Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Sattelgurt verläuft am Bauch Ihres Pferdes und hält den Sattel gerade, fest und sicher auf dem Pferderücken, wobei er Ihr Pferd nicht in seiner Bewegung einschränkt.
  • Ledersattelgurte sind potenzielle Sattelgurt-Testsieger, weil sie sehr robust sind. Allerdings gibt es mittlerweile auch andere Material-Varianten, die günstiger sind. Baumwolle ist besonders natürlich, Neopren und Gummi sind sehr flexibel.
  • Um Ihrem Tier ein möglichst ungehindertes Laufen zu ermöglichen, gibt es mittlerweile unterschiedliche Sattelgurtformen auf dem Markt. Ein anatomischer Sattelgurt bietet Ihrem Pferd eine gute Ellenbogenfreiheit. Sonderformen verhindern das Hin- und Herrutschen des Sattels.

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Im Reitsport gilt ein ungeschriebens Gesetz: Reiten Sie Ihr Pferd mit Sattel, brauchen Sie einen Sattelgurt. Dieser sorgt dafür, dass der Sattel auf dem Rücken Ihres Pferdes hält. Welchen Sattelgurt Sie wählen, ist dabei Ihre Entscheidung.

Um diese Wahl nach einem Sattelgurt-Vergleich fällen zu können, sollten Sie natürlich wissen, worauf Sie achten müssen. Unsere Kaufberatung 2020 zeigt Ihnen: Die von Ihnen bevorzugte Reitsportart und die Anatomie Ihres Pferdes sind die wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Sattelgurts. Um den für Sie besten Sattelgurt zu finden, sollten Sie auf das Material und den Schnitt des Sattelgurts achten. In unserem Ratgeber verraten wir Ihnen auch, wie Sie vor dem Kauf Ihr Pferd richtig vermessen.

1. Zählen bei der Wahl des passenden Sattelsgurts der Reitsport und die Anatomie des Pferdes?

Um einen Sattelgurt auszuwählen, der seinen Zweck erfüllt, muss er unter zwei Haupt-Gesichtspunkten ausgewählt werden:

  1. Zum einen entscheidet die Reitsportart darüber, welcher Sattelgurt geeignet ist.
  2. Zum anderen entscheidet auch die Anatomie des Pferdes darüber, welcher Sattelgurt der passende ist.

1.1. Kurzgurte sind fürs Dressur- und Distanzreiten gut geeignet

In Sattelgurt-Tests im Internet zeigt sich: Für jede Reitsportart wird ein anderer Sattelgurt empfohlen – und das aus gutem Grund.

Welcher Sattelgurt zum Westernreiten, Springen, Dressurreiten und Distanzreiten geeignet ist, zeigt Ihnen diese Tabelle:

Reitsportart Sattelgurt-Typ
Westernreiten

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Beim Westernreiten wird üblicherweise ein Sattelgurt mit einer großen Schnalle benutzt. Bei der Western-Spezialdisziplin „Cutting“ benutzen Sie am besten zwei Sattelgurte, damit Sie bei extremen Bewegungen sicher im Sattel sitzen und dieser nicht verrutschen kann.
Englischer Reitstil

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Beim englischen Reitstil wird üblicherweise ein Sattelgurt mit zwei kleinen Schnallen benutzt.
Springreiten

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Wenn Sie das Springreiten ausüben, sollten Sie unbedingt einen Sattelgurt mit Ledereinsatz wählen. Dieser dient als Stollenschutz, der den Bauch des Pferdes vor Verletzungen schützt.
Dressurreiten

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Beim Dressurreiten muss Ihr Pferd auf Anweisungen durch kleinste Bewegung Ihrerseits reagieren. Die Schenkellage muss unbedingt störungsfrei sein. Deshalb wird bei dieser Sportart ein Kurzgurt von 40 bis 90 Zentimetern verwendet.

Zum Vergleich: Ein Standard-Sattelgurt misst 115 bis 145 Zentimeter. Wenn Ihnen die Dressur gelingen soll, dann achten Sie außerdem darauf, dass die Gurtschnallen die Bewegungsfreiheit des Pferde-Ellenbogens nicht beeinträchtigen. Das macht einen Dressurtgurt aus.

Distanzreiten

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Beim Distanzreiten geht es darum, eine größere Entfernung von bis zu 160 Kilometern schnell zu meistern. Hierfür sollten Sie gut und sicher im Sattel sitzen. Deswegen ist hier ein Kurzgurt besser geeignet.

Zusammenfassung von Vergleich.org: Andere Reitstile, andere Sattelgurt-Sitten – so könnte man diese Tabelle zusammenfassen. Grundsätzlich variiert nicht nur die Art des Sattels je nach Sportart, sondern auch der Sattelgurt. Vor allem die Länge des Sattelgurts entscheidet über die Eignung. So ist der Kurzgurt beispielsweise gut zum Dressur- und Distanzreiten geeignet.

1.2. Die Gurtlänge liegt zwischen 40 und 155 Zentimetern und variiert je nach Pferdeart

Wie bereits eingangs erwähnt, ist der zweite entscheidende Faktor bei der Wahl eines Sattelgurts das Pferd, auf dem der Sattel später befestigt werden sollte.

Es gibt zwei Sattelgurt-Kategorien: Unterschieden wird ganz grundsätzlich zwischen Langgurt und Kurzgurt. Der Langgurt hat eine Länge von circa 80 bis 150 Zentimetern und ist individuell einsetzbar. Der Kurzgurt weist eine Länge von 45 bis 90 Zentimeter auf und wird vor allem beim Dressurreiten eingesetzt.

Vermessen Sie Ihr Tier, bevor Sie einen Sattelgurt kaufen und vergleichen Sie die Maße Ihres Pferdes mit dieser Größentabelle:

Pferdetyp Kurzgurt in Zentimetern Langgurt in Zentimetern
Shetland-Pony (Shetty) hängt vom Sattel ab 50 bis 60 Zentimeter
kleines Pony hängt vom Sattel ab 65 bis 75 Zentimeter
Pony, Isländer 40 bis 50 Zentimeter 80 bis 105 Zentimeter
Vollblut 50 bis 60 Zentimeter 110 bis 120 Zentimeter
Warmblut 65 bis 75 Zentimeter 125 bis 140 Zentimeter
Kaltblut 80 bis 95 Zentimeter 145 bis 155 Zentimeter

Messtipp von Vergleich.org: Da die Tabelle nur Richtwerte darstellen kann, ist es in jedem Fall sinnvoll und wichtig, Ihr Pferd zu vermessen, bevor Sie einen Sattelgurt kaufen. Nur so können Sie verhindern, dass der Sattelgurt zu kurz oder zu lang ist.

Die Messung muss immer am gesattelten Pferd erfolgen. Dann gehen Sie so vor: Messen Sie von der Sattelblattunterkante bis zur anderen Sattelblattunterkante und ziehen Sie von diesem Messwert 30 Zentimeter ab. Dann runden Sie das Rechenergebnis auf – bis zum Wert der nächstliegenden Gurtlänge.

Ein Beispiel: Sie haben 98 Zentimeter gemessen und ziehen davon 30 Zentimeter ab. Das Ergebnis, 68 Zentimeter, runden Sie auf eine Gurtlänge von 70 Zentimetern.

2. Sattelgurt-Tests im Internet: Sind Material und Form entscheidende Auswahlkriterien?

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Um den Sattel eben dort zu fixieren, wo er fest verbleiben soll – nämlich auf dem Rücken des Pferdes – sind zwei Faktoren entscheidend: das Material des Sattelgurts und die Form.

2.1. Sattelgurte aus Leder mit Fellbesatz sind der Klassiker

Sattelgurte gibt es aus ganz unterschiedlichen Materialien. Leder, Fell, Neopren, Gummi und Baumwolle warten mit ganz unterschiedlichen Vor- und Nachteilen auf. In puncto Farbwahl gibt es kaum Auswahl. Die meisten Sattelgurte sind schwarz oder braun. Hier haben Sie als Reiter kaum Entscheidungsmöglichkeiten.

In der folgenden Tabelle sind die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Materialien mit Blick zusammengefasst:

Material des Gurts/Pflegehinweise Vorteile/Nachteile
ledergurt

Ledergurte müssen Sie regelmäßig mit hochwertigem Lederpflegemittel reinigen.

+ besonders hohe Haltbarkeit
+ gut verträglich
- teuer in der Anschaffung
- aufwendige/teure Pflege
lammfell

Sattelgurte mit Lammfell müssen Sie regelmäßig mit hochwertigem Lederpflegemittel reinigen. Das Fell können Sie dazu abnehmen, mit einem milden Waschmittel bei 30 Grad Celsius waschen und anschließend gut trocknen lassen.

+ gut geeignet für empfindliche Pferde
+ Fellbesatz kann übergezogen werden
+ Fellbesatz kann zum Waschen abgenommen werden
- teuer in der Anschaffung
- aufwendige/teure Pflege
- nicht atmungsaktiv
neopren

Sattelgurte aus Neopren können mit einem milden Waschmittel in der Waschmaschine gewaschen werden.

+ weich, soft, elastisch und flexibel
+ gut verträglich
+ leicht zu reinigen
+ stabil
+ rutschfest
+ günstiger Sattelgurt im Vergleich zu Modellen aus Naturmaterial
- nicht atmungsaktiv
gummi

Bei der Reinigung von Sattelgurten aus Gummi müssen Sie auf die Pflegehinweise des Haupt-Materials achten. Kaum ein Sattelgurt ist rein aus Gummi gefertigt.

+ gibt beim Gurten nach
+ flexibel
- birgt die Gefahr, zu eng gezogen zu werden
- nicht atmungsaktiv
baumwolle

Einen Sattelgurt aus Baumwolle können Sie mit einem milden Waschmittel in der Waschmaschine waschen.

+ gut verträglich
+ atmungsaktiv
+ gut zu reinigen
+ Naturfaser
- nicht sehr langlebig

Empfehlung von Vergleich.org: Der Ledergurt ist der „alte“ Klassiker, der vor allem langlebig ist. Mit einem Sattelgurt mit Lammfell statten Sie diesen Klassiker mit einem Extra-Besatz aus, der Ihrem empfindlichen Tier entgegenkommen könnte. Haben Sie spezielle Ansprüche – wie beispielsweise eine hohe Rutschfestigkeitdann ist ein Neopren-Sattelgurt die bessere Wahl. Darüber hinaus gibt es vereinzelt weitere Materialvarianten wie beispielsweise Mischgewebe, Vinyl und Polyurethan.

2.2. Für Pferde mit „normaler“ Figur ist der gerade geschnittene Gurt ideal

ellenbogenfreiheit

Während für den Gürtel, der die Hose an den Hüften des Menschen hält, vor allem die Länge wichtig ist, entscheidet beim Sattelgurt auch die Schnittform des Gurts darüber, für welche Pferdefigur der Gurt geeignet ist. Der gerade geschnittene Gurt sowie der anatomische Sattelgurt sind die klassischen Modelle, die auch in unserem Vergleich berücksichtigt wurden.

  • Der gerade geschnittene Gurt ist durchgehend gleich breit. Diese Form gilt als Standardform und eignet sich gut für Warmblüter oder Sportpferde mit einem perfekten Körperbau.
  • Der anatomische Sattelgurt ist für Pferde mit ebenfalls perfekten Maßen gut geeignet. Sie sind im Ellbogenbereich vorne und hinten etwas zurückgeschnitten und ermöglichen eine gute Ellbogenfreiheit. So kann sich Ihr Pferd gut bewegen.
  • größentabelle

    Neben dem Bauchumfang des Pferdes spielt auch die Anatomie eine entscheidende Rolle.

    Der asymmetrische Sattelgurt ist für Pferde mit weniger guter Gurtlage geeignet. Hier neigt der Gurt dazu, weiter am Ellbogen des Pferdes zu liegen. Deshalb ist er dort stark zurückgeschnitten. Die hinten liegende Seite ist gerade, die vorne liegende Seite ist anatomisch geschnitten.

  • Der mondförmige Sattelgurt ist für Pferde mit einem kurzen Rücken und einem weiten Rippenbogen geeignet: also für das runde Pferd. Die Mondform erinnert – wie der Name schon sagt – an eine Mondsichel. Sie nimmt die Rippenwölbung auf und verhindert so, dass der Gurt nach vorne rutscht. Der mondförmige Sattelgurt ist gut geeignet für vorrutschende Sättel.
  • Daneben gibt es noch die Athletico-Form. Sie ist für Pferde mit einem sehr athletischen Körperbau geeignet. Da der Körperbau eines solchen Pferdes sehr keilförmig ist, hilft diese Gurtform dabei, das Nach-hinten-Rutschen beim Reiten zu verhindern.

Praxistipps von Vergleich.org: Der Stollenschutzgurt besitzt einen großflächig aufliegenden Bauchlatz, der den Druck bestmöglich verteilt und das Pferd vor Stollenverletzungen und auch Druckstellen schützt. Die größtmögliche Ellenbogenfreiheit bietet ein Gurt, bei dem die Schnallen so weit oben wie möglich sitzen. Das Hin- und Herrutschen des Sattels verhindert ein Gurt aus weichem PVC-Soft-Material.

3. Sind der Gummizug, die Schnallen-Anzahl sowie zusätzliche Befestigungsoptionen die wichtigsten Details des Sattels?

Druck

Ein guter Sattelgurt hält den Sattel sicher auf dem Rücken des Pferdes. Das gibt Tier und Reiter Sicherheit. Ein passender Sattelgurt darf keine Druckstellen nach sich ziehen. Stattdessen sollte ein Sattelgurt die positiven Eigenschaften eines Sattels unterstützen, der beispielsweise für eine Druckentlastung und eine optimale Druckverteilung sorgt.

Manche Sattelgurte (egal welcher Form) haben einen Gummizug. Wichtig ist dann, dass der Gummi an beiden Gurtseiten angebracht ist. Durch den Gummizug können Sie den Gurt leichter festschnallen und er dehnt sich, wenn das Pferd atmet. Wenn Ihr Pferd etwas dicker geworden ist, kann der Gurt mit Gummizug immer noch gut angebracht werden.

Sie können Sattelgurte mit verschiedenen Schnallen erwerben. Die Anzahl hängt meist vom Hersteller ab. Namhafte Hersteller von Sattelgurten sind z. B. Stübben, Prestige, Kieffer und Mattes. Ein Sattelgurt mit mehreren Schnallen lässt sich individuell befestigen. Die Schnallen können unterschiedlich fest angezogen werden und passen sich so gut dem Körperbau des Pferdes an. Zum Vergleich: Sattelgurte mit einer großen Schnalle lassen sich eher nicht flexibel befestigen.

Bei manchen Sattelgurten gibt es sogenannte D-Ringe, die zum Befestigen von Hilfszügeln dienen. Sie sind entweder standardmäßig am Gurt angebracht oder können individuell angebracht werden. Diese Ringe werden bei Anfängern gern eingesetzt sowie beim Springen oder im Gelände.

Praktische Tipps zum Anlegen des Sattelgurts, zum Nachgurten sowie Hinweise dazu, wie dieser weder zu fest noch zu eng umgeschnallt wird, zeigt dieses Video:

4. Wichtige Fragen und Antworten rund ums Thema Sattelgurt

  • Was sagt die Stiftung Warentest über Sattelgurte?

    Die Stiftung Warentest hat noch keinen Sattelgurt-Test durchgeführt.
  • Wo gibt es günstige Sattelgurte?

    Sattelgurte können Sie nicht beim Discounter wie Aldi oder Lidl erwerben. Diese müssen Sie online oder offline beim Fachhändler kaufen.
  • Gibt es Hersteller, die sich spezialisiert haben?

    Nein. Die bekanntesten Marken sind von Stübben, Prestige, Kieffer, Mattes, Wintec, Cobra Kavalkade, Kentauer, Passier, Medi Cheval, Devoucoux und Barefoot. Sie haben ein breites Sattelgurt-Sortiment mit verschiedenen Materialien und Längen.