Das Wichtigste in Kürze
  • Das wichtigste Bauteil des Säulengrills ist sein hohler Standfuß, der den Kamineffekt ausnutzt. Die Luft steigt durch den Fuß nach oben und entfacht die Kohle besonders gut, weshalb er auch Kaminzuggrill genannt wird.
  • Ein kleiner Säulengrill lässt sich gut transportieren und platzsparend aufbauen. Mit einem großen Säulengrill können Sie dagegen zehn oder mehr Personen gleichzeitig versorgen, benötigen aber ausreichend Stellfläche.
  • Gasgrill und Elektrogrill zeichnen sich durch eine gute Wärmeregulierung aus. Säulengrills mit höhenverstellbarem Rost und bequemer Luftregulierung bieten mit Abstrichen ähnlichen Komfort.

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Elektrogrill, Holzkohle oder Gasgrill? Das typische Raucharoma gibt es nur mit Kohle, zumal bei strombetriebenen Grills nicht selten die ausreichend starke Hitze fehlt. Hinzu kommt die Faszination eines echten Feuers, das nach dem Grillen noch prima als Wärmequelle im Garten eingesetzt werden kann, wenn die Abendluft bereits abkühlt.

Nur das Anzünden ist nicht immer ganz einfach, auch wenn Grillanzünder und tragbare Kamine praktische Hilfsmittel sind. Der Säulengrill heizt der Holzkohle auch ohne Chemie oder Anzündkamin ein, denn er ist selbst ein Kamin. Wie das Feuermachen noch leichter gelingt und warum Edelstahl allein den Säulengrill noch nicht robust macht, zeigt unser Säulengrill-Vergleich 2020.

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1. Warme Luft steigt nach oben: Wie funktioniert der Säulengrill?

Kamineffekt

Heiße Luft in einem Schacht steigt nach oben, weil sie leichter als kalte Luft ist. Dabei entsteht ein Unterdruck, durch den kalte Luft unten angesaugt wird. Dank dieses Prinzips steigt Rauch in Schornsteinen nach oben, während das Feuer gleichzeitig durch die Zufuhr von Luft und Sauerstoff geschürt wird.

Betrachtet man ausschließlich die Feuerstelle, dann liegen sehr viele Vorteile aufseiten des Säulen- beziehungsweise Trichtergrills. Durch den langen Standfuß wird neuer Sauerstoff besonders effizient zu den brennenden Kohlen geleitet. Unter diesen idealen Bedingungen gelingt das Entzünden und Erhitzen bis zur richtigen Grilltemperatur sehr schnell und fast ohne Hilfsmittel.

Während bei einer Feuerschale zum Beispiel ganz auf eine Luftregulierung verzichtet wird, weil diese vor allem für Holzfeuer konzipiert ist, und bei einem Kugelgrill die Luftzufuhr erst während des Grillens wirklich zur Steuerung dient, ist der Säulengrill die ideale Wahl für schnelles und einfaches Anheizen sowie eine gute Hitzeentwicklung.

Fazit: Im Säulengrill wird Holzkohle besonders mühelos entfacht, weil das Prinzip, dem beispielsweise auch ein Anzündkamin folgt, hier noch besser umgesetzt ist. Legen Sie Wert auf einen schnellen Start in den Grillabend ohne den Einsatz von allzu vielen Anzündhilfen, dann empfehlen wir von Vergleich.org einen Säulengrill.

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2. Verschiedene Säulengrill-Typen: Erfordert der Deckel Geschick?

In verschiedensten Tests von Säulengrills im Internet haben Modelle mit Deckel nicht selten die Nase vorn. Während günstige Säulengrills in der Regel ohne Deckel angeboten werden und es auch keine passenden Deckel als Zubehör gibt, entfallen gleichzeitig einige Zubereitungsmöglichkeiten, die beim BBQ oder indirektem Grillen gefragt sind. Für das klassische Grillgut von der Rostbratwurst bis zur eingelegten Zucchini bedarf es aber keines Deckels.

Erscheinungsform Eigenschaften
Säulengrill ohne Deckel
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+ in der Regel preiswerter als Version mit Deckel
+ für viele Speisen wird gar kein Deckel benötigt
- kein indirektes Grillen für BBQ ohne weitere Hilfsmittel wie Holz- oder Metallplatten möglich
- kein Einsatz als Smoking Grill möglich
Säulengrill mit Deckel
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+ Nutzung als vollwertiger BBQ-Grill bei komplett schließbarem Deckel mit Thermometer
+ indirektes Grillen durch Reflexion der Hitze am Deckel
+ sicheres Erlöschen des Feuers unter dem Deckel
- teurer und schwerer als Version ohne Deckel
- Nutzung als Smoker erfordert mit Holzkohle viel Geschick und Erfahrung
Der richtige Deckel: Wollen Sie den Säulengrill auch als Barbecue-Grill einsetzen, sollte sich der Deckel komplett schließen lassen und in jedem Fall mit einem Thermometer ausgestattet sein. Bei einigen Säulengrills findet sich dagegen ein offener Deckel, der lediglich die Hitze reflektiert, aber nicht den Rauch einfängt. Damit lässt sich vor allem schneller grillen und auch dickes Grillgut gelingt besser, weil es gleichmäßiger erhitzt wird.

Wollen Sie einen Säulengrill kaufen, der das gelegentliche Grillen durch besseres Anzünden und gute Wärmeausnutzung einfacher gestalten soll, ist ein Deckel allenfalls ein praktisches Extra, aber nicht unbedingt erforderlich.

Soll es aber der beste Säulengrill mit möglichst großer Bandbreite für den ambitionierten Griller sein, dann sind Holzkohlegrills mit einem komplett schließenden Deckel fast schon ein Muss. Für ein echtes BBQ können Sie darin bei gleichbleibender Hitze und in Rauch gehüllt Speisen zubereiten, die auf einem offenen Grill nicht ohne Weiteres gelingen würden. Damit ist die Vielseitigkeit wesentlich höher, der Preis üblicherweise aber auch.

Teilweise finden Sie sogar Elektro-Säulengrills. Da hier aber von der typischen Kaminzugwirkung keine Rede sein kann, handelt es sich eigentlich nur um einfache Tischgrills, die auf einem langen Stab montiert sind.
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3. Kaufberatung zu den Details eines Säulengrills

3.1. Auf die Säule kommt es an

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Der Einsatz chemischer Brandbeschleuniger inklusive der starken Flammenbildung ist beim Säulengrill unnötig.

Unabhängig vom Hersteller oder dem Preis muss der Grill luftregulierbar sein. Da der Abstand zur Wärmequelle meist hoch ist, spielt ein isolierter Griff, um den Luftstrom stärker oder schwächer einzustellen, kaum eine Rolle. Auf die maximale Größe der Lüftungsschlitze können Sie aber durchaus einen Blick werfen. Je mehr Luftzug möglich ist, desto variabler kann Sie die Einstellungen treffen, um die Hitze im Grill festzulegen.

Bei einigen Holzkohlegrills besteht zudem die Möglichkeit, das Material zum Anzünden direkt in der Säule zu entzünden. Der Vorteil ist die optimale Kaminform mit großem Höhenunterschied, sodass nicht selten bereits Papier genügt, um Holzkohle in kurzer Zeit zum Glühen zu bringen. Die Reinigung solcher Grills gestaltet sich dagegen deutlich aufwendiger. Achten Sie deshalb auf eine problemlose Zerlegbarkeit, am besten mit einem Klemmmechanismus.

Die Länge der Säule bestimmt neben der Stärke des Kamineffekts auch die Arbeitshöhe mit. Da das Grillen im Stehen die beste Übersicht gewährt, sind in der Regel Werte deutlich über 80 cm am angenehmsten zum Hantieren auf dem Rost. Bei einem niedrigeren Grill müssen Sie sich wahrscheinlich mehr bücken oder sich daneben setzen.

Bedenken Sie dabei, dass ein höherer Grill auch stabiler stehen muss, um nicht unbeabsichtigt durch einen Stoß umzukippen.

Tipp: Die Sicherheit spielt in den meisten Säulengrill-Tests im Internet eine übergeordnete Rolle. Abseits des Umgangs mit offenem Feuer empfehlen wir von Vergleich.org in diesem Zusammenhang, auch die Stabilität des Standfußes genau ins Auge zu fassen. Ausreichend groß und fest sind diese üblicherweise immer, da die Norm DIN EN 1860-1 zur Standfestigkeit eingehalten werden muss. Mit einer zusätzlichen Beschwerung oder extra breiten Standfüßen reduzieren Sie die Wahrscheinlichkeit des Umkippens aber noch einmal deutlich.

3.2. Material und Gewicht gehen Hand in Hand

Etwas anderes als Edelstahl werden Sie für einen Säulengrill kaum finden. Das liegt vor allem an der sehr starken Wärmeentwicklung beim Anzünden. Durch den starken Luftzug werden deutlich höhere Temperaturen erreicht als mit den bekannten Grillanzündern, die im Normalfall eine konstante, aber etwas niedrigere Temperatur als mithilfe des Kamineffekts erreichen. Gusseisen, Stahlblech oder andere Metalle sind dem in der Regel nicht gewachsen.

Auch schwarze Säulengrills oder Modelle in ganz anderen Farben sind Edelstahl-Säulengrills, die entweder pulverbeschichtet oder noch besser emailliert sind.

Da sich Material und grundlegender Aufbau unabhängig von den Marken wie Thüros, Grillchef by Landmann oder auch Barbecook kaum unterscheiden, lohnt ein genauerer Blick auf das Gewicht. Daran lässt sich ungefähr ablesen, wie stark und damit haltbar die Edelstahlbleche der jeweiligen Grills sind. So sind Unterschiede von mehreren Kilogramm trotz fast identischer Abmessungen nicht selten. Allerdings spiegelt auch der Preis diesen Umstand zumeist wider.

3.3. Die Form ist in zwei Richtungen wichtig

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Vegan, vegetarisch oder Fleischvariation: Über Holzkohle sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, Raucharoma inklusive.

Ob der Edelstahl-Säulengrill rund ist oder Sie sich für den eckigen Säulengrill aus robustem Edelstahl entscheiden, ist vor allem eine Frage der Ästhetik. Allerdings ist die Wärmeverteilung in einem runden Grill etwas besser. In den Ecken dagegen kann Grillgut etwas sanfter zubereitet werden.

Gleichzeitig sollten Sie auf eine möglichst ausgeprägte Trichterform achten, weil diese zusätzlich das Durchglühen der Kohle verbessert. Nicht selten werden Säulengrills deshalb auch als Trichtergrills beworben.

Ist der Bereich für die Kohle dagegen eher flach gestaltet, können Sie die Holzkohle im Säulengrill unterschiedlich verteilen und eine Seite beispielsweise für indirektes Grillen, BBQ oder Warmhalten verwenden.

3.4. Grillgröße nicht zwangsläufig entscheidend für die Personenzahl

Bei der Grillfläche lässt sich die Faustregel anwenden, dass 60 x 40 cm oder ein Durchmesser von 60 cm für zehn Personen oder mehr ausreichen. Vielmehr noch hängt die Anzahl der Gäste aber von Ihrem Geschick als Grillmeister ab. Wissen Sie die sich ändernde Hitze der Kohlen optimal auszunutzen und können jeden freien Fleck schnell wieder belegen, erreichen Sie auch mit der halben Größe, dass am Ende alle satt und zufrieden sind.

Tipp: Ein großer Grill verbraucht auch stets mehr Kohle, um die optimale Hitze zu erreichen. Grillen Sie auch in kleiner Runde viel, können Sie sich auf einer größeren Feier sicherlich auf Ihr Geschick verlassen, damit trotz eines kompakten Grills niemand hungrig bleibt.

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4. Hat die Stiftung Warentest ebenfalls Säulengrills im Test?

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Sobald sich eine feine weiße Ascheschicht auf den Kohlen bildet, kann das Grillen beginnen.

Zum Thema Grillen liefert das Test-Institut eine Vielzahl an nützlichen Information. Einen richtigen Säulengrill-Testsieger gibt es zwar nicht, dafür aber eine ziemlich aufschlussreiche Untersuchung diverser Holzkohlegrills aus dem Jahr 2014 im direkten Vergleich mit Gasgrills. Miteinander lassen sich diese Kategorien nicht vergleichen, aber die Ergebnisse bei den kohlebefeuerten Grills verraten einiges.

Ganz vorn und auf Platz drei landeten jeweils Säulengrills, wobei der Barbecook Major Black Go am besten abschnitt. Ein Weber-Grill in Kugelform schaffte es zwischen beide Säulengrills, während ein anderer großer Kugelgrill-Hersteller Outdoorchef nicht an die Grills mit Kaminzug herankam. Auch ohne einen konkreten Säulengrill-Test kann sich das Resultat natürlich sehen lassen.

Generell bieten diese beiden bekannten Produzenten Weber und Outdoorchef fast nur Kugelgrills sowie aufwendigen Grillstationen oder Grillwagen an, obwohl der Säulengrill gerade beim Anfeuern auftrumpft. Dafür haben andere Marken den Säulengrill im Angebot, die durch ihre Erfahrung bei deren Herstellung überzeugen können:

  • Barbecook
  • Thüros
  • Landmann
  • Activa
  • El Fuego
  • Tepro
  • Grillchef by Landmann

Tipp: Zusätzlich lohnt ein Blick zu Öko-Test. Hier wurden 2009 Grillkohlen und Grillbriketts getestet, die erfreulicherweise alle gesundheitlich unbedenklich waren. Bei der Brenndauer dagegen ergaben sich erhebliche Unterschiede, wobei zum Beispiel die Marke Pro Fagus besonders überzeugen konnte.

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5. Fragen und Antworten zu Säulengrills

5.1. Welches Zubehör braucht man für einen Säulengrill?

Das Zubehör für das Grillen mit dem Säulengrill unterscheidet sich kaum von den Utensilien, die Sie beim bekannten Weber-Grill oder selbst auf einem Rost über einer Feuerschale benötigen.

Auf einen Anzündkamin und chemischen Brandbeschleuniger können Sie dagegen getrost verzichten. Für Ihre Sicherheit und einen gelungenen Grillabend sind ein paar Sachen jedoch unverzichtbar:

  • ein Paar feuerfeste Handschuhe
  • eine Grillschürze
  • ausreichend lange Grillzange

Tipp: Am besten lassen Sie das Feuer nach dem Grillen langsam erlöschen, denn der Einsatz von Wasser und die damit verbundene plötzliche Temperaturänderung greift selbst Edelstahl an. Als wichtige Vorsichtsmaßnahme raten wir von Vergleich.org jedoch dazu, stets ein gefülltes Wassergefäß, etwa eine Gießkanne, griffbereit zu halten.

5.2. Welche Bedeutung haben die verschiedenen Höhen des Rosts?

Lässt sich der Grillrost variabel aufsetzen, können Sie deutlich besser auf die typische Verringerung der Hitze während des Grillens reagieren. So sollte der Rost direkt nach dem Durchglühen in der obersten Stellung eingerastet werden und dann langsam nach unten wandern, um die Hitze unter dem Grillgut relativ konstant zu halten.

Allerdings ist die Höhenverstellung nicht zwingend erforderlich. Grillen Sie zunächst Speisen, die viel Hitze benötigen, und legen Sie später beispielsweise Fisch, Gemüse oder Grillkäse auf, die auch auf kleiner Flamme gut gelingen.