Das Wichtigste in Kürze
  • Kanadier, Kajaks, Kanus – die Begriffe werden häufig gleichbedeutend verwendet. Allerdings ist Kanu der Oberbegriff für Paddelboote, die in Blickrichtung geführt werden. Ein Kajak ist nach oben geschlossen, mit einem zweifachen Doppelpaddel angetrieben und die Beine werden darin ausgestreckt. Ein Kanadier ist das, was die meisten Menschen als Kanu bezeichnen oder von einem Kanuverleih kennen. Es ist nach oben hin geöffnet, was den Ein- und Ausstieg erleichtert und wird aufrecht sitzend oder kniend mit einem einseitigen Stechpaddel geführt.
  • Ein Kanadier bietet viel Platz für Gepäck und Freizeitspaß für Freundesgruppen mit einer Kapazität von bis zu 4 Personen. Sie erfreuen sich bei Familien mit Kindern großer Beliebtheit, weil sie nicht zuletzt sehr kippsicher sind. Kanadier eignen sich bestens für mehrtägige Touren über Flüsse und Seen, bei denen es nicht auf Geschwindigkeit ankommt, aber auch für Wildwassererlebnisse. Selten bestehen Kanadier aus Holz, sondern meist aus Kunststoffen, wie Polyethylen oder PVC.

1. Wie unterscheiden sich Festrumpf-, Falt- und aufblasbare Schlauchboot-Kanadier?

Festrumpfkanadier sind vor allem robust, besonders langlebig und weisen durch ihre Bauweise eine hohe Steifigkeit auf, die unter Kanadier-Kanus für das beste Fahrverhalten sorgt. Im Kanadier-Vergleich sind sie allerdings schwerer als falt- oder aufblasbare Modelle, zudem müssen sie zum Beispiel in einer Garage verstaut werden und auch der Transport gestaltet sich eher unpraktisch. Der Hersteller Kaitts bietet sie als 2-Sitzer aber auch als 3er- oder 4er-Kanadier an.

Deutlich transportabler sind die leichten Faltkanadier. Ihr großer Nachteil ist der Aufwand beim Auf- und Abbau mittels eines Gestänges, das zusammengesteckt und mit einer Bootshaut überspannt wird, die meist aus PVC besteht. Das Gestänge muss hin und wieder gewartet und gefettet werden. Das Faltkanu von Banana lässt sich ohne Werkzeug aufbauen, aber eignet sich lediglich für einen kurzen Ausflug auf das Wasser ohne viel Gepäck. Dagegen sind die Faltkanadier von Ally beliebt bei Menschen mit Kanuerfahrung und Profis, weil sie Festrumpfbooten in Sachen Fahrverhalten in nichts nachstehen und auch für mehrtägige Touren geeignet sind.

Schlauchbootkanadier werden dagegen einfach aufgepumpt. Durch ihre kompakten Packmaße eignen sie sich auch prima für Bahnausflüge an entfernte Orte. Zwar sind Schlauchkanus weniger steif als Festrumpf- und Faltkanadier, dafür eignen sie sich deutlich besser für Wildwasser. Es gibt jedoch auch Nachteile: Durch die breite Außenwand kann das Paddel nicht eng am Körper anliegend geführt werden, zudem reduzieren die Außenwände den Packraum innerhalb des Kanus. Darüber hinaus sind sie im Allgemeinen langsamer und windanfälliger als die anderen Varianten.

2. Kanadier-Test: Gehen Schlauchboote schnell kaputt?

Ganz im Gegenteil. Verschiedene Kanadier-Tests im Internet zeigen, Schlauchkanus sind sogar die besten Kanadier für leichtes Wildwasser, denn durch die Flexibilität der Luftkammern reiten die Schlauchkanadier förmlich über Hindernisse hinweg und können bei Berührung zur Not nachgeben. Sie bestehen meist aus 3 Luftkammern. Sollte eine ein Loch bekommen, geht das Kanu nicht unter. Sie können einfach am Ufer anlegen, kleinere Löcher wie bei einem Fahrradreifen reparieren und ihre Fahrt fortsetzen.

In aufblasbaren Kanus lässt es sich angenehm auf den Luftkammern knien, die darüber hinaus gut gegen die Kälte des Wassers isolieren. Die Luftkammern in Schlauchkanus sorgen für den Auftrieb und weisen oft ein Zuladungsgewicht von mehr als 300 kg und sogar bis 450 kg auf. Der geringe Tiefgang ist bei sehr flachen Gewässern praktisch, macht das Boot aber auch windanfälliger. Wenn Sie einen Kanadier kaufen möchten, sollten Sie auf den nötigen Luftdruck achten. Dieser sollte mindestens bei 0.2 bar liegen und unbedingt eingehalten werden, um die Sicherheit des Kanus zu gewähren. Alles unter 0.2 bar ist eher ein Schlauchboot, das auf kurzweilige Erholung auf dem Wasser ausgelegt ist und sich nicht für mehrtägige Erkundungstouren eignet. Schlauchkanus von Grabner besitzen ein Überdruckventil, sodass der vorgegebene Luftdruck nicht überstiegen werden kann.

3. Was muss ich bei der Form eines Kanadier-Kanus beachten?

Es gilt, je länger ein Kanu ist, desto leichter fährt es geradeaus. Sind Bug und Heck nach oben aufgebogen verkürzt das die Wasserlinie – also den Kontakt zum Wasser – und verringert den Widerstand, wodurch das Kanu wendiger und schneller fährt, aber schwieriger in gerader Spur zu halten ist. Schaut man von oben auf Bug und Heck sind diese oft spitz zulaufend, das macht sie ebenfalls wendiger und verringert den Kraftaufwand beim Paddeln. Gleichzeitig reduziert das jedoch den Platz für Gepäck. Breitere Vorschiffe sind dagegen langsamer und schwerfälliger, aber gut geeignet für viel Gepäck. Für professionelle, mehrtägige Expeditionstouren empfehlen wir Kanus von Grabner. Sie sind besonders hochwertig, sicher und bieten Modelle mit kurzen und längeren Wasserlinien. Der Hersteller Gumotex bietet Kanus zu kleineren Preisen, die in verschiedenen Kanadier-Tests als hochwertig verarbeitet eingestuft werden und Freizeitspaß für kürzere und längere Touren bieten.

Kanadier-Test

Bildnachweise: shutterstock.com/EBAdventurePhotography (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)

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