Inuit
Die Inuit sind die Ureinwohner Grönlands. In ihrer Sprache bedeutet Inuit „Mensch“. Das häufig verwendete „Eskimo“ bedeutet „Rohfleischesser“ und wird abwertend verstanden. Das Deutsche kennt zwei Lehnwörter aus der Inuit-Sprache: Kajak und Anorak.
Das Kajak ist in seiner ursprünglichen Form als Jagdboot von den Inuit entwickelt worden. Es unterscheidet sich vom Ruderboot in der Sitzposition, Form und verwendeten Paddel. Während der Steuernde im Ruderboot mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt, schaut er im Kayak nach vorn. Die zweigeteilten Ruder werden beim Kajakfahren durch ein Doppelpaddel ersetzt, bei dem beide Blätter durch eine Stange miteinander verbunden sind. Während ein Ruderboot sehr ausladend konstruiert ist, um ruhig im Wasser zu liegen, sind Kajaks eher auf Schnelligkeit und Wendigkeit ausgelegt.
Die klassische Form bestand aus einem Rahmen, der mit Tierfellen bespannt wurde. Diese Tierhäute stammten häufig von Robben. Diese Felle weisen natürlicherweise das Wasser ab, sodass nichts ins Innere des Bootes dringen konnte. Heute werden für die Bespannung meist Kunststoffe verwendet, die zur besseren Stabilität häufig mit Kohlenstoff- oder anderen Fasern verstärkt werden.
Das ursprüngliche Kajak war ein Einsitzer, in den man hineinschlüpfte. Die Beine werden im Rumpf verkeilt. Durch diese kompakte Weise wird eine hohe Geschwindigkeit und Wendigkeit erreicht. Das Fahren ist demnach etwas sportlicher als bei einem Paddelboot. Heute gibt es auch mehrsitzige Kayaks. Für nicht-professionelle Kanuten haben sich aufblasbare Kanus durchgesetzt, da diese besser zu transportieren sind.

Wir meinen, diesem ITIWIT-Kajak ist auf den ersten Blick nicht anzusehen, dass es sich um ein aufblasbares Kanu handelt.
1.1. Geschichte des Kajaks
Die ersten Kanu-Funde datieren weit zurück. Schon in der Mittelsteinzeit, ab ca. 6000 v. Chr., wurden im Gebiet des heutigen Schottlands Boote genutzt, die aus einem gefällten Baumstamm geschnitzt wurden. Auch in Brandenburg gibt es mehrere Funde von Paddeln und Einbäumen. Der Ursprung des Kanus wird auf ca. 4000 v. Chr. datiert. Aus dieser Zeit stammt ein Fund am Euphrat. Das dort entdeckte Kanu hat bereits die wichtigen Eigenschaften: Schnelligkeit, Wendigkeit und Kippstabilität.
Robbenjagd
Die Robbenjagd wurde nach und nach kommerzialisiert. Während die Inuit Robben zur Selbstversorgung jagten, will die kommerzielle Robbenjagd den Blubber (Fett der Robben, wird unter anderem zu Gewinnung von Omega-3-Kapseln genutzt) und die Felle der Robben für den Welthandel gewinnen. Die EU hat im Mai 2009 ein Handelsverbot für Robbenfelle und andere aus Robben gewonnene Produkte erlassen.
Heute wird Kanu als Oberbegriff für die beiden am weitesten verbreiteten Bauarten Kayak und Kanadier verwendet. Die Kajaks haben ihren Ursprung in Grönland. Sie wurden von den dort lebenden Inuit für die Jagd auf dem Wasser entwickelt. Die kleinen, schnellen, wendigen Boote ermöglichten den Inuit ein gutes Manövrieren auf dem Wasser. So konnten sie ihre bevorzugte Beute, Seehunde, ausfindig machen und jagen. Für die Jagd brauchten die Inuit sowohl einen guten Orientierungssinn als auch ein Verständnis für das Verhalten der Robben. Der älteste Fund eines Kajaks datiert aus dem frühen 17. Jahrhundert. Heute wird das erste gefundene Kayak in den Räumen der Lübecker Schiffergesellschaft gezeigt.
Während sich der geschlossene Typ des Kanus aus den grönländischen Kayaks entwickelt hat, wurden die Kanadier aus den Booten der Ureinwohner Nordamerikas abgeleitet. Kanadier werden kniend gesteuert. Eine bekannte Spielart des Kajaks ist das Faltboot, das einfach zu transportieren war und als Vorgänger der heute gängigen aufblasbaren Boote gelten kann. Viele der Fluchtversuche aus der DDR über die Ostsee wurden mit Faltbooten unternommen – einige davon gingen unglücklich aus, da die Faltboote nicht für die Bedingungen auf See geschaffen waren.
Als Wassersportgerät gewannen die schnellen, wendigen Boote schnell an Beliebtheit. Im Jahre 1860 wurde in Breslau (heute Wroc?aw) der erste „Grönländer-Club“ gegründet – in Anlehnung an seinen Ursprung wurde das Kajak anfangs Grönländer genannt. Der älteste noch existierende Kanu-Club, der Alster-Canoe-Club, führt noch die nicht eingedeutschte Schreibweise im Namen.

1.2. Kajaks und Kanadier
Wie bereits erwähnt, haben sich die beiden Haupt-Kategorien von Kanus aus den unterschiedlichen Bauarten entwickelt: Kajaks aus den traditionellen Jagdbooten der Inuit, Kanadier aus den Einbäumen der amerikanischen Ureinwohner. In der folgen Tabelle haben wir die Spezifikationen beider Typen für Sie zusammengefasst:
| Bauart | benutzte Paddel | Sitzgelegenheiten | Steuerposition |
| Kajak | geschlossene Decke | Doppelpaddel | 1 – 2 | sitzend |
| Kanadier | offene Decke | Stechpaddel | 1 – 3 | kniend |
| Viele gängige Modelle sind heute eine Kombination der beiden Typen, z.B. offene Modelle, die im Sitzen mit Doppelpaddel gesteuert werden. |
Neben diesen beiden weitverbreiteten Typen gibt es noch andere, mit Paddeln oder Rudern betriebene Boote, etwa Umiaks, Drachenboote, Waka oder Pirogen.
1.3. Kayak als Sportgerät
Das Programm der Wassersportarten mit Kajaks ist sehr reichhaltig. Bei den Olympischen Spielen ist der Kanurennsport seit 1936 vertreten. Die Disziplinen im Renn-Sport sind: Einer-, Zweier- und Vierer-Kajak der Damen und Herren sowie Einer- und Zweier-Kanadier der Herren. Die Rennen werden auf Strecken von 200 (seit 2012), 500 oder 1000 Metern im stehenden Gewässer ausgetragen. Der deutsche Kanu-Sport ist recht erfolgreich: Bei den Olympischen Spielen 2012 gab es sowohl im Einer- als auch im Zweier-Kanadier der Herren über 1000 m sowie im 2er-Kajak der Damen über 500 m eine Goldmedaille für den Deutschen Kanu-Verband.
Neben dem klassischen Renn-Sport hat sich auch Kanuslalom im olympischen Programm etabliert: Dabei muss ein Parcours in schnell fließendem Wasser möglichst schnell und fehlerfrei bewältigt werden. Erstmals 1972 olympisch, folgte eine Pause von 20 Jahren, bevor es 1992 wieder ins Programm aufgenommen wurde. Weil an den Austragungsorten meist spezielle Wildwasseranlagen entstehen müssen, die mit hohen Kosten verbunden sind, stand Kanuslalom schon häufiger zur Disposition. Disziplinen sind Einer-Kajak der Herren und Damen sowie Einer- und Zweier-Canadier der Herren. Im Einer-Canadier gab es 2016 eine Bronzemedaille für den DKV, der Zweier-Canadier holte Gold.

Hallo,
Bin auf der Suche nach einem guten aufblasbaren Kajak, das wir im Campingbus mitnehmen.
In Urlaubszeiten sind wir zu dritt unterwegs (1-2 mal im Jahr), ansonsten ich oft alleine (mit 🐶) … also ein Kajak sollte gut für uns alle, aber auch nur für mich als Einzelperson nutzbar/lenkbar/praktisch/unkompliziert sein…
Länge — Stabilität — Gewicht sind ja sehr unterschiedlich bei Dreisitzer bis Einsitzer
die Frage ist: sind die Sitze flexibel einsetzbar?
Lieber Thomas,
vielen Dank für Ihren Kommentar zu unserem Kajak-Vergleich.
Die jeweiligen Kajaks sind immer auf eine gewisse Anzahl von Personen ausgelegt. Sie können jedoch beim Kauf darauf achten, dass die Sitze separat aufblasbar sind. Somit können Sie je nach Bedarf entscheiden, wie viele Sitze sie benötigen und demnach aufblasen.
Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen.
Viele Grüße
Vergleich.org
Ist es leicht, das „Sevylor Adventure Plus“-Kajak aufzupumpen?
Hallo Konrad,
vielen Dank für Ihren Kommentar und das Interesse an unserem Kajak-Vergleich.
Das genannten Modell hat einen simplen Pumpmechanismus, der sehr bequem zu bedienen ist. Es handelt sich um ein gängiges 2-Wege-Schraubventil und die integrierte Rückschlagkappe verhindert, dass die Luft wieder ausströmt, wenn die Pumpe entfernt wird.
Beste Grüße
Ihr Vergleich.org-Team
Hallo, ich finde den Bericht mit seinen Erklärungen sehr interessant. Da wir uns auch für Wasserwandern interessieren und keinen Platz haben feste Boote zu lagern haben wir uns auch nach aufblasbaren Kajaks umgesehen. Was interessant für uns wäre, ist zu wissen welche Materialien die besten sind. Man liest von Nylon oder PVC. Dann vielleicht noch ob die Anzahl der Kammern und der Luftdruck eine Rolle bei der Qualität eine Rolle spielen. Da leider in den wenigsten Tests darauf eingegangen wird und die Testsieger oft nicht nicht nachvollziehbar sind, haben Wir uns jetzt ein Mistral Kajak entschieden und bestellt (bei Lidl im Angebot). Mit dem SUP Board sind wir sehr zufrieden, was natürlich kein Garant dafür ist das die Kajaks des Herstellers auch gut sind.
Sehr geehrter Herr Vogel,
wir bedanken uns für Ihren Hinweis zu unserem Kajak-Vergleich.
Leider ist es immer etwas schwierig von den „besten Materialien“ zu sprechen, da Materialien unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, die unterschiedlichen Anforderungen individuell entsprechen können. Wir möchten Sie außerdem darauf aufmerksam machen, dass bei der Vergleichstabelle eine Kurzinformation erscheint, wenn Sie den Mauszeiger über den blau markierten Text „Material Haut | Boden“ bewegen. Dort sind Vorteile der Materialien kurz zusammengefasst.
Viele Grüße
Ihr Vergleich.org-Team
Hallo wird gebraucht,nur zu teuer
Wir waren ca. 2 Jahre Besitzer eines Hudson.
In dieser Zeit hatten wir 3 Pannen an den Seitenschläuchen. Das hat uns dann gereicht! Wir können die Bewertung 1,3 nicht nachvollziehen, also vorsicht mit Hudson.