Das Wichtigste in Kürze
  • Elektro-Außenborder werden mit Batterien betrieben, die Sie separat kaufen müssen. Da fast alle Motoren über eine 12-V-Betriebsspannung verfügen, haben Sie hier eine große Auswahl.
  • Während einige Elektromotoren aufgrund ihrer Leistung nur für Schlauchboote und Kanus geeignet sind, können Motoren mit einer Leistung von 300 Watt und mehr auch schwerere Kleinboote bewegen.
  • Überlegen Sie sich vor dem Kauf, ob Sie nur in Süßwasser-Gewässern oder auch in Meerwasser unterwegs sein werden. Dafür ist ein Elektro-Außenborder mit Korrosionsschutz erforderlich.

Elektro-Außenborder Test

Laut, dreckig und teuer in der Befüllung: Benzinmotoren bringen viele Nachteile mit sich. Für Hobby-Kapitäne, Angler und andere Kleinboot-Fahrer ist ein leiser und günstiger Elektro-Außenborder die sinnvollere Wahl. Teilweise sind Elektrobootsmotoren sogar für die Befahrung von Naturschutzgebieten zugelassen. Ihrer nautischen Entdeckungstour steht damit also nichts mehr im Weg.

In unserer Kaufberatung stellen wir Ihnen die Vor- und Nachteile der beiden Kategorien von Süßwasser- und Salzwasser-Elektro-Außenbordern hinsichtlich ihrer Leistung und Anwendung vor und geben Ihnen Tipps, welche Art Motor sich für Ihre Zwecke eignet. Dies und mehr finden Sie in unserem Elektro-Außenborder-Vergleich 2020.

Außenborder doppelt

1. Sollte die Leistung des Elektro-Außenborders Größe und Gewicht des Bootes entsprechen?

1.1. Für die Bewegung von Schlauchbooten reicht schon eine Leistung ab 120 Watt

Wenn Sie ein Boot bewegen wollen, das über ein geringes Eigengewicht verfügt, z. B. ein Kanu oder ein Schlauchboot, ist eine Motorleistung von 300 Watt ausreichend. Da beide Bootstypen in der Regel eine Beschränkung des maximalen Gewichts von ca. 200 bis 400 kg haben, können Sie sicher sein, dass hier nicht mehr Leistung benötigt wird.

Elektro Außenborder

Wollen Sie den günstigsten Elektro-Außenborder kaufen, empfehlen wir Ihnen ein leichtes Modell bis zu 3 kg.

Die Schaftlänge von Elektro-Außenbordern sollte hier in der Regel maximal 76 cm betragen. Dabei handelt es sich um die Länge des Motor-Teils, das die unter Wasser befindlichen Rotorblätter mit der Teleskopstange zum Lenken verbindet. Bei Schlauchbooten, die nicht tief im Wasser liegen, ist in der Regel eine Schaftlänge von 60 cm für die Eintauchtiefe ausreichend. Im Zweifelsfall empfehlen wir Ihnen einen Elektro-Außenborder mit verstellbarem Schaft.

Zur Stromzufuhr müssen Sie eine 12-V-Batterie separat erwerben. Am besten geeignet sind spezielle Blei-Batterien, welche für eine konstante Leistung des Motors sorgen. Sie erhöhen die Reichweite eines kleinen und leichten Motors dramatisch, wenn Sie in einem niedrigen Gang fahren. Bei Maximalleistung ist die Batterie eines Elektro-Außenbordmotors dagegen nach kurzer Zeit, oft bereits nach einer Stunde, leer.

Für Schlauchboote und Kanus sind Motoren mit einem geringen Gewicht von 2,5 bis 4 kg besonders gut geeignet.

Durch den Einsatz eines leichten Elektromotors verringern Sie den Stromverbrauch und das Eigengewicht des Bootes. Dies lässt sich ideal mit einer leichten und schnell aufladbaren 70-AH-Bootsbatterie verbinden, deren Ladezeit unter 24 Stunden liegt. Oft sind kleine Bootsmotoren außerdem nur für den Süßwassergebrauch geeignet, weil hier beim Bau auf schwere und rostfreie Teile aus Metall verzichtet wurde.

Schlauchboot-Außenborder lassen sich teilweise nicht nur im klassischen Heckantrieb verwenden, sondern auch am Bug des Bootes anbringen. Bei dieser Variante wird das Boot nicht geschoben, sondern gezogen. Insbesondere Anglern empfehlen wir einen Schlauchbootmotor, der auch im Bugantrieb genutzt werden kann, da sie damit eine bessere Navigation haben, z. B. von Zebco oder Minn Kota.

Tipp: Immer wieder kommen Autobatterien für die Stromzufuhr des Elektromotors zum Einsatz. Diese ist nur für den Start des Automotors und nicht für die kontinuierliche Stromabgabe geeignet. Um Ihren Elektro-Außenborder zu schonen, raten wir Ihnen daher dringend zum Kauf einer speziellen Bootsbatterie.

1.2. Bei Kleinbooten ab einem Gesamtgewicht von 800 kg kommt ein leistungsstarker elektrischer Außenborder zum Einsatz

Je mehr Gewicht Sie bewegen müssen, desto mehr Leistung muss der Motor bringen. Als grobe Richtlinie gilt: Ab einer Länge von vier Metern und einem Gewicht von 1.000 kg sollte die Leistung des Motors bei mindestens 450 Watt liegen. Bei einem Kleinboot mit einer Länge von sechs Metern und einem Gewicht von 2.000 kg sollte die Leistung dagegen bei 650 bis 700 Watt liegen.

Elektromotor

Machen Sie selbst den Elektro-Außenborder-Test und messen Sie nach, wie lang der Schaft des Motors sein muss.

Bei der Schaftlänge müssen Sie hier die richtige Größe wählen. Messen Sie dazu den Abstand zwischen der Oberkante des Hecks und dem Wasserspiegel aus. Der Schaft sollte immer ungefähr doppelt so lang sein. Wenn das Heck z. B. 45 cm aus dem Wasser ragt, sollte der Schaft des Motors ca. 90 cm betragen, damit sich die Rotorblätter bei jeder Neigung frei im Wasser bewegen können.

Auch die leistungsfähigeren Elektro-Außenborder sollten mit einer speziellen Bootsbatterie betrieben werden. Ab einer Leistung von 500 Watt und mehr empfehlen wir Ihnen eine Bootsbatterie mit einer Kapazität von 100 AH und aufwärts. Leistungsstarke Motoren mit fünf Gängen bieten außerdem mehr Möglichkeiten bei der Regulierung der Geschwindigkeit.

Auch bei dem Einsatz eines leistungsfähigen Motors sollten Sie das längere Fahren unter Volllast vermeiden. Bei einem Betrieb auf Halblast hält Ihnen der Elektro-Außenborder wesentlich länger. Ratsam ist hier ein Elektromotor mit eingebautem Ladekontroll-Display. Damit verlieren Sie nie die Übersicht über den Zustand Ihrer Batterie.

Für kurze Angelausflüge sind größere Motoren unnötig. Teilweise erzeugen die leistungsfähigeren elektrischer Außenborder mehr Lärm und vertreiben die Fische. Wenn Sie dagegen mit Ihrem Kleinboot einen mehrtägigen Törn planen, empfehlen wir Ihnen einen Elektro-Außenborder mit entsprechend leistungsfähiger Batterie, z. B. von den Herstellern Terena Miganeo oder Zebco.

Da Bootsmotoren unter 15 PS führerscheinfrei in Deutschland gefahren werden dürfen, benötigen Sie für die Elektro-Außenborder keinen Führerschein. In Österreich besteht dagegen ab 6 PS Führerscheinpflicht.

Im Elektro-Außenborder-Vergleich finden Sie die passende Kategorie für Ihre Ansprüche:

Schlauchboot-Motor Kleinboot-Motor
Elektro Außenborder Elektromotor
++
leistungsfähig
+++
sehr leistungsfähig
+++
sehr leicht
++
leicht
++
max. Gewicht 800 kg
+++
max. Gewicht 2.000 kg
+++
sehr leise
++
leise bis sehr leise

führerscheinfrei

führerscheinfrei

teilweise für Naturschutzgebiete zugelassen

teilweise für Naturschutzgebiete zugelassen
Betriebsspannung 12 V Betriebsspannung 12 V

Elektro Außenbordmotor

2. Profitieren Angler vom Bugantrieb und Sportfahrer vom Heckantrieb?

2.1. Wenn Ihr Elektro-Außenborder über Heck- und Bugantrieb verfügt, haben Sie mehr Bewegungsfreiheit

Welche Antriebsart die richtige für Sie ist, hängt vom gewünschten Fahrstil ab. Wollen Sie mit Ihrem Boot hauptsächlich lange Strecken fahren, ohne komplizierte Wendemanöver ausführen zu müssen? Dann ist ein Heckantrieb, bei dem der Motor hinten am Boot sitzt, die richtige Wahl (z. B. von Zebco Rhino oder Minn Kota).

Benzinmotor

Die Benzinmotoren sind zwar schnell aufgefüllt, dafür aber auch laut und umweltschädigend.

Angler können dagegen von einem Bugmotor profitieren. Dieser kann zwar nicht im Dauerbetrieb laufen, weil dann Überhitzungsgefahr besteht, dafür lässt sich das Boot mit Bugantrieb gezielter steuern. Oftmals ist hier eine Steuerung mit den Füßen möglich, sodass die Hände für die Angeln frei bleiben.

Bevor Sie einen Motor mit Eignung zum Bugantrieb kaufen, empfehlen wir Ihnen, sich zu informieren, ob eine Plattform zur Montage des Motors an Ihrem Boot verfügbar ist. Mittlerweile können z. B. auch Schlauchboote mit Bugmotoren betrieben werden.

2.2. Elektro-Außenborder für Süß- und Salzgewässer unterscheiden sich im Gewicht

Achtung bei der Pflege

Auch einen Salzwasser-Motor sollten Sie nach dem Gebrauch unbedingt mit Süßwasser bzw. Leitungswasser durchspülen, damit Rost vorgebeugt werden kann.

Vor dem Kauf des Elektro-Außenborders sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie einen Motor für den Betrieb in Salzgewässern brauchen oder nicht. Salzwasser-Motoren müssen erheblich mehr Rostgefahren widerstehen und sind deshalb nicht nur schwerer und robuster, sondern auch teurer in der Anschaffung.

Insbesondere die beweglichen und unter Wasser befindlichen Bauteile wie Schaft und Propeller sollten bei einem Salzwasser-Elektro-Außenborder aus rostfreiem Stahl gefertigt sein. Solche Motoren gibt es z. B. von Herstellern wie Terena Miganeo. Wenn Sie ausschließlich auf Seen und anderen Süßgewässern angeln wollen, ist die Anschaffung eines Süßwasser-Motors aufgrund des geringeren Gewichts und des niedrigeren Preises die sinnvollere Wahl.

Außenbordmotor

2.3. Wir empfehlen den Kauf einer speziellen Bootsbatterie zur Stromversorgung des Elektro-Außenbordmotors

Für Elektro-Außenborder kommen in der Regel Bleiakkus mit einer Spannung von 12 Volt zum Einsatz, die wartungsfrei sind und eine geringe Selbstentladung haben. Dabei haben Sie die Wahl zwischen drei Arten von Akkus:

  • AGM-Batterien: Diese Akkus können Sie 500 bis 700 Mal aufladen, ihre optimale Nutzung haben sie bis 70 %. Deshalb sind AGM-Batterien ideal für Kurzausflüge geeignet.
  • Rein-Blei-Batterien: Zwischen 300 und 400 Ladezyklen halten Rein-Blei-Batterien durch, dafür sind sie im Kauf meist günstiger als AGM-Batterien. Auch diese Sorte Akku empfiehlt sich vor allem für kurze und schnelle Fahrten.
  • Lithium-Batterien: Deutlich leichter und resistenter, haben Lithium-Akkus zusätzlich den Vorteil, dass sie nicht an Kapazität verlieren. Bis zu 5.000 Mal lassen sie sich aufladen. In der Anschaffung sind Lithium-Batterien dafür allerdings oft doppelt so teuer wie AGM-Batterien.

Für Schlauchboot-Fahrer und Angler ist eine Lithium-Batterie in den meisten Fällen nicht nötig. Wenn Sie dagegen längere Ausflüge mit Ihrem Kleinboot unternehmen, empfehlen wir Ihnen den Kauf eines Lithium-Akkus.

Motor Salzwasser

3. Sind Verbrennungsmotoren sind kraftvoller als Elektro-Außenborder?

Neben den Vorteilen der Lautstärke von Elektromotoren, welche für das Befahren vieler Süßwassergewässer und Naturschutzgebiete unumgänglich sind, können Sie mit Elektro-Außenbordern gezielter die Geschwindigkeit des Bootes mit bis zu fünf verschiedenen Stufen regulieren. Insbesondere beim Bugantrieb, wo der Motor schnell überhitzen kann, ist eine präzise Beschleunigung entscheidend.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Verschmutzungen wie auslaufendes Öl mit dem Elektromotor der Vergangenheit angehören. Auch die Brandgefahr durch einen Benzinkanister ist mit der umweltfreundlichen Alternative ausgeschlossen. Machen Sie selbst den Elektro-Außenborder-Test und überzeugen Sie sich von Geschwindigkeit und Lautstärke der E-Motoren.

Neben der Schubleistung besteht dagegen ein Nachteil von Elektro-Außenbordern darin, dass die Bootsbatterie, ist sie einmal leer, nicht vor Ort aufgeladen werden kann. Sie sollten also vor dem Ausflug ungefähr abschätzen können, wie groß ihre Reichweite mit dem E-Motor ist. Im Zweifelsfall empfehlen wir Ihnen, auf halber Geschwindigkeit zu fahren.

Die Vor- und Nachteile der Elektro-Außenborder gegenüber Verbrennungsmotoren im Überblick:

  • leiser
  • umweltschonender
  • für das Befahren von Naturschutzgebieten Voraussetzung
  • günstiger in der Anschaffung und Pflege
  • maximale Schubkraft in Watt bzw. lbs bei Benzinmotoren höher
  • Reichweite der Boote abhängig vom Ladezustand der Batterie

bester Elektro-Außenborder

4. Häufige Fragen zu Elektro-Außenbordern

4.1. Wie montieren Sie den Elektro-Außenborder an Ihrem Boot?

Für den Einbau eines Elektromotors benötigen Sie eine spezielle Plattform (bzw. ein Verbindungsstück), mit welcher Motor und Boot verbunden werden. Viele Hersteller liefern ihre eigenen Verbindungsstücke aus, die Sie separat mit dem Boot erwerben können.

Die Montage hängt nicht nur davon ab, ob der Elektro-Außenborder vorn oder hinten am Boot befestigt werden soll, sondern auch davon, wie lang das Heck ist und um welche Art von Boot es sich handelt. Für Schlauchboote gibt es z. B. Spezialanfertigungen für den Bugantrieb, die mit den Motoren vieler Marken kompatibel sind. Hier sollten Sie sich im Einzelfall über Einbau-Optionen informieren.

4.2. Welcher Elektro-Außenborder stellt die beste Wahl für ein Angelboot unter 500 kg dar?

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen einen besonders leichten Motor unter drei Kilogramm, welcher über eine Leistung von mindestens 120 Watt verfügt, z. B. von Zebco Rhino. Ein Motor dieser Größenordnung ist für Anglerzwecke vollkommen ausreichend.

Es liegt bisher noch kein Elektro-Außenbordmotor-Test der Stiftung Warentest vor. Ein Elektro-Außenborder-Testsieger sollte Leistungsfähigkeit mit einer geringen Lautstärke und Gewicht verbinden.