

reisestativ-joby

Dieses Reisestativ von Joby (der so genannte Gorillapod) eignet sich dank seiner Anpassungsfähigkeit für Fotogelegenheiten an den außergewöhnlichsten Orten.

An ein Stativ, welches Sie auf Ihren Reisen begleiten soll, sollten Sie andere Maßstäbe anlegen als eines, mit dem Sie zu Hause Filmaufnahmen machen oder bspw. im Fotostudio hantieren.

Ihr persönlicher Reisestativ-Testsieger sollte einerseits ein geringes Gewicht sowie ein möglichst niedriges Packmaß aufweisen, andererseits leicht zu handhaben und vor allem standfest sein.

Im Gegensatz zu regulären Stativen, die durchaus gewichtig und sogar sperrig sein dürfen, gilt es, bei einem Reise-Fotostativ den perfekten Mittelwert aus Gewicht/Packmaß und Leistungsfähigkeit zu finden – je nach Ihren invididuellen Anforderungen.

Reisestative lassen sich grob in drei verschiedene Typen aufteilen, die wir Ihnen in der folgenden Tabelle ausführlicher beschreiben:

Reisestativ-Typ Beschreibung
Einbein-Stativ (Monopod)

reisestativ-amazonbasics-einbeinstativ

Einbeinstative bzw. Monopods wirken den sehr viel gebräuchlicheren Dreibeinstativen auf den ersten Blick weit überlegen – aber weit gefehlt!

Schon ein einfacher Monopod sorgt für einen spürbar gleichmäßigeren Halt Ihrer Kamera, vor allem, wenn sich an dieser noch ein schweres Objektiv befindet.

spürbare Erleichterung für Arme und Hände beim Filmen
bestens geeignet für Panoramafotos
Aufnahmen von andernfalls schwer einsehbaren Perspektiven möglich (Mauern, Zäune, Menschenansammlungen)
besonders kleine und kompakte Form

x keine übermäßig langen Belichtungszeiten (über 1 Sekunde) möglich
x für Zeitraffer-Aufnahmen nur bedingt geeignet
x Monopods mit Standspinne sind vergleichsweise wackelig

Dreibeinstativ (Tripod)

reisestativ-cullmann

Der Klassiker unter den Stativen – der so genannte Tripod. Ohne diesen wären weder scharfe Aufnahmen im Dunkeln noch in der Abend- oder Morgendämmerung möglich und auch Langzeitbelichtungen sowie ansprechende Zeitraffer-Darstellungen sind ohne Stativ bereits problematisch.

bestens geeignet für Naturfotografie und vergleichsweise unebenes Terrain (bspw. bei Felsen, an Stränden oder im Gebirge)
für Zeitrafferaufnahmen (Time lapses) sowie Langzeitbelichtungen unverzichtbar
halten je nach Modell auch schwere Objektive aus (etwa 5 bis 10 kg)
einige Modelle auch als Einbeinstative verwendbar

x vergleichsweise schwer und sperrig
x mitunter große Qualitätsschwankungen

Klemmstativ

reisestativ-joby

Sogenannte Klemmstative sind bisher noch relativ unbekannt, werden aber unter Hobby-Fotografen stets beliebter – am weitesten verbreitet ist dabei der Gorillapod von Joby.

Während das klassische Klemmstativ schlicht an einen Tisch oder jede andere freie Fläche geklemmt werden kann, sind Klemmstative mit flexiblen Beinen besonders zum Reisen geeignet. Sie können überall dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Dreibeinstative an ihre Grenzen kommen: bspw. an Zäunen oder in extrem unebenem Terrain.

sehr einfacher Transport
besonders flexibel einsetzbar
Modelle aus der Größenkategorie „High End“ besonders standfest (für Objektive bis zu 5 kg Gewicht)
eignen sich besonders gut zum Vlogging (Video-Logging) sowie für Selbstaufnahmen (Selfies)

x mitunter gewöhnungsbedürftige Handhabung
x weniger gut geeignet für weichen Untergrund (bspw. am Strand)

Achtung beim Ablegen: Insbesondere Einbein- und Klemmstative kippen bei Unachtsamkeit gerne um und könnten so nicht nur Ihre Aufnahmen, sondern im schlimmsten Fall auch die Kamera und das Objektiv beschädigen.

2. Handhabung und Aufbau: Funktioniert Klicken besser als Drehen?

stativ-test-vergleich-flip-lock-twist-lock

Bei Reisestativen mit Flip Lock (oben) ist der Aufbau für gewöhnlich etwas kraftaufwändiger, dafür aber auch zügiger – Drehverschluss-Stative müssen jeweils ganz auf- bzw. zugedreht werden, damit diese nicht versehentlich wieder zusammenrutschen.

Gerade beim Reisen und bei Aufnahmen in der (sich stets wandelnden) Natur muss es manchmal schnell gehen – umso wichtiger ist ein möglichst zügiger und unkomplizierter Aufbau Ihres Reisestativs. Bei den meisten Stativen haben Sie mittlerweile die Wahl zwischen dem so genannten Twist Lock (Drehverschluss) und dem Flip Lock (Klickverschluss).

Nicht zu unterschätzen ist das Gewicht des Stativs: Ab ca. 900 Gramm gilt ein Modell bereits als vergleichsweise schwer, während Ministative unter 500 Gramm als relative Leichtgewichte durchgehen – einen Unterschied kann dies bereits im Flughafen beim Handgepäck oder später bei langen Wanderungen machen.

Nicht minder relevant ist das Packmaß: Während einige Exemplare in der Höhe auf bis zu 30 cm (und weniger) zusammengefaltet werden können, ist bei anderen das Minimum bereits bei ca. 45 cm erreicht. Ein genauer Blick lohnt sich also, wenn dies für Sie ein ausschlaggebendes Kriterium sein sollte.

reisestativ-sonnenuntergang-urlaub

3. Ausstattung: Dreibein- oder Einbeinstativ? Im Zweifel beides zugleich!

Reisestative unterscheiden sich nicht nur in den offensichtlichen Kriterien Verarbeitung und Stabilität, sondern auch hinsichtlich ihrer Ausstattung. Die wichtigsten Merkmale haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt:

  • reisestativ-tasche

    An den meisten Kamerataschen und Fotorucksäcken ist zusätzlich Platz für ein Reisestativ.

    Schaumstoff-Ummantelung: Diese sorgt für einen sicheren Halt der Stativbeine, bspw. wenn Ihre Finger an Regentagen oder in wärmeren Gefilden zu rutschig sind, um das Reisestativ sicher zu halten.

  • Wasserwaage: Hierdurch sind Sie stets darüber informiert, ob die von Ihnen genutzte Horizontallinie gerade genug verläuft bzw. besser korrigiert werden sollte – gerade bei Filmaufnahmen ist eine nachträgliche Korrektur nicht immer einfach oder gar unmöglich.
  • Tragetasche: Nicht jeder Hersteller von Reisestativen rüstet seine Modelle mit einer entsprechenden Transporttasche aus oder bietet diese höchstens als Zusatzutensil an. Unabhängig davon können wir eine für Ihr Stativ passende Tasche nur empfehlen.
reisestativ-nacht-urlaub-reisen

Reisestative eignen sich neben verwacklungsfreier Fotografie auch bestens als Videostative – gerade auch, wenn Sie vorhaben, verwacklungsfreie Aufnahmen mit Telezoomobjektiven zu machen.

4. Fragen und Antworten rund um das Reisestativ

Im Folgenden haben wir einige wichtige Fragen zum Thema für Sie aufgelistet, die für Sie relevant sein könnten, bevor Sie sich ein neues Reisestativ kaufen.

4.1. Was sind die beliebtesten Hersteller und Marken von Reisestativen?

Die folgenden Kamerastativ-Hersteller zählen zu den großen Namen:

  • Rollei
  • Hama
  • Manfrotto
  • Mantona
  • Tarion
  • Cullmann
  • Albott

Dem 1920 in Norddeutschland gegründeten Unternehmen Rollei gilt dabei durch dessen bewegte Firmengeschichte besondere Aufmerksamkeit – seit 2007 ist die Firma in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten, von denen eine bereits 2 Jahre später insolvent ging.

Wir wollen aber auch die anderen, bisher noch weniger bekannten Namen, nicht unerwähnt lassen:

  • AmazonBasics
  • Falcon Eyes
  • Feisol
  • Fotodiox
  • Hähnel
  • Ixium
  • Joby
  • Jusino
  • Walther-Werke
  • Wondlan
  • Xcsource
  • Triopo
  • TS Optics

reisestativ-landschaft, fotografieren, reisen

Was sagt die Stiftung Warentest?

Bisher gibt es noch keinen reinen Reisestativ-Test der Stiftung Warentest – die Kollegen dort veröffentlichten allerdings einen Beitrag zum generellen Vermeiden von verwackelten Bildern.

4.2. Wie befestige ich meine Digitalkamera auf dem Reisestativ?

So gut wie jede derzeit verfügbare Digital- oder Spiegelreflexkamera (DSLR-Kamera) verfügt über ein standardmäßiges Stativgewinde der Größe 1/4 Zoll, das mit den von uns verglichenen Reisestativen kompatibel ist.

Mit einer zusätzlichen Schnellwechselplatte, die Sie an Ihrer Kamera belassen können, wird Ihnen das wiederholte Anschrauben erspart. Diese Platte können Sie problemlos vom Stativkopf entfernen und je nach Belieben wieder anheften.