Das Wichtigste in Kürze
  • Die regelmäßige Anwendung von Bartöl bei der täglichen Bartpflege kann dabei helfen, den Bart weich zu machen und die Hautirritationen, die durch den Bartwuchs entstehen, einzudämmen und zu mindern.
  • Gute Bartöle beinhalten meist halbtrocknende und trocknende Öle wie z.B. Mandel-, Argan-, oder Jojobaöl, die eine niedrige Anzahl an ungesättigten Fettsäuren aufweisen. Der Zusatz von weiteren, ätherischen Ölen verleiht dabei dem Bart zusätzlich einen männlichen und anziehenden Duft.
  • Beim Kauf von Bartöl sollten Sie auf ein Produkt zurückgreifen, was möglichst ohne künstliche Zusatzstoffe und Konservierungsmittel auskommt. Diese können Ihre Haut reizen und im schlimmsten Fall Allergien und Hautirritationen hervorrufen.

Bartöl Test

Spätestens seit Stars und Sternchen wieder damit begonnen haben, in der Öffentlichkeit im Holzfällerstil ihren Rauschebart in Szene zu setzen, ist klar: Bärte liegen absolut im Trend. Über die Hälfte der deutschen Männer sind ständige oder zumindest gelegentliche Bartträger (Quelle: statista.de). Doch auch der richtige Bartwuchs will gelernt sein. Damit die Haarpracht im Gesicht weder spröde und trocken wirkt, noch kratzt oder juckt, sollten Sie Ihren Bart entsprechend pflegen.

Ein einfaches und beliebtes Mittel dazu ist Bartöl. Täglich ein paar Tropfen in den Bart und die Gesichtshaut massiert, soll diese Pflege Vollbart, Dreitagebart und Co. den nötigen Glanz verleihen. In unserem Bartöl-Vergleich 2020 haben wir uns für Sie unterschiedliche Typen und Produkte näher angeschaut und verraten Ihnen, welche Inhaltsstoffe das beste Bartöl auszeichnen, wie viel Öl Sie ab welcher Bartlänge anwenden sollten und wie Sie Bartöl richtig auftragen.

1. Wie wirken Bartöle?

Alternative Bartbalsambartbalsam

Neben klassischem Bartöl gibt es auch noch andere Kategorien von Bartpflege-Produkten wie z.B. Balsam oder Bartcreme. Im Gegensatz zu Bartöl haben diese eine cremige Konsistenz. Neben ihrer pflegenden Wirkung werden Bartcreme und Bartbalsam allerdings eher dazu genutzt, um Struktur und Halt in den Bart zu bekommen. Daher lohnt sich der Griff zu diesen Pflege- und Stylingmitteln eher, wenn Sie einen besonders langen Bart haben, den Sie gleichzeitig auch in Form bringen möchten.

vollbart bartoelWenn Sie sich einen Bart wachsen lassen möchten, werden Sie sicherlich schnell feststellen, dass der Weg zur perfekten Bartpracht mit einigen kleineren Hürden gepflastert ist. So kommt es vor, dass gerade am Anfang des Bartwuchses die Haut gereizt ist und Sie von Juckreiz geplagt werden. Leiden Sie zusätzlich unter trockener und sensibler Gesichtshaut, kann der Juckreiz besonders stark sein. Nicht selten kommt es in der Gegend rund um Wangen und Kinn infolgedessen zu Rötungen und kleinen Pickeln.

Die richtige Barthygiene und -pflege kann hier Abhilfe schaffen. Neben dem täglichen Waschen mit Shampoo hat die Anwendung von Bartöl vor allem drei Vorteile:

  1. Sie sorgt dafür, dass Feuchtigkeit im Haar eingeschlossen wird und es dadurch mehr Glanz verliehen bekommt.
  2. Sie beruhigt die Gesichtshaut, spendet ihr Feuchtigkeit und verhindert so Risse und Austrocknung.
  3. Sie verleiht einen angenehmen Duft.

Durch die Öle, die in den Bartpflege-Produkten enthalten sind, werden die Barthaare weicher, geschmeidig und glänzend. Dies lässt Ihren Bart nicht nur gesünder und voller aussehen, sondern verhindert auch Pieksen und Kratzen beim Küssen.

2. Wie wird ein Bartöl angewendet?

Am besten verwenden Sie Bartöl täglich nach der Reinigung Ihreres Bartes. Wie viel Sie dabei jeweils von Ihrem Produkt verwenden, hängt – neben der individuellen Präferenz – von Ihrer Bartlänge ab. Generell sollten Sie jedoch bei der Menge eher verhalten sein, denn von Bartöl benötigen Sie nicht viel.

Achtung: Verwenden Sie zuviel von Ihrem Bartöl, kann es passieren, dass Ihr Bart zu stark glänzt, Haare zusammenkleben und ein unangenehmer Ölfilm auf Ihrer Haut zurückbleibt. Deshalb gilt vor pipette oelallem am Anfang: Weniger ist mehr. Beginnen Sie zunächst lieber mit weniger Bartöl und tropfen Sie im Zweifelsfall lieber noch etwas nach.

Geben Sie eine kleine Menge an Öl auf Ihre Fingerspitze, bzw. träufeln Sie es mit einer Pipette direkt in den Bart. Anschließend massieren Sie das Bartöl in Haut und Haar ein.

Die folgende Übersicht soll Ihnen ein paar grobe Richtwerte an die Hand geben, wie viel Bartöl Sie verwenden sollten:

Bartlänge Unsere Empfehlung
Dreitagebart (Stoppeln)

bartoel drei tage bart

 

 

 

 

  • 1 x täglich
  • 2 – 3 Tropfen
Vollbart (ca. 3,5 cm)

vollbart

  • 1 x täglich
  • 4 – 5 Tropfen
Langer Bart (ab ca. 5 cm)

langer bart

  • 1 x täglich
  • 5 – 8 Tropfen
Sehr langer Bart (ab ca. 10 cm)

sehr langer bart

  • 1 x täglich
  • 10 Tropfen
Tipp: Unabhängig von der Menge sollten Sie darauf achten, das Öl gleichmäßig in den Barthaaren zu verteilen. Dazu eignen sich eine Bartbürste oder ein Bartkamm ganz hervorragend.

3. Kaufberatung für Bartöle: Achten Sie auf gute Öle und natürliche Inhaltsstoffe

bartoel-set

Schöne Geschenkidee: Bartöl im Set.

Ein Blick in diverse Haar- und Bart-Shops verrät: Die Auswahl an Herstellern und Marken von Bartölen ist relativ umfangreich. Auf der Suche nach gutem Bartöl sollten Sie verschiedene Kaufkriterien stets im Blick haben. Dies gilt insbesondere für die verwendeten Inhaltsstoffe und die Duftrichtung.

3.1. Das beste Bartöl sollte eine hohe Anzahl an nicht trocknenden Ölen enthalten

Als „nicht trocknende Öle“ werden Öle bezeichnet, die eine Anzahl an ungesättigten Fettsäuren von unter 20 % besitzen. Da sie nur recht langsam in die Haut einziehen, eignen sie sich hervorragend zur Pflege von trockener und strapazierter Haut. Zu den verwendeten nicht trocknenden Ölen, die Sie in vielen Arten von Bartölen finden können, gehören u.a.:

  • Jojobaöl
  • Mandelöl
  • Arganöl
  • und Avocadoöl.

„Halb-trockene Öle“ haben einen Anteil von 20 – 50 % an ungesättigten Fettsäuren und trocknende von über 50 %. Letztere ziehen besonders schnell ein und eignen sich für die Pflege von fettiger Haut. Da Bartöle aber speziell trockener und spröder Haut entgegenwirken sollen, sollten Sie ein Produkt mit vielen nicht trocknenden und halbtrocknenden Ölen bevorzugen.

oele baerte pflege

3.2. Konservierungsstoffe können Ihre Haut reizen

Bei unserem Vergleich von Bartölen haben wir schnell festgestellt, dass die besten und beliebtesten Produkte zum überwiegenden Teil natürliche Inhaltsstoffe besitzen. Parabene, die häufig als Konservierungsmittel eingesetzt werden, können Auslöser von Allergien sein und Ihre Gesichtshaut reizen. Daher raten wir Ihnen, zu einem Bartöl ohne chemische Zusätze zu greifen. Gleiches gilt für die verwendeten Düfte, die nach Möglichkeit auch auf natürlichen Duftstoffen basieren sollten.

Die Vor- und Nachteile von Bartölen mit natürlichen Inhaltsstoffen im Überblick:

  • sind besonders pflegend
  • lösen nur selten Allergien aus
  • stellen keine Gesundheitsgefahr dar
  • sind häufig etwas teurer
  • haben manchmal eine verringerte Haltbarkeit

3.3. Der Duft von Bartöl sollte nicht zu aufdringlich sein

Bartöle beinhalten in der Regel Duftstoffe, die oftmals von den Herstellern als „männlich“ oder „anziehend“ beschrieben werden. Häufig dienen ätherische Öle wie Zedern- oder Tannenöl als Duftgrundlage, aber auch Zitrusnoten sind in Bartölen sehr beliebt. Wenn Sie zusätzlich noch ein Parfüm oder ein Aftershave verwenden, sollten Sie darauf Acht geben, dass sich der Duft des Bartöls nicht mit diesem beißt.

Wir empfehlen: Parfümträgern raten wir, ein neutrales, geruchloses Bartöl zu kaufen. Dieses dient ausschließlich zur Pflege und vermischt sich nicht unangenehm mit Ihrem Parfüm.

3.4. Verpackung & Applikation: Eine lichtgeschützte Flasche verlängert die Haltbarkeit

licht flasche

Eine braune Flasche schützt vor Lichteinfall.

Die meisten Produkte haben entweder einen Schraubverschluss mit Pipette oder sind in Pumpspendern erhältlich. Bevorzugen Sie letzteres, dann müssen Sie das Öl zunächst auf Ihre Finger drücken und anschließend im Gesicht verteilen. Eine Pipette erlaubt das direkte Tröpfeln des Öls in die Barthaare.

Sie sollten darauf achten, Bartöl nach Möglichkeit in einer braunen Glas- oder Plastikflasche zu kaufen, in die keine Lichtstrahlen eindringen können. Dies hat den Grund, dass UV-Strahlen das Öl ranzig machen und die Haltbarkeit reduzieren können. Darüber hinaus können Lichtstrahlen durch Oxidation auch das allergieauslösende Potenzial mancher Inhaltsstoffe erhöhen. Daher sollten Sie das Bartöl nach Benutzung auch stets fest verschließen und es an einem lichtgeschützten Ort lagern.

4. Was sagen andere Bartöl-Tests?

Ökotest untersuchte in der Ausgabe Mai/2017 zuletzt Bartpflegemittel. Neben diversen Gelen und Balsamprodukten waren auch 11 Bartöle im Test. Davon erhielten vier Produkte die Gesamtnote „sehr gut“, zwei erhielten ein „befriedigend“, zwei weitere ein „ausreichend“, zwei die Note „mangelhaft“ und ein Produkt bekam ein „ungenügend“. Bartöl-Testsieger wurden das Brisk Bartöl For Men mit Teebaumöl, das Balea Men Bartöl, das Kastenbein & Bosch Bartöl Bio sowie das Bergland Bart & Gesicht Pflegeöl Männersache.

bartoel anwendung

Ob Bartöl von DM oder edles Brisk-Bartöl: Es funktioniert nur dann, wenn Sie es auch richtig anwenden.

Punktabzüge gab es von Ökotest aufgrund von enthaltenen chemischen Duftstoffen, Parabenen, Mineralölen und anderen potentiell gesundheitsschädigenden Stoffen.

Die Stiftung Warentest hatte bislang noch keine Bartöle im Test. Allerdings berichtete das Prüfungsinstitut in einer Meldung im Juli 2015 zum Thema Gesichtspflege, dass Dermatologen von der Verwendung von Bartöl abraten. Eine Ausnahme stelle hier besonders trockene Haut dar. Eine Begründung lieferte die Stiftung Warentest an dieser Stelle aber nicht.

5. Weiteres Wissenswertes zum Thema Bartöl

5.1. Kann ich Bartöl selbst machen?

Ja. Mit einigen wenigen Hausmitteln können Sie Bartöle im Handumdrehen selber herstellen. Dazu benötigen Sie lediglich ein paar kleine Fläschen, verschiedene Trägeröle sowie ein bis zwei ätherische Öle. Als Trägeröle bieten sich z.B. Kokosöl, Traubenkernöl, Jojoba- oder Mandelöl an. Auch bei den ätherischen Ölen können Sie sich ganz danach entscheiden, welcher Duft Ihnen am meisten zusagt. Im Folgenden möchten wir Ihnen eine mögliche Mischungen vorstellen:

Bartöl-Rezept:dreitagebart oel

  • 20 ml Mandelöl
  • 10 ml Jojobaöl
  • 2 Tropfen Teebaumöl
  • 2 Tropfen Orangenöl
  • 2 Tropfen Zimtöl

Alles mit einem Trichter in ein kleines Fläschchen füllen, gut schütteln und fest verschließen.

5.2. Wie oft sollte ich Bartöl verwenden?

In der Regel reicht die tägliche Anwendung von Bartöl direkt nach dem Waschen. Leiden Sie jedoch unter besonders trockener Haut, empfehlen wir Ihnen, Bartöl auch mehrmals am Tag anzuwenden. Es reichen dann jeweils nur ein paar Tropfen.